Kategorie: Bundesliga-Team

Finalniederlage mit Applaus

Nur einen Satz lang gelang es den LüneHünen von Stefan Hübner dem Supercupsieger und Pokalverteidiger VFB Friedrichshafen Paroli zu bieten. Am Ende stand ein glattes 0:3 zu Gunsten der Häfler auf dem Tableau, die damit zum 16. Mal den DVV-Pokal gewonnen haben. Unterstützt von über 700 Lüneburgern überzeugte die SVG Lüneburg zumindest im ersten Satz.

Hellwach starteten die LüneHünen in den ersten Durchgang. Mit zwei Blöcken stand eine 3:0-Führung zu Buche. Aber die Antwort der Häfler ließ nicht auf sich warten. Bei Aufschlag Philipp Collins drehen sie das Spielstand auf 3:5. Fortan entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel mit wenigen Fehler und starken Abwehrreihen (6:8, 10:9, 16:13). Vor allem Cody Kessel war es, der immer wieder den Friedrichshafener Block überwinden konnte. Am Satzende erhöhten beide Teams das Risiko, es  schlichen sich zunehmend mehr Fehler ein. Kopf an Kopf geht es auf das Satzende zu und ausgerechnet mit einem Netzfehler der SVG sichert der VFB sich den ersten Durchgang (23:25). „Wir haben sehr gut begonnen und waren nah dran, diesen Satz zu holen. Es war klar, dass der Gewinn von Durchgang eins für das jeweilige Team ein psychologischer Vorteil sein würde“, sagt SVG Mittelblocker Noah Baxpöhler.

Den besseren Start in den zweiten Satz hatte dann auch der VFB. Die Mannschaft von Stefan Hübner startete mit Fehlern sowohl in der Annahme und als auch im Zuspiel und liegt schnell zurück (2:5). Im Gegensatz zur Bundesliga können strittige Entscheidungen im Pokalfinale in einer Video-Challange überprüft werden. Eine Option, die die Häfler gleich zweimal mit Erfolg zogen und die die LüneHünen scheinbar weiter außer Tritt brachte (6:13). Das Team von Vital Heynen lief hingegen zu Bestform auf und setzte sich weiter ab (11:18, 14:22). Auch ein weiterer Wechsel mit Gijs van Solkema für Adam Schriemer brachte die SVG nicht zurück ins Spiel. Der VFB nutzt seinen ersten Satzball zum 0:2 (18:25). „Da ist der VFB immer besser ins Spiel bekommen. Ab dem zweiten Satz war die Annahme bei den Häflern sehr stark“, so Baxpöhler.

Deutlicher bissiger startete Lüneburg in den dritten Durchgang und setzte Friedrichshafen erfolgreich unter Druck. Cody Kessel, Ryan Sclater und Noah Baxpöhler brachten die LüneHünen in Führung (5:3). Für einen Moment schien es, als ginge ein Ruck durch die Mannschaft, Ryan Sclater punktete zu 8:5 für die SVG. Bei Aufschlag Athanasios Protopsaltis für den VFB verliert die Mannschaft von Stefan Hübner aber komplett den Rhythmus (8:11) und findet in der Folge auch kein Rezept gegen die Angriffe der Häfler. Auch die Anfrage einer Video Challange von Stephan Hübner durchbricht den Spielfluss der Friedrichshafener nicht und lässt den Pokalverteidiger davon ziehen (12:16, 14:18, 15:22). Der Wille gegen die in dieser Phase unbeirrt stark spielenden VFB´ler war gebrochen, sie nutzten den ersten Matchball zum 16:25 und gewinnen verdient den DVV-Pokal 2019. „Zu verlieren ist nie schön. Aber wir gewinnen gemeinsam und heben dabei nicht ab, und wir verlieren gemeinsam und gehen dabei nicht unter. Es ist beeindruckend was unsere über 700 Lüneburg Fans für eine Stimmung in der Arena gezaubert haben. Der Zusammenhalt zeichnet uns aus und deshalb wird man auch in Zukunft noch von uns hören“, blickt SVG Geschäftsführer Andreas Bahlburg voraus.

WohnStore wird neuer Silbersponsor

Die SVG Lüneburg kann stolz einen weiteren Silbersponsor präsentieren

WohnStore hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung genommen und genießt in der Region einen hervorragenden Ruf mit seinen mittlerweile mehr als 80 Mitarbeitern. Aus dem ersten Fachgeschäft für schönes Wohnen ist derweil eine Unternehmensgruppe mit 3 Firmen an 6 verschiedenen Standorten entstanden. Erstmals sichtbar ist der neue Partner des Mehrjahresvertrags beim Pokalfinale in Mannheim, bei dem WohnStore auf den Trikothosen vertreten sein wird.

Vorschau aufs Pokalfinale

Vom Pokalsieger-Besieger zum Pokal-Triumphator?

LüneHünen sind gegen Friedrichshafen „für alles bereit“

Pokalsieger-Besieger sind sie schon seit dem 12. Januar. Da setzten die LüneHünen einer Saison voller positiver Schlagzeilen die bisherige Krone auf: 3:2 in der Höhle des Löwen, Triumph beim VfB Friedrichshafen, erstmals überhaupt ein Erfolg am Bodensee. Seitdem sind die Träume gereift, am 24. Februar 2019 noch nachdrücklicher Geschichte zu schreiben, sich mit einem noch größeren Coup in die Annalen des Deutschen Volleyball-Verbandes einzutragen und nun dem Titelverteidiger den Cup abzunehmen. In Mannheim elektrisiert an diesem Sonntag ab 13.30 Uhr (kommentierter Stream auf sport1.de) das 47. Endspiel der Männer. Ein Match zweier Gegner auf Augenhöhe, nicht mehr so ein ungleiches Duell wie vor vier Jahren, als der Emporkömmling aus dem Norden – gerade erst frisch aufgestiegen – beim 0:3 in nur 68 Minuten chancenlos war.

 

„Die Vision ist der stärkste Antrieb und das wichtigste Element für einen Erfolg.“ (unbekannter Autor)

Ein Match David gegen Goliath ist es immer noch, schließlich sind die Häfler Rekord-Pokalgewinner mit 15 Titeln und können sich nun die begehrte Trophäe zum dritten Mal in Folge sichern. Der SVG Lüneburg dagegen winkt der erste große Titel überhaupt in der Vereinsgeschichte, hat sie sich doch unter den Topteams etabliert, wird landauf, landab gelobt, und wird ihr trotz der sicher weiter bestehenden Außenseiterrolle gegen den großen VfB Friedrichshafen von vielen zugetraut, dieses Finale zu rocken. Zumindest träumen ist da mal erlaubt, zumindest in Fan-Kreisen. Ob auch die LüneHünen inzwischen träumen (dürfen)? Cheftrainer Stefan Hübner jedenfalls bleibt da wie stets nüchtern realistisch: „Beeinflussen können wir nur unsere eigene Leistung. Ich bin mir sicher, dass wir ein gutes Spiel machen werden. Was dann dabei herauskommt, wird man sehen.“

 

Nicht wieder so eine klare Sache wie 2015

Auch Hübners Antwort auf die Frage, wie groß denn die Aufregung bereits sei, geht in diese Stoßrichtung: „Anspannung und Aufregung entstehen nur, wenn man sich mit dem Ausgang beschäftigt, darüber nachdenkt, wie ein Spiel laufen und ausgehen könnte. Unser Ansatz ist ein anderer, wir wollen einfach unsere best mögliche Leistung abrufen. Dieses Konzept verfolgen wir immer, frischen es immer wieder auf und vertiefen es, egal, was für ein Spiel ansteht.“ Und wie sagte er doch schon nach dem letzten Punktspiel gegen Bühl hintersinnig schmunzelnd: „Wir gehen da ohne Erwartungen rein, sind aber für alles bereit.

Dabei, so glaubt der Coach, wird auch die ungewöhnlich große Kulisse mit bis zu 12000 Zuschauern nicht zum Hemmschuh werden. Hübner: „Wir haben schon vor 6500 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle gespielt, die gegen uns waren. Da machen ein paar tausend mehr auch nicht den großen Unterschied, solche Kulissen sind wir mittlerweile gewöhnt – das werden wir sogar genießen.“ Und vielleicht sind ja außer den etwa 600 SVG-Fans vor Ort plus den Anhängern der Schweriner Frauen im doppelten Duell Nord gegen Süd auch viele neutrale Zuschauer dann auf der Seite des Außenseiters.

 

„Große Kulisse werden wir genießen“

Der hat sich auf jeden Fall einen großen Respekt des Favoriten erworben. VfB-Kapitän Markus Steuerwald im „Volleytalk“ auf sport1.de: „Ich habe die Lüneburger schon am Beginn der Saison hoch eingeschätzt und bin bestätigt worden. Sie haben eine sehr, sehr gute Mannschaft. Wir werden sie auf jeden Fall nicht unterschätzen.“ Dennoch ist der Libero natürlich von der eigenen Stärke überzeugt: „Wir sind eine gute, ausgeglichen besetzte Mannschaft. Und wir werden nicht zweimal in einer Saison gegen die gleiche Mannschaft verlieren.“ Selbstbewusst sind aber auch die LüneHünen. Stellvertretend die Einschätzung von Mittelblocker Noah Baxpöhler, ebenfalls im „Volleytalk“: „Underdog sind wir nur auf dem Papier, in dieser Saison kann jeder jeden schlagen. Das wird im Gegensatz zu den letzten Jahren eine ziemlich ausgeglichene Partie.“ Und auf die Frage, warum die SVG Pokalsieger wird, legte er nach: „…weil wir eine große Familie sind in der Mannschaft.“

Die Häfler haben einen sehr ausgeglichenen, ausschließlich mit Nationalspielern besetzten Kader. Und Trainer Vital Heynen damit allzeit die Möglichkeit zu reagieren und zu wechseln. Er ist auch stets für überraschende Personalentscheidungen gut. Er schulte zum Beispiel schon Mittelblocker Andreas Takvam zum Außenangreifer um und beorderte ihn wieder zurück in die Mitte. Oder er stellte schon öfter den zweiten Libero Thilo Späth-Westerholt mit Erfolg in den Außenangriff. In den letzten Spielen wählte der Coach eine Taktik mit zwei Liberos: Späth-Westerholt bei Aufschlag des Gegners, Steuerwald bei eigenem Aufschlag. Jetzt könnte Allzweckwaffe Späth-Westerholt als zweiter Zuspieler eingeplant sein. Denn für diese Position gibt es nur Jakub Janouch, Spät-Zugang Rafael Redwitz ist im Finale nicht spielberechtigt, da im Halbfinale noch nicht im Kader.

 

Videobeweis, aber Keine technischen Auszeiten

Die SVG scheint auf alle Eventualitäten vorbereitet, legte noch ausführlichere Videositzungen als üblich ein, und sprach auch über Kleinigkeiten im Ablauf, der einem Champions-League-Spiel entspricht: es gibt keine technischen Auszeiten, dafür aber ein Challenge-System für die Trainer (Video-Beweis). Jeder Trainer hat pro Satz zwei Einspruchs-Möglichkeiten. Hat er Unrecht, verringert das die Zahl, hat er Recht bleibt die Anzahl der Vetos bestehen.

Generalprobe geglückt

Die Bisons boten den LüneHünen nur kurz die Stirn. Am Ende waren sie aber beim 3:1 Heimerfolg der SVG Lüneburg chancenlos.

Gleich mit dem Beginn des ersten Satzes setzten die LüneHünen eine Duftmarke zum 3:0, eine Führung, die im ersten Durchgang nicht mehr in Gefahr kommen sollte. Die Bisons, die krankheitsbedingt nur mit 9 Spielern angereist waren, hielten immer den Anschluss, aber mehr war in dieser Phase des Spiels für die Gäste nicht drin (8:5; 13:11; 16:14). Erst als sich die Gastgeber mit einem Dreierblock sechs Satzbälle zum 24:18 erarbeiteten schien deren Konzentration etwas nachzulassen und es brauchte fünf Satzbälle, bis die 1:0 Führung perfekt war.

Zunächst schien sich das Szenario im zweiten Durchgang zu wiederholen. Doch als die Bisons mit 3:4 in Führung gingen witterten sie ihre Chance. Die LüneHünen leisteten sich einfache Fehler, mehr als den Anschluss zu halten gelang ihnen aber nicht (6:8; 11:13; 13:16). SVG-Coach Stefan Hübner kommentierte diese Phase im Spiel mit deutlich Worten: „Wir haben da einfach nicht gespielt, was wir wollten. Wir haben die Kontrolle über das Spiel abgegeben und das ist ärgerlich“. Mit der Einwechslung von Gijs van Solkema versuchte er den Satz noch zu drehen. Doch trotz des variablen Angriffs mit Cody Kessel, Ryan Sclater und Raymond Szeto gelang es den Lüneburgern nicht, Bühl wieder die Führung abzunehmen. Bühl nutzte den fünften Satzball (26:28) und glich zum 1:1 aus.

Wachgerüttelt und deutlich fokussierter kamen die Mannen von Stefan Hübner aus der 10-minütigen Pause. „Die Aggressivität war wieder da und das gesamte Team ist deutlich energischer aufgetreten“, so Hübner nach dem Spiel. Nach ausgeglichenem Start gaben sie die Führung nicht mehr ab (8:6; 12:8; 16:12). Während Lüneburg seine Fehlerquote aus dem Spiel heraus senkte, stieg die bei Bühl deutlich an. Ungefährdet ging der Satz mit 25:21 zur 2:1 Führung an die Gastgeber.

Diese Gradlinigkeit behielt die SVG auch im vierten Satz bei. Co-Trainer Bernd Schlesinger unterstrich besonders in Anbetracht des anstehenden Pokalfinales: „Das ist die Körpersprache, die wir von den Jungs sehen wollen.“ Insbesondere zwei starke Aufschlagserien von Ryan Sclater und die gute Spielübersicht von MVP Gijs van Solkema sorgten für eine souveräne Führung der Lüneburger. Der Widerstand der Bisons war gebrochen. Exakt um 21 Uhr nutzte die SVG den zweiten Matchball (25:16) zum 3:1-Erfolg. Und SVG-Trainer Hübner zog kurz und prägnant das positive Fazit: „Das Ergebnis freut uns sehr!“

Finale vorerst nebensächlich

Sinne sind noch ganz für die Bundesliga geschärft

Erst kommt Bühl – dann das Highlight in Mannheim

Die Kür mit dem Pokalfinale in gut einer Woche ist schon allgegenwärtig, erst einmal ist für die LüneHünen aber noch eine Pflichtaufgabe in der Bundesliga – und das möglichst optimal erfolgreich – abzuhaken. Zum neunten Heimspiel der Saison kommt an diesem Sonnabend (19 Uhr) der TV Bühl in die Gellersenhalle, ein Dauer-Starter in den Playoffs. Die Tabelle weist die SVG (3.), die schon 20 Punkte mehr gesammelt hat als die Gäste (8.), als klaren Favoriten aus. Doch Bisons – so werden die Bühler genannt – dürfen nie unterschätzt werden, sind wie alle Wildtiere gefährlich, wenn sie gereizt werden. Auch die SVG erlebte da in der Vergangenheit schon unliebsame Überraschungen. Tickets für das Spiel sind an der Abendkasse noch erhältlich.

 

Ausgerechnet jetzt gegen letztjährigen Pokalfinalisten

Dass es kurz vor dem Highlight Pokalfinale im neunten Bundesliga-Heimspiel ausgerechnet gegen Bühl geht, hat eine besondere Note: Der Kontrahent aus dem Badischen stand im letzten Endspiel 2018, ebenfalls gegen Friedrichshafen, und war chancenlos (0:3). Bühl war auch damals Achter, der VfB spielte eine Saison, in der er bis zu den Playoffs Sieg an Sieg reihte. Bevor die LüneHünen nun aber Friedrichshafen mehr fordern wollen, geht es erst einmal darum, das Punktekonto für eine optimale Ausgangsposition in den Playoffs weiter aufzustocken. Nebenbei winkt da eine weitere Bestmarke in dieser außergewöhnlichen Saison. 38 Zähler stehen bisher auf dem Konto, womit das beste bisherige Ergebnis aus der Spielzeit 2015/16 am vergangenen Sonnabend eingestellt wurde.

Angesichts des ganzen Trubels um das näher rückende Mega-Event in Mannheim inklusive vieler Medientermine für die Mannschaft ist die Gefahr nicht von der Hand zu weisen, dass das Alltagsgeschäft Bundesliga leidet. Wie gut können das Kapitän Matthias Pompe & Co. ausblenden? „Das brauchen wir nicht auszublenden – die Jungs blenden es gar nicht erst ein. Wir beschäftigen uns noch nicht mit dem Finale“, sieht Cheftrainer Stefan Hübner kein Problem. „Das funktioniert ganz gut. Wir sind wie vor jedem Spiel total fokussiert auf die nächste Aufgabe und die heißt Bühl. Für die Spieler sind jetzt alle Medientermine abgehakt, sie arbeiten im Training gut und konzentriert. Das Niveau in der Liga ist so hoch, dass das vor jedem einzelnen Spiel auch nötig ist.“

 

LüneHünen noch ganz auf Bundesliga fokussiert

Volle Konzentration wird auch nötig sein. Denn die Bühler brauchen im spannenden Dreikampf mit Herrsching und KW-Bestensee um die Playoff-Plätze sieben und acht jeden Punkt. Fünf Zähler und die Rückeroberung von Rang acht gab es am vergangenen Wochenende beim Doppelauftritt gegen VCO Berlin (3:1) und KW-Bestensee (3:2). Dass Bühl überhaupt so hart um diesen Platz kämpfen muss, ist einem großen Verletzungspech, das sich durch die ganze Saison zieht, geschuldet.

Schon vor dem Hinspiel, das die SVG 3:0 gewann, fiel der einzige Libero Tomas Ruiz (Hüft-Operation) aus, Außenangreifer Tim Stöhr wurde für diese Position umgeschult. Langzeitverletzt ist auch der starke usbekische Mittelblocker Akhrorjan Sobirov (Achillessehne). Der für ihn als Ersatz nachverpflichtete David Martin (USA) musste am letzten Wochenende ebenso angeschlagen passen wie US-Außenangreifer Jacob Arnitz. Und mit unterschiedlichen Blessuren schlägt sich immer wieder Außenangreifer Corbin Balster herum.

 

Gegner mit hoher individueller Qualität

Dennoch bürgen Spieler wie Bruno Lima, Anton Qafarena oder Mario Schmidgall für hohe Qualität im Kader des am Saisonende scheidenden Trainers Ruben Wolochin. Der Argentinier wird dann nach acht Jahren von Johan Verstappen, dem derzeitigen U20-Nationaltrainer und Coach des Internatsteams VC Olympia Berlin, abgelöst. Der Diagonale Bruno Lima, im September für Argentinien bei der WM im Einsatz, steht derzeit an Nummer 3 der Bundesliga-Scorerliste. Der Albaner Qafarena, ebenfalls ein Diagonaler, der aber oft im Außenangriff eingesetzt wird, rangiert immerhin unter den Top 20. Und 2,06-Meter-Mann Schmidgall ist dritter Zuspieler der deutschen Nationalmannschaft. Kein Wunder, dass Hübner die volle Konzentration einfordert: „Das ist ein Gegner mit hoher individueller Qualität.“

SVG Lüneburg lässt nichts anbrennen

Nur ein kurzer Hänger beim 3:0 in Rottenburg

 

Die LüneHünen bauen weiter fleißig an einem stabilen Fundament für die Playoffs. Mit einem 3:0 (25:14, 25:23, 25:20)-Erfolg beim TV Rottenburg wuchs nicht nur das Punktekonto weiter, sondern auch der Abstand zur Konkurrenz ab Platz 5. Denn Frankfurt und Düren holten jeweils nur einen Zähler. Die ersten 4 der Hauptrunde gehen bekanntlich mit dem Heimvorteil beim ersten und eventuellen dritten Spiel ins Playoff-Viertelfinale.

Frankfurt und Düren lassen weiter Federn

 

Nach 83 Minuten Netto-Spielzeit war der 12. Sieg unter Dach und Fach – wobei es sich die SVG aber im zweiten Satz unnötig schwer machte und bis zum letzten Ball kämpfen musste. „Da wurden wir in der Annahme unsauber, der Spielaufbau wurde dadurch schwieriger“, bemängelte Trainer Stefan Hübner, stellte aber auch positiv heraus: „Dennoch haben die Jungs das konzentriert zu Ende gespielt.“

Hoch konzentriert hatte sein Team auch begonnen, ließ den Gastgebern vor 1700 Zuschauern nicht den Hauch einer Chance. Schnell wurde es recht ruhig im sogenannten „Tollhaus der Liga“, zu deutlich waren die Kräfteverhältnisse. Insbesondere Kapitän Matthias Pompe, für Ray Szeto in der Starting Six, und Florian Krage, dieses Mal zusammen mit Michel Schlien im Mittelblock, trumpften im ersten Satz auf. Der Ex-Rottenburger Pompe, der später auch MVP wurde, machte hier 7 seiner insgesamt 11 Punkte als bester SVG-Scorer. Krage kam hier auf 5 (insgesamt 10), überzeugte wie schon zuletzt sowohl im Defensiv-Block wie bei Schnellangriffen.

So wuchs der Vorsprung ab der ersten technischen Auszeit (8:5) kontinuierlich an (16:9, 20:12), obwohl Ryan Sclater, Cody Kessel und Michel Schlien noch nicht so zum Zuge gekommen waren – und obwohl in der Crunchtime die vielleicht jüngste Mannschaft aller Zeiten auf dem Feld stand. Denn zu Krage (22) gesellten sich noch die Youngster Gijs van Solkema (20) und Konrad Thole (19), zudem durfte auch Jannik Pörner (meist im Schatten von Sclater) wieder ran.

 

Konzentration und Souveränität kurz verloren

 

Satz zwei begann dann aber – wieder in der Formation vom Spielbeginn – höchst holprig. Bei der ersten technischen Auszeit führten die Süddeutschen 8:5. Eine Aufschlagserie von Krage brachte die SVG vom 6:10 zum 10:10-Ausgleich, und bei der zweiten Auszeit führte sie 16:13, ohne die vorherige Souveränität auszustrahlen. Rottenburg hielt das Geschehen offen (18:18, 22:22), ehe Pompe und der in diesem Satz sehr starke Schlien (6 seiner 8 Punkte) mit einem Ass die Weichen stellten.

Durchgang drei ging zwar anfangs daneben (0:3), doch schnell hatten die LüneHünen wieder alles im Griff. Über 8:5 bei der ersten und 16:12 bei der zweiten technischen Auszeit sowie 20:14 ließen sie nie mehr Zweifel am 3:0-Erfolg aufkommen, zumal auch Sclater mit zunehmender Spielzeit immer sicherer wurde. Das Geburtstagskind (wurde am Spieltag 25) hatte am Ende noch 10 Punkte gesammelt.

„Der dritte Satz war wieder gut, wenn wir derzeit auch nicht in alle Elementen konstant unser höchstes Niveau erreichen. Aber das wird schon wieder besser, wir sind auf einem guten Weg“, urteilte Hübner.

 

Die SVG spielte mit: Kessel, Pompe, Krage, Schlien, Scater, Schriemer, Koslowsky; eingewechselt: Pörner, van Solkema, Thole.

Englische Woche geht weiter

Ohne Drama geht es für die SVG Lüneburg nicht

Düren mit 3:1-Sieg abgeschüttelt – Rottenburg wird nun am Sonntag ebenso ernst genommen

Wer bei diesem Match nicht dabei war, hat einiges versäumt – aber auch erheblich seine Nerven geschont. Wieder einmal haben die LüneHünen die Besucher mit einem dramatischen Match auf die Folter gespannt und in ein Wellental der Gefühle gestürzt. Unter dem Strich steht ein Happyend nach dem 3:1 (14:25, 26:24, 25:23, 25:20)-Heimerfolg der SVG gegen die powervolleys Düren. Ein enorm wichtiger Sieg, der den Abstand zu dem Rivalen auf sieben Punkte anwachsen ließ und der am Wochenende nun sogar noch größer zu werden verspricht. Denn Düren spielt gegen Friedrichshafen, die SVG muss zum Tabellenvorletzten TV Rottenburg (Sonntag, 17 Uhr/Stream auf sporttotal.tv).

 

Lautstarke Fans holen Mannschaft aus dem Loch

Dieser 11. Saisonsieg im 16. Spiel gehört zu einem großen Teil den Fans, die mit ihrer nie erlahmenden Unterstützung, gefühlt lautstärker denn je, für den Umschwung in einem Spiel sorgten, das schon verloren schien. Denn die Mannen von Chefcoach Stefan Hübner hatten wohl noch das Aufschlag-Gewitter vom 1:3 gegen Haching in den Köpfen und zeigten einen ersten Satz zum Vergessen.

Bei Düren unterstrich der bullige Diagonalangreifer Sebastian Gevert, warum er mit großem Abstand an der Spitze der Bundesliga-Topscorer steht, machte für sein Team gefühlt jeden Punkt und sorgte zunehmend für Verunsicherung bei den LüneHünen und lähmendes Entsetzen im Publikum. Denn bei der SVG schnellte nach passablem Beginn die Fehlerquote in die Höhe und derart viel ging schief, dass sich schon manch einer wünschte, das Licht möge ausgehen und dauerhaft ausfallen.

Nach einem 6:8 bei der ersten technischen Auszeit wuchs der Rückstand für die SVG auf 6:12, eine Aufschlagserie von Adam Schriemer brachte kurz Besserung (10:12), ehe die Gäste endgültig davonzogen (10:15, 12:20). Dann kam Matthias Pompe (für Ray Szeto), um der SVG neues Leben einzuhauchen – was mit großer Verzögerung schließlich gelang. Zunächst einmal boten nur Florian Krage (für Michel Schlien in der Starting Six) mit guten Blockaktionen und wirkungsvollen Aufschlägen sowie der verlässlich punktende Cody Kessel – später bester Scorer mit 19 Punkten und auch erneut MVP – Paroli.

 

Eineinhalb Sätze zum Vergessen

Das änderte sich auch in Durchgang zwei zunächst nicht wirklich. Beim 1:6 kam Jannik Pörner für Ryan Sclater, der Abstand wuchs dennoch auf 4:11 und 7:13. Eine Aufschlagserie von Krage führte zum Anschluss (12:14) und nun blieb es so knapp. Beim 19:21 kam noch Schlien für Noah Baxpöhler und ein Monsterblock von Kessel gegen Gevert zum 20:21 war das letzte, entscheidende Signal zur Wende. Gevert verlor zunehmend seine Selbstsicherheit, die Gellersenhölle kochte, beim 23:22 ging die SVG erstmals in Führung und verwandelte dann durch Pörner den zweiten Satzball.

Die ungewohnte Aufstellung blieb auch nach der 10-Minuten-Pause auf dem Feld und sorgte tatsächlich nun für ein ganz anderes Bild. Düren geriet mehr und mehr unter Druck und verlor seine Linie, die LüneHünen waren wieder auf gewohntem Niveau. Über 7:8 und 16:13 bei den technischen Auszeiten ging Satz drei knapp an die Gastgeber, Abschnitt vier blieb zunächst umkämpft, ehe erneut Krage eine Aufschlagserie von 9:10 auf 15:10 hinlegte und der kraftloser werdende Gevert sich zunehmend entnervt zeigte. Zwei Aufschläge ins Netz ließen die Gäste schließlich ernüchtert die Heimreise antreten.

„Das war anfangs eine ganz, ganz schwere Situation für die Mannschaft“, analysierte Hübner, „ein Riesen-Kompliment an die Leute, die ich eingewechselt habe. Sie haben für den Umschwung gesorgt, haben den Schlüssel gefunden, dass die Mannschaft wieder ins Spiel gekommen ist und die Zuschauer mitgenommen hat.“ Einer dieser Protagonisten, Jannik Pörner, sah es sogar so, dass die Mannschaft von den Fans ins Spiel geholt wurde: „Die Welle kam vom Publikum aufs Feld rüber, die haben uns krass gepusht.“ Und auch der Sportliche Leiter Bernd Schlesinger gab den Fans einen großen Anteil am Erfolg: „Großes Kompliment an die Zuschauer, diese Unterstützung war klasse. Ich hatte mir zwischendurch schon überlegt nachzuschauen, ob ich meine Badehose eingepackt hatte – so, wie wir geschwommen sind.“

 

Rottenburgs dritter Sieg ist Warnung genug

Schlesinger blickte auch gleich wieder voraus auf die nächste Aufgabe am Sonntag bei Kellerkind Rottenburg: „Dieses Spiel gehen wir an wie jedes andere auch und wollen da natürlich die Punkte mitnehmen. Wir wollen ja nach der Hauptrunde unter den ersten Vier landen.“ Und dafür sollte man in so einem Match tunlichst einen Ausrutscher vermeiden. Warnung genug ist da sicher, dass Rottenburg gerade seinen dritten Saisonsieg landete (3:2 in Bestensee), obwohl mit dem Diagonalen Alex Duncan-Thibault (Sprunggelenk) und Weltenbummler Lima Martins Idner („Idi“, Fingerbruch) zwei Leistungsträger fehlen.

Zu sehen gibt es auch dieses Match wieder im Public Viewing in der Grill-Taverne „Alexander der Große“ bei Stelios in Kirchgellersen.

Gegen Düren spielte die SVG mit: Kessel, Szeto, Sclater, Krage, Baxpöhler, Schriemer, Koslowsky; eingewechselt: Pompe, Pörner, Schlien, van Solkema.

LüneHünen werden zu Comeback-Königen

Nach einem extrem holprigen Start holen die LüneHünen im Duell mit dem direkten Verfolger die drei Punkte und haben weiterhin die Top-4 der Tabelle im Visier.

 

Ausgeglichen ging es in den ersten Durchgang, das Spiel wurde von erfolgreichen Angriffen dominiert (4:4; 6:8). Nach der technischen Auszeit riss allerdings bei den LüneHünen der Faden. Schwächen in der Annahme und leichte Fehler im Angriff brachten die Dürener in Front (6:12). Ein Zwischenspurt der SVG zum 10:12 reichte nicht. Düren dominierte nach Belieben, weil die Mannen von Stefan Hübner noch in den Startlöchern standen (11:17; 13:20), und holte sich ungefährdet den ersten Satz (14:25).

Und im zweiten Satz ging es zunächst weiter wie im ersten. In Addition standen beim Stand von 4:11 für Düren 18:36 Punkte zu Buche. Co-Trainer Bernd Schlesinger kommentierte diese Phase nach dem Spiel mit: „Ich war auf der Suche nach meiner Badehose, so sehr sind wir da geschwommen.“ Zeit, dass ein Ruck durch die Mannschaft von Stefan Hübner ging, was noch bis zum 7:14 dauerte. Dann gab es endlich erfolgreiche Blocks und Angriffe, die Lüneburg zurück ins Spiel brachten (12:14). Endlich war es ein Spiel auf Augenhöhe und die SVG kämpfte sich Punkt um Punkt heran. Es dauerte bis zum 23:22, bis es wieder zu einer Führung für Lüneburg reichte. Düren wehrte sich nach Kräften, den Satzausgleich konnten sie aber nicht verhindern (26:24).

Der dritte Durchgang begann wieder ausgeglichen und war zunächst von Schiedsrichterdiskussionen geprägt. Eine ständig wechselnde Führung (4:7; 10:9; 16:13) zeigte, dass beide Teams jetzt hellwach waren. Florian Krage auf Seiten der SVG punktete regelmäßig durch die Mitte, der silberne MVP Michael Andrei hielt die Gäste im Spiel. Aber die LüneHünen waren wacher, bauten die Führung Zug um Zug aus (21:17) und bringen den Satz schlussendlich zur Führung nachhause (25:23).

Düren wollte aber mindestens noch einen Punkt mitnehmen. Mit spektakulären Rallyes geht es in den vierten Satz, der bis zum 9:10 ausgeglichen verläuft. Dann brachte MVP Cody Kessel die Gellersenhölle zum Kochen und die SVG deutlich in Front (15:10). Düren zeigte sich von der überbrodelnden Stimmung beeindruckt und fand nicht mehr zurück ins Spiel. Angetrieben vom Publikum sicherte sich die SVG auch den vierten Satz (25:20) und die zu Beginn des Spiels von vielen Fans nicht mehr für möglich gehaltenen drei Punkte. Ein Sonderkompliment verteilte Stefan Hübner nach dem Spiel an seinen Kapitän Matthias Pompe: „Der war heute voll da, als er ins Spiel gekommen ist und hat mit seiner Souveränität, der Mannschaft den Halt zurück gegeben, der uns schlussendlich den Sieg gebracht hat.“ Für den SVG-Coach waren heute die Leute, die von draußen gekommen sind, der Schlüssel zum Erfolg.

Klassiker gegen Düren

Keine Zeit für trübe Gedanken

Punktehatz für SVG geht nach Niederlage schon weiter

Es war ein ungewohntes Bild, lange Gesichter von LüneHünen zu sehen, die sich für immensen Aufwand nicht belohnen konnten und für die Spieler ein ungewohntes Gefühl, erstmals seit 15 Wochen und 12 Spielen nichts für das Punktekonto geholt zu haben. Doch es bleibt keine Zeit, diesem 1:3 gegen die Alpenvolleys Haching nachzutrauern, schon steht die nächste immens wichtige Aufgabe an: An diesem Mittwoch (19 Uhr) kommen die powervolleys Düren in die Gellersenhölle, ein weiterer Rivale im Kampf um die besten Playoff-Plätze. Noch gibt es dafür Tickets, auch an der Abendkasse.

Die Niederlage tat weh, auch weil die SVG mit ihren eigenen Waffen geschlagen wurde: aufopferungsvolle Feldabwehr, viele erfolgreiche Schnellangriffe über die Mitte, sehr hoher Druck im Aufschlag – all das zeigten die Gäste, gepaart mit einem schon unheimlichen Lauf beim Service, das kaum Fehler, aber ein wahres Gewitter an Assen hervorbrachte. So etwas geht wohl nur an einer internationalen Spitzenmannschaft spurlos vorbei. Die SVG war dagegen zunehmend beeindruckt. „Unser Spiel ist immer zerfahrener geworden, zusätzlich zu den vielen Assen ging unsere Eigenfehlerquote hoch“, analysierte Chefcoach Stefan Hübner.

Co-Trainer Bernd Schlesinger drückte das nach dem Match so aus: „Ich hoffe, dass die Jungs jetzt ein bisschen angefasst sind und gegen Düren aggressiver zu Werke gehen. Das war nicht unsere normale Leistung.“ Folgt nun also eine Trotzreaktion? Ein schneller Lernprozess? Gerade gegen den alten Rivalen Düren, gegen den Duelle – ob in der Bundesliga-Hauptrunde, in Playoffs oder im Pokal – längst Klassiker sind, wäre das in dieser Saisonphase besonders wertvoll.

 

Düren darf Anschluss nach oben nicht verlieren

Vier Punkte weniger als die SVG haben die Nordrhein-Westfalen bisher gesammelt, ein Sieg würde den Tabellensechsten also fein auf Distanz halten. „Einen Platz unter den ersten Vier möchten wir, wenn es geht, schon behalten“, nannte Schlesinger das Ziel im Hinblick auf die Playoffs. Denn das garantiert ein Heimspiel zum Start und bei einem eventuell nötigen dritten Spiel in der Best-of-3-Serie.

Da sind die Gäste also sogar noch mehr unter Druck, nachdem sie bisher eine eher wechselhafte Saison gespielt haben. Triumphen in Berlin zum Start (3:2) und in Frankfurt (3:1) stehen auch Pleiten wie daheim gegen Herrsching (2:3 nach 2:0-Führung) oder das unerklärlich deutliche 0:3 bei KW-Bestensee kürzlich gegenüber. Am Wochenende gab es aber wieder eine deutliche Steigerung gegen die Berlin Volleys, die am Rande einer Niederlage standen und sich nach einem 0:2-Rückstand nur mit viel Glück und dank einiger strittiger Entscheidungen noch 3:2 durchsetzten. Also kommt Düren auch mit einer Portion Wut im Bauch.

Während die SVG bisher nur wenige Personalsorgen hatte, traf es Düren im Saisonverlauf mehrfach und langfristig. Schon früh fiel Außenangreifer Lucas Coleman wegen einer Hüft-Operation aus. Im Hinspiel sorgte der Kanadier für 16 Punkte. Um die Lücke zu schließen, holten die Powervolleys keinen Geringeren als Björn Andrae: 280 Länderspiele, dreimal Deutschlands Volleyballer des Jahres, in seiner langen Karriere Profi in allen europäischen Top-Ligen. Er ist zwar fast 38 Jahre alt, aber immer noch topfit, wie er bis Ende der vergangenen Spielzeit bei KW-Bestensee und nun auch wieder in Düren bewies.

 

Bundesliga-Topscorer besonders im Fokus

Länger auf der Ausfallliste stand auch Mittelblocker Tim Broshog (Spitzname: Tower). Um den Jahreswechsel herum setzte ihn ein Muskelfaserriss sechs Wochen lang außer Gefecht. Gut vertreten wurde er in der Zeit aber von Youngster Lukas Maase. Der 20-jährige 2,12-Meter-Hüne, vom Zweitligisten Delitzsch im Sommer gekommen, erhielt prompt eine Vertragsverlängerung, sodass der Verein stolz verkündete: „Der Mittelblock für die kommende Saison steht.“ Broshog, der zuletzt mit Grippe flach lag, und auch Michael Andrei (Spitzname: Mount Mike) als Dritter im Bunde haben einen noch laufenden Kontrakt.

Besonderes Augenmerk bei Düren gilt aber Diagonalangreifer Sebastian Gevert. Der Chilene führt die Liste der Bundesliga-Topscorer mit großem Vorsprung an, sammelte in 15 Spielen schon 291 Punkte. Im Hinspiel stellte er beim 3:2-Erfolg seine Qualität mit 26 Punkten unter Beweis. Und enorm aufschlagstark ist er auch: 26 Zähler im Service übertreffen nur zwei: Giesens Michal Krisko und der Brasilianer Hugo von den Alpenvolleys (je 28). Da droht also erneut Ungemach.

Erste Heimniederlage

Drei Serien von Assen zermürben die LüneHünen

Alpenvolleys Haching erschüttern mit brachialen Aufschlägen die Heimfestung beim 1:3

Die Alpenvolleys Haching waren auch im vierten Versuch nicht zu schlagen: Mit einem 3:1 (21:25, 25:19, 25:21, 25:17)-Erfolg eroberte der Spitzenreiter die bisher uneinnehmbare Heimfestung Gellersenhalle und unterstrich dabei eindrucksvoll seine Titelambitionen. Die LüneHünen blieben – mit gewachsenem Abstand nach oben – Dritte, spüren nun aber den Atem der übrigen Playoff-Konkurrenten im Nacken. So liegt Düren als Sechster nur noch vier Zähler zurück – und gegen Düren gibt es schon an diesem Mittwoch (19 Uhr) vor eigenen Fans in Reppenstedt den nächsten Hit. Karten dafür sind noch verfügbar.

Am Mittwoch nächster Heim-Hit gegen Düren

Dass die SVG Lüneburg das Punktekonto – zum erst zweiten Mal in dieser Saison – nicht weiter aufstocken konnte, ist ärgerlich, aber in der dicht gedrängten Bundesliga-Spitzengruppe kein Beinbruch. Und verdient war es auch, daran gibt es nichts zu deuteln. Zu stark präsentierte sich der Gegner aus dem Süden, war vor allem im Aufschlag eine Klasse für sich, glänzte auch im Bereich Annahme und machte nur ganz wenige Fehler. „Und wir haben es nicht geschafft, im Aufschlag den Druck auszuüben, den wir sonst ausüben können“, sprach der Sportliche Leiter Bernd Schlesinger die Achillesferse bei der SVG an. Mit 19 Fehlern allein im Service und dazu einer Reihe liegen gelassener sicherer Chancen im Angriff (Ryan Sclater, Ray Szeto) war gegen diesen Kontrahenten nicht zu bestehen.

Das deutete sich zunächst nicht einmal ansatzweise an. Die SVG legte im ersten Satz ein 4:1 vor und riss die Fans danach trotz knapper werdender Führung zu Jubelstürmen hin – vor allem wegen spektakulärer Block-Abwehraktionen von Noah Baxpöhler, der die entsprechend emotional feierte. 16:15, 17:15, 18:15 – dreimal in Folge war der 2,09-Meter-LüneHüne zur Stelle, um des Gegners Angriffe mit Blocks in eigene Punkte umzuwandeln. Die Alpenvolleys waren beeindruckt und konnten diesen Rückstand nicht mehr verkürzen. Cody Kessel machte schließlich beim 25:21 den Deckel drauf – mit dem insgesamt fünften Block in diesem Satz.

„Irgendwie haben wir dann aber den Faden verloren“, sinnierte Michel Schlien später. Zudem wurde der Gegner immer stärker, hatte sich auf die Gegebenheiten in der ungewohnten Halle eingestellt – und zudem einen Sahnetag erwischt. Denn die Aufschläge erreichten eine selten gesehene Güte, die Abwehr der Gäste um Libero Florian Ringseis kämpfte zudem aufopferungsvoll. Einen schnellen, klaren Rückstand (3:8, 5:10, 9:13) hatte die SVG beim 13:13 wieder egalisiert, lag aber gleich wieder zurück.

Und dann kam Hugo…

Und dann kam einer der vier brasilianischen Könner Hachings zum Aufschlag: Hugo de Leon Guimaraes da Silva, kurz genannt „Hugo“. Vier Asse in Serie jagte er mit Präzision und Wucht über das Netz, stellte von 13:16 auf ein vorentscheidendes 13:19. Die SVG fand trotz ebenfalls guter Aktionen, wie zwei direkte Blockpunkte und ein Ass von Schlien, nicht wieder ins Match zurück, also Satzausgleich und 10-Minuten-Pause.

Aus dieser kam die SVG gestärkt und wurde wieder gleichwertig. Baxpöhler streute zwei Asse (mit Hilfe der niedrigen Hallendecke) ein, 5:2. Bei der ersten technischen Auszeit (8:6) und noch weit danach sah es gut aus für die Hoffnungen der Fans auf eine neuerliche Überraschung. Bis in der Rotation beim Gegner wieder „Hugo“ am Aufschlag war. Statt 11:10 hieß es plötzlich 11:16, zumal die Gäste auch das Quäntchen Glück auf ihre Seite gezogen hatten und lange, spektakuläre Rallys für sich entschieden.

Neun Asse hatte „Hugo“ am Ende auf dem Konto, dazu viele Aufschläge mit Wirkung und insgesamt bei 29 Versuchen nur zwei Fehler. Die SVG war trotz großem Kampfgeist und Aufholjagd bis auf zwei Punkte (18:20) machtlos, 21:25 und 1:2 nach Sätzen. Bis zur Mitte von Durchgang vier (11:12) blieb das Match offen, doch nun legte plötzlich Kirill Klets eine demoralisierende Aufschlagserie hin. Der russische Diagonale, am Ende bester Scorer (21 Punkte) vor Hugo (18), packte vier Asse in Serie vom 11:14 auf 11:17 aus und schmetterte noch ein paar Angriffspunkte hinterher. Einige LüneHünen ließen nun ganz ungewohnt Anzeichen von Resignation erkennen – doch wen wundert‘s? Der Gegner war in einem Flow, mit dieser Wucht und diesem unerschütterlichen Selbstvertrauen einfach nicht zu stoppen.

Auch Niederlagen können lehrreich sein

„Das tut extrem weh“, machte Baxpöhler kein Hehl aus seiner Enttäuschung, „wir müssen das jetzt schnell abhaken und am Mittwoch alles dafür geben, dass wir wieder punkten können.“ Und der sonst in der Annahme stets herausragende Libero Tyler Koslowsky, der dieses Mal nur auf eine Quote von 33% abgewehrter Bälle kam, war gefrustet: „So einen harten Job hatte ich noch nie, seit ich hier bin. Aber besser heute als im Pokalfinale oder in den Playoffs.“

Auch der Sportliche Leiter Bernd Schlesinger sah nicht nur Negatives: „Diese Niederlage wird uns mit Sicherheit auch weiterbringen, an solchen Spielen kann man wachsen. Man kann ja schließlich nicht erwarten, dass Lüneburg jetzt immer nur gewinnt. Aber aus Spielen auf diesem hohen Niveau lernt man auch bei Niederlagen.“ Und auch Trainer Stefan Hübner sah keinen Grund, Trübsal zu blasen: „Wir werden dieses Spiel – wie jedes andere auch – nüchtern und unspektakulär aufarbeiten. Ärgerlich ist, dass wir völlig unsere Linie verloren haben, weil wir zu sehr beeindruckt waren von den Aufschlägen und Assen. Vor dieser Qualität Hachings muss man den Hut ziehen, das war wahnsinnig schwer für die Annahme. Aber die große Herausforderung ist dann, sein eigenes Spiel zusammenzuhalten – bei uns hat sich stattdessen die Eigenfehlerquote ständig erhöht.“

Die SVG spielte mit: Kessel, Schlien, Baxpöhler, Szeto, Scater, Schriemer, Koslowsky; eingewechselt: Pompe, van Solkema, Krage

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