Eine gute, saubere Annahme wie hier durch SVG-Libero und Kapitän Tyler Koslowsky, beobachtet von Arthur Nath, ist enorm wichtig. Foto: Behns

In München doppelt gefordert

Sonnabend gegen Herrsching, Sonntag Unterhaching

Die Deutschland-Tour der LüneHünen in den ersten Saisonwochen macht als Nächstes Station in München, dabei steht ein Doppelspieltag an: am Sonnabend um 17.30 Uhr im Münchner Audi Dome gegen die WWK Volleys Herrsching und am Sonntag um 16 Uhr im Vorort Unterhaching beim TSV Haching München. Und nun soll nach den ersten beiden Auswärtsaufgaben gegen die Schwergewichte Friedrichshafen (1:3) und Berlin (0:3) auch mehr als nur Lob herausspringen. Denn enttäuscht hat die SVG bei den beiden Niederlagen nicht, nur waren die Hürden – wie zu erwarten war – zu hoch.

Herrsching und SVG – das ist ein Bundesliga-Kapitel für sich. Beide stiegen 2014 zusammen auf und lieferten sich seitdem stets heiße Duelle, beide traten seitdem mit Ausnahmegenehmigungen in eigentlich nicht für Spitzen-Volleyball geeigneten Hallen an, beide sehnten sich nach einer neuen Arena und kämpften verbissen darum. Die SVG schien dieses Fernduell zu gewinnen. Denn während hier tatsächlich ein Bau hochgezogen wurde, wurden am Ammersee alle Hallen-Träume begraben.

Herrsching bleibt ein starker Gegner

Ausweg wurde – bis auf wenige Ausnahmen – der Umzug in den knapp 40 km entfernten Audi Dome in München, wo nun die offizielle Premiere gegen den Nordrivalen (nach einem Testspiel zuvor) steigt. Die SVG dagegen muss sich bekanntlich noch in Geduld üben, bis es in die LKH geht (10. November). Folglich müssen Punkte auch erst einmal auswärts her – wie viele werden es an diesem Wochenende? Da stellt sich das Sonntagsmatch leichter dar, als der Auftritt gegen Herrsching. Denn dieser Gegner hofft auch auf die Unterstützung von 3000 Zuschauern, will danach dauerhaft die 2000er-Grenze knacken. Und als Saisonziel wurde ausgegeben: Playoff-Halbfinale in der Bundesliga und Pokalfinale.

„Die haben wieder ein gutes Team, sehr gut zusammengestellt“, lobt SVG-Chefcoach Stefan Hübner die Bayern, die ja – wer erinnert sich nicht – in der letzten Saison die Hauptrunde als Vierte direkt vor der SVG abschlossen, dann aber von den LüneHünen im Viertelfinale zweimal 3:2 bezwungen wurden. Das Gros dieser Mannschaft ist zusammengeblieben. Für den starken Diagonalen Jalen Penrose wurde der junge Franzose Samuel Jeanlys geholt, ein 2,03-m-Mann aus dem erweiterten Kreis der Nationalmannschaft, der u.a. wegen seiner Sprungkraft schon erste Lobeshymnen auslöste und 28 bzw. 17 Punkte in den bisherigen Matches sammelte.

Auch der neue spanische Außenangreifer Ramon Ferragut ist sofort voll integriert, kam beim 3:2 in Giesen auf 15 Punkte in 3 Sätzen und beim 2:3 in Düren auf 16 Punkte in 5 Sätzen. Die Fäden zieht nun Zuspieler Luke Herr (zuletzt Groningen), noch bekannt aus seiner Zeit in Bestensee, anstatt Neu-Nationalspieler Johannes Tille, der nach Frankreich gegangen ist. Dessen Kapitänsamt übt nun Außenangreifer Tim Peter aus. Stichwort Kapitän: Das ist bei der SVG ja Tyler Koslowsky, darf dieses Amt aber beim Match weiterhin nicht ausüben. Diese alte Bestimmung hat zwar der Weltverband FIVB geändert, noch nicht aber der deutsche Verband. So nimmt in der Bundesliga Michel Schlien diese Aufgabe wahr.

Haching will noch viele Gegner ärgern

Kein 24 Stunden später geht es dann im Münchner Vorort Unterhaching gleich weiter – für Hübner kein Problem: „Zwei Tage Training sind körperlich anstrengender.“ Was keineswegs abwertend auf den Gegner gemünzt sein soll. „Die sind auf jeden Fall besser als im letzten Jahr, die Mannschaft entwickelt sich“, urteilt er über das junge Team, das diesen oft geteilten Eindruck auch schon mit einem Punktgewinn in Düren (2:3, siehe unten) bestätigte. In der vergangenen Saison gab es gerade mal zwei Zähler, nun will man noch viele weitere Gegner ärgern und den Lernprozess vorantreiben.

So ist für die LüneHünen allemal Respekt und Wachsamkeit angebracht, spätestens in diesem Match sollte es dennoch die ersten Punkte geben. Und angesichts von zwei Spielen in kurzer Zeit ist wohl damit zu rechnen, dass Akteure mit bisher wenig Einsatzzeit nun länger auf dem Feld stehen. Die lange Trainingswoche – bald kommen ja englische Wochen – hat die SVG genutzt, um weiter an Verbesserungen zu feilen. „Im Bereich Aufschlag – Annahme, der ohnehin immer ein Thema ist, haben wir daran gearbeitet, die Qualität zu steigern. Wir müssen mit dem eigenen Aufschlag noch konstanter Druck auf den Gegner ausüben und ihn vom Netz weghalten. Und auch die Abstimmung im Angriff bleibt ein Schwerpunkt“, so Hübner.

Das Sonnabend-Spiel gegen Herrsching läuft ab 16.30 Uhr mit Vorberichterstattung auf Twitch, im Kanal Spontent (www.twitch.tv/spontent), das gegen Haching auf Spontent (Kanal 1) am Sonntag ab 16 Uhr ohne Vorberichterstattung.

Auf www.sportdeutschland.tv/bouncehousetv laufen diese beiden Spiele am Sonnabend ab 17.10 Uhr und am Sonntag ab 15.55 Uhr.

Wer die Auftritte der LüneHünen statt allein am Stream in geselliger Runde verfolgen möchte, für den gibt es an beiden Tagen ein Public Viewing im Restaurant „Alexander der Große“ in Kirchgellersen – bei Stelios, dem Lieblings-Griechen der SVG.

SVG-News in Kürze

Für das erste Spiel der LüneHünen im DVV-Pokal dieser Saison steht jetzt der genaue Termin fest: Sonnabend, 6. November, 18.30 Uhr, beim SV Warnemünde in der OSPA-Arena. Während die SVG ihren Gegner schon länger kannte, sind einige Teams in den Regionalpokalen gerade erst ermittelt worden. So müssen die Berlin Volleys zum TV Baden bei Achim, Frankfurt nach Karlsruhe, Düren nach Moers und Haching nach Kriftel. Noch offen sind die Gegner für Giesen und Herrsching.

NEWS aus der Liga

In einem vorgezogenen Bundesliga-Match erkämpfte der TSV Haching München am Dienstagabend überraschend einen Punkt in Düren. Die junge Mannschaft unterstrich dabei, dass in ihrer zweiten Erstliga-Saison der Lernprozess vorangeht und sie nicht unterschätzt werden darf.

powervolleys Düren – Haching München 3:2

(25:23, 29:31, 22:25, 25:16, 15:10)

131 Min., 1065 Zuschauer

MVP: B. Andrae – Schumann

Beste Scorer: Brand (19), Gevert (18), M. Andrei (14) – J. Sagstetter (21), Petrusic (19), Schumann (18)

NEWS aus der Szene

Heimpremiere der neuen Saison für die SVG Lüneburg II in der Regionalliga Nordwest: Am Sonnabend um 17 Uhr kommt Bremen 1860 in die Gellersenhalle. Beide hatten zum Auftakt verloren: Bremen 1:3 in Oldenburg, die SVG 0:3 in Lintorf.

Beach-NEWS

Der Weltverband FIVB hat die neue Saison im Sand neu konzipiert. Statt der World Tour wird eine neue „World Beach Pro Tour“ in den drei Kategorien Elite 16, Challenge und Futures – jeweils umrahmt von viel Entertainment – mit Auf- und Abstieg zwischen den Kategorien gespielt.

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