Florian Krage hat sich zu einem der besten Mittelblocker der Liga entwickelt

Jeder Punkt ist wichtig

Hoffnung auf eine Überraschung

LüneHünen wollen auch bei den Berlin Volleys bestehen

Mittwoch, Samstag, Donnerstag, Samstag – dieser Spielrhythmus inklusive zweier Auswärtsfahrten gibt jetzt bei der SVG Lüneburg den Takt an. Eingeleitet wird das letzte Viertel der Hauptrunde an diesem Mittwoch (19.30 Uhr) mit der schweren Aufgabe bei den Berlin Volleys, zu sehen wieder im Live-Stream auf sporttotal.tv. Angesichts der jüngsten Leistungen beider Teams sind die Hoffnungen auf eine Überraschung nicht völlig unrealistisch.

Die Trauben hängen allerdings wieder ungleich höher als zuletzt gegen Frankfurt und erst recht gegen Unterhaching (jeweils 3:0), auch wenn der zehnfache Meister aus der Hauptstadt zuletzt nicht in Topform auftrumpfte und auf Platz 3 abrutschte. Einzig sein 3:0 gegen die Bisons Bühl war überzeugend, davor standen gegen Friedrichshafen ein ernüchterndes 1:3 und in Giesen ein glücklicher 3:2-Erfolg, und der letzte Auftritt in Frankfurt endete mit der schon vierten Saison-Niederlage (2:3). Nummer 5 steht im Pokal zu Buche (2:3 gegen KW-Bestensee).

Champions-League-Euphorie überdeckt Bundesliga-Tief

Aufgehübscht wurde diese für Berlin wahrlich ungewöhnliche Bilanz jedoch in der Champions League, groß war in der vergangenen Woche der Jubel über den Einzug ins Viertelfinale (mehr dazu s. unten, „News aus der Szene“). Wegen des Rückspiel-Gruppenturniers im fernen russischen Kasan wurde das Bundesliga-Match gegen die SVG vom Wochenende auf jetzt verlegt. Und da das Viertelfinale dann am nächsten Donnerstag ansteht, könnte es ja sein, dass die Mannen von Trainer Cédric Enard nun gegen die LüneHünen nicht zu 100 Prozent bei der Sache sind ..

Die zeitweise enormen Verletzungssorgen sind aber inzwischen weitgehend Vergangenheit. Zuspieler Sergey Grankin, Topscorer Ben Patch auf Diagonal und Außen Samuel Tuia, alles Langzeitausfälle, haben inzwischen ebenso ihre Comebacks gegeben wie der zwischendurch auch arg vermisste Außen Timothee Carle. Der Franzose trumpfte ja im Hinspiel gegen die SVG (3:0) beeindruckend auf. Damals, Anfang Dezember, war die SVG trotz tapferer Gegenwehr chancenlos.

Inzwischen steht da aber eine ganz andere Mannschaft auf dem Feld, eingespielt und selbstbewusst nach fünf Siegen in sechs Spielen des neuen Jahres. So wurde denn auch gerade Kapitän Michel Schlien in einem Zeitungsartikel zitiert: „Wir sind immer für eine Überraschung gut. Wenn wir uns auf unser Spiel besinnen, bin ich überzeugt, dass wir auch in Berlin punkten können.“ Gerade im Mittelblock ist ja die SVG eine Macht. Schlien führt weiter mit großem Vorsprung die Bundesliga-Rangliste bei den Blockpunkten an (42), vor dem mittlerweile auf Rang zwei gekletterten Florian Krage (30 Punkte), der zuletzt immer stärker wurde.

Mittelblocker rücken in den Mittelpunkt

Auf der Gegenseite spielt im Mittelblock mit Anton Brehme ein Ex-LüneHüne, der in der Hauptstadt einen bemerkenswerten Karriereschritt gemacht hat. Ist der 21-Jährige fit, spielt er auch – auf der Bank sitzt einer der beiden Brasilianer. Lange war Olympiasieger Eder an Brehmes Seite, zuletzt aber bekam der Routinier (37) immer öfter eine Pause und Renan Michelucci durfte ran, auch in der Champions League. Und Brehme setzte auch in der Königsklasse Akzente. Beim 3:0 gegen Ljubljana sammelte er 12 Punkte, darunter vier Asse. „Vielleicht war das das beste Match, das ich persönlich im BR Volleys-Trikot absolviert habe. Endlich hat mein Aufschlag mal wieder funktioniert“, so sein eigenes Urteil nach diesem Match.

Während sein Team mindestens Platz 3 sicher hat, geht es dahinter im Ringen um die Playoff-Teilnahme unvermindert spannend zu. Drei weitere Anwärter auf die Plätze 4 bis 8 sind neben der SVG am Mittwoch im Einsatz, da wäre es gut, etwas von der Spree mitzubringen. Und dann geht es ja am Sonnabend in der Gellersenhalle gegen Giesen wieder um die big points.

BUNDESLIGASPIELE ZUSAMMENGEFASST

Das Führungstrio war am Wochenende spielfrei, so stand einmal mehr der spannende Kampf um die Playoff-Plätze 3 bis 8 im Mittelpunkt. Und da holten Herrsching und KW-Bestensee jeweils einen Dreier, und auch im direkten Duell Giesen – Frankfurt punkteten beide (2:3). Bemerkenswert dabei auf Frankfurter Seite: Mittelblocker Noah Baxpöhler, ehemals SVG, verwandelte 12 von 14 Angriffen, Erfolgsquote also 86 Prozent.

Das spielfreie Bühl rutschte auf Platz 9 ab, kann das aber schon am Mittwoch mit einem Erfolg in Giesen wieder ändern. Dann will auch KW-Bestensee seine Position mit einem Sieg beim VCO Berlin festigen. Das Internatsteam landete gerade in seinem schon vorletzten Saisonspiel den ersten Sieg in Unterhaching und gab die Rote Laterne damit an den Gegner ab.

Alle Begegnungen des Wochenendes:

TSV Unterhaching – Netzh. KW-Bestensee 1:3
(22:25, 25:23, 19:25, 17:25)
103 Min., 0 Zuschauer
MVP: Graven – Mönnich
beste Scorer: Topuzliev (16), J. Sagstetter, Petrusic (je 13) – Allik, Mönnich (je 17), Weir, Timmermann (je 13)

Giesen Grizzlys – United Volleys Frankfurt 2:3
(25:23, 18:25, 18:25, 25:20, 20:22)
119 Min., 0 Zuschauer
MVP: Menner – Baxpöhler
beste Scorer: Wagner (22), van Tilburg (14), Menner (11), Mayaula (10) – Grozer (19), Malescha (18), Imhoff (17), Schöps (16), Baxpöhler (14)

WWK Volleys Herrsching – VC Olympia Berlin 3:1
(25:17, 18:25, 25:16, 25:14)
98 Min., 0 Zuschauer
MVP: J. Tille – Eckardt
beste Scorer: Mantha (13), Ilic, Penrose (je 12), Ferch (9) – Schulz (14), Röhrs, John (je 9)

TSV Unterhaching – VC Olympia Berlin 1:3
(26:24, 26:28, 23:25, 20:25)
110 Min., 0 Zuschauer
MVP: J. Sagstetter – Röhrs
beste Scorer: Topuzliev (22), J. Sagstetter (17), Suck, Zahar (je 7) – Röhrs (22), John (19), Hüther (12)

NEWS AUS DER LIGA

Nach Jung-Libero Ivan Batanov hat auch Kapitän und Routinier Michael Andrei (35) bei den powervolleys Düren verlängert. Der Mittelblocker unterschrieb für ein weiteres, das dann insgesamt 8. Jahr.

Die Finals im DVV-Pokal rücken näher, da gilt es, die TV-Zeiten vorzumerken. Sport1 überträgt am 28. Februar live ab 14.15 Uhr zunächst das Frauen-Finale Schwerin – Potsdam und danach das Männer-Finale Frankfurt – KW-Bestensee ab 17.00 Uhr bzw. mit Vorberichten, sobald das Frauen-Finale beendet ist.

NEWS AUS DER SZENE

Kracher-Duelle in der Champions League

Durch die Berlin Volleys ist die Bundesliga auch im Viertelfinale noch in der Champions League vertreten. Der VfB Friedrichshafen musste sich dagegen, wie berichtet, im Heimturnier Corona bedingt in die Zuschauerrolle zurückziehen. Das Ticket in die K.o.-Runde nahm Trentino vom Bodensee mit – die italienische Topmannschaft der letzten zwei Jahrzehnte wurde nun den BR Volleys zugelost. Das Hinspiel daheim steigt schon in der kommenden Woche, am 25. Februar, das Rückspiel eine Woche später (noch ohne genauen Termin).

Gegen Kasan hatten die Berliner im Rückspiel-Gruppenturnier wie beim 0:3 im Hinspiel erneut keine Chance (0:3), Sloweniens Meister Ljubljana aber schlugen sie wie Anfang Dezember in der Max-Schmeling-Halle noch einmal 3:0. Hinzu kamen 6 Punkte von den Polen von Wegiel, die wegen Coronafällen im Team zu beiden Turnieren nicht antreten konnten. Trotz somit insgesamt 12 Punkten wurde es eng, Berlin brauchte Schützenhilfe, um unter den 3 besten von 5 Gruppenzweiten zu landen. Roeselare/Belgien leistete diese Schützenhilfe überraschend mit einem Erfolg gegen Modena (3:0), zudem kam Warschau nicht über ein 2:3 gegen Kemerovo hinaus und hatte, punktgleich mit Berlin, das Nachsehen im Vergleich der Pool-Zweiten.

Als Zweite kamen auch Belchatow/Polen und Cucine Lube Civitanova/Italien weiter, zudem die Gruppensieger Perugia/Italien, Modena/Italien, Kasan und Kedzierzyn-Kozle/Polen. Auf der Strecke blieben Schwergewichte wie der russische Meister Novosibirsk und der aktuelle russische Tabellenzweite Kemerovo oder der Dritte aus Frankreich, Tours. Bei der Viertelfinal-Auslosung ergab sich dann noch das inner-italienische Duell Modena – Perugia, Belchatow erwartet Kasan und Champions-League-Titelverteidiger Lube (Sieger 2019) spielt gegen Polens Tabellenführer Kedzierzyn-Kozle.

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