Kein Vorbeikommen war an Berlins Mittelblocker Nehemiah Mote (l.), der hier mit ausgestrecktem Arm dem zu spät kommenden Samuel Tuia (M.) hilft und den Ball von Pearson Eshenko noch pflückt. Foto: Behns

Deutliche Qualitätsunterschiede

Berlin glänzt mit Aufschlagdruck, Blocks und wenig Fehlern

Am Ende blieben nur Staunen und anerkennendes Lob für den Gegner, von einer weiteren Überraschung wie zuletzt gegen Friedrichshafen waren die LüneHünen weit entfernt. Mit einem jederzeit souveränen 3:0 (25:16, 25:18, 25:21) stellten die Berlin Recycling Volleys einmal mehr ihre Ausnahmestellung in dieser Saison unter Beweis, 700 Zuschauer in der LKH Arena, darunter 50 aus der Hauptstadt, mussten ihr Kommen dennoch nicht bereuen. Denn der Spitzenreiter zeigte schön anzuschauenden Spitzen-Volleyball, und ihre LüneHünen gaben dennoch bis zum Schluss alles – was freilich gegen so einen starken Gegner zu wenig ist.

„Unser Ziel war, in jedem Satz lange an Berlin dran zu bleiben, das ist uns leider nur im dritten Satz gelungen. Und wenn du dann noch in zwei der drei wichtigsten Bereiche eines Spiels klar unterlegen bist, hast du gegen eine Mannschaft wie Berlin keine Chance“, zog Chefcoach Stefan Hübner Bilanz und führte aus: „Den Bereich Aufschlag haben wir haushoch verloren, auch das Element erster Ball – da waren wir zu ungeduldig und haben auch in schlechten Situationen versucht, schnell einen Punkt zu machen. Nur der Bereich Abwehr war bei uns positiv. Das waren insgesamt schon deutliche Qualitätsunterschiede.“

Ruben Schott packt seine Asse aus

Dabei begann sein Team mutig, machte aus einem 1:3 ein 4:3 und führte bei der ersten technischen Auszeit 8:6. Doch die Berliner stellten sich immer besser auf die Angriffe ein, stoppten sie viermal mit direkten Blockpunkten. Dazu jagten sie neben vieler Aufschläge mit Wirkung auch vier Asse übers Netz – allein drei durch Ruben Schott, der, wie von der Nationalmannschaft bekannt, sehr variabel servierte. So wurde aus einem 9:9 erst ein 9:12, dann ein 12:16 und 15:24, ein beeindruckender Zwischenspurt, in dem außer Schott mit 9 Punkten in diesem Eingangssatz auch der Diagonale Marek Sotola (5) herausstach. Star-Angreifer Ben Patch konnte in Ruhe zuschauen.

Das wurde in Satz zwei nicht viel anders. Wieder konnte die SVG nur bis kurz nach der ersten technischen Auszeit Paroli bieten, dann machte Berlin aus einer 8:7-Führung ein 12:7, wobei der spätere MVP Nehemiah Mote in den Mittelpunkt rückte. Er blockte dreimal hintereinander, gegen Arthur Nath, Richard Peemüller und Jordan Ewert. Später kam noch ein vierter Blockpunkt dazu, am Spielende waren es sechs. Zudem blieb der Aufschlagdruck hoch, vor allem, wenn Schott an die Linie trat. Er hatte am Ende vier Asse und nur einen Fehler bei 22 Versuchen in der Statistik stehen.

Grankin kann sich beruhigt mal schonen

Und die SVG? Der gelangen zwar endlich die ersten Blocks, andererseits aber wuchs die Fehlerquote im Aufschlag und in der Annahme (nur noch 27%, zuvor 58). Dass die LüneHünen dennoch wieder herankamen (17:18), lag nicht zuletzt auch daran, dass Berlins Zuspieler Sergey Grankin zur Schonung längst Platz gemacht hatte und es etwas dauerte, bevor der bisher meist nur zum Aufschlag eingesetzte Matthew West im Rhythmus war. Dann kam kurzzeitig Patch für Sotola, und schnell war das SVG-Aufbäumen erstickt. Der Abstand wuchs, längst griff wieder ein Rädchen ins andere.

Durchgang drei fing alles andere als verheißungsvoll an (2:6), doch aufgeben ist für die LüneHünen keine Option. Sie kämpften sich vielmehr wieder heran, Personalwechsel brachten frischen Wind. Dalton Solbrig und Auke van de Kamp waren schnell im Spiel, beim knappen 12:13 hielt Berlins Trainer Cedric Enard eine Auszeit für nötig, doch die Gastgeber blieben weiter dran (15:17), ehe die weiterhin fast fehlerlos spielenden Berliner für die Vorentscheidung sorgten (15:20) und nach 73 Minuten schließlich die bisherige Optimalausbeute von 30 Punkten in 10 Spielen verbucht hatten. Ihr bester Scorer war Schott (15), MVP wurde Mote. Bei der SVG sammelte Nath die meisten Punkte (12), MVP wurde Joe Worsley.

Nicht mitspielen konnte übrigens der Ex-LüneHüne Cody Kessel wegen einer Fußverletzung. Ehrensache, dass er dennoch mit in die alte Heimat kam. „Was für eine tolle Halle“, ließ er seine Blicke staunend durch die LKH Arena schweifen, „das ist sogar in ganz Europa eine super Halle, wenn erst einmal alles fertig ist. Ich freue mich so für die SVG, dass nach den vielen Jahren endlich dieser Traum wahr geworden ist, der ja schon zu meiner Zeit immer wieder ein Thema war.“ In Berlin geblieben war mit dem ebenfalls verletzten Anton Brehme ein weiterer früherer SVG-Spieler.

SVG: Schlien, Worsley, Nath, Eshenko, Peemüller, Ewert; Koslowsky. Eingewechselt: Pörner, Gerken, Stöhr, van de Kamp, Solbrig.

SVG-NEWS in Kürze

Das nächste Heimspiel der LüneHünen findet bereits am kommenden Sonnabend, 4. Dezember, statt. Um 17.30 Uhr kommen dann die WWK Volleys Herrsching in die LKH Arena. Der Vorverkauf hat bereits begonnen, Tickets gibt es weiterhin nur online – am einfachsten mit einem Klick auf diesen Link:

https://tickets.svg-lueneburg.de/produkte/42672-tickets-heimspiel-svg-lueneburg-wwk-volleys-herrsching-lkh-arena-lueneburg-am-04-12-2021

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