Antti und Viktor bilden einen starken Annahmeriegel

Keine Zeit für Enttäuschung

LüneHünen haken Friedrichshafen ab und wollen in Herrsching punkten

Keine Atempause für die LüneHünen, in der Volleyball-Bundesliga geht es schon weiter. An diesem Sonnabend (19 Uhr, im Stream auf sporttotal.tv) steht das zweite Spiel innerhalb von vier Tagen bei den WWK Volleys Herrsching am Ammersee an – eine Auswärtshürde, die es jedes Mal in sich hat. Fans der SVG können im Public Viewing dabei sein: Sonnabend, ab 18.30 Uhr, Restaurant „Alexander der Große“, Kirchgellersen.

In der letzten Saison gewann die SVG beide Vergleiche, das Match im Hexenkessel Nikolaushalle knapp mit 3:2. Mit diesem Ergebnis endete auch das erste Heimspiel Herrschings in dieser Saison, wobei die Bayern schon 2:0 gegen Titelkandidat Haching führten und zwei Matchbälle hatten, ehe sich der Wind drehte. Ein Déjà-vu gab es für den selbsternannten „geilsten Club der Welt“ am Mittwoch, als er aus einem 0:2 in Rottenburg noch ein 3:2 machte.

Vier Zugänge schon überzeugend

So gilt, was ähnlich auch die SVG erlebte: Jedes Match ist eng und kann jederzeit kippen, gerade in der Anfangsphase dieser Saison. Und auch eine alte Trainerweisheit wird nun allerorten immer wieder gerne aufgewärmt: in Ruhe weiter arbeiten, sich Stück für Stück verbessern, von Spiel zu Spiel denken. In diesem Fall heißt das wegen der kurzen Zeit zwischen zwei Matches sogar: abhaken, weiter geht’s. Oder, wie SVG-Chefcoach Stefan Hübner kurz nach der 1:3-Enttäuschung gegen Friedrichshafen sagte: „Wir müssen das wegdrücken, einmal gut trainieren, dann sitzen wir schon wieder im Bus gen Süden und fokussieren uns auf den neuen Gegner. Es bleibt gar keine Zeit, die Niederlage groß aufzuarbeiten.“

Gegen Herrsching gilt es, sich auf einige neue, starke Spieler einzustellen. Besonders auffällig spielten von den Zugängen bisher Außenangreifer Jori Mantha, ein aus Slowenien gekommener Kanadier, der Diagonale Jalen Penrose (USA) und Dorde Ilic (Serbien) sowie Mart van Werkhoven (Holland) im Mittelblock. Ganz neu im bisherigen 11er-Kader – inklusive des Rekonvaleszenten Tom Strohbach (Hüft-OP) – ist seit wenigen Tagen Youngster Samuel Sadorf (18), ein 2,03 Meter großer Außenangreifer vom Drittligisten ASV Dachau.

Arena oder freiwilliger Abstieg

Für Schlagzeilen sorgte und sorgt weiter aber vor allem das leidige Thema Hallenbau mit all seinen Facetten. In Herrsching selbst ist nach jahrelangem Gezerre der (ohnehin unterentwickelte) politische Wille dazu längst erloschen, nun befindet sich der Verein in aussichtsreichen Planungsgesprächen mit dem benachbarten Fürstenfeldbruck (27 km entfernt). Damit das nun nicht wieder eine ewige Hängepartie wird, haben Herrschings Volleyball-Macher ordentlich Druck aufgebaut. Trainer Max Hauser bekräftigte gerade noch einmal in einem TV-Interview, was er schon im September plakativ kundtat: „Champions League oder Abstieg“ (Süddeutsche Zeitung). Soll heißen: Der Coach begnügt sich nicht mehr mit dem Status quo, will in Bundesliga und/oder Pokal um Titel mitmischen und international spielen. Und das geht eben, schon wegen der Ausnahmegenehmigung für die Nikolaushalle, nur in einer neuen Arena. Das kommt in Bezug auf die SVG wohl vielen bekannt vor. Herrsching geht aber noch einen Schritt weiter: „Wenn das nichts wird mit dem Neubau, ziehen wir uns in die 2. Liga zurück“, bekräftigte Hauser gerade noch einmal.