Florian Krage (M.) im Block mit Denys Kaliberda bei der Nations League gegen Bulgariens Star Tsvetan Sokolov

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Verheißungsvoller Turnierbeginn

Gelungene Kader-Mischung im DVV-Team

Dieser Start in das Turnier der Nations League kann sich für die deutschen Volleyballer sehen lassen. In den ersten drei Spielen gab es insgesamt sechs Punkte und ansprechende Leistungen des neu formierten Teams. Nach dem 3:0 zum Auftakt gegen Australien folgten zwei Krimis: eine 2:3 (25:22, 22:25, 25:22, 16:25, 15:17)-Niederlage gegen Frankreich und ein 3:2 (19:25, 25:21, 22:25, 30:28, 15:11)-Erfolg gegen Bulgarien.

Bundestrainer Andrea Giani, so die ersten Eindrücke des Neuaufbaus nach verpasster Olympia-Qualifikation, scheint bei seiner Kaderzusammenstellung eine gute Mischung aus Routiniers, schon etablierten Mittzwanzigern, die nun mehr Verantwortung tragen, und Newcomern gelungen zu sein. Da wächst etwas heran und zusammen für den neuen Olympia-Zyklus. Und die ersten wichtigen Punkte für die Weltrangliste gab es durch den Sieg gegen das besser platzierte Bulgarien (14., Deutschland ist 21.) auch schon.

Florian Krage dreimal in der Starting Six

Bemerkenswert aus SVG-Sicht war bisher, dass der jahrelange LüneHüne Florian Krage in allen Matches in der Starting Six stand, in seinen Länderspielen 3 bis 5 viel Einsatzzeit bekam und das Vertrauen mit guten Leistungen und Punkten rechtfertigte. Insgesamt bemerkenswert waren aber auch andere mutige Entscheidungen des Bundestrainers. So blieb Außenangreifer Christian Fromm, in Abwesenheit von Lukas Kampa Kapitän, gegen Frankreich ebenso komplett auf der Bank wie Denys Kaliberda. Die weiteren Routiniers Marcus Böhme und Simon Hirsch wurden nur eingewechselt. Der für Fromm aufgebotene Moritz Reichert, zum Turnierstart nur kurz auf dem Feld, wurde mit 19 Punkten bester Scorer.

Gegen Bulgarien war Fromm zwar zurück, musste aber schon Mitte des ersten Satzes für Ruben Schott Platz machen, kam dann im 4. Satz als Diagonalangreifer für Simon Hirsch zurück – ein wirksamer Überraschungseffekt, denn er steuerte noch wichtige Punkte zum Umschwung nach 1:2-Satzrückstand bei. Drei Matchbälle wehrte das DVV-Team ab, legte dann einen fulminanten Tiebreak hin und bezwang die Bulgaren trotz des herausragenden Weltstars Tsvetan Sokolov im Diagonalangriff (26 Punkte), der ja schon in Vereinen wie Trentino, Lube, Kasan und jetzt beim russischen Meister Dinamo Moskau spielte.

Insgesamt 13 Spieler kamen bei diesem Sieg in der DVV-Mannschaft zum Einsatz, darunter aber nicht der zum Turnierbeginn so starke Linus Weber. Auch das ein Zeichen, wie ausgeglichen besetzt der Kader ist. So freute sich Giani nach dem 3:2 dann auch: „Das war ein richtig schweres Spiel, das zweite Fünf-Satz-Spiel in zwei Tagen, und wir haben diese Aufgabe als Team gelöst. Es war ein wahres Vergnügen.“

Gegen Frankreich, 6. der Weltrangliste, war so ein Coup trotz starker Leistung und 2:1-Satzführung noch nicht vergönnt. Nach klaren Führungen im Tiebreak (8:5, 10:7) kippte das Match, als den Franzosen drei Asse in Serie gelangen. Und das 15:16 blieb dann höchst umstritten trotz minutenlanger Challenge und Diskussionen, bevor Frankreich seinen dritten, hart umkämpften Matchball verwandelte. Dass Giani dennoch zufrieden war, zeigte der Beifall, den der Bundestrainer seinen Mannen am Ende spendete.

Ab Donnerstag der nächste Dreierpack

Dazu wird er wohl bei diesem Turnier nach dem hoffnungsvollen Beginn noch öfter Gelegenheit haben. Nach ein paar Ruhetagen geht es am Donnerstag (10 Uhr) weiter gegen Argentinien, am Freitag (12 Uhr) gegen die Niederlande und am Sonnabend (12 Uhr) gegen Slowenien.

Und sonst? Die optimale Ausbeute von 9 Punkten verbuchte bisher nur Brasilien, das Kanada 3:1 und Argentinien 3:0 schlug und selbst die USA 3:0 abfertigte. Titelverteidiger Russland leistete sich eine 2:3-Niederlage gegen Japan, das das Turnier ohne Kapitän Masahiro Yanagida (auch schon in Bühl und Frankfurt) bestreitet. Polen verlor ebenso überraschend 1:3 gegen Slowenien – vielleicht, weil Trainer Vital Heynen auf Wilfredo Leon verzichtete. Dem waren im Match davor gegen Serbien (3:1) satte 13 Asse gelungen, darunter auch eins mit der Bestmarke von 135,6 km/h für den schnellsten Aufschlag.

NEWS AUS DER LIGA

Der künftige Kader des TSV Unterhaching zeichnet sich nun auch immer mehr ab. Mit den Brüdern Jonas und Benedikt Sagstetter haben zwei Stützen verlängert. Zuspieler Benedikt (20) war kürzlich beim Lehrgang der Nationalmannschafts-Talente in Kienbaum, Außenangreifer Jonas (22) war Unterhachings bester Scorer.

Außenangreifer-Talent Laurenz Welsch (18), mit einem Mehr-Jahres-Vertrag ausgestattet und schon einige Male bei den WWK Volleys Herrsching eingesetzt, wird an Zweitligist TSV Mühldorf verliehen, um mehr Spielpraxis zu sammeln.

NEWS AUS DER SZENE

Die deutschen Frauen sind mit einem 2:3 nach 2:0-Satzführung gegen China in die zweite Turnierwoche der Nations League gestartet. Zum Auftakt hatte es 5 Punkte aus drei Matches gegeben. Am Dienstag geht es gegen die Türkei und am Mittwoch gegen Kanada.

Zwei 9. Plätze waren das beste Ergebnis für die deutschen Duos beim 4-Sterne-Turnier der Weltserie im Beachvolleyball. Im russischen Sotschi bedeutete dieser Rang für Laura Ludwig/Margareta Kozuch immerhin die endgültige Qualifikation für die Olympischen Spiele. Das zweite Tokio-Ticket für DVV-Frauen hatten zuvor schon Karla Borger/Julia Sude in der Tasche, die Form fehlt aber noch: zwei verlorene Gruppenspiele. Neunte wurden auch Victoria Bieneck/Isabel Schneider. Die bei den Männern gemeldeten Julius Thole und Clemens Wickler konnten verletzungsbedingt nicht antreten, nachdem Thole im Training umknickte. Ab Mittwoch steht in Ostrava/Tschechien das nächste 4-Sterne-Turnier an.

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