Kategorie: Bundesliga-Team

Blake Scheerhoorn im Angriff

Verdienter 3:0 Erfolg

Ein Match mit Wow-Effekt

LüneHünen mit rundum starkem Auftritt in Düren

Auch im sechsten Jahr Volleyball-Bundesliga sorgen die LüneHünen noch für faustdicke Überraschungen, ja sogar Premieren. In Düren haben sie bisher erst einmal gewonnen, im Playoff-Viertelfinale der Saison 2015/16 mit einem 3:1. In der Hauptrunde nahmen sie erst einmal einen Punkt mit, 2:3 in der vorigen Spielzeit. Und nun folgte ein glanzvolles 3:0 (25:16, 25:22, 25:23) bei den SWD Powervolleys. Platz 4 steht damit nach acht Spieltagen zu Buche, eine Zwischenbilanz, die auch den letzten Skeptiker nach dem Umbruch im Sommer überzeugen sollte.

Schon einige heiße Schlachten haben die beiden Rivalen geschlagen, ungewöhnlich laufen die Vergleiche derzeit. Erst vor drei Wochen warfen die Nordrhein-Westfalen die SVG mit einem deutlichen 3:0 aus dem Pokal, nun wurde es für die hoch ambitionierten Dürener, die um Titel mitspielen wollen, ähnlich schmerzlich – aus SVG-Sicht ein Match mit Wow-Effekt. Denn so ein selbstbewusstes, gelöstes Auftreten war selbst bei größtem Optimismus nicht zu erwarten.

Erstmals drei Punkte beim Dauerrivalen

Doch Kapitän Viktor Lindberg & Co. zeigten von Beginn an, dass sie sich enorm viel vorgenommen hatten. „Und es hat einfach ganz viel gepasst heute. Die Kurve zeigt bei allen deutlich nach oben“, brachte es Florian Krage auf den Punkt. Der Mittelblocker stand dafür exemplarisch und wurde schließlich auch verdient MVP. Er sorgte für 4 der insgesamt 12 Blockpunkte, schloss 5 Angriffe erfolgreich ab (71%) und steuerte so insgesamt 10 Zähler bei. Sogar im Aufschlag, bisher nicht seine schärfste Waffe, bereitete er den Gastgebern große Probleme inklusive eines Asses.

Krage streute schon im ersten Satz zwei Aufschlagserien ein, die den Gegner deutlich verunsicherten. So wurde aus einem 8:4 und 16:9 bei den technischen Auszeiten für die SVG ein 23:12, das die 1400 Zuschauer sich die Augen reiben ließ. Neben Krage mit 5 Punkten ragte auch sein Mittelblocker-Kollege Michel Schlien mit 4 heraus, zudem kamen Blake Scheerhoorn (6) und Antti Ronkainen (3) immer wieder zum Zuge. Beim Gegner dagegen suchte das frühere SVG-Schreckgespenst Sebastian Gevert vergebens seinen Rhythmus (insgesamt nur 10 Punkte). Selbst Oldie Björn Andrae, im Pokalduell noch so stark, bewirkte nur wenig, nachdem er für den anfangs spielenden Egor Bogachev aufs Feld kam.

LüneHünen lassen niemals locker

In Abschnitt zwei mussten die Hausherren schnell ein Doppel-Ass von Ronkainen schlucken (4:6, 4:7) und versuchten es ab dem 7:11 ohne den frustrierten Gevert. Zwar kamen sie wieder heran (10:11), doch die LüneHünen ließen nie locker und spielten einen entscheidenden Trumpf aus: ihr schon zuletzt so starkes Angriffsspiel aus der eigenen Annahme und dies besonders, wenn es eng wurde.

Dann punktete vor allem Diagonalangreifer Scheerhoorn immer wieder zuverlässig. Er war am Ende bester Scorer mit 17 Punkten vor Ronkainen (16), dessen Ausbeute Düren zusätzlich überraschte. Denn der Finne ist sonst mehr in der Annahme gefordert. Nun schlüpfte er in die Rolle von Lindberg, auf den Düren viel aufschlug und ihn so versuchte, aus dem Spiel zu halten.

Mehrmals kämpften sich die Hausherren heran, ohne je ausgleichen zu können. Lange hatten sie die Hoffnung auf eine Wende, bis schließlich Scheerhoorn mit seinem achten Punkt allein in diesem Satz auf 0:2 stellte.

Durchgang drei zeigte, dass die SVG-Auftritte auch immer konstanter werden. Düren versuchte es wieder mit Gevert und bald auch mit einem neuen Zuspieler (Youngster Eric Burggräf für Routinier Tomas Kocian), außer einem späten Gleichstand beim 18:18 brachte das wenig. 8:7 und 16:13 hieß es für die LüneHünen bei den technischen Auszeiten, mühsam kämpften sich die Hausherren immer wieder heran, doch dann schlugen die SVG-Mittelblocker zu, machten förmlich Tempo Richtung Spielende mit dem ersten Tempo: Schlien schloss diese Angriffsvariante zum 21:19 und 22:20 ab, Krage war so zum 24:22 und beim Matchball zum stürmisch gefeierten 25:23 erfolgreich.

MVP Florian Krage verwandelt Matchball

„Wir haben heute viel besser angenommen als im Pokal, und wenn die Bälle so präzise nach vorne kommen, kann man auch die Angreifer gut einsetzen“, freute sich Zuspieler Gijs van Solkema über das Lob für sein variables Spiel und verteilte selbst weiteren verbalen Beifall: „Das Blockspiel hat sehr gut funktioniert und unsere Aufschläge hatten Wirkung.“ Cheftrainer Stefan Hübner konnte sich da nur anschließen: „Side-out, Aufschlag, Block: alles richtig, richtig gut. Und die Angreifer sind sehr clever vorgegangen, waren geduldig, haben notfalls neu aufgebaut und haben immer wieder die Fingerspitzen in Dürens Block angeschlagen. Wir haben ein richtig schönes Spiel gemacht.“

Das Niedersachsen-Derby am kommenden Sonnabend (19 Uhr) gegen die Giesen Grizzlys kann also kommen. Da aus Hildesheim eine große Schar an Fans zu erwarten ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig Tickets zu besorgen. Die SVG spielte mit: Lindberg, Krage, Scheerhoorn, Ronkainen, Schlien, van Solkema, Koslowsky; eingewechselt: Michelau.

Mike Michelau im Angriff

Neues Spiel, neues Glück

Aufschlag hat enorme Bedeutung

In Düren soll es besser laufen als kürzlich im Pokal

Die Erinnerung an das letzte Aufeinandertreffen ist alles andere als angenehm. Aber so einen schwarzen Tag erwischt man ja nicht zweimal innerhalb von drei Wochen – unter diesem Motto steht das nächste Spiel der SVG Lüneburg in der Volleyball-Bundesliga am Sonnabend (19.30 Uhr) bei den Powervolleys in Düren. Für die nicht mitfahrenden Fans gibt es das Match wie üblich nicht nur im Internet-Stream auf sporttotal.tv, sondern auch im Public Viewing auf einer Großleinwand im Restaurant „Alexander der Große“ in Kirchgellersen (ab 19 Uhr).

Anfang des Monats standen sich die beiden alten Rivalen im Achtelfinale des DVV-Pokals in der Gellersenhalle gegenüber, und selten standen die LüneHünen so auf verlorenem Posten wie bei diesem 0:3 (20:25, 20:25, 21:25). Letztlich zeigten sie sogar Anzeichen von Resignation, als ihnen Düren die Aufschläge mit Wirkung sowie Asse reihenweise übers Netz schickte.

Wiedersehen nach drei Wochen

„Deren Aufschläge waren für mich aber nicht das größte Problem, stark aufschlagen werden die sicher auch jetzt wieder. Entscheidender ist für mich, dass wir selbst beim Aufschlag einen hohen Druck entfachen können. Wenn wir da an unser letztes Spiel gegen die Netzhoppers anknüpfen können, dann wird das in Düren ein engeres Spiel“, glaubt SVG-Chefcoach Stefan Hübner. Vor Wochenfrist gegen KW-Bestensee hatten ja seine Schützlinge einen ähnlichen Lauf im Service, besonders von Kapitän Viktor Lindberg kamen die Aufschläge wie geschnitten Brot (allein 9 Asse).

„Aufschlagdruck erleichtert vieles“, benannte auch der Sportliche Leiter Bernd Schlesinger einen grundsätzlichen Erfolgs-Baustein im Volleyball, „das bleibt im Training ein Thema, wird ja nicht immer so reibungslos funktionieren.“ Auf das sich dieses Element auf ein gesundes Mittelmaß zwischen der Top-Quote zuletzt und dem hohen Fehler-Anteil davor einpendelt.

Das souveräne 3:0 gegen KW-Bestensee hat auf jeden Fall gezeigt, dass sich die neu formierte Mannschaft weiterentwickelt. „Es hat gut getan, den Negativlauf davor zu beenden – das Selbstvertrauen war aber nicht angeknackst“, betont Hübner. „Wir haben die Spiele davor schon richtig einsortiert, analysiert, was passiert ist und warum und gezielt daran gearbeitet – wie nach jedem Spiel. Bei Siegen ist nicht immer alles gut, bei Niederlagen nicht alles schlecht.“

Entwarnung in Düren nach Grippewelle

Beim Gegner lief bis vor kurzem auch nicht alles rund, ein Grippevirus ging rum und befiel fast die ganze Mannschaft. Folge waren ernüchternd deutliche 0:3-Pleiten gegen Herrsching und in Berlin, bis an diesem Mittwoch wieder alle Sorgen vergessen waren. Da gab es ein 3:1 im Pokal-Viertelfinale gegen Frankfurt, das die Träume von einer Endspiel-Teilnahme nährte. Da trumpften der Diagonale Sebastian Gevert sowie der Alt-Internationale Björn Andrae wieder auf wie schon drei Wochen zuvor gegen die SVG. In Berlin zum Beispiel konnten sie wenig (Andrae) bis gar nicht (Gevert) spielen.

Ein paar gesundheitliche Problemchen hatte zuletzt auch die SVG, „inzwischen haben wir die aber alle wieder im Griff“, freut sich Hübner über die personelle Qual der Wahl.

Kapiän Viktor Lindberg beim Aufschlag

3:0 Heimsieg gegen KW Bestensee

Aufatmen bei den LüneHünen

Endlich ein Aufschlagdruck, der Wirkung hat

Große Erleichterung allerseits: Bei den Fans der LüneHünen, bei der Mannschaft selbst und auch im Trainerstab und Staff war ein tiefes Aufatmen unüberhörbar: Die SVG kann doch noch gewinnen – und das sogar souverän beim 3:0 (25:18, 25:10, 25:23) gegen die Netzhoppers KW-Bestensee in gerade einmal 67 Minuten Netto-Spielzeit, verbunden mit der Rückkehr in die obere Tabellenhälfte der Volleyball-Bundesliga.

Nur eins der fünf Pflichtspiele zuvor hatte die SVG gewonnen (3:2 in Herrsching), war sogar zweimal heftig zurechtgestutzt worden beim 0:3 in Pokal gegen Düren und beim 0:3 am Mittwoch in Berlin. „Dass so etwas nicht gerade das Selbstvertrauen stärkt, ist doch klar. Da tun diese Punkte natürlich ganz gut, nicht nur für die Tabelle, auch für das Selbstvertrauen“, freute sich Chefcoach Stefan Hübner auch für seine Schützlinge, die vom ersten Ball an zeigten, dass sie sich viel vorgenommen hatten.

Und das galt nicht nur für Viktor Lindberg (15 Punkte) und Blake Scheerhoorn (14), das galt auch für den überraschend in die Starting Six berufenen Mike Michelau. 13 Punkte hatte der Außenangreifer am Schluss gesammelt, darunter je drei Asse und Blocks, zudem wies er eine vorzügliche Annahmequote von 68% auf. Als vermeintliche Schwachstelle hatten ihn die Gäste auf dem Zettel und suchten meist den US-Boy bei ihren Aufschlägen.

Mike Michelau wird mit jedem Ball selbstsicherer

Eine glatte Fehlkalkulation, denn stattdessen wurde er mit jedem Ball sicherer. „Gleich meine erste Aktion war gut und erfolgreich, das hat mir zusätzlich Selbstvertrauen gegeben, das ich mir schon ein wenig im Training geholt habe. Ich freue mich, dass ich dem Team helfen konnte, nachdem die Coaches auf mich gesetzt haben“, gab Michelau ein Einblick in sein Seelenleben.

Mann des Abends war aber Lindberg. Er wurde für die Netzhoppers regelrecht zum Alptraum. Schon beim 2:0 im ersten Satz gelang dem Schweden das erste Ass, acht weitere sollten folgen, dazu eine Unmenge von Versuchen, die vom Gegner kaum verwertbar anzunehmen waren. So wünscht sich jeder Trainer die sogenannten „Aufschläge mit Wirkung“.

Nachdem der Kapitän seine Pfeile zuletzt nicht mehr so scharf übers Netz geschossen hatte wie zu Saisonbeginn, erklärte er die wiedergewonnene Stärke zufrieden lächelnd: „Meine Schulter hat sich heute wieder super angefühlt, weil unsere tollen Physios mich gut behandelt haben.“ Zur Erklärung: Lindberg hatte schon einmal eine Schulter-Operation und deshalb manchmal Probleme.

Gegen die Brandenburger war er sofort voll im Geschehen und zog die Nebenleute mit. Mit zwei weiteren frühen Assen nach dem 2:0 leitete der Schwede den Gewinn der ersten Satzes vorentscheidend ein (10:7, 11:7), war letztlich mit 15 Punkten insgesamt sowie glänzender Annahme (73%) am Ende MVP. Höchst effektiv war von Beginn an auch Diagonalangreifer Scheerhoorn mit fünf Punkten im Eingangssatz (14 gesamt, Erfolgsquote 67%).

Viktor Lindberg haut neun Asse raus

Da auch das Blockspiel funktionierte (10 Punkte insgesamt), die Annahme um Libero Tyler Koslowsky (90%!) unerschütterlich war und die SVG eher noch eine Schippe drauflegte statt nachzulassen, geriet Durchgang zwei für die Gäste zum Desaster. Die Zwischenstände von 8:1, 16:5 und 22:7 sagen dabei alles, nach nur 20 Minuten waren die Netzhoppers erlöst und durften sich in der 10-Minuten-Pause neu sammeln.

Mit dann Theo Timmermann statt des weitgehend wirkungslosen, sonstigen Hauptangreifers Casey Schouten (nur 6 Punkte bei 19 Versuchen sowie 4 von 6 versemmelten Aufschlägen) wurden die Netzhoppers gleichwertig. Timmermann kam noch auf 9 Punkte und wurde MVP, die SVG erlaubte sich zudem ein paar Aussetzer und schien den dritten Satz zu verlieren. Ein 6:8 bei der ersten technischen Auszeit drehten Lindberg & Co zwar kurzzeitig um (14:12), doch bei der zweiten technischen Auszeit lagen sie wieder zurück (14:16).

Die Gäste hielten ihren Vorsprung, beim 21:23 lag Satz vier in der Luft. Doch anders als in den Spielen zuvor, zeigte die SVG nun auch in der Crunchtime Stärke. Scheerhoorn servierte dreimal mit Wirkung, Gijs van Solkema und Michel Schlien nutzten es mit Blocks zum 24:23 und 25:23. Und Scheerhoorn freute sich: „Unser Service war sehr gut heute, auch meins. Insgesamt bin ich mit meiner Leistung recht zufrieden – es geht aber noch besser.“

„14 Asse und auch sonst unglaublicher Aufschlagdruck, das ist natürlich außergewöhnlich. Dieses Element war ja zuletzt nicht gut. Wenn wir da jetzt ein Mittelmaß finden, bin ich schon sehr zufrieden“, bilanzierte Trainer Hübner schmunzelnd und freute sich, „dass unser Angriffsspiel aus der Annahme heraus wieder sehr stabil war. Das ist eine gute Basis für die nächsten Wochen“.

Ein Sieg wie ein Befreiungsschlag

Das alles sollte in der Tat Rückenwind geben. „Das war schon so ein bisschen ein Befreiungsschlag“, wertete Mittelblocker Florian Krage den klaren Erfolg, denn: „Es war eine große Aufgabe, einerseits effektiver aufzuschlagen und gleichzeitig weniger Fehler zu machen. Das ist uns, wie ich finde, ziemlich beeindruckend gelungen.“ Wenn das am nächsten Wochenende ähnlich konzentriert möglich ist, muss der SVG selbst in Düren nicht bange sein.

Die SVG spielte mit: Lindberg, Krage, Scheerhoorn, Michelau, Schlien, van Solkema, Koslowsky; eingewechselt: Ronkainen, Thole.

Premiere in der Bundesliga

Endlich 1. Liga, die Elite des deutschen Vereins-Volleyballs zu Gast in der Gellersenhalle – die damals noch keine „Hölle“ war. Aber wer war noch der Premieren-Heimgegner?

Tijmen Laane in Aktion

Richtig: CV Mitteldeutschland, am 18. Oktober 2014. Und da gab es auch gleich den ersten Sieg: 3:1 (25:18, 23:25, 28:26, 25:15) in spannenden 122 Minuten. Bester Scorer mit 22 Punkten: Tijmen Laane, der unvergessene holländische Außenangreifer, der auf Anhieb Topscorer der Liga wurde.

Sichert Euch ein Stück Erinnerung an diesen ersten Erfolg in Reppenstedt! Reserviert Euch zum Andenken einen symbolischen Quadratmeter des Spielfeldes.

Lüneburgs starker Mittelblock

Herausfordernde Woche

LüneHünen sind heiß auf Punkte

Netzhoppers kommen mit frischem Selbstvertrauen

Was für ein Kontrastprogramm für die LüneHünen: Am Mittwochabend der Auftritt im Volleyball-Tempel, der Max-Schmeling-Halle, bei der Übermannschaft Berlin Volleys. Nun, drei Tage später, kommt mit den Netzhoppers KW-Bestensee ein (vermeintlicher) Underdog der Liga in die Gellersenhalle. Und diese Aufgabe am Sonnabend (19 Uhr) wird wohl kein Stück leichter. Die Brandenburger reisen mit ganz frischem Selbstbewusstsein nach einem Sieg in Frankfurt an. Ein Restkontingent an Karten ist noch verfügbar.

Beim 0:3 (21:25, 16:25, 20:25) in Berlin stand die SVG in 77 Minuten weitgehend auf verlorenem Posten. Wieder einmal untermauerte der Meister und aktuelle Tabellenführer seine Stärke, wenn auch die LüneHünen phasenweise gut dagegen hielten. „Den ersten Satz fand ich von uns richtig gut“, konnte Chefcoach Stefan Hübnern sogar zurecht bilanzieren. „Das Element Angriff aus der Abwehr hat mir wie schon zuletzt gegen Frankfurt gut gefallen, dieses Mal haben wir das sogar mit mehr Ruhe und Geduld gespielt.“

In Berlin weitgehend auf verlorenem Posten

Folge davon war ein offener Schlagabtausch, bei dem die LüneHünen aus einem 7:9-Rückstand eine 12:10- und 13:11-Führung machten, ehe die Hauptstädter den Spieß wieder zu ihren Gunsten auf 16:15 umdrehten und dann in der Crunchtime, eingeleitet von einem Ass des genialen Zuspielers Sergey Grankin (21:18), davonzogen. Bei der SVG verteilte Gijs van Solkema, der auch Silber-MVP wurde, die Bälle gut, verwandelt in erster Linie durch Blake Scheerhoorn.

In Durchgang zwei brach der Außenseiter dann aber nach der ersten technischen Auszeit (6:8) ein, der Rückstand wuchs und wuchs, Moritz Reichert (Berlins MVP) legte eine Aufschlagserie hin, das Resultat drohte zu einem Desaster auszuufern (9:20), die SVG fand kein Mittel gegen Berlins immer öfter gespieltes erstes Tempo über Jeff Jendryk und Nicolas Le Goff.

„Wichtig war, dass wir zum Schluss zurück ins Spiel gefunden haben und im dritten Satz wieder fast auf dem Anfangsniveau waren“, blickte Hübner zurück. Da war dann besonders sein Mittelblock stark, zuvorderst Florian Krage mit sechs seiner insgesamt acht Punkte. So bleib die Hoffnung auf einen Satzgewinn bis zum 22:20, ehe Berlin mit drei Punkten in Folge den Sack zuband.

Im Aufschlag bleibt viel Luft nach oben

Nach wie vor zu hoch ist bei der SVG die Zahl der Service-Fehler (in Berlin 18 von 59), „aber auch die Quote der Aufschläge ohne Wirkung“, stimmte Hübner zu. Das sollte sich schon jetzt bei der nächsten Aufgabe bessern, auch KW-Bestensee kann sonst für lange Gesichter sorgen. Zumal die Gäste nach dem 3:1 in Frankfurt mit ganz breiter Brust anreisen werden. Beeindruckend dort war vor allem die Angriffsleistung von Ex-Nationalspieler Dirk Westphal: 25 Punkte, 59% Erfolgsquote, nur drei Fehler bei 37 Versuchen. Und der Diagonale Casey Schouten, vor kurzem noch verletzt, präsentierte sich auch wieder topfit (19 Punkte).

Dass die Netzhoppers, wie auch Eltmann, Rottenburg und Giesen, noch einmal kurzfristig – schon eingesetzte – Verstärkung durch den chilenischen Mittelblocker Simon Guerra Uteau bekam, nimmt Hübner gelassen: „Andere haben eben ganz andere Möglichkeiten, es hilft wenig, darüber zu lamentieren. Das muss für uns eher Ansporn sein – dass man sich keinen Stillstand erlauben kann und Wege in allen Bereichen finden muss.“

Die SVG spielte in Berlin mit: Lindberg, Krage, Scheerhoorn, Ronkainen, Brehme, van Solkema, Koslowsky; eingewechselt: Durkin, Michelau, Pörner, Thole.

Wisst Ihr noch?

Ein Stück Spielfeld der Gellersenhölle erwerben
– wer ist dabei?

Der Bundesliga-Standort kann u.a. nur mit einer Etat-Aufstockung und weiterer Professionalisierung ausgebaut werden. Und es gibt ja auch unverändert die Vision von einem Europapokal-Start…

Wir wollen den Etat auch weiter erhöhen, um für die Entwicklung des Vereins eine noch solidere Grundlage zu schaffen und diese rechtzeitig zum näher rückenden Umzug in die neue Arena vorantreiben. Unsere Idee ist, die Eigenmittel zu erhöhen durch den symbolischen Verkauf des Spielfeldes in der Gellersenhalle – ein Spielfeld, verbunden mit vielen Emotionen und Nostalgie.

Auf die Blockarbeit der SVG, hier mit Blake Scheerhoorn, Anton Brehme und Antti Ronkainen kommt es auch in Berlin an

Der Meister wartet

Den nächsten Schritt in der Entwicklung gehen

In Berlin geht es für die LüneHünen am Mittwoch weiter

Speziell gegen die Berlin Volleys haben die LüneHünen in den letzten Jahren einige große, ja legendäre Schlachten geschlagen und immer mal wieder Überraschungen gelandet. Bei der Neuauflage dieses Duells David gegen Goliath scheint so ein Ausrufezeichen aber nun kaum denkbar, zumal das zweite Spiel in dieser englischen Woche auswärts stattfindet. So steht dieses Match am Mittwoch um 19.30 Uhr in der Max-Schmeling-Halle wohl eher unter dem Motto: Fehlerquellen weiter minimieren, die ansteigende Form festigen und das Zusammenspiel optimieren für das am kommenden Sonnabend folgende Heimspiel gegen KW-Bestensee.

Wer nicht in Berlin dabei sein kann, kann auch im Internet-Stream auf sporttotal.tv mitfiebern – oder das Spiel auf Großleinwand im Public Viewing am Mittwoch ab 19.00 Uhr im Restaurant Alexander der Große in Kirchgellersen verfolgen.

Die Hauptstädter, ununterbrochen Meister der letzten vier Jahre, gelten, weil sie ihren Kader im Sommer noch einmal aufgerüstet haben, als hoher Favorit in dieser Saison, nachdem sie die letzten Titel immer mühsam erkämpfen mussten. Mittlerweile sind alle Positionen im Kader doppelt hochkarätig besetzt, sodass Trainer Cedric Enard fast nach Belieben rotieren lassen kann. Und von dieser Gelegenheit hat er auch bereits regen Gebrauch gemacht, ließ selbst schon den wohl besten Zuspieler der Liga, Sergey Grankin, auf der Bank und ihn vertreten durch Pierre Pujol, ebenfalls Olympiateilnehmer und mit Frankreich 2015 Europameister. So bekam auch Ex-LüneHüne Cody Kessel bereits einige Pausen, jetzt am Sonnabend allerdings, weil er krank war.

Wiedersehen mit Cody Kessel

Bisher sind die Berliner auch ihrer Favoritenrolle mit überzeugenden sechs Siegen plus Gewinn des Supercups mit einem klaren 3:0 gegen Friedrichshafen gerecht geworden. Einzig die Alpenvolleys Haching vermochten das Starensemble beim 2:3 vor knapp drei Wochen ein wenig in Bedrängnis zu bringen. Für die LüneHünen müsste also wohl schon alles optimal laufen, um Ähnliches zu erreichen. Statt auf einen Coup zu hoffen, dürfte es eher darum gehen, mit einem guten, mutigen und engagierten Auftritt den nächsten Schritt in der Entwicklung der neuen Mannschaft zu gehen, die Atmosphäre im Volleyball-Tempel zu genießen und mit einem guten Gefühl zurückzukehren.

Ein enormer Stimmungsaufheller war auf jeden Fall schon wieder das Wochenendspiel gegen Frankfurt, wenn auch allen klar ist, dass weitere Entwicklungsschritte folgen müssen. Beispiel Service: „Die Fehlerquote ist zu hoch, da haben wir noch Potenzial. Wir müssen aber nicht nur die Quote an sich verbessern, sondern auch die Mischung zwischen Sprung- und Flatter-Aufschlägen besser hinkriegen“, nannte Trainer Stefan Hübner einen Ansatzpunkt. Und seine Spieler sind da durchaus selbstkritisch. Beispiel Anton Brehme. Für seine 15 Punkte gegen Frankfurt gelobt, relativierte der junge Mittelblocker: „… aber diese Aufschläge, da muss ich noch viel dran arbeiten. Da passieren mit selbst bei Flatter-Aufschlägen manchmal unglaubliche Dinger“. Vielleicht läuft es ja nun für den ehemaligen Spieler des VC Olympia Berlin, der auch die Max-Schmeling-Halle gut kennt, besser.

Der Block steht mit Blake Scheerhoorn, Michel Schlien und Antti Ronkainen stoppen Frankfurts starken Japaner Masahiro Yanagida

SVG fehlt noch der Killerinstinkt

Toller Auftritt bleibt gegen Frankfurt unbelohnt

Lange, spektakuläre Ballwechsel, Kampf bis zum letzten Aufschlag, begeisterte Fans: Diese Attribute gehören bei Spielen der LüneHünen einfach dazu und sie waren in der Gellersenhölle am Sonnabend wieder wie in den besten Zeiten vorhanden. Was noch fehlte beim Heimauftritt gegen die United Volleys Frankfurt war das dazu passende Ergebnis, denn die SVG verlor nach dramatischen 130 Minuten mit 1:3 (31:29, 27:29, 23:25, 24:26). Geduld ist also weiterhin gefragt bei der Entwicklung der neuen Mannschaft.

Couragiert wollten die Hausherren auftreten nach der 0:3-Pokalenttäuschung gegen Düren zuletzt, und das wurde vom ersten Ballwechsel an deutlich. Hohes Risiko bei druckvollen Aufschlägen und mutige Aktionen im Angriff, gepaart mit einer stabilen Annahme: so wurde dem Favoriten Frankfurt die Hölle heiß gemacht von Kapitän Viktor Lindberg & Co. „Das war viel besser als zuletzt – nur leider noch nicht gut genug in den wichtigsten Phasen“, sah nicht nur der Schwede deutliche Fortschritte.

„Unser Spiel entwickelt sich, wir finden langsam unsere Identität. Die Fehlerquote im Aufschlag ist noch zu hoch, aber ansonsten bin ich mit dem Prozess sehr zufrieden – wenngleich ich natürlich auch gerne etwas fürs Punktekonto gehabt hätte,“ lautete das Resümee von Chefcoach Stefan Hübner. Der schickte in der Starting Six wieder Blake Scheerhoorn im Diagonalangriff aufs Feld, flankiert von Zuspieler Gijs van Solkema. Und das Zusammenspiel dieser beiden funktionierte gleich. Der Kanadier punktete ebenso gut (5) wie auf der gegenüber liegenden Seite des Feldes Lindberg (6). Überraschend trug sich aber auch van Solkema fleißig in die Scorerliste ein: je 2 Blocks und Asse allein in Satz eins.

Siebter Satzball bringt die Führung

Da bei United aber Milija Mrdak (Diagonal/7) und Masahiro Yanagida (Außen/6) ebenso durchschlagskräftig waren, blieb das Geschehen jederzeit offen. Über 8:6 und 16:15 in den technischen Auszeiten ging es für die Hausherren plötzlich mit einem Rückstand (18:19) in die Crunchtime, bis schließlich ein Ass van Solkemas zum 24:23 den ersten Satzball brachte. Doch erst mit Nummer 7 zum 31:29 machte Lindberg den Sack zu.

Genauso spannend war Durchgang zwei, hin und her ging es, oft auch in langen Ballwechseln und mit spektakulären Rettungsaktionen auf beiden Seiten. Bei den Gästen punkteten vor allem Mrdak und Yanagida, bei der SVG Scheerhoorn und Lindberg. Und dann kam bei den Hessen doch noch der bis dahin geschonte Floris van Rekom, der sich im Dienstag-Spiel gegen Friedrichshafen verletzt hatte. Der Holländer sollte – auch als emotional Leader – noch zu einem entscheidenden Faktor werden. Zunächst sorgte er maßgeblich dafür, dass United ein 19:21 ausglich und schließlich den Satz – erneut in der Verlängerung (29:27) – gewann.

In Durchgang drei dann bekam van Rekom immer mehr Bälle und versenkte besonders auch die schwierigen. 8 seiner insgesamt 17 Punkte verbuchte er allein in diesem Satz bei einer Erfolgsquote von 88 % (gesamt am Ende 75 %). Trotz insbesondere immer wirkungsvollerer Schnellangriffe durch die Mitte und vorzüglichem Blockspiel mit Anton Brehme und dem längst eingewechselten Florian Krage wurde so aus einem 8:4 für die SVG erst ein 14:16, dann ein 19:23 und der Satzverlust, 1:2 also.

Tiebreak bis zum letzten Ball möglich

In Abschnitt vier warfen die LüneHünen nochmal alles rein, wollten unbedingt den Tiebreak. Brehme und Krage punkteten weiter gut in Block und Angriff (je 3), auch Antti Ronkainen drehte nochmal auf (6) und der für Scheerhoorn gekommene Jannik Pörner fügte sich gut ein (3). Über 8:3, 12:8 und 17:15 schien die SVG auf Satz 5 zuzusteuern, doch United stellte mit drei Zählern in Folge auf 17:18 und ließ danach nur noch ein paarmal den Gleichstand zu – zuletzt beim 24:24. Van Rekom, der MVP wurde (Lindberg bei der SVG), blieb es schließlich vorbehalten, mit dem 24:26 den Deckel drauf zu machen.

Bei der Ursachenforschung für die Niederlage fand wohl der starke Libero Tyler Koslowsky schließlich den entscheidenden Grund: „Uns fehlt vielleicht noch ein wenig der Killerinstinkt. Aber wir haben gut gespielt, darauf können wir aufbauen.“ Und Hübner befand: „Das war heute mit Abstand unser bestes Spiel im Angriff aus der Annahme heraus, und das ist das wichtigste Element in einem Spiel. Am Rest arbeiten wir fleißig weiter.“

Das soll sich spätestens schon im nächsten Heimspiel am kommenden Sonnabend gegen KW-Bestensee niederschlagen – Fans sollten sich Tickets dafür also schnell sichern. Zuvor aber müssen die LüneHünen am Mittwoch noch zum Meister Berlin Volleys.

Die SVG spielte mit: Lindberg, Brehme, Scheerhoorn, Ronkainen, Schlien, van Solkema, Koslowsky; eingewechselt: Durkin, Thole, Pörner, Krage.

Frankfurts Star-Ensemble um Libero Urban Toman, Milija Mrdak, Floris van Rekom und Masahiro Yanagida

Konzentration auf die Bundesliga

LüneHünen wollen wieder Stärke zeigen

Mit Frankfurt kommt der nächste dicke Brocken

Einfach geht anders – für die LüneHünen türmt sich nach Friedrichshafen (Punktspiel) und Düren (Pokal) auch im anstehenden Heimspiel wieder eine hohe Hürde auf. Zu Gast sind im 5. Bundesligaspiel der Saison die United Volleys Frankfurt (Sbd., 19 Uhr), seit dem Aufstieg 2015 ein Topteam, das auch jetzt wieder eine gewichtige Rolle oben mitspielen möchte und sich dafür entsprechend verstärkt hat. Ein Restkontingent an Karten ist noch verfügbar.

Der Gegner aus der Mainmetropole gab schon vor Wochenfrist seine Visitenkarte in Reppenstedt ab und schaltete die SVG II im Pokal aus, hatte dabei aber zumindest zwei Sätze lang mehr Mühe als ihm lieb war. Noch schwerer soll es nun gegen die Mannschaft um Kapitän Viktor Lindberg werden, die sich United schon in fast kompletter Besetzung live vor Ort ansah – und sah, dass da trotz erheblicher Umbauten im Kader ein starker, schon recht gut eingespielter Kontrahent kommt.

Neuer Zuspieler hat schon alles im Griff

Der neue erste Zuspieler Matthias Valkiers, ein vielfacher belgischer Nationalspieler, kam wie einige andere Neuzugänge auch aus der 1. französischen Liga und hat sich in der relativ kurzen Zeit nach der EM-Teilnahme schon bestens eingelebt. Mittelblocker Tobias Krick zum Beispiel, in der letzten Saison dauerverletzt, nun aber wieder der Alte, hat eine hohe Meinung über den neuen Spiellenker: „Er ist wahrscheinlich einer der besten Zuspieler, die wir bis jetzt hatten – er hat sehr gute Hände.“

Hände, die den Ball gut verteilen und gerne Schnellangriffe inszenieren. Und da warten dann gerade in der Mitte Top-Leute wie Krick, wie Zugang Jean-Philippe Sol, der glatzköpfige französische Routinier (33) mit dem Gewinn von EM-Silber (2009) in der Vita, oder auch wie Youngster Louis Kunstmann, ein deutscher U20-Nationalspieler. Und auch den Diagonalen Milija Mrdak, ein Serbe, der aber nicht im Aufgebot des frisch gebackenen Europameisters stand, oder die neuen Außenangreifer Floris van Rekom (Holland) und Luke Smith (Australien) versteht Zuspieler Valkiers schon, bestens in Szene zu setzen.

Van Rekom verletzte sich am Dienstag im Spiel beim VfB Friedrichshafen allerdings am Knie, fraglich, wie schwer die Verletzung ist und ob er nun gegen die LüneHünen spielfähig ist. Aber da gibt es ja auch noch einen Außen im hochkarätig besetzten Aufgebot, der in der Bundesliga 2017/18 im Trikot der Bisons Bühl für Furore sorgte: Masahiro Yanagida, der Japaner, der in seiner Heimat den Status eines Superstars genießt. Er stieß nach dem World Cup als Letzter zum United-Kader und zeigte zuletzt noch Anpassungsschwierigkeiten – was aber nun schon ganz anders aussehen kann. Seine Spezialität sind Aufschläge, womit auf die SVG-Annahme wieder viel Arbeit zukommt.

SVG sucht noch nach Konstanz

Nicht nur in diesem Bereich müssen sich die LüneHünen erheblich steigern. Zuletzt gegen Düren ließ sogar die Körpersprache etwas zu wünschen übrig – wenn auch angesichts der Chancenlosigkeit beim 0:3 verständlich. Wie sprach doch Bernd Schlesinger, der Sportliche Leiter, in seiner Analyse wahre Worte relativ gelassen aus: „Das war eine Niederlage, die weh tut, aber das gehört im Sport auch dazu. Eine Mannschaft neu aufzubauen, ist ein langwieriger, manchmal schmerzhafter Prozess. Da müssen sich auch die emotional Leader erst noch herausbilden. Es gibt viel Arbeit – aber die Saison ist ja noch lang.“

Duell der Diagonalangreifer

Chancenlos gegen nahezu fehlerlose Dürener beim 0:3

LüneHünen unter druckvollem Aufschlag-Dauerfeuer

Fast genau acht Jahre liegt es zurück, dass die SVG Lüneburg so früh im DVV-Pokal ausschied: Wie am 9. November 2011 war auch jetzt das Achtelfinale Endstation, nun mit einem ernüchternden 0:3 (20:25, 20:25, 21:25) gegen die powervolleys Düren. Damals hieß es erwartungsgemäß 0:3 gegen Bundesligist Moers, da war die SVG noch Zweitligist. Auf Augenhöhe waren die LüneHünen auch dieses Mal nicht mit ihrem Gegner, Düren war in allen Belangen besser.

„Das war ein sehr schwieriges Spiel, wir waren von Anfang an enorm unter Druck. Besonders den Bereich Aufschlag/Annahme haben die für sich entschieden, da waren sie sehr konstant und haben uns so nie richtig ins Spiel kommen lassen“, fasste Urgestein Michel Schlien, der schon einiges erlebt hat und auch 2011 gegen Moers dabei war, diese Abfuhr in nur 78 Minuten Netto-Spielzeit zusammen.

Die LüneHünen fanden vor 700 Zuschauern nie ihren Rhythmus, zu stark trumpften die Nordrhein-Westfalen auf und ließen hoch motiviert erkennen, dass sie ihre 0:3-Pleite am Mittwoch in der Bundesliga gegen Frankfurt wieder gutmachen wollten. Besonders der Diagonale Sebastian Gevert wirkte wie aufgedreht und machte der SVG nicht zum ersten Mal schwer zu schaffen. Auf 7 Punkte kam er schon im 1. Satz, auf 18 insgesamt.

Gevert läuft mal wieder zu ganz großer Form auf

7 Zähler (9 insgesamt) sammelte auf der anderen Seite des Netzes im Eingangssatz aber auch Jannik Pörner, der statt Blake Scheerhoorn im Diagonalangriff begann und eineinhalb Sätze lang Düren zusetzte, bevor er für den Kanadier Platz machte. „Die haben gut aufgeschlagen, immer viel Druck auf unseren Annahmeriegel ausgeübt und selbst nur sehr wenige Fehler gemacht. Da brauchst du schon einen Glanztag, um bestehen zu können“, sah sich nicht nur Pörner letztlich einem zumindest am Sonnabend übermächtigen Gegner gegenüber.

Denn außer Gevert lief auch der 38-jährige Björn Andrae im Außenangriff (12 Punkte) und in der Annahme (62 %) zu großer Form auf und wurde MVP. Zudem zeigten die routinierten Mittelblocker Tim Broshog und Michael Andrei, dass sie immer noch Länderspielform erreichen können. Broshog machte 7 seiner insgesamt 11 Punkte durch Blocks gegen die SVG-Angreifer. So nahm schon im ersten Satz das Unheil schnell seinen Lauf. 8:5 und 16:10 hieß es für die Gäste zu den technischen Auszeiten, trotz gelegentlicher Highlights (je 2 Asse und Monsterblocks) fand die SVG einfach nichts ins Spiel.

In Durchgang zwei änderte sich daran wenig, obwohl die SVG zunächst führte (3:1). Düren gab sich unbeeindruckt, jagte seine Aufschläge mit frappierender Härte und Konstanz übers Netz, während bei de Hausherren hier die Fehlerquote stieg und selbst das sonst so gefürchtete Service des neuen Kapitäns Viktor Lindberg nicht die bisherige Wirkung hatte. Zudem hatte Düren längst seinen einzigen kleinen Schwachpunkt behoben: Für Niklas Seppänen war nun im Außenangriff Egor Bogachev auf dem Feld, überzeugte in Annahme, Angriff und Aufschlag gleichermaßen.

Kurzer Hoffnungsschimmer im dritten Satz

Da zudem Zuspieler Tomas Kocian seine Angreifer sehr variabel einsetzte, zog Düren nach nur knapper Führung in der ersten technischen Auszeit (8:7) wieder davon (16:12, 21:17), weder die nie erlahmende Unterstützung von den Rängen noch Personalwechsel konnten das stoppen. Chefcoach Stefan Hübner versuchte es mit neuem Gespann Zuspieler/Diagonalangreifer, brachte Leo Durkin und Scheerhoorn statt Gijs van Solkema und Pörner, zudem kam Außen Antti Ronkainen für Mike Michelau und in der Mitte Florian Krage für Anton Brehme.

Das zeigte aber erst spät im dritten Satz Wirkung. Nach frühem 0:3 und gar 8:13 hatten die LüneHünen vor allem dank fünf Scheerhoorn-Punkten und zwei Ronkainen-Assen den Rückstand beim 14:15 fast aufgeholt. Doch Gevert – wer sonst – antwortete prompt. Und beim 17:18 dämpfte Andrae aufkommende Hoffnungen mit einem Ass. Es lief eben einfach für Düren, das auf alles eine Antwort hatte.

„Vor allem haben sie die Aufschlag-Annahme-Battle, wie wir sagen, haushoch gewonnen“, benannte Hübner den Hauptgrund für die Niederlage. „Wir waren bei deren Aufschlag permanent unter Dauerfeuer und konnten selbst in diesem Element kaum Druck aufbauen. Hie und da ein Ass reicht da nicht. Wenn man dann im Side-out, beim Angriff aus der eigenen Annahme heraus, auch noch dem Gegner unterlegen ist, ist es fast aussichtslos.“

Die SVG spielte mit: Lindberg, Brehme, Pörner, Michelau, Schlien, van Solkema, Koslowsky; eingewechselt: Ronkainen, Durkin, Scheerhoorn, Krage.

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