Blick in die Friedrichshafener ZF Arena

VfB ohne Dach über dem Kopf

ZF Arena in Friedrichshafen per sofort geschlossen

Diese Nachricht hat in der Volleyball-Szene eingeschlagen wie eine Bombe: Knapp drei Wochen vor Saisonbeginn steht der VfB Friedrichshafen ohne Spiel- und Trainingsstätte sowie ohne Geschäftsstelle da. Die Stadt Friedrichshafen schließt die ZF Arena – für immer.

Seit Oktober 2019 wurden bauliche Untersuchungen am Gebäude durchgeführt, nachdem zuvor schon Schäden an der Außenfassade festgestellt worden waren. Diese nun abgeschlossenen umfänglichen Untersuchungen erbrachten Schäden an den Stahlseilen der der Dachkonstruktion – Rost-Schäden, die zwar nicht eine akute Einsturzgefahr bedeuten. Aber Experten bewerten diese Möglichkeit als zumindest für möglich, zumal wenn das Dach im Winter eine Schneelast tragen müsste.

Sanierung zu teuer – Abriss im Gespräch

Da eine Sanierung für zu teuer erachtet wurde, schloss der Gemeinderat die Halle lieber gleich ganz und zwar sofort, um sicher zu gehen. Es ist sogar im Gespräch, das Gebäude abzureißen. Der VfB steht plötzlich ohne Halle da. Zudem ist bzw. war die Geschäftsstelle der Häfler unter dem Dach angesiedelt und kann nun auch nicht mehr genutzt werden. Betroffen ist aber auch das Volleyballinternat mit dem Nachwuchsteam YoungStars in der 2. Liga Süd, weitere Jugendmannschaften und der Sportunterricht verschiedener Schulen vor Ort. Mit einem emotionalen, offener Brief hat sich die geschockte VfB-Mannschaft von der Arena verabschiedet, in ihm steht unter anderem: „Ein Volleyballclub ohne Halle ist wie ein Ball ohne Luft. Und so fühlen wir uns auch gerade.“

Die ehemalige, mehr als 50 Jahre alte Halle auf dem ehemaligen Messegelände war im Sommer 2003 umgebaut und für Spitzensport sowie Konzerte und andere Kulturveranstaltungen tauglich gemacht worden, bei Volleyballspielen fasste sie 3822 Zuschauer. Ausweichmöglichkeiten könnten nun die davor benutzte Bodensee-Halle oder eine Halle auf dem neuen Messegelände sein, die derzeit wegen Corona ohnehin nicht genutzt wird. Die Vereinsführung arbeitet fieberhaft an einer Lösung – die ja nicht nur für die Bundesliga, sondern auch für die Auftritte in der Champions League gefunden werden muss.