Pearce Eshenko (l.), hier im CEV Cup gegen Kraljevo, trifft mit den LüneHünen auf seinen alten Verein Giesen. Foto: Behns

Ein Nordderby ist kein Alltag

SVG zwischen zwei Europacup-Spielen nach Hildesheim

Und nun „mal eben“ das Nordderby – was in den letzten Jahren ein absolutes Highlight war, gerät nun zwischen zwei Europapokalspielen ein wenig in den Schatten: Für die LüneHünen steht an diesem Sonnabend (17.30 Uhr) in der Bundesliga das stets heiß umkämpfte Niedersachsen-Duell bei den TSV Giesen Grizzlys an, bevor dann am Mittwoch das Rückspiel im serbischen Kraljevo wartet.

Allein ein kurzer Blick zurück zeigt, was die Schützlinge von Chefcoach Stefan Hübner erwartet: In der vergangenen Saison bissen die Grizzlys im Hinspiel in ihrer Halle mit 3:2 zu, das Rückspiel ging mit 3:2 an die SVG – Spieldauer jeweils mehr als zwei Stunden. Und aktuell liegt gerade mal ein Punkt zwischen dem 8. Giesen und dem 7. SVG. „Dieses Mal wollen wir auch auswärts Punkte mitnehmen, das ist das klare Ziel. Es darf allerdings gerne schneller und nicht in fünf Sätzen sein“, wendet Mannschaftssenior Michel Schlien ein, denn der 29-Jährige verweist auf einige englische Wochen die noch bevorstehen. Darunter nächsten Mittwoch das Rückspiel in Kraljevo. „Da sind wir drei Tage unterwegs und die Regeneration findet im Flieger statt,“ erzählt der Mittelblocker schmunzelnd – ohne sich zu beklagen. „Aber das ist neu und ungewohnt.“

Nach Möglichkeit nicht fünf Sätze…

Schlien ist ja auch der dienstälteste LüneHüne (seit 2011), spielte schon zu Zweitligazeiten in der Gellersenhalle, wird sie aber nicht wirklich vermissen. „Die Arena ist supergut geworden, wenn auchnoch etwas staubig. Aber die Premiere war jedenfalls schon mal Klasse“, sah er seine jahrelangen Träume von so einem Spielort in Lüneburg endlich erfüllt. Sieben Punkte steuerte er gegen die Serben bei, 6 von 9 Angriffen (67%) plus 1 Block. Schon in diesem ersten Match in der LKH Arena war die größere Deckenhöhe ein Segen, in Reppenstedt wären wieder einige Bälle an die Dachbalken geprallt. „Ja, das war sehr angenehm, kein Ball bleibt an der Decke hängen, da kann man ganz anders Volleyball spielen“, stimmt er zu.

Diesen kleinen Exkurs zurück auf Mittwoch erlaubt sich Schlien, um dann sofort wieder den Fokus auf Hildesheim zu lenken. „Alle sind heiß, alle fit, alle haben ein gutes Niveau. Wir wollen wieder unser Spiel zeigen und etwas mitbringen.“ Aber wie schwer fällt die Umstellung von Europacup-Highlight auf Bundesliga-“Alltag“? Zumindest Schlien überhaupt nicht: „Die Bundesliga ist wieder so ausgeglichen, dass man in jedem Spiel alles abrufen muss, um punkten zu können. Dieser Wechsel fällt keinem bei uns schwer. Jetzt ist Giesen, dann stimmen wir uns auf Serbien ein.“ Und für einen ist das Nordderby ohnehin etwas ganz besonderes: Neuzugang Pearce Eshenko stand in der letzten Saison noch auf der anderen Seite des Netzes, jetzt will er im LüneHünen-Dress seine Qualität zeigen.

Beide Teams hatten in den ersten Saisonwochen einige Verletzungssorgen. Bei der SVG sind alle wieder fit, auch Giesen meldet weitgehend Entwarnung. Dort fielen mit Zuspieler Jan Röling, den Außen van Tilburg und Lorenz Karlitzek sowie Mittelblocker David Seybering zeitweise vier Spieler aus. Überragender Mann der ersten Wochen war Mittelblocker Magloire Mayaula, von den Neuen hat der spanische Diagonale Renato Colito schon nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht.

Das Match ist zu sehen auf Twitch, im Kanal Spontent (www.twitch.tv/spontent) mit Vorberichterstattung ab 16.30 Uhr – in der sicher nochmal auf den Europacup eingegangen wird – und ab 17.25 Uhr zudem auf www.sportdeutschland.tv/bouncehousetv

Das Restaurant „Alexander der Große“ in Kirchgellersen bietet wieder ein Public Viewing an.

SVG-NEWS in Kürze

Nach der Premiere in der LKH Arena gegen die Serben aus Kraljevo hat der Run auf die nächsten, wieder begrenzten Tickets begonnen. Nächstes Heimspiel der LüneHünen ist das Bundesliga-Match am 20. November (20 Uhr) gegen den VfB Friedrichshafen, der Vorverkauf läuft auch weiterhin nur online – am besten über den Link auf der Homepage der SVG oder direkt hier: https://tickets.svg-lueneburg.de/produkte/37301-tickets-heimspiel-svg-lueneburg-vfb-friedrichshafen-lkh-arena-lueneburg-am-20-11-2021

NEWS aus der Liga

Aus dem Wochenend-Programm der Bundesliga ist eine Paarung gestrichen worden: Aufgrund von positiven Corona-Fällen mehrerer Teammitglieder bei den Netzhoppers KW-Bestensee hat die Spielleitung, die sich dabei an die Empfehlung des Gesundheitsamtes hielt, entschieden, das Gastspiel der Brandenburger beim VfB Friedrichshafen abzusetzen.

Das Pokal-Viertelfinale ist nun endgültig terminiert: Die SVG tritt am Dienstag, 23. November, 19 Uhr beim TSV Haching München an. Eine Stunde später spielt an diesem Tag Herrsching gegen Giesen. Und am Mittwoch, 24. November spielen: Düren – Friedrichshafen (19.00) und Frankfurt – Berlin (20.00).

NEWS aus der Szene

Bereits die 2. Runde im CEV Cup erreicht haben die powervolleys Düren, die wegen der unsicheren politischen Lage in Belarus ihre beiden Spiele gegen Soligorsk innerhalb von 24 Stunden in Düren austrugen und beide 3:0 gewannen. Auch Tartu und Kazan spielten in so kurzem Abstand zweimal, wobei die Russen ihr Heimspiel in St. Petersburg austrugen und mit einem 3:1 und 3:0 weiterkamen.

Die übrigen Hinspiel-Ergebnisse:

UJS Komarno/Slowakei – Arkas Izmir/Türkei 1:3

Sastamala/Finnland – Modena Volley/Italien 0:3

Budva Volley/Montenegro – Haasrode Leuven/Belgien 2:3

CSM Galati/Rümänien – VK Lvi Prag/Tschechien 3:1

Lindaren Amrisvil/Schweiz – Chenois Genf/Schweiz 3:1

UVC Graz/Österr. – Dinamo Bucarest/Rumänien 1:3

CDV Las Palmas/Spanien – Calcit Kamnik/Slowenien 3:0

Draisma Dynamo Apeldoorn/Niederlande – Tours VB 1:3

Mladost Zagreb/Kroatien – SKV Nad Labem/Tschechien 3:0

Von vornherein in Runde 2 gesetzt waren – weil Deutschlands Pokalsieger – die United Volleys Frankfurt, deren Gegner noch gesucht wird. Fest steht nun aber auch der letzte Gegner des VfB Friedrichshafen (nach Knack Roeselare/Belgien und Jastrzebski Wegiel/Polen) in der Champions League: Hebar Pazardzhik aus Bulgarien, das beide Spiele in der 3. Runde der Qualifikation zur Gruppenphase der Königsklasse gegen Olympiakos Piräus gewann (3:1, 3:1). Die Griechen rutschen mit in den CEV Cup.

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Nach der Pause am vergangenen Wochenende sind wieder die Männer der SVG Lüneburg II (4./3 Punkte) in der Regionalliga Nordost am Ball, müssen am Sonntag um 16 Uhr bei der VSG Ammerland (2./7) in Westerstede antreten. Auch für die anderen Männer- und Frauen-Teams der SVG, von der Frauen-Oberliga bis hinunter zu den Bezirks-Spielklassen, geht es nun erstmals wieder um Punkte.

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