Beim 2:3 in Düren wäre mehr als der eine Punkt verdient gewesen

Immerhin ein Punkt, aber es war auch mehr möglich: Mit einer 2:3 (25:19, 23:25, 20:25, 25:22, 13:15)-Niederlage kehrte die SVG Lüneburg vom Auswärtsspiel bei den powervolleys Düren zurück, der jederzeit ausgeglichene, spannende Schlagabtausch hätte aber ebenso gut mit einem knappen Sieg enden können. Den LüneHünen gelang es mit diesem im Tiebreak hart erkämpften Zähler aber erstmals, etwas in der Bundesliga-Hauptrunde aus der nordrhein-westfälischen Stadt mitzubringen. Das hatten sie bisher nur einmal in einem Playoff-Spiel im März 2016 geschafft, sonst dort stets verloren.

LüneHünen in vielen Spiel-Statistiken vorne

Wie eng es in diesem hochklassigen Match über 125 Minuten Netto-Spielzeit zuging, zeigt das Endergebnis von 106:106 Ballpunkten. Und die Statistiken weisen in vielen Bereichen Vorteile für die SVG aus: die hatte eine bessere Angriffsquote als der Gegner (54:51 Prozent), servierte mehr Asse (10:7), machte mehr Blockpunkte (10:5) und verwandelte mehr Angriffe direkt aus der Abwehr heraus (60:53 Prozent).
Wo also lag der Hase im Pfeffer? „Den zweiten Satz geben wir durch zwei Eigenfehler am Ende unnötig weg. Und im fünften Satz verlieren wir das Duell Aufschlag/Annahme, sind nicht mehr so druckvoll im Aufschlag“, beschrieb Chefcoach Stefan Hübner die Nuancen, die letztlich zwischen zwei gleichwertigen Teams den Ausschlag gaben. Deshalb lautete sein Fazit: „Das war, wenn man das so sagen kann, eine positive Niederlage.“

Nur Nuancen geben Ausschlag nach starkem SVG-Beginn

Die SVG fand wild entschlossen besser ins Spiel, vor 1600 Zuschauern waren die Angreifer Ryan Sclater, Cody Kessel und Ray Szeto sofort auf Betriebstemperatur. Eine gute Feldabwehr und ein sicheres Service taten ein Übriges, dass sich die Gäste ab der ersten technischen Auszeit (8:7) langsam absetzen konnten (13:9, 16:11, 20:14) und schließlich eine Führung vorlegten.
Im zweiten Satz lief dann aber Dürens Diagonaler Sebastian Gevert richtig heiß. Der emotionale chilenische Linkshänder schlug vor allem dann immer wieder mit Urgewalt zu, wenn die SVG sich nach drei oder vier Punkten Rückstand ,herangearbeitet hatte, verwandelte schließlich auch zum 25:23. Mit 26 Punkten war Gevert letztlich bester Scorer der Hausherren. Aber auch der eingewechselte Kanadier Lucas Coleman im Außenangriff (17 Punkte), bisher in der Saison mit wenig Spielzeit, bereitete den LüneHünen große Probleme. Bestens in Szene gesetzt wurden sie immer wieder von Zuspieler Tomas Kocian, der auch MVP wurde. Bei der SVG bekam Kessel diese Medaille.

Duell Gevert und Coleman gegen Sclater und Kessel

Auf der anderen Seite gaben Sclater (27) und Kessel (23) dem Gegner immer wieder Rätsel auf. Neben ihren guten Angriffsquoten von über 50% konnten viele ihrer Angriffe vom Block nur ins Aus gelenkt werden und wurden so zu Punkten. Stark erneut auch die Quote von Mittelblocker Noah Baxpöhler (67%, insgesamt 11 Punkte). Dennoch ging auch Durchgang drei an die Dürener, weil die nach wiederum völlig ausgeglichenem Verlauf in der Crunchtime entschlossener zupackten.
Doch die SVG, nun mit Routinier Matthias Pompe für Szeto und später noch mit Florian Krage für Michel Schlien, kam zurück. Die beiden fügten sich gut ein (Pompe noch mit insgesamt 7 Punkten) und hatten einigen Anteil daran, dass nach Rückständen zu den technischen Auszeiten (5:8 und 13:16) am Ende der Satzausgleich stand. Aus einem 17:19 machten das Hübner-Team zunächst ein 21:19, zum 25:22 servierte Sclater dann ein Ass.
Im Entscheidungssatz zogen die Gastgeber dann auf 7:3 und 11:6 davon. Die SVG holte noch einmal auf 13:12 auf und wehrte nach dem 14:12 auch den ersten Matchball ab, der zweite saß aber. Hübner war letztlich dennoch „sehr zufrieden“, wie er sagte. Grund: „Ich habe viele, viele gute Sachen gesehen. Die Entwicklung ist weiter gut, es geht in die richtige Richtung.“

SVG: Sclater, Kessel, Szeto, Baxpöhler, Schlien, Schriemer, Koslowsky; eingewechselt: van Solkema, Pompe, Krage.