Ray mit erfolgreicher Annahme
Gestresste LüneHünen bei einem ausgeruhten Gegner
Es ist eigentlich ein ohnehin schon ungleiches Duell, angesichts des mehrfach höheren Saisonetats des Rekordmeisters ein Vergleich David gegen Goliath. Doch dieser Auftakt ins Playoff-Halbfinale gegen den VfB Friedrichshafen läuft für die LüneHünen zusätzlich unter erschwerten Bedingungen. So haben sie nur eine kurze Pause gehabt, und zwei Fünf-Satz-Spiele innerhalb von vier Tagen werden ebenso in den Knochen stecken wie eine etwa zwölfstündige Busfahrt in den Süden. So gilt es wohl vor allem, das Beste aus diesem Halbfinalstart zu machen, wenn am Mittwoch (20 Uhr/Stream auf sporttotal.tv) der Anpfiff ertönt.
Das Match läuft wieder im Public Viewing bei Vereinswirt Stelios in Kirchgellersen (Restaurant „Alexander der Große“).

Gute Stimmung trägt das SVG-TeamSo happy alle am Sonntag mit dem Weiterkommen nach dem Sieg gegen Frankfurt waren – nur drei Tage später stellt das erste von maximal fünf Halbfinals in der Serie „best of 5“ nun besondere Herausforderungen. Kein Wunder, dass Trainer Stefan Hübner launig meinte: „Nordsee wäre mir jetzt lieber als Bodensee.“ Nach zwei Kräfte zehrenden Tiebreak-Spielen am letzten Mittwoch und am Sonntag ist das Trainingspensum ohnehin schon erheblich heruntergefahren, nun kommen noch logistische Erschwernisse hinzu. Denn an einen Aufenthalt in Friedrichshafen selbst ist derzeit nicht zu denken, weil durch die Messe AERO die Betten-Kapazität in der Stadt ausgebucht ist.

Zu spät konnte sich die SVG um ein Quartier kümmern, weil nicht nur das eigene Weiterkommen sondern auch der Gegner zu lange offen blieb – es hätte ja auch z.B. Haching werden können. Also übernachtet der SVG-Tross von Dienstag auf Mittwoch in Oberreute bei Lindau, etwa 50 Kilometer von Friedrichshafen entfernt. Und dort findet auch die letzte Trainingseinheit vor dem Spiel statt, der Weg zur ZF Arena ist mehr als eine Autostunde weit. „Das sind natürlich alles keine optimalen Bedingungen, aber die gute Stimmung im Team hilft in dieser Phase weiter“, hofft der Coach, dass sich seine Schützlinge von solchen Störfaktoren nicht beeindrucken lassen.
Gegen Frankfurt jedenfalls brachten Ryan Sclater & Co. viel Energie und Behauptungswillen ein, wollten unbedingt im Geschäft bleiben. Selbst Hübner steuerte ungewöhnlich oft die Siegerfaust bei und gab seine Emotionen so aufs Feld weiter. „Und die Jungs haben es ruhig und souverän gespielt, obwohl sie immer wieder im Rückstand lagen“, lobte der Sportliche Leiter Bernd Schlesinger.

VfB-Trainer Heynen fordert SteigerungSo weiß selbst Friedrichshafens Chefcoach Vital Heynen, wie schwer es gegen die LüneHünen wird, obwohl die Häfler klar in der Favoritenrolle sind. „Wir müssen besser spielen, sonst bekommen wir gegen jeden Gegner ein Problem,“ war er trotz der zwei Siege (jeweils 3:0) gegen Bühl nicht zufrieden. Immerhin brauchte seine Mannschaft nur zwei Spiele zum Weiterkommen und hatte nun eine Woche Zeit, durchzuschnaufen und sich gezielt vorzubereiten. Und trotz der 2:3-Heimniederlage im Januar in der Bundesliga-Hauptrunde, der einzigen in der ZF Arena, ist der VfB daheim natürlich eine Macht.

Anders sieht das dann vielleicht schon am kommenden Sonnabend (20 Uhr) beim zweiten Match in der Hamburger CU Arena aus. Der Vorverkauf läuft bereits