Blake sammelte 25 Punkte gegen Friedrichshafen

SVG wirft möglichen Sieg weg

1:3-Heimniederlage gegen Friedrichshafen tut weh

Wieder nichts, obwohl die Überraschung schon bleischwer in der Luft lag: Gegen den VfB Friedrichshafen bezog die SVG Lüneburg am Mittwochabend eine 1:3 (25:20, 21:25, 24:26, 21:25)-Heimniederlage und stand gegen diesen Dauerrivalen aus der Endphase der letzten Saison wieder einmal mit leeren Händen da, weil die Süddeutschen in entscheidenden Phasen cleverer und auch glücklicher in ihren Aktionen waren und so den LüneHünen nicht einmal den mindestens einen verdienten Punkt in einem möglichen Tiebreak überließen.

Dabei legte das Team von Chefcoach Stefan Hübner wie schon zuletzt erneut einen klasse ersten Satz hin. Mit Blake Scheerhoorn in der Anfangsformation (für Jannik Pörner) gab es nur eine Änderung gegenüber dem ersten Heimspiel gegen Bühl. Der Kanadier, bis vor kurzem noch mit seinem Nationalteam beim World Cup in Japan, gab ein starkes Debüt, kam auf 25 Punkte bei einer beachtlichen Angriffsquote von 45 Prozent. „Japan hat mir viel Energie gegeben“, war er mit seinem Einstand zufrieden, bedauerte nur, dass „wir die Fans in einem harten Fight nicht mit einem Sieg glücklich machen konnten“.

Starkes Debüt von Blake Scheerhoorn

Im 1. Satz war er mit 7 Punkten gleich voll im Geschehen, zudem überzeugte erneut das skandinavische Powerduo: Antti Ronkainen sammelte insgesamt 15 Zähler und war in der Annahme eine Bank (61 %), Viktor Lindberg stand ihm nur wenig nach (12/46 %). Zudem funktionierte der Mittelblock mit Anton Brehme und Florian Krage (zusammen 7 Punkte, darunter 4 Blocks) bestens. So wurde aus einem 7:8 zur ersten technischen Auszeit ein 11:8, später ein 16:13 bis zum vorentscheidenden 19:14.

Zu Durchgang zwei stellte Gästetrainer Michael Warm um und insbesondere die Hereinnahme von Außenangreifer Rares Balean zahlte sich aus: er machte gleich mal 6 Punkte und war vor allem sicher im Aufschlag, der bei den Häflern zuvor arg zu wünschen übrig ließ. Zudem drehte nun der Diagonale Daniel Malescha auf, punktete fast wie er wollte (9), hatte am Ende 25 Zähler und wurde MVP (bei der SVG: Gijs van Solkema). Zwar führten die Hausherren bis zur Mitte des zweiten Durchgangs (12:9), doch der VfB glich erst aus und zog dann langsam davon (13:16, 17:22) und besorgte den Gleichstand.

Die 10-Minuten-Pause schien der SVG gerade recht zu kommen, sie kam so stark wie zu Beginn zurück und legte ein 16:12 bis zur zweiten technischen Auszeit vor. Zu Beginn der Crunchtime war die erneute Satzführung nur noch eine Frage der Zeit, beim 24:21 stand der erste Satzball an, doch wenige Minuten später stand es 24:26. Bei den Gästen war der Finne Martti Juhkami zum Aufschlag gegangen, hatte volles Risiko genommen und vier Fackeln übers Netz gejagt, darunter zwei Asse.

Drei Satzbälle zum 2:1 nicht genutzt

Und Juhkami begann auch Satz vier – 0:4. Die SVG gab nicht auf, glich beim 10:10 aus, geriet wieder ins Hintertreffen und wendete das Blatt mit drei Punkten in Serie auf 13:12. Doch die Süddeutschen schlugen zurück und zogen auf 16:20 davon. Besonders der immer wieder – und fast schon zu oft – eingesetzte Scheerhoorn sorgte wieder für Hoffnung, beim 20:20 schien die SVG das Momentum wieder auf ihrer Seite zu haben. Doch dann warfen die LüneHünen den sich ankündigenden Tiebreak regelrecht weg, machten einige leichte Eigenfehler und nur noch einen Punkt durch einen Netzaufschlag des Gegners.

„Das ist natürlich sehr enttäuschend“, versuchte Trainer Hübner seine Eindrücke zu ordnen. „Wir haben das phasenweise ganz gut gemacht, es war überhaupt ein gutes, sehr enges Spiel. Beide Mannschaften haben abwechselnd zeitweise viel Druck im Aufschlag gemacht, das war insgesamt das bestimmende Element heute. Da haben wir am Ende leider etwas an Qualität verloren. Außerdem wollten wir im Angriff manchmal zu viel, da hätten wir geduldiger sein müssen. Das ist ein Prozess, an dem wir noch arbeiten und es besser machen müssen.“

Am besten schon am Sonnabend in Herrsching, sei angefügt. Die SVG spielte mit: Lindberg, Brehme, Scheerhoorn, Ronkainen, Krage, van Solkema, Koslowsky; eingewechselt: Durkin, Michelau.