Auf dem Papier ist die Begegnung zwischen der SVG Lüneburg und den United Volleys Rhein Main am kommenden Samstag um 20 Uhr in der Gellersenhalle ein richtiges Spitzenspiel. Denn beide Teams belegen nach drei Spieltagen überraschend Platz 1 und 2 in der Volleyball Bundesliga. Und somit wird der Gewinner nach diesem Spieltag alleiniger Tabellenführer der Volleyball-Bundesliga sein. Insbesondere, da die beiden Topfavoriten, der VFB Friedrichshafen und die Berlin Recycling Volleys, je ein Spiel weniger absolviert haben und am Wochenende auch noch gegeneinander spielen.

Auf den ersten Blick überraschend stark spielen bisher die United Volleys Rhein Main. Das Aufstiegsteam aus Frankfurt überzeugte gleich im ersten Spipel bei der hauchdünnen Niederlage gegen den Rekordmeister vom Bodensee. Und anschließend mit großer Leichtigkeit bei zwei deutlichen Siegen gegen die Netzhoppers Königswusterhausen und die Chemie Volleys Mitteldeutschland. Damit starteten die Frankfurter noch besser in die Saison als die SVG im vergangenen Jahr. Und die SVG wurde am Ende der Saison erfolgreichster Aufsteiger in 40 Jahren Volleyball Bundesliga. Und so steht für SVG Geschäftsführer weniger die zwischenzeitliche Tabellenführung im Vordergrund: „Wir wollen uns nicht den Rang ablaufen lassen und hoffen, dass auch die Frankfurter als neu formiertes Team einmal einen schwachen Tag erwischen.“ Doch was bei den Frankfurtern auf den ersten Blick scheinbar überraschend für einen Aufsteiger wirkt, ändert sich durch einen zweiten, tiefer in den Verein schauenden Blick.

Denn mit der Aufstiegsmannschaft hat dieses Team nur noch wenig gemein. Durch überzeugte Finanzgeber wurde ein Konzept auf die Beine gestellt, dass die Entwicklung talentierter junger Spieler und die Etablierung eines dauerhaften Bundesliga-Standorts in Frankfurt im Blick hat. Das spiegelt sich sowohl im Etat mit 750.000 Euro, in der 4500 Zuschauer fassenden Fraport Arena und einer Mannschaft um den langjährigen Nationalspieler und Olympiateilnehmer Christian Dünnes wieder. „Ein richtig starker Verein mit einer starken Mannschaft. Die Frankfurter tun der Liga richtig gut“, erkennt Andreas Bahlburg die Leistung an. „Zumal alle Seiten den Frankfurtern bisher ein seriöses Konzept mit einem hohen Maß an Professionalität bescheinigen“, so Bahlburg.

„Das macht es sportlich für uns natürlich schwierig“, sagt SVG Mittelblocker Michel Schlien. Der Lünehüne der bereits seit vier Jahren das Trikot der SVG Lüneburg trägt blickt dem Spiel aber gelassen entgegen: „Wir konnten in allen drei Spielen punkten, haben dabei zweimal eine ganz starke Leistung gezeigt. Deshalb verspüren wir keinen Druck, sondern freuen uns einfach auf dieses Spiel vor unseren tollen Fans.“ Freuen dürfen sich auch alle SVG Fans auf diese Partie, die wie gewohnt bereits zuvor fast ausverkauft ist. „Es gibt einige wenige Gästetickets an der Abendkasse“, so Bahlburg.

Doch wer dieses Mal nicht dabei sein kann, der muss nicht lange warten: Bereits am Mittwoch steigt das Hammer-Pokalspiel gegen die SWD Powervolleys Düren. Die Neuauflage des Halbinfals aus 2014, die alles verspricht, was der Volleyball zu bieten hat.