Neuauflage des ewig jungen Klassikers zwischen Berlin und Friedrichshafen

Klassiker, der nie langweilig ist

Berlin Recycling Volleys gegen Friedrichshafen Mittwoch unter Druck

Dieses Match ist wie ein Oldie, der immer wieder im Radio gedudelt wird – doch man wird ihm nicht überdrüssig, sondern summt oder singt ihn immer wieder mit: An diesem Mittwoch um 20 Uhr kommt es in der Volleyball-Bundesliga zur x-ten Neuauflage des Klassikers zwischen den Berlin Recycling Volleys und dem VfB Friedrichshafen. Er elektrisiert immer wieder aufs Neue, auch wenn er oft mehrmals im Jahr in verschiedenen Saisonphasen und Wettbewerben (Hauptrunde, Playoffs, Pokal, Supercup) stattfindet.

Der besondere Reiz besteht dieses Mal, obwohl es noch relativ früh in der Hauptrunde ist, darin, dass die Hauptstädter bei derzeit fünf Punkten Rückstand unter Erfolgszwang stehen – gelingt der Sieg nicht, kann Berlin Platz 1 in der Hauptrunde als beste Ausgangsposition für die Playoffs wohl abhaken. Nach zwei Niederlagen in der Vorrunde – 1:3 in Bühl, 0:3 in Friedrichshafen – ging es mit der Kampfansage in neue Jahr 2021, in der Rückrunde alles gewinnen zu wollen. Doch schon beim ersten Auftritt gab es den ersten Punktverlust beim 3:2-Sieg in Düren, und am Wochenende folgte der nächste mit einem 3:2 bei den Giesen Grizzlys. Da schrammte der Favorit sogar an einer noch größerer Ernüchterung in Hildesheim nur knapp vorbei, erst der achte Matchball beim 24:22 im Tiebreak sicherte den Sieg.

Häfler mit Dreier-Serie und ohne Personalsorgen

Doch vollauf berechtigt verweisen die Berliner um die beiden Ex-LüneHünen Cody Kessel und Anton Brehme immer wieder auf großes Verletzungspech, das schon so viele Spieler, darunter auch tragende Stützen, ereilt hat. So haben Star-Zuspieler Sergey Grankin und Außen Samuele Tuia gerade erst am Sonnabend Teil-Comebacks gefeiert. Auch Mittelblocker Brehme fiel schon länger aus, dazu Außen Timothée Carle. Dezember-Neuzugang Kevin Le Roux konnte noch gar nicht spielen, Topscorer Benjamin Patch fehlt aktuell auch.

Friedrichshafen kam dagegen bisher ohne gravierende Ausfälle durch. Momentan fehlt nur Mittelblocker Marcus Böhme, zwischendurch kurz Außen Nicolas Marechal und mal länger der Ersatz-Diagonale Lukas Maase. Nicht zuletzt deshalb feierten die Häfler einen Sieg nach dem anderen, jetzt 12 in Serie und mit nur drei abgegebenen Sätzen, stets Dreier seit der einzigen Niederlage am zweiten Spieltag in Düren (0:3) inklusive des 3:0 im Hinspiel. Wie so oft war der Diagonale Linus Weber da der Mann des Abends, der junge Nationalspieler und Ex-Berliner hat nach einem Jahr in Italien am Bodensee groß eingeschlagen. Am Wochenende konnte er beim 3:0 gegen Unterhaching ebenso geschont werden wie auch andere Stützen: Marechal, Zuspieler Dejan Vincic oder Mittelblocker Nehemiah Mote.

Friedrichshafen spielt dann gleich am Freitag noch einmal in Berlin beim VC Olympia (15 Uhr), bevor es wieder zurück an den Bodensee geht. Und die BR Volleys wollen sich am Sonntag, erneut in der Max-Schmeling-Halle, an Bühl für die Hinspiel-Niederlage revanchieren.

Der Hit Berlin – Friedrichshafen läuft live im Free-TV, Sport1 überträgt am Mittwoch ab 20 Uhr.

BUNDESLIGASPIELE ZUSAMMENGEFASST

Nach drei Spielen mit nur zwei Punkten hat sich der nächste Gegner der SVG Lüneburg, die powervolleys Düren, mit einem 3:0-Erfolg in Frankfurt zurückgemeldet und Platz drei vor dem dicht gedrängten Verfolgerfeld gefestigt. Frankfurts zarter Aufwärtstrend der letzten Wochen wurde dagegen wieder einmal durch Verletzungssorgen gestoppt – der bisher überragende Diagonale Daniel Malescha musste zum wiederholten Mal Außen ran, weil dort Tim Grozer erneut verletzt ausfiel. Malescha selbst aber war durch eine Grippe geschwächt und musste nach nur einem Satz dem 17-jährigen Youngster Linus Hüger seinen Platz überlassen. Die Hessen können nun am Donnerstag den Sturz auf Platz 9 mit einem Heimsieg gegen den neuen Vierten Giesen rückgängig machen.

Alle Begegnungen seit letztem Donnerstag:

SVG Lüneburg – WWK Volleys Herrsching 3:2
(32:30, 25:15, 22:25, 16:25, 15:12)
125 Min., 0 Zuschauer
MVP: Peemüller – van der Ent
Scorer: Ewert, Peemüller (je 22), Lindberg (18), Krage (13), Schlien (7), van Solkema, Pörner, Gerken (je 1) – Mantha (18), van der Ent, Penrose (je 14), Ilic, Peter (je 10), J. Tille (5), Kaminski, Wieczorek (je 3), Ferch (1)

TSV Giesen Grizzlys – Berlin Volleys 2:3
(19:25, 26:24, 17:25, 25:21, 22:24)
129 Min., 0 Zuschauer
MVP: van Tilburg – Carle
beste Scorer: van Tilburg (23), Wagner (15), Mayaula (9) – Carle (23), Moraes (17), Brehme (13)

United Volleys Frankfurt – powervolleys Düren 0:3
(20:25, 25:27, 24:26)
79 Min., 0 Zuschauer
MVP: Schöps – Brand
beste Scorer: Schöps (16), Baxpöhler (7), Imhoff (6) – Brand (21), Gevert (18), Ernastowicz (12)

VfB Friedrichshafen – TSV Unterhaching 3:0
(25:23, 25:17, 28:26)
76 Min., 0 Zuschauer
MVP: Worsley – Graven
beste Scorer: Maase (21), Fiel (9), Juhkami, Bonin (je 6) – Zahar (15), J. Sagstetter, Topuzliev (je 10)

Bisons Bühl – Netzhoppers KW-Bestensee 1:3
(25:19, 17:25, 21:25, 22:25)
102 Min., 0 Zuschauer
MVP: Ringseis – Goralik
beste Scorer: Kronthaler (12), Vaskelis (10), Szabo (9) – Westphal (16), Weir, Allik (je 13)

TSV Giesen Grizzlys – VC Olympia Berlin 3:0
(25:17, 25:19, 25:13)
68 Min., 0 Zuschauer
MVP: Wagner – Hüther
beste Scorer: Wagner, Mayaula (je 11), van Tilburg (7) – Hoyer, Hüther (je 7), Schulz (6)

Bisons Bühl – VfB Friedrichshafen 0:3
(23:25, 23:25, 20:25)
76 Min., 0 Zuschauer
MVP: Kronthaler – Mote
beste Scorer: Stöhr, Gallas (je 10), Kronthaler (8) – Weber (13), van de Velde (11), Balean (10)