Die Neuen Hannes Gerken (vorne) und Richard Peemüller wärmen sich auf

Start in eine besondere Saison

US-Trio steigt verspätet in die Vorbereitung ein

Vor mehr als 20 Wochen, genau am 12. März, ging es für die LüneHünen von Hundert auf Null. Sie hatten ihr tägliches Training absolviert, im Free-TV lief noch das Geisterspiel Alpenvolleys Haching – Giesen Grizzlys, dann wurde mitten in der Saison der Spielbetrieb in der Volleyball-Bundesliga eingestellt, weil sich die Corona-Krise immer mehr zuspitzte. 144 Tage später ist nun die SVG Lüneburg als erster Erstligist in die Vorbereitung auf ihre 7. Spielzeit in der Beletage eingestiegen und das Virus bleibt allgegenwärtig. Tests auf Covid 19 müssen absolviert werden, besondere Hygieneregeln und Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden.

LüneHünen beenden mehr als 20 Wochen Pause

So verlief auch der erste Trainingstag anders als üblich. Außer den obligatorischen Gesundheits-Untersuchungen nach einer Pause wurden eben auch Abstriche aus dem Rachen und der Nase genommen und später in der Halle auf Abstand geachtet. Der Ball war noch nicht im Spiel, der Schwerpunkt lag auf Krafttraining in Kleingruppen, zudem wurden vom Trainerteam Daten wie Sprunghöhe, Armlänge, Reichhöhe oder auch Körpergewicht erfasst.

Dabei war die Mannschaft allerdings nicht komplett. Der Pandemie geschuldet fehlten noch die US-Amerikaner Jordan Ewert, Dalton Solbrig und Will Craft. Für sie rechtzeitig Flüge zu buchen, erwies sich als besonders schwierig. Da die Vereinigten Staaten extrem von Corona betroffen sind, gelten besondere Reisebeschränkungen. Diese Hürde stellt auch einige andere Bundesligisten vor spezielle Herausforderungen, ihre Spieler nach Deutschland zu holen. Die SVG erwartet sein Trio nun an diesem Donnerstag. Anfang kommender Woche sollen die US-Boys nach der erfolgten Corona-Testung dazustoßen – zumindest Ewert und Craft.

Dalton Solbrig bringt Verletzung mit

Noch kürzertreten muss Solbrig. Der Mittelblocker knickte in der Heimat bei einem Volleyball-Rasenturnier um und zog sich einen knöchernen Sehnen- oder Band-Ausriss am Fuß zu. Die genaue Art und Schwere der Verletzung ist noch abzuklären, zeitnah nach seiner Ankunft in Lüneburg hat der 23-Jährige einen Termin bei einem Spezialisten. „Gehen kann er, aber eben nur humpeln. Ich rechne mit sechs Wochen, bis er wieder voll belastbar ist. Aber zweieinhalb davon sind ja schon herum, wenn er hier eintrifft. Ich bin froh, dass er trotzdem schon kommt und sich nicht drüben auskuriert“, geht Hübner mit der Situation gelassen um.

„Wir werden nach dem Arztbesuch einen genauen Fahrplan für seine Reha erstellen. Er kann sicher schnell mit Krafttraining beginnen und aufs Rad steigen – und vor allem die Mitspieler schon kennenlernen. Das Volleyball spielen verlernt er in der Pause ohnehin nicht“, beschwichtigt der Coach und ergänzt: „Während meiner Spielerkarriere bin ich im Sommer selbst schon verletzt später ins Training eingestiegen, ich kenne das. Neu ist das für mich nur als Trainer., nochmal eine andere Erfahrung als letztes Jahr, wo wir durch die Nationalspieler verschiedenster Länder Fehlzeiten hatten. Aber wir werden Dalton schon vernünftig wieder heranführen.“

Immerhin kann sich Solbrig schon – auch im Team – akklimatisieren und wie die künftigen Mitspieler seine Ausrüstung in Empfang nehmen, die pünktlich zum Auftakt am Montag von Förderer Intersport Friedrich in der Gellersenhalle bereitgelegt wurde.