Anton Brehme komplettiert den Mittelblock der SVG Lüneburg

Wieder ein Nationalspieler für die Position am Netz

Anton Brehme komplettiert den SVG-Mittelblock

Er gilt als eines der hoffnungsvollsten deutschen Volleyball-Talente, in der neuen Saison trägt er das Trikot der SVG: Anton Brehme wechselt aus dem Volleyball-Internat Berlin und dessen Team VC Olympia nach Lüneburg. Der 19-Jährige macht damit das Trio der SVG-Mittelblocker neben Michel Schlien und Florian Krage wieder komplett.

Mit der Verpflichtung von Brehme, der zunächst einmal einen Ein-Jahres-Vertrag unterschrieben hat, ist den LüneHünen ein echter Coup gelungen. Denn der 2,06-Meter-Schlaks hat schon reichlich Bundesliga-Erfahrung – nicht nur aus der vergangenen Saison, auch 2016/17 kam er als gerade 17-Jähriger bereits einige Male länger zum Einsatz. Und er wurde auch schon mehrfach erprobt in der Nationalmannschaft (bisher 7 Länderspiele).

So hatte der Youngster auch andere, lukrativere Angebote. „Für Lüneburg habe ich mich entschieden, weil die SVG einen extrem guten Trainer hat. Das ist mir gerade für meine Position sehr wichtig“, war für den Youngster bei seiner Wahl die frühere Karriere von Stefan Hübner als Weltklasse-Mittelblocker ein entscheidendes Kriterium. Und er ergänzt: „Außerdem hat mich das Team in der letzten Saison fasziniert.“

„Für sein Alter schon hohes Potenzial“

Hübner hält große Stücke auf den Blondschopf: „Er hat von der Athletik her gute Grundvoraussetzungen, ist schnell und springt gut. Für sein Alter hat er schon ein hohes Potenzial, wobei der Angriff das stärkste Element ist. Zu verbessern ist vor allem noch der Aufschlag. Natürlich braucht er auch noch Routine. Und er ist klar im Kopf – der will. Ich freue mich, dass er sich trotz anderer Möglichkeiten für diesen Weg bei uns entschieden hat.“

Der gebürtige Leipziger aus dem Stadtteil-Club SV Reudnitz begann als Siebenjähriger mit Volleyball und wechselte mit 16 Jahren zum VC Olympia. Dort reifte er zu einem herausragenden Junioren-Nationalspieler und zum A-Nationalspieler. Auch derzeit ist Anton Brehme wieder im Kreis der Besten, bereitet sich – übrigens zusammen mit u.a. Noah Baxpöhler – im Leistungszentrum Kienbaum bei Bundestrainer Andrea Giani auf die Spiele der Nations League vor, die am letzten Mai-Wochenende mit einem Turnier in Jiangmen/China beginnen.

Ein Debüt als A-Nationalspieler feierte Brehme bereits 2017 in der World League, Vorläufer der jetzigen Nations League. Nachhaltig auf sich aufmerksam machte er erstmals im letzten Jahr. Erst spielte er eine starke Junioren-Europameisterschaft 2018 in den Niederlanden und Belgien mit Platz 5, kam dabei wie Diagonalangreifer Linus Weber an seiner Seite regelmäßig auf hohe zweistellige Punkte-Ausbeuten, am ausgeprägtesten beim 3:2 gegen Italien: 27 Punkte als Mittelblocker ist ein außergewöhnlicher Wert. Im Spiel um Platz 5 danach gegen Polen (3:1) waren es dann ebenfalls starke 16 Punkte.

Intensives und erfolgreiches Jahr 2018

Nach diesem Turnier ging es weiter zur A-Nationalmannschaft, dort kam er zweimal in Testspielen gegen den späteren Vize-Weltmeister Brasilien, der sich auf die anstehende WM vorbereitete, zum Einsatz. Höchst überzeugend wurde er da dem Urteil seines bisherigen Coaches Johan Verstappen gerecht: „Er macht sich wenig Druck und Stress. Wenn mal ein Ball daneben geht, haut er eben den nächsten rein.“

In der abgelaufenen Saison bewährte sich Brehme dann nach der Hochstufung des VC Olympia auch in der Bundesliga, war in insgesamt 18 von 22 Spielen dabei – einmal sogar wegen des Zweitspielrechts für die Berlin Volleys, wo er auch oft mittrainierte. Eine Chance beim alten und neuen Meister auf einen Vertrag bestand allerdings nicht, die drei Mittelblocker-Plätze dort sind besetzt von Jeffrey Jendryk, Nicolas Le Goff und Georg Klein.

Da hätte ein Dauerdasein auf der Bank gedroht, bei der SVG winken zumindest Bewährungschancen. Und die Eingewöhnung wird dem frisch gebackenen Abiturienten auch nicht schwer fallen – Konrad Thole kennt er aus dem U20-Nationalteam.