Anton Brehme trumpfte als zweitbester Scorer mit 15 Punkten auf, sechs davon waren Asse. Archivfoto_Wölper

Niederlagenserie verlängert

Verbesserte LüneHünen warten jetzt darauf, dass der Knoten endlich platzt

Der Knoten ist ein wenig gelöst, aber noch nicht geplatzt. Trotz einer weiteren Steigerung gegenüber dem letzten Spiel gegen das übermächtige Berlin wuchs die Niederlagenserie der LüneHünen auf fünf Spiele durch ein 1:3 (18:25, 25:16, 19:25, 21:25) bei den Netzhoppers KW-Bestensee. Der Rivale um einen Playoff-Platz aus dem brandenburgischen Königs Wusterhausen (KW) ist damit bis auf einen Punkt an den Tabellensechsten SVG Lüneburg herangerückt. Den zugespitzten Endspurt in der Bundesliga-Hauptrunde kann die SVG am kommenden Sonnabend (15 Uhr) für sich etwas entschärfen, wenn sie zum nächsten Heimspiel in der Hamburger CU Arena die powervolleys Düren empfängt – ein weiterer harter Mitbewerber um die Ränge 6 bis 8. Grund genug, die LüneHünen vor Ort zu unterstützen, Tickets sind noch erhältlich.

Im zweiten Satz stark wie früher

Einen Neustart hatte Chefcoach Stefan Hübner nach dem letzten Auftritt vor zwei Wochen ausgerufen, hatte dem Match nach guten Trainingsleistungen auch mit viel Optimismus entgegengesehen, doch hinterher musste er konstatieren: „Wir haben uns zwar in fast allen Elementen verbessert, konnten aber noch nicht ganz ins Spiel übertragen, was wir uns erarbeitet haben. Im Angriff haben wir uns schwergetan. Und im Aufschlag brauchen wir noch konstant höheren Druck, der war zeitweise sehr gut, dann aber wieder schlechter. Und in wichtigen Spielphasen waren wir nicht konsequent genug.“

Alle guten Vorsätze schienen schnell Makulatur. Nach ordentlichem SVG-Start (6:5) gingen die Netzhoppers mit einem 8:7 in die erste technische Auszeit und zogen danach davon (11:8, 16:9, 19:12). Denn bei den LüneHünen waren nur die Schnellangriffe zufriedenstellend, ansonsten wurden die Bälle im Angriff zu selten auf den Boden gebracht. Und der Aufschlag war eine große Fehlerquelle. So hatte der Gegner relativ leichtes Spiel.

Doch in Satz zwei änderte sich das grundlegend. Nun dominierte die SVG. Das Service war stark verbessert, weil sich zu Fehlern nun ein halbes Dutzend Asse gesellte. Das erste Tempo über Anton Brehme und Michel Schlien blieb eine Waffe, dazu punkteten Blake Scheerhoorn diagonal sowie Viktor Lindberg und Mike Michelau fleißig über Außen. Michelau war schon im ersten Satz dauerhaft für Antti Ronkainen aufs Feld gekommen und wurde dann auch viel in der Annahme gefordert.

Sicherheit brachte in diesem zweiten Durchgang aber eine Aufschlagserie: Bei einer 6:5-Führung trat Brehme an die Linie, erst beim 13:5 verließ er sie wieder und hatte dabei vier seiner am Ende insgesamt sechs Asse über das Netz geschickt. Diesen klaren Vorsprung gab die SVG nicht mehr her, „da dachte man: Jetzt haben wir das Spiel im Griff“, wähnte sich Hübner mit seinen Mannen endlich auf Kurs Neustart.

Aufschlagserie von Brehme mit vier Assen

Doch es fehlt noch die Konstanz. Nach einem 0:3 in Abschnitt drei nahm er schnell eine Auszeit, nach der sich die SVG allmählich fing (10:10). Die Netzhoppers mussten sich nun jeden Punkt so hart erkämpfen wie ihre Gegenüber – und bauten dabei wieder einmal fast komplett auf die seit Wochen überragenden Casey Schouten (Diagonal) und Dirk Westphal (Außen), die Zuspieler Luke Herr immer wieder gut einsetzte, gestützt auf eine gute Annahme und vorzügliche Feldabwehr. Zur zweiten technischen Auszeit führte die SVG 16:15. Dann kam der Einbruch. Schouten und Westphal machten daraus erst ein 21:16 für die Hausherren, damit war dieser Satz entschieden.

In Durchgang vier kämpfte die SVG mit hohem Einsatz gegen die Krise an, kratzte immer wieder mit Flugeinlagen Bälle vom Boden, hielt das Geschehen über 6:8, 14:14 und 16:17 bis zum 19:21 offen, um dann aber abreißen zu lassen. Dabei war die Angriffsquote in diesem Satz mit 54 Prozent gut – aber KW war besser (60%). Schouten, mit 22 Punkten bester Scorer und MVP, und Westphal (18) waren nicht zu stoppen, Ex-Nationalspieler Westphal düpierte die SVG auch immer wieder clever mit unkonventionellen Angriffsschlägen. MVP bei den LüneHünen wurde Brehme mit 15 Punkten und 60% Angriffsquote, Scheerhoorn sammelte einen Punkt mehr.

Die SVG spielte mit: Lindberg, Schlien, Scheerhoorn, Ronkainen, Brehme, van Solkema, Koslowsky; eingewechselt: Michelau, Pörner, Durkin, Thole.