Konrad Thole, hier im Hinspiel gegen die Netzhoppers, empfahl sich zuletzt für weitere Einsätze

LüneHünen sind jetzt bereit, wieder zu punkten

Bei KW-Bestensee sollen magere Wochen enden

Die Spielpause durch das Pokalfinal-Wochenende hat gut getan, voller Tatendrang gehen die LüneHünen die nächsten Aufgaben in der Volleyball-Bundesliga an. Dort beginnt nun der Fünf-Spiele-Endspurt auf die besten Tabellenplätze für die Playoffs – und bei diesem Zieleinlauf haben gleich die ersten beiden Aufgaben weichenstellende Bedeutung. An diesem Sonnabend (18 Uhr) muss die SVG zu den Netzhoppers KW-Bestensee, eine Woche später kommt dann Düren – zwei Rivalen, deren heißer Atem im Nacken schon zu spüren ist. Da wäre ein Auswärtssieg jetzt im Brandenburgischen äußerst hilfreich, ja entspannend. Fans können das Spiel im Public Viewing auf einer Großleinwand im Restaurant „Alexander der Große“ in Kirchgellersen (ab 17.30 Uhr) verfolgen.

Neustart erfolgt voller Tatendrang

Spannend wie selten geht es hinter Berlin in dieser Saison zu, die ohnehin schon enge Tabellensituation hat sich in den letzten Wochen aber noch dramatisch zugespitzt. Durch vier Niederlagen in Serie ohne jeden Punktgewinn ist dabei die SVG unerwartet in Bedrängnis geraten, nachdem die Blicke zu Jahresbeginn nach zwei 3:1-Siegen sogar eher nach oben zu Platz 4 oder gar 3 gingen. Da aber die Konkurrenz in der unteren Tabellenhälfte während des SVG-Tiefs fleißig punktete, gilt es nun erst einmal, überhaupt in die Playoffs zu kommen. So liegt der jetzige Gegner KW-Bestensee als Neunter nur vier Zähler zurück.

Die Rand-Berliner sorgten seit Wiederbeginn der Bundesliga nach der Weihnachtspause für Aufsehen, sammelten in den ersten vier Spielen des Jahres 10 Punkte ein, darunter gegen Schwergewichte wie Berlin (knappe 2:3-Niederlage) und Friedrichshafen (3:1-Auswärtssieg). Und auch Herrsching, Rottenburg und Düren stockten im Gegensatz zu den LüneHünen ihre Konten fleißig auf. So außergewöhnlich ist dieses Tief mit vier Spielen ohne Punkt übrigens nicht. Zwischen Mitte November und Mitte Dezember 2014 durchschritt die SVG schon einmal ein ähnliches Tal, verlor auch vier Spiele, wenn auch nach zwei Matches „aufgelockert“ von einem 3:0 gegen Punktelieferant VCO Berlin.

Selten kam also eine Pause so gelegen wie jetzt durch das Pokalfinale. „Ja, diese zwei Wochen waren sehr gut“, blickt Chefcoach Stefan Hübner zurück und präzisiert: „Die Jungs kommen mit Freude in jedes Training und arbeiten sehr gut mit dem richtigen Mix aus Konzentration und Spaß. Es herrscht eine sehr gute Atmosphäre, überhaupt nicht angespannt. Ich mache mir keine Sorgen, es gab ja auch kein großes Thema aufzuarbeiten.“

Guter Trainings-Mix aus Konzentration und Spaß

Vielmehr wurde beim vor zwei Wochen ausgerufenen Neustart an einigen kleineren Stellschrauben gedreht. Der Übungsbetrieb war geprägt von vielen Angriffs-Wiederholungen und von der Abstimmung Zuspieler/Angreifer, wobei auch ein Mosaiksteinchen war, dass Zuspieler Gijs van Solkema wieder beschwerdefrei ist. Wochenlang war er dick getaped und gehandicapt wegen einer teils sogar geschienten Fingerverletzung. „Ein Profi kann so etwas mal verdrängen, aber es behindert natürlich trotzdem. Jetzt wirkt er wie befreit“, hat Hübner beobachtet.

Und eine personelle Sorge wurde dem Trainer auch genommen: Der einzige Libero im Kader steht uneingeschränkt zur Verfügung, Tyler Koslowsky und seine Frau Jule wurden bekanntlich inzwischen Eltern. „Ich konnte ihm sogar noch zwei Tage frei geben, um diese neue Situation zu genießen“, so Hübner. Dass zwischendurch das Training durch eine Teambuilding-Maßnahme aufgelockert wurde, war allerdings schon langfristig geplant und nicht der aktuellen sportlichen Situation geschuldet.

Nicht zuletzt hat auch der letzte Auftritt, das schon deutlichen Aufwärtstrend zeigende 0:3 gegen Berlin, eine neue personelle Alternative aufgezeigt: Youngster Konrad Thole, dabei über die gesamte Dauer eingesetzt, bestand diese Bewährungsprobe. „Ja, das hat er wirklich gut gemacht, und wir haben weitere längere Spielanteile immer im Hinterkopf, wenn es auch schwierig bleibt“, gibt Hübner zu bedenken. Insgesamt aber blickt er voller Optimismus nach vorne: „Ich mache mir keine Sorgen, wenn ich sehe, wie die Jungs in den letzten zwei Wochen gearbeitet haben. Wir müssen natürlich wieder auf unserem oberen Niveau spielen, um zu punkten – ich bin aber zuversichtlich, dass wir das hinkriegen. Wir sind bereit.“