Herrschings neuer Diagonalangreifer Samuel Jeanlys (l.) war nie zu halten. Hier kommen Auke van de Kamp und Tim Stöhr im Block zu spät. Foto: GCDW

Nur magere Ausbeute in München

LüneHünen holen ersten Dreier der Saison gegen Haching, aber nichts gegen Herrsching

Die leise Hoffnung, dass es ein ertragreiches Wochenende für die SVG geben könnte, erfüllte sich nicht, immerhin aber gab es mit dem Dreier bei den Youngstern des TSV Haching München am Sonntag die ersten Punkte in dieser Saison. Am Tag zuvor setzte es allerdings mit einem chancenlosen 0:3 gegen Herrsching die dritte Niederlage, die im Vergleich zu den guten Auftritten zuvor gegen Friedrichshafen (1:3) und Berlin (0:3) zur Enttäuschung wurde. Umso größer dann das Aufatmen nach dem Pflichtsieg gegen Haching. „Das tut uns natürlich allen gut“, gestand Chefcoach Stefan Hübner unumwunden ein.

Beim Premieren-Auftritt im Münchner Audi Dome, in dem Herrsching in dieser Saison die meisten seiner Heimspiele austrägt, gab es zwei Änderungen in der Starting Six. Von den drei Mittelblockern blieb dieses Mal zunächst Dalton Solbrig draußen, dafür stand Michel Schlien wieder auf dem Feld. Und im Diagonalangriff spielte Jannik Pörner statt des zuletzt in Berlin so starken Richard Peemüller, der unter der Woche im Training umgeknickt war und gar nicht erst mit in den Süden fuhr. Vor 1100 Zuschauern kam die SVG zwar gut ins Match (5:6-Rückstand), bekam aber schon schnell aufgezeigt, wie gut sich der Gegner verstärkt hat.

Herrschings starke Neue nie zu kontrollieren

Vor allem der neue Diagonalangreifer Samuel Jeanlys war sofort „on fire“, kam in Eingangssatz auf 7 Punkte. Auch den neuen Außenangreifer Ramon Ferragut setzte der neue Zuspieler Luke Herr immer wieder gut ein, ebenso Kapitän Tim Peter. Und alle drei Angreifer kamen auf Erfolgsquoten von knapp 70 Prozent und mehr. Da die SVG Ähnliches allenfalls durch den erneut starken Jordan Ewert (7 Punkte, 54%) zu bieten hatte, erarbeiteten sich die Bayern einen Drei-Punkte-Vorsprung, den sie auch nicht mehr hergaben (9:6, 16:13, 20:17).

In Durchgang zwei schienen die Gäste das Spiel in den Griff zu bekommen, legten eine 6:2-Führung vor, ließen sich aber von einem viel aggressiver, entschlossener wirkenden Gegner das Heft wieder aus der Hand nehmen. Als der den Spieß auf 7:6 umgedreht hatte, musste der starke Tim Peter mit einer Knöchelverletzung raus und die SVG kam zurück. Doch Herrsching hatte ja noch Jeanlys. Der machte im Alleingang, darunter einem Ass, aus einem 11:12 ein 14:12 (8 Punkte insgesamt in diesem Satz). Die LüneHünen wehrten sich, zogen in ihrer besten Phase auf 17:20 davon, doch zum Satzgewinn reichte es nicht – aus 21:21 wurde ein 25:21 der Hausherren.

In Durchgang drei, nun dauerhaft mit dem schon zuvor eingewechselten Solbrig für Pearson Eshenko sowie Tim Stöhr diagonal für Pörner, ließ nur das erste Drittel hoffen. Aus einem 11:10 Herrschings wurde ein 14:10, das konnten auch zwei Auszeiten von Hübner kurz hintereinander nicht verhindern. Der Abstand wuchs sogar noch (18:13, 21:15), nach 84 Minuten hatten die Gastgeber den Sieg verbucht – vor allem dank der überragenden Jeanlys (23 Punkte) und Ferragut (13), der auch MVP wurde. Bei der SVG war erneut Ewert MVP und bester Scorer (14) vor van de Kamp (10).

Gegen Herrsching spielten: van de Kamp, Eshenko, Pörner, Ewert, Schlien, Worsley, Koslowsky; eingewechselt: Gerken, Stöhr, Solbrig.

Heiß umkämpfter zweiter Satz gegen Haching

Tags darauf gegen Haching stand dann erstmals Arthur Nath in der Anfangsformation (für van de Kamp), ansonsten änderte Hübner nichts. Bilder im Stream gab es wegen technischer Probleme leider erst ab dem dritten Satz. Der Live-Ticker verhieß aber einen leichten Gang der LüneHünen. Über Zwischenstände von 8:5, 14:6, 18:10 und 19:14 war der erste Satz nach 24 Minuten eingetütet.

Durchgang zwei wurde dann aber zur harten Arbeit, die Münchner Vorstädter unterstrichen, dass sie sich gegenüber der Vorsaison verbessert haben, drehten einen Rückstand bis zur ersten technischen Auszeit um (8:7) und führten dann lange mit zwei Punkten. Erst beim 17:17 hatte die SVG, inzwischen mit van de Kamp für Nath, den Gleichstand hergestellt, die Youngster auf der Gegenseite lieferten aber einen heißen Kampf. Mit 20:20 ging es in die Crunchtime, beim 24:23 hatte Haching seinen ersten, beim 28:27 seinen zweiten Satzball. Die SVG ihrerseits verwandelte dann ihren sechsten Satzball zum erlösenden 0:2.

Die Bayern bäumten sich danach zwar noch einmal auf (5:4), doch ab der ersten technischen Auszeit (6:8) war ihr Widerstand gebrochen. Über 6:10 ging es auf 9:16 und 12:20, bis Zuspieler und MVP Joe Worsley sein Team zum ersten Dreier dirigiert hatte. Bester Scorer war erneut Ewert (14) vor Pörner (10). MVP beim Gegner wurde Libero-Talent Leonard Graven, erfolgreichster Punktesammler war Jonas Sagstetter (11).

„Wir haben zwar anfangs nicht so gut angegriffen, uns dann aber freigeschwommen“, war Hübner zufrieden – ganz im Gegensatz zum Vortag: „Herrsching hat mit sehr viel Druck und Power gespielt, dagegen haben wir kein Mittel gefunden. Da haben wir schlecht geblockt und keinen Druck im Aufschlag hinbekommen. Deren Sieg war deshalb auch in dieser Deutlichkeit verdient.“

Gegen Haching spielten: Schlien, Worsley, Nath, Eshenko, Pörner, Ewert, Koslowsky; eingewechselt: Gerken, Stöhr, van de Kamp, Solbrig.

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