Auch für die SVG Lüneburg wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Nachdem der Volleyball-Bundesligist bisher überraschend stets gepunktet hatte, ging der Aufsteiger im sechsten Versuch erstmals leer aus – und das letztlich deutlich mit 0:3 (21:25, 16:25, 13:25) bei den powervolleys Düren, die in 77 Minuten Netto-Spielzeit nicht eine einzige Auszeit nahmen, so souverän trumpften sie insgesamt auf.
Einen Satz lang schien für die SVG, im Gegensatz zu früher inzwischen ein Schnellstarter, durchaus auch beim Tabellenvierten vor 1310 Zuschauern etwas drin. Falko Steinke, Tijmen Laane und Scott Kevorken punkteten zunächst gut, der erste Satz blieb absolut offen, zur zweiten technischen Auszeit lag die SVG vorne (16:15) und hatte bis kurz vor Ende die Möglichkeit zum Satzgewinn.
„Wer weiß, wie es gelaufen wäre, wenn wir 1:0 in Führung gegangen wären“, unkte Trainer Stefan Hübner später, wohl in Erinnerung an den starken Auftritt in Rottenburg (2:3). Dass es nicht dazu kam, lag am fehlenden Quäntchen Glück, dass geblockte Bälle knapp ins Aus statt ins gegnerische Feld gingen. Vor allem aber war bei den Hausherren Jung-Nationalspieler Marvin Prolingheuer, 2,08 Meter langer Diagonalangreifer, nie in den Griff zu bekommen (16 Punkte).
Er wurde von Steven Hunt im Außenangriff als bester Scorer sogar noch übertroffen (18). Der  Kanadier wurde bei Düren denn auch als MVP geehrt, bei der SVG war es sein Landsmann Erik Mattson. Der Libero hatte gegen seinen letztjährigen Verein mal wieder eine gute Annahmequote (64 % positiv), ohne allerdings an die Form der letzten Wochen anknüpfen zu können.  So verschätzte er sich bei Aufschlägen dreimal, ließ Bälle der Dürener passieren und schenkte so drei Asse. Aber auch Mattsons Nebenleute konnten nicht an die vorherigen Leistungen anschließen. So punkteten Steinke (10) und Laane (9) erstmals unter ihren Möglichkeiten, kamen auch die Aufschläge nicht wie sonst – ein mageres Ass steht in der Bilanz..
So nahm das Verhängnis langsam seinen Lauf. In Durchgang zwei sah es bis zur Mitte noch recht verheißungsvoll aus (12:10), dann setzten sich die Gastgeber langsam ab. Immer seltener war nun der SVG-Block erfolgreich, immer häufiger dagegen kam Düren mit Aufschlägen zu Punkten und mit seinen Angriffen durch, glänzte zudem mit einer bestens organisierten, aufopferungsvoll kämpfenden Feldabwehr. Auch die eingewechselten Stefan Köhler (für René Bahlburg) und Jannik Pörner (für Steinke) konnten daran nichts mehr ändern. Ebenso nicht Patrick Kruse, der zum dritten Satz für Michel Schlien kam.
Dieser dritte Akt des längst einseitigen Matches wurde dann ganz bitter. Endgültig vorbei war es mit Dürens anfänglicher herzlichen Freundlichkeit, mit der Ex-Spieler Mattson und besonders Stefan Hübner, der die letzten zwei Jahre seiner Spielerkarriere in Düren verbracht hatte, begrüßt worden waren. Die Gastgeber kannten keine Gnade mehr. Als dem 20 Zentimeter kleineren Zuspieler Ciaran McGovern ein Monsterblock gegen Steinke gelang (11:7), gelang plötzlich alles. Immer weiter zog Düren davon, bei der SVG gingen die Köpfe  runter, schließlich wirkte der erste verwandelte Matchball wie eine Erlösung.
Erstaunlich gefasst nahm Hübner die Niederlage und die Art, wie seine Mannschaft am Ende vorgeführt wurde, hin. „Vorgeführt? Nein, davon will ich nicht sprechen. Wenn ein Gegner so konstant den Druck aufrecht erhalten kann, wird es schwer, sich im dritten Satz noch dagegenzustemmen, da fehlt uns noch die Stabilität“, bilanzierte der SVG-Coach. „Im ersten Satz haben wir sehr diszipliniert gespielt und gut gegengehalten. Das wurde dann immer schwieriger, weil Dürens Druck höher und höher wurde. Und die haben aus der Annahme heraus konstant stabil gespielt. Gegen so einen Gegner stoßen wir dann doch an unsere Grenzen. Abhaken und nach vorne blicken – Dresden wird am Mittwoch jetzt viel wichtiger, als sich zu lange mit diesem Spiel aufzuhalten.“
SVG: Kevorken, Schlien, Steinke, Laane, Bahlburg, Sabaté, Mattson; eingewechselt: Pörner, Köhler, Kruse.