Planungen werden konkreter

Kaderformation bei LüneHünen nimmt Fahrt auf

Zum Ende der Lizenzierungsfrist in der Volleyball-Bundesliga am 15. Mai gab es keine Überraschungen mehr, die Lage in der Corona-Krise hat sich nach dem Rückzug des TV Rottenburg und der AlpenVolleys Haching nicht weiter zugespitzt. Die Beletage ist in der neuen Saison aus zehn Vereinen zusammengesetzt, natürlich auch ohne die insolventen Volleys Eltmann. Neu hinzukommt – wie turnusgemäß alle zwei Jahre – das Internatsteam VC Olympia Berlin.

Die SVG Lüneburg hat in schwierigen Zeiten ihr erstes Ziel erreicht und auch eine Lizenz beantragt. „Dazu war aber auch ein dickes Brett zu bohren“, verweist Geschäftsführer Andreas Bahlburg auf einen reduzierten Personaletat und zusätzliche unumgängliche Einsparmaßnahmen, zumal sich die Hoffnungen, schon zu den nächsten Playoffs in die neue Arena umziehen zu können, längst zerschlagen haben. Und allgemein sagt er als Sprecher der Männer-Bundesliga: „Wir sind froh, dass kein weiterer Verein weggebrochen ist und sind optimistisch, dass wir Anfang Oktober in die neue Saison starten können – unter welchen Voraussetzungen auch immer.“ An Konzepten hinsichtlich Hygieneplänen und Organisation von Spielen wird jetzt in der VBL gearbeitet, ebenso am Spielplan für 2020/21.

Unwägbarkeiten in der Corona-Krise bleiben

Obwohl die wirtschaftliche Lizenzierung noch aussteht (Termin: 1. September), nehmen die Planungen nun also Fahrt auf, auch die personellen Weichenstellungen für den neuen SVG-Kader. Die längst ausgeworfenen Angeln werden eingeholt und die Verträge unterschrieben – mit dem Vorbehalt, dass sie nur gültig werden, wenn die Saison auch wirklich gespielt werden kann und darf und nicht erneut das Virus Covid-19  einen Strich durch die Rechnung macht. Den ersten Neuzugang der LüneHünen werden wir denn auch zeitnah bekanntgeben.

Insgesamt war es hilfreich, dass einige Sponsoren schon zugesagt haben, die SVG im gleichen Umfang wie bisher zu unterstützen und andere auf Rückforderungen wegen der abgebrochenen vergangenen Saison verzichteten. Dennoch ist der Gürtel künftig enger geschnallt, sind doch die Beiträge für die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft kräftig erhöht worden. Zudem weiß noch keiner, wie viele Zuschauer beim Re-Start in die Halle dürfen und welche Kosten durch die Hygienemaßnahmen auf die Vereine zukommen.

Der (gefühlte) amtierende Meister Berlin Volleys, der bei Abbruch der letzten Saison ja souverän in Führung lag, aber ohne Titelehren in die Zwangspause ging, rückte in der vergangenen Woche noch einmal in die Schlagzeilen. Da machte das Gerücht die Runde, die Hauptstädter hätten einen Lizenzantrag für die polnische PlusLiga eingereicht. Eine missverständliche Äußerung des polnischen Verbandspräsidenten griffen einige Medien auf und verkündeten einen möglichen Wechsel Berlins in die Liga des Weltmeisters.

Nicht nur Berlin hofft auf Normalität

So sah sich Berlins Geschäftsführer Kaweh Niroomand, der einen Ideenaustausch mit Verantwortlichen in Polen einräumte, genötigt, klarzustellen: „Vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen, vor denen wir und der Volleyballsport stehen, gehen unsere strategischen Überlegungen in alle Richtungen. Jedoch haben wir uns ausschließlich in der Bundesliga offiziell um eine Lizenz beworben, denn wir hoffen natürlich, dass die VBL-Saison 2020/21 in der gewohnten Form beginnen und stattfinden kann.“

Die Männer-Bundesliga bilden also: SVG Lüneburg, Berlin Volleys, United Volleys Frankfurt, VfB Friedrichshafen, WWK Volleys Herrsching, SWD powervolleys Düren, Netzhoppers KW-Bestensee, Helios Grizzlys Giesen, Volleyball Bisons Bühl und VC Olympia Berlin.

In unveränderter Zusammensetzung wird die Frauen-Bundesliga in die neue Saison starten, alle elf bisherigen Clubs haben eine neue Lizenz beantragt.