Der Brasilaner Friedrichshafens, Daniel Muniz (l.), war bester Screr des Abends, hier überwindet er den SVG-Block mit Auke van de Kamp und Michel Schlien. Im Hintergrund Joe Worsley. Foto: VfB

Schwarze Serie hat weiter Bestand

Friedrichshafen auch in Ulm nicht zu bezwingen – 1:3

Die schwarze Serie gegen den VfB Friedrichshafen hält für die SVG Lüneburg auch in einem gänzlich neuen Spielort an. 3:1 (25:20, 25:23, 13:25, 25:12) gewannen die Häfler gestern Abend zum Auftakt der Volleyball-Bundesliga in der ratiopharm-Arena in Ulm, wo das Team vom Bodensee in dieser Saison seine Heimspiele mangels einer geeigneten Halle in der eigenen Stadt austrägt.

SVG-Trainer Stefan Hübner setzte in der Starting Six zum Saisonbeginn auf Michel Schlien und Dalton Solbrig im Mittelblock, auf Richard Peemüller im Diagonalangriff, auf Jordan Ewert und Auke van de Kamp im Außenangriff und natürlich – gegen seinen bisherigen Verein VfB – auf Joe Worsley als Zuspieler sowie auf Tyler Koslowsky als Libero. Und diese Formation hatte einen guten Start, führte bei der ersten technischen Auszeit 8:6 und auch noch länger mit zwei Punkten Vorsprung bis zum 13:11. Der Aufschlagdruck war in dieser Phase hoch, die Feldabwehr sehr gut.

Guter Beginn der LüneHünen und grandioser 3. Satz

Doch dann kamen die Gastgeber besser ins Spiel, gingen ihrerseits in Führung (14:13) und steckten auch weg, dass die SVG den Spieß noch einmal umdrehte (15:16), schafften erneut die Wende (18:16) und stellten dann vom abermaligen Ausgleich (18:18) entscheidend auf 23:18, als die bis dahin am häufigsten erfolgreichen Ewert und van de Kamp plötzlich nicht mehr durchkamen.

Satz zwei blieb bis ganz zum Ende knapper. Setzte sich mal ein Team etwas ab (8:5 VfB), kam das andere schnell wieder heran (12:11). Bei der SVG wurde jedoch die Fehlerquote in der Annahme höher, und das Service ließ nach. Die Süddeutschen dagegen steigerten sich in allen Belangen, und zudem drehte nun ihr brasilianischer Neuzugang auf. Daniel Muniz, dessen Spielberechtigung bis zwei Stunden vor dem Match noch nicht perfekt war, machte nun Punkt und Punkt – am Ende 20 als Topscorer des Abends. Und der Block mit Marcus Böhme und Lucas van Berkel packte immer häufiger zu (insgesamt 8 direkte Punkte). So blieb alles offen bis zum 24:23, dann versenkte Vojin Cacic den Satzball, 2:0.

Die Häfler schienen auch ohne Stamm-Zuspieler Dejan Vincic einem schnellen Sieg entgegenzusteuern, noch schneller aber wurden sie geerdet. In nur 21 Minuten gewann die SVG den dritten Durchgang mit 25:13, weil nahezu alles gelang. Die Weichen waren so schnell gestellt (8:4, 12:7, 16:10), dass sich der VfB erlaubte, seine drei besten Scorer Muniz, Cacic und Simon Hirsch nach und nach zur Schonung auf die Bank zu beordern.

In Satz vier nichts mehr zu bestellen

Zu Abschnitt vier waren sie alle wieder dabei, und nun lief es genau umgekehrt. Die SVG bekam kein Bein mehr auf den Boden und wurde geradezu abgewatscht: Beim 13:5 landete die SVG ihren ersten eigenen Punkt durch den eingewechselten Arthur Nath, am Ende dieses Satzes waren es gerade einmal 6 eigene Zähler von 12, den Rest lieferte der Gegner mit Fehlern, vor allem im Service. Den Matchball verwandelte dann Cacic, wieder einmal vom starken Zuspieler Stefan Thiel (auch MVP) gut eingesetzt. MVP bei der SVG wurde Ewert, mit 16 Punkten auch ihr bester Scorer.

„Wir haben das Duell Aufschlag – Annahme, heutzutage sehr wichtig im Volleyball, verloren“, sah SVG-Chefcoach Stefan Hübner den Hauptgrund, warum sein Team leer ausging. „Mit dem Start waren wir eigentlich ganz zufrieden, wir haben uns gut reingewühlt ins Spiel, nur leider die Sätze eins und zwei noch abgegeben. Später war dann Friedrichshafens Power und Physis zu groß.“

SVG: Solbrig, Worsley, van de Kamp, Schlien, Peemüller, Ewert, Koslowsky; eingewechselt: Nath, Pörner, Gerken.

Volleyball-Bundesliga, Volleyball-News

Volleyball Bundesliga