Timothee Carle (Nr. 9, links) war Berlins überragender Mann. Hier hat er leichtes Spiel gegen den Einer-Block von Jordan Schnitzer, der aber erneut der herausragende Punktesammler der SVG war. Foto: Gora

Schritt nach vorne reicht noch nicht

Beim 1:3 in Berlin verbessert und kurz vor Punktgewinn

Im letzten Spiel musste die SVG Lüneburg einige Kritik einstecken, verbuchte aber immerhin einen Punkt – nun gab es viel Lob, aber nichts für das Punktekonto. 1:3 (25:21, 21:25, 14:25, 23:25) verloren die LüneHünen bei den Berlin Volleys und standen dabei auch im dritten Duell dieser Saison kurz davor, den Favoriten ins Stolpern zu bringen. Doch wieder hatte der Meister das bessere Ende für sich.

Glänzender erster Satz

Vor 3476 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle legten die LüneHünen einen blitzsauberen ersten Satz hin, konnten dieses hohe Niveau aber nicht durchhalten, waren nach einem desaströsen 3. Satz schon klar auf der Verliererstraße, meldeten sich aber in Durchgang vier noch einmal stark zurück und verpassten am Ende nur knapp den Tiebreak und damit mindestens einen Punkt.

„Berlin hat sehr gut gespielt, als sie unter Druck waren und hat deshalb auch verdient gewonnen. Unsere Hauptangreifer haben wieder Schwierigkeiten gehabt, trotzdem haben wir wieder andere Wege gefunden. Deshalb war das insgesamt ein Schritt nach vorn und die Grundstimmung bleibt trotz der ersten Enttäuschung positiv“, analysierte Chefcoach Stefan Hübner die 105 Minuten Spielzeit.

Hübner hatte sein Team auf einer Position verändert, brachte im Mittelblock Xander Ketrzynski für Pearson Eshenko. Und der neue Mann rechtfertigte das Vertrauen, war am Ende zweitbester Scorer mit 10 Punkten, darunter zwei Blocks. Besser war – wieder einmal – nur sein Nebenmann Jordan Schnitzer mit 14 Zählern (4 Blocks), wobei die Schnellangriffe über ihn (62%) wieder eine Augenweide waren,

Wieder gefährlich über die Mitte

Auf den Außenpositionen hakte es aber über weite Strecken erneut. Diagonal spielte Lukas Maase besser als zuletzt, aber noch nicht so gut wie schon gesehen (6 Punkte) und musste deshalb im vierten Satz für Yann Böhme Platz machen. Der nutzte seine Chance mit 6 Punkten bei 9 Versuchen – der zweite positive Aspekt des Abends nach dem Auftritt Ketrzynskis. Jordan Ewert fand erneut nicht zur gewohnten Form und musste Mitte des 3. Satzes dauerhaft auf die Bank. Aber auch Colton Cowell war Außen dieses Mal kein Faktor (6 Punkte, 24%) – außer im Aufschlag, wo er stets druckvoll und mit Wirkung agierte.

Nach starkem Eingangssatz war Abschnitt zwei noch zufriedenstellend. Berlin erhöhte den Aufschlagdruck und wurde effektiver in den Angriffen, wobei Ex-LüneHüne Anton Brehme herausstach (6 Punkte). Da auch Ewert (6) richtig in Fahrt kam, blieb der Satz lange offen, bis Berlin von 14:14 vorentscheidend auf 18:14 wegzog. Den SVG-Konter mit der Aufholjagd bis auf einen Punkt (19:18) parierte Berlin aber und machte in der Crunchtime den Satzausgleich klar.

In Durchgang drei erwischten die Gäste einen Fehlstart, beim 3:0 nahm Hübner schon die erste Auszeit, bei der ersten technischen Auszeit stand es dennoch 8:4 – ein Vorsprung der auf 12:4 und dann immer weiter bis auf zeitweise 11 Punkte wuchs.

Aber die SVG kam zurück, ging in Satz vier 4:0 in Führung, lag 8:3 bei der ersten technischen Auszeit und dann 11:6 in Front. Doch dann trat Aufschlagspezialist Ruben Schott an die Linie, prügelte zwei Asse zum 10:12 und 11:12 raus und Berlin war zurück im Geschehen, auch wenn die SVG den Abstand schnell wieder ausbaute (13:16). Doch als die Gäste dann zwei gute Chancen liegen ließen, stattdessen Berlin den Spieß auf 17:16 (u.a. mit einem Carle-Ass) umdrehte, kündigte sich das Ende ohne Happyend an. Bis zum 23:23 blieb das Spiel offen, dann besorgte Carle das 24:23 und verwandelte mit seinem nächsten Ass den ersten Matchball.

SVG: J. Worsley, Cowell, Ketrzynski, Maase, Ewert, Schnitzer – G. Worsley; eingewechselt: Mohwinkel, van de Kamp, Böhme, Gerken.

Sonntag Heimspiel gegen Haching

Nach den Hammerspielen zuletzt gegen Friedrichshafen und Berlin und vor dem Highlight im CEV Cup am kommenden Mittwoch gegen Modena folgt nun das Kontrastprogramm: Am Sonntag (15 Uhr) kommt der noch sieglose TSV Haching München – sicher eine Gelegenheit, das Punktekonto wieder aufzufüllen. Eine gute Kulisse ist jedenfalls schon garantiert. 1500 Karten sind bisher weg.

NEWS aus der Liga

Auch der nächste SVG-Gegner Haching (Sonntag, 15 Uhr, LKH Arena) war schon wieder im Einsatz, im 3. Spiel innerhalb von 7 Tagen bei den WWK Volleys Herrsching gab es die 12. Niederlage im 13. Spiel.

Die Spiele im Stenogramm:

Berlin Recycling Volleys – SVG Lüneburg 3:1

(21:25, 25:21, 25:14, 25:23)

105 Min., 3476 Zuschauer

MVP: Carle (Berlin)

Scorer: Carle (21), Sotola (16), Brehme (12), Schott (11), Stalekar (7), Tille (3), Krauchuk (1) – Schnitzer (14), Ketrzynski (10), Ewert (9), Böhme, Maase, Cowell (je 6), van de Kamp (2), J. Worsley, Mohwinkel (je 1)

WWK Volleys Herrsching – TSV Haching München 3:1

(25:23, 25:18, 26:28, 25:20)

105 Min., 1200 Zuschauer

MVP: Borris (Herrsching)

Beste Scorer: Kaminski (20), Borris (17), Thiago (11) – Schumann (16), Rösler, Rupprecht (je 7)

SVG-NEWS in Kürze

Für die SVG Lüneburg II (10./6 Punkte) geht das Programm in der Regionalliga Nordwest am Sonnabend, 20 Uhr, weiter mit einem Auswärtsspiel beim MTV 48 Hildesheim (9./7).

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