Blake für die kanadische Nationalmannschaft im Angriff

Stabilität im eigenen Spiel lässt die Chancen steigen

LüneHünen fordern Rekordmeister Friedrichshafen

Bei fünf Punkten aus den ersten beiden Spielen kann man ohne Frage von einem gelungenen Saisonstart sprechen – und den will die SVG nun noch veredeln, wenn an diesem Mittwoch (19 Uhr) das erste Mega-Highlight in der Gellersenhalle ansteht: Der große VfB Friedrichshafen gibt mal wieder seine Visitenkarte ab, eine ziemlich neu gestaltete Visitenkarte. Denn der deutsche Rekordmeister und –Pokalgewinner hat sein Gesicht erheblich verändert.

Die Häfler stecken noch mitten in einem großen Umbruch. Vom alten Team sind nur fünf Spieler geblieben. Acht Neue sind gekommen, dazu ein neuer Trainer und Co-Trainer. Und der neue Chefcoach Michael Warm war – wie auch viele Spieler – wegen der Europameisterschaft erst spät in der Saisonvorbereitung dabei, Warm betreute bei der EM Österreich in seinem Zweitjob.

Dem Nachfolger von Vital Heynen ist bewusst, dass der Umbruch noch längst nicht abgeschlossen ist. „Wir sind gerade in einem Prozess. Es findet ein Neustart in vielen Ebenen statt. Wir wissen aber alle, dass wir jetzt auch in der Pflicht stehen, ein neues Kapitel zu schreiben,“ ließ er in einem seiner ersten Interviews schon mal das Wissen anklingen, dass die Geduld rund um den erfolgsverwöhnten Verein begrenzt ist.

Großer Umbruch bei den Häflern braucht noch Zeit

Nach dem Weggang von solchen Könnern wie David Sossenheimer, Philipp Collin, Andreas Takvam, Athanasios Protopsaltis oder Bartlomiej Boladz wurde die Hoffnung auf eine gute Saison durch den 4. Supercup am Sonntag nicht gerade gestärkt. Da setzte es für den Gewinner der letzten drei Jahre ein ernüchterndes 0:3 (20:25, 18:25, 15:25) gegen Berlin, bei dem die Süddeutschen über weite Strecken chancenlos waren, 20 Aufschlagfehler produzierten und nur zu drei Blockpunkten kamen.

Gerade Protopsaltis, Boladz und Sossenheimer machten den LüneHünen ja in den letzten Vergleichen große Probleme – nun gilt es, sich auf einige neue Könner einzustellen, auch wenn beim Zusammenspiel vielleicht noch etwas Sand im Getriebe knirscht. „Aber auch bei uns ist ja noch nicht alles Tippi-Toppi“, gibt SVG-Chefcoach Stefan Hübner zu bedenken. „Auf die bisherigen Gegner haben wir uns gut eingestellt, wir müssen aber noch konstanter und stabiler in unserem eigenen Spiel werden.“

Da ist es hilfreich, dass er nach der Rückkehr von Diagonalangreifer Blake Scheerhoorn vom World Cup sein Team endlich komplett hat. „Am Sonnabend haben wir erstmals mit zwölf Leuten trainiert. Das ist gut, um den Wettkampf-Charakter ins Training hinein zu bekommen“, so Hübner, der den Kanadier topfit und mit ausreichend Spielpraxis wieder begrüßen konnte.

Schwarze Bilanz soll ein Ende haben

Bei Friedrichshafen war Nehemiah Mote noch für Australien beim World Cup dabei, er setzte auch am Sonntag gegen Berlin noch aus. Zusammen mit dem US-Amerikaner Brendan Schmidt sowie mit Jakub Günthör scheint der Mittelblock wieder eine Stärke des VfB zu sein. Starke Leistungen hat aber auch schon der neue Diagonale abgerufen, der vielfache mazedonische Nationalspieler und in der Volleyball-Welt weit herumgekommene Nikola Gjorgiev. Am letzten Spieltag beim 3:1 in Bühl sammelte er zum Beispiel 26 Punkte. Gegen Berlin dagegen kam er nicht auf Touren (11 Punkte). „Das sind schon alles gute Leute, die spielen alle schon auf sehr anständigem Niveau – auch wenn sie erst kurz zusammen sind und die Abstimmung noch Zeit braucht“, lässt sich Hübner von dem etwas holprigen Start des VfB nicht blenden. „Wir bereiten uns wie immer gut vor und wissen, dass wir auf jeden Fall diszipliniert spielen müssen.“ Damit es dann am Ende zum vielleicht zweiten Heimsieg der LüneHünen gegen die Häfler reicht – der bisher einzige gelang in der Saison 2015/16 mit einem 3:1. Ansonsten sprang daheim nicht einmal ein Teilerfolg (also ein 2:3) heraus