Adis Lagumdzija (l.), auch großer Hoffnungsträger im türkischen Nationalteam, ist seit dieser Saison Diagonalangreifer Nummer 1 in Modena.

Wechselspiel der Diagonalen

Fast jährlich ein neuer, namhafter Hauptangreifer in Modena

Modena Volley, nächster Gegner der SVG im CEV Cup, versucht seit einigen Jahren, in Italien an frühere Erfolge anzuschließen, hat aber auch in der vergangenen Saison trotz einer Ansammlung von Superstars letztlich enttäuscht, ist „nur“ 4. geworden und spielt deshalb nun lediglich im CEV Cup. Der neue Anlauf zu früherer Stärke erfolgt mit mehr als einem halben Dutzend Neuzugängen, darunter auch auf der so wichtigen Position im Diagonalangriff.

Hauptangreifer war zuletzt für eine Saison Nimir Abdel-Aziz, doch den Holländer zog es weiter in die Türkei (Ankara). Davor war es der italienische Nationalspieler Luca Vettori (nach Shanghai/China), vor ihm der charismatische Ivan Zaytsev, ebenfalls Nationalspieler, beide auch Olympia-Teilnehmer. Im Sommer startete man mal einen anderen Versuch, holte einen hoch talentierten Diagonalen, der zwar schon einen guten Namen hat, noch kein Superstar ist, aber einer werden kann: Adis Lagumdzija. Der 23-Jährige hat sich in der SuperLega – wie die Seria A seit 2018 heißt – immerhin schon zwei Jahre bewährt, kam aus Piacenza (davor Monza).

Lagumdzija auf dem Weg zum Superstar

Aufgefallen ist Lagumdzija, der bosnische Wurzeln hat (geboren in Sarajevo), in der türkischen 1. Liga und im Nationalteam der Türkei. Der 2,11-Meter-Mann wurde als Youngster 2018 und 2019 Meister bei Arkas Spor Izmir – wo jetzt noch sein jüngerer Bruder Mirza (auch Nationalspieler) aufläuft -, beide Male verbunden mit der Auszeichnung als bester Diagonalangreifer der türkischen Liga. So brachte er 2020 dann auch Europapokal-Erfahrung aus allen drei Wettbewerben mit nach Italien.

Zuvor war Lagumdzija bei Junioren-Welt- und -Europameisterschaften nachhaltig in den Blickpunkt gerückt. Im A-Nationalteam, das er in diesem Sommer zur EM-Endrunde 2023 geführt hat, hat der Rechtshänder sich schnell etabliert, spielte schon je eine EM und WM und war in der Golden League (eine Stufe unter der Nations League) 2019 und 2021 jeweils Topscorer und MVP dieses Turniers. Bei der WM in diesem Jahr landete er in den Top 10 der Topscorer, obwohl die Türkei schon im 1/16tel-Finale ausschied.

Zweiter Diagonalangreifer, im 2. Jahr, ist U22-Nationalspieler Lorenzo Sala (20), wie auf so vielen Positionen Modenas ein Eigengewächs aus dem B-Team im Hintergrund, das aber angesichts der genannten übermächtigen Konkurrenz wie auch im Vorjahr nur wenig Spielanteile bekommt.

Im Gegensatz zum Diagonalangriff stellt Modena auf einer anderen wichtigen Position einen ganz erfahrenen Mann: Libero ist Routinier Salvatore Rossini. Der 36-Jährige ist nach einem kurzen Abstecher zu Trentino Itas mit Platz 2 in der Champions League – als 2020 Jenia Grebenikov nach Modena kam – vor einem Jahr zurückgekehrt. Mit Rossini holte Italien 2016 Olympia-Silber, wurde EM-Zweiter 2013 und EM-Dritter 2015 und er wurde als bester Libero der World League 2014 (heutige Nations League) ausgezeichnet. Mit Modena wurde er früher u.a. schon Meister, Pokalgewinner und Supercupsieger.

Sein Konkurrent ist der 22-jährige Riccardo Gollini, 2021 aus der 2. Mannschaft dazugestoßen.

Halbfinale im DVV-Pokal

Die Berlin Recycling Volleys und überraschend die powervolleys Düren bestreiten am 26. Februar (14 Uhr) das Männer-Finale im DVV-Pokal – eine Neuauflage von 2020, als sich die Berliner mit einem 3:0 zum 5. Mal den Titel sicherten. Die Hauptstädter, die sich im Viertelfinale mit 3:2 inklusive eines epischen Tiebreak (27:25) gegen die SVG Lüneburg durchgekämpft hatten, gewannen nach Startproblemen 3:1 in Hildesheim gegen die Giesen Grizzlys. Diagonalangreifer Marek Sotola machte mal wieder den Unterschied (30 Punkte, 63% Angriffsqote). Düren stoppte trotz anhaltender Verletzungsprobleme Titelverteidiger Friedrichshafen, der nie zu seiner starken Form der letzten Wochen fand, mit einem souveränen 3:0 dank einer unerschütterlichen Annahme und eines stets druckvollen Aufschlags.

Bei den Frauen, die ihr Finale am gleichen Tag und gleichen Ort spielen (16.45 Uhr), hatten sich schon Schwerin und Potsdam qualifiziert.

Die Spiele im Stenogramm:

TSV Giesen Grizzlyes – Berlin Recycling Volleys 1:3

(25:21, 20:25, 21:25, 15:25)

110 Min., 2725 Zuschauer

MVP: Sotola (Berlin)

Beste Scorer: Günthör (16), Colito (13), Karlitzek (9), Baxpöhler (8) – Sotola (30), Carle (15), Schott (10), Mote (9)

powervolleys Düren – VfB Friedrichshafen 3:0

(25:19, 25:22, 25:22)

89 Min., 1000 Zuschauer

MVP: Ernastowicz (Düren)

Beste Scorer: Brand (16), Ernastowicz (14), Gevert (9), M. Andrei (6) – Vicentin (13), Superlak, Stern (je 11), Cacic (4)

NEWS aus der Szene

Tobias Brand (Düren) und Jennifer Janiska (Dresden) sind zu den „Volleyballern des Jahres 2022“ gewählt worden. Jung-Nationalspieler Brand setzte sich knapp vor Nationalteam-Kapitän Lukas Kampa durch, Janiska gewann mit großem Vorsprung auf Camilla Weitzel.

In eigener Sache

Die SVG Lüneburg wünscht allen Sponsoren, Gönnern, Unterstützern, Freunden, Fans und Mitgliedern ruhige, erholsame Weihnachten.

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