Cody Kessel im Angriff

„Air“ Kessel schwebt nicht mehr durch die Gellersenhalle

Außenangreifer verlässt SVG schweren Herzens

Er hat sich seine Entscheidung über die Zukunft nicht leicht gemacht, hat lange mit sich gerungen, zumindest teilweise ist die Entscheidung nun gefallen – leider zu Ungunsten der LüneHünen: Cody Kessel beendet das Kapitel SVG Lüneburg nach drei Jahren und wird zur neuen Saison nicht zurückkehren.

Nach seiner besten der drei Spielzeiten, in der der 27-Jährige maßgeblich an den großen Erfolgen mit Pokalfinale und Bronze in der Meisterschaft beteiligt war, ist der Außenangreifer zunächst einmal in seine Heimat USA zurückgekehrt, wird dort einer Einladung ins Trainingslager der Nationalmannschaft folgen – mit der Hoffnung, nach früheren Einsätzen im B-Team nun erstmals den Sprung in die A-Mannschaft zu schaffen. Wie und wo es dann auf Vereinsebene weitergeht, ist noch völlig offen. „Ich habe noch nichts unterschrieben“, betont er.

 

Dankbar für drei tolle Jahre

Schweren Herzens verabschiedet sich Kessel, der auch eine Jugendmannschaft der SVG trainierte, nun in einer langen, emotionalen Facebook-Botschaft von Fans, Mitgliedern und Unterstützern. Es sei ihm eine Ehre gewesen, hier spielen zu dürfen. Er lobt überschwänglich die Werte, die im Verein und in dessen Umfeld gelebt werden, drückt seine Begeisterung über die Stimmung in der Gellersenhalle aus und endet mit den Worten: „Ich bin so dankbar dafür, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, hier zu spielen, mich weiter zu entwickeln und zu wachsen, sowohl auf dem Spielfeld als auch außerhalb. Danke, dass ihr mich in eurer Familie und euren Herzen so toll aufgenommen habt. Ihr werdet immer ein Teil von mir sein.“

2016 war Cody „Air“ Kessel aus der Schweiz (ein Jahr Schönenwerd) aus einer langen Verletzungspause nach Lüneburg gekommen, startete hier neu durch und wurde allein schon wegen seiner außergewöhnlichen Sprungkraft zu einem Publikumsliebling. Nach einem schwächeren zweiten Jahr meldete sich der Mann aus Colorado Springs 2018 stärker denn je zurück. In 31 von 32 Pflichtspielen auf dem Feld, heimste er achtmal die MVP-Medaille ein (sechsmal davon Gold), öfter wurde nur Tomas Kocian (Düren/11) ausgezeichnet. Im Ranking der Bundesliga-Topscorer landete er auf Platz 9, in der Wertung „Angriffspunkte“ auf Rang 8.

Doch Kessel war über das Sportliche hinaus ein Sympathieträger, war durch seine offene, kommunikative Art mit dem meist strahlenden Lächeln auch wichtig für die Außendarstellung des Vereins, war das Gesicht auf vielen Plakaten und in anderen Werbebotschaften.