Die SVG Lüneburg hat sich in den vergangenen zwölf Monaten gar nicht bzw. nur kaum zum Thema Arena geäußert. Wieso äußert sie sich jetzt?

Wir haben uns immer zurückgehalten, um Politik und Verwaltung in Ruhe arbeiten zu lassen. Es nützt nichts öffentlichkeitswirksam die Keule zu schwingen. Wir haben im Hintergrund mit allen Beteiligten vertrauensvoll zusammengearbeitet, dafür sind wir auch dankbar. Nun steht am Montag jedoch die richtungsweisende Abstimmung zur Arena im Kreistag an und ich sehe es als meine Pflicht an im Namen der SVG Lüneburg auf die Bedeutung dieser Abstimmungen hinzuweisen.

 

Welche Bedeutung hat die Abstimmung denn für die SVG Lüneburg?

Die Halle bietet uns neben der Sicherheit, weiter in der 1. Bundesliga spielen zu können, die dringend benötigten Vermarktungsmöglichkeiten. Sie ist für uns, aber auch für die Region eine elementare Entscheidung. Nehmen wir unsere Chancen als wachsende Region wahr oder sind wir an entscheidenden Stellen zu rückwärtsgewandt?

 

Worauf kommt es denn dann in den letzten Tagen vor der Abstimmung an?

Jetzt gilt es, sich klar zur Idee Konzerte, Kultur und Sport in einer Arena zu bekennen; Und für das Projekt Bundesliga Volleyball und zu uns als SVG Lüneburg. Denn mit der Arena Lüneburger Land ist auch das Schicksal der SVG Lüneburg verbunden. Wir haben mit der SVG ein einmaliges Projekt vor über 10 Jahren gestartet, dass inzwischen von einer breiten Mehrheit der Lüneburger  Bürger und der Unternehmerschaft positiv gesehen und getragen wird. Seit mehreren Jahren sind alle Heimspiele restlos ausverkauft, wir haben in Hamburg an einem Mittwoch gezeigt, dass wir auch eine große Halle füllen können und haben bundesweit bishin zur Sportschau in der ARD den Namen der Hansestadt Lüneburg repräsentiert. Jetzt ist die Politik am Zug sich zur SVG Lüneburg zu bekennen oder eben nicht.“

 

Wie sind denn die bisherigen Signale der Politik im Bezug auf die anstehenden Abstimmungen?

Wir haben positive Signale aus den Fraktionen erhalten. Es ist klar, dass es in den verschiedenen Fraktionen zu unterschiedlichen Punkten Diskussionsbedarf gibt. Das wird auch noch bis zur letzten Sitzung vor der Abstimmung so sein und wahrscheinlich bei jeder weiteren. Nachdem uns aber eine breite Mehrheit der Kreispolitik und Stadtpolitik in den letzten Jahren und Monaten ihren Willen und ihre Unterstützung zugesichert hat, nehmen wir die Politik bei der Abstimmung zur Arena beim Wort. Zumal wir zuletzt mit dem Ziel einer besseren Wirtschaftklichkeit der Arena auch Abstriche bei möglichen Nutzungszeiten unter der Woche gemacht haben. Wir haben verbindlich gearbeitet und unsere Planungen auf Aussagen der Politik gestützt. Wir sind Arbeitgeber, Geschäftspartner und Eventveranstalter. Und wir stehen zu den Aussagen, die wir unseren Partnern gegenüber treffen.

 

Hat sie das positive Feedback der Bürger während der Projektplanung überrascht?

Das Thema Arena Lüneburger Land ist von den Lüneburger Bürgern fast ausschließlich positiv bewertet worden. Bei welchen geplanten Bauprojekten gibt es das heute noch, dass es kaum negative Töne oder gar Bürgerinitiativen gibt? Lüneburg und die Region wollen eine Arena. Wir wissen aus Hamburg, dass dieses Potential auch von einem großen Konzertvermarkter erkannt worden ist.

 

Was würde eine weitere Verzögerung oder gar eine Ablehnung des Vorschlags für die SVG Lüneburg bedeuten?

Eine Ablehnung wäre ein Rückschlag für die gesamte Region Lüneburg, die immer mehr nicht nur ein Oberzentrum Ostniedersachsens wird, sondern bereits jetzt die attraktivste Region in der Metropolregion Hamburg ist, Hamburg natürlich ausgenommen. Für uns als Verein müssten wir dann über einen neuen Spielort in Hamburg oder die Beendigung des tollen Projektes Bundesliga-Volleyball sprechen.

Eine Zurückweisung wäre aber auch ein herber Schlag für die Glaubwürdigkeit der Kommunalpolitik. Es gilt jetzt, dass alle Parteien an einem Strang ziehen und etwaige Ausreißer sich an ihren Worten vergangener Tage messen lassen müssen. Auch wenn man dafür vielleicht bis zuletzt noch an Details der Beschlüsse sitzen muss.

 

Wenn der Kreis vorlegt, muss auch die Stadt nachziehen. Wird das gelingen?

Damit beschäftigen wir uns nach einer hoffentlich erfolgreichen Abstimmung des Kreises. Doch der Stadtrat hat den Kreis beauftragt Verträge und ein Konzept zu erarbeiten. Wenn der Rat oder einzelne Parteien nun eigene Ideen bzw.Ansätze präsentieren, würde dieses das Procedere und die Zusammenarbeit zwischen Kreis und Stadt in einem schlechten Licht erscheinen lassen. Allen Beteiligten sind die Kontaktpersonen seitens des Kreises bekanntgewesen, so dass ich davon ausgehe, dass etwaige Absprachen im Vorfeld erfolgt bzw. eingearbeitet worden sind.