Kategorie: SVG-Beach

Die drei EM Fahrer der LüneHünen

LüneHünen überzeugen bei der EM

Mit guten Leistungen werden die LüneHünen derzeit  bei der  Europameisterschaft repräsentiert: Mittelblocker Anton Brehme (Deutschland), Zuspieler Gijs van Solkema (Holland) und Außenangreifer Antti Ronkainen (Finnland)haben nach erfolgreichen Auftritten in der Gruppenphase mit ihren Mannschaften das Achtelfinale erreicht und bleiben somit mindestens noch an diesem Wochenende im Rennen.

Brehme hat sich mit überzeugenden Auftritten schon während der Turniere der Nations League für einen Stammplatz empfohlen und diese Leistungen nun auch im EM-Verlauf bestätigt. Gegen Serbien, Belgien und Österreich stand er jeweils in der Anfangsformation, verletzte sich dann aber gegen Österreich früh, musste im zweiten Satz ausgewechselt werden und wurde im folgenden Match gegen die Slowakei (3:0) – das den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale brachte – geschont.

Die Niederlande, einer der vier EM-Ausrichter, sammelten in der Gruppe D zehn Punkte, gingen nur gegen Weltmeister Polen leer aus (0:3) und kamen souverän weiter. Van Solkema, erst seit diesem Sommer Nationalspieler, hat sich längst im Team etabliert und war als Hollands Zuspieler Nummer 1 in allen bisherigen Partien jeweils fast über die komplette Spielzeit auf dem Feld. Erst im buchstäblich letzten Moment zog Finnland  ins Achtelfinale ein – mit einem 3:2 im letzten Gruppenspiel gegen die Türkei und langem Rückstand im schließlich mit 15:12 gewonnenen Tiebreak. Wie in allen Matches zuvor stand Ronkainen in der Starting Six und zeigte stets vor allem seine Annahme-Qualitäten. Punktgleich mit Nord-Mazedonien wurden die Finnen Vierte in ihrer Gruppe C

SVG lässt nichts anbrennen

Nur ein kurzer Hänger beim 3:0 in Rottenburg

 

Die LüneHünen bauen weiter fleißig an einem stabilen Fundament für die Playoffs. Mit einem 3:0 (25:14, 25:23, 25:20)-Erfolg beim TV Rottenburg wuchs nicht nur das Punktekonto weiter, sondern auch der Abstand zur Konkurrenz ab Platz 5. Denn Frankfurt und Düren holten jeweils nur einen Zähler. Die ersten 4 der Hauptrunde gehen bekanntlich mit dem Heimvorteil beim ersten und eventuellen dritten Spiel ins Playoff-Viertelfinale.

 

Frankfurt und Düren

lassen weiter Federn

 

Nach 83 Minuten Netto-Spielzeit war der 12. Sieg unter Dach und Fach – wobei es sich die SVG aber im zweiten Satz unnötig schwer machte und bis zum letzten Ball kämpfen musste. „Da wurden wir in der Annahme unsauber, der Spielaufbau wurde dadurch schwieriger“, bemängelte Trainer Stefan Hübner, stellte aber auch positiv heraus: „Dennoch haben die Jungs das konzentriert zu Ende gespielt.“

 

Hoch konzentriert hatte sein Team auch begonnen, ließ den Gastgebern vor 1700 Zuschauern nicht den Hauch einer Chance. Schnell wurde es recht ruhig im sogenannten „Tollhaus der Liga“, zu deutlich waren die Kräfteverhältnisse. Insbesondere Kapitän Matthias Pompe, für Ray Szeto in der Starting Six, und Florian Krage, dieses Mal zusammen mit Michel Schlien im Mittelblock, trumpften im ersten Satz auf. Der Ex-Rottenburger Pompe, der später auch MVP wurde, machte hier 7 seiner insgesamt 11 Punkte als bester SVG-Scorer. Krage kam hier auf 5 (insgesamt 10), überzeugte wie schon zuletzt sowohl im Defensiv-Block wie bei Schnellangriffen.

 

So wuchs der Vorsprung ab der ersten technischen Auszeit (8:5) kontinuierlich an (16:9, 20:12), obwohl Ryan Sclater, Cody Kessel und Michel Schlien noch nicht so zum Zuge gekommen waren – und obwohl in der Crunchtime die vielleicht jüngste Mannschaft aller Zeiten auf dem Feld stand. Denn zu Krage (22) gesellten sich noch die Youngster Gijs van Solkema (20) und Konrad Thole (19), zudem durfte auch Jannik Pörner (meist im Schatten von Sclater) wieder ran.

 

Konzentration und

Souveränität kurz verloren

 

Satz zwei begann dann aber – wieder in der Formation vom Spielbeginn – höchst holprig. Bei der ersten technischen Auszeit führten die Süddeutschen 8:5. Eine Aufschlagserie von Krage brachte die SVG vom 6:10 zum 10:10-Ausgleich, und bei der zweiten Auszeit führte sie 16:13, ohne die vorherige Souveränität auszustrahlen. Rottenburg hielt das Geschehen offen (18:18, 22:22), ehe Pompe und der in diesem Satz sehr starke Schlien (6 seiner 8 Punkte) mit einem Ass die Weichen stellten.

 

Durchgang drei ging zwar anfangs daneben (0:3), doch schnell hatten die LüneHünen wieder alles im Griff. Über 8:5 bei der ersten und 16:12 bei der zweiten technischen Auszeit sowie 20:14 ließen sie nie mehr Zweifel am 3:0-Erfolg aufkommen, zumal auch Sclater mit zunehmender Spielzeit immer sicherer wurde. Das Geburtstagskind (wurde am Spieltag 25) hatte am Ende noch 10 Punkte gesammelt.

 

„Der dritte Satz war wieder gut, wenn wir derzeit auch nicht in alle Elementen konstant unser höchstes Niveau erreichen. Aber das wird schon wieder besser, wir sind auf einem guten Weg“, urteilte Hübner.

 

Die SVG spielte mit: Kessel, Pompe, Krage, Schlien, Scater, Schriemer, Koslowsky; eingewechselt: Pörner, van Solkema, Thole.

Große Herausforderung gegen den Spitzenreiter

LüneHünen wollen gegen Alpenvolleys etwas geraderücken

 

Die LüneHünen haben schon viel geleistet in dieser Saison, sammelten bisher schon mehr Punkte (32) als in der abgelaufenen Spielzeit (30), haben viele Negativserien beendet und haben nicht zuletzt das immer näher rückende, elektrisierende Pokalfinale erreicht. Doch einen schwarzen Fleck gibt es noch: Alle drei bisherigen Vergleiche gegen die Alpenvolleys Haching endeten mit Niederlagen, darunter somit auch das Hinspiel (1:3), das gleichzeitig das bisher einzige Match in dieser Saison (von 14) ist, in dem kein Ertrag auf dem Punktekonto verbucht werden konnte. Das soll sich ändern, wenn der Tabellenführer am Sonnabend (19 Uhr) seine Visitenkarte in der Gellersenhalle abgibt. Die ist so gut wie ausverkauft, aber das nächste Highlight folgt schon am kommenden Mittwoch: ein weiteres Heimspiel gegen Düren, für das es auch beim Haching-Spiel Tickets vor Ort gibt.

Schlag auf Schlag mit Spitzenspielen

SVG gegen Haching, Dritter gegen Erster – das ist das absolute Spitzenspiel zum Auftakt der zweiten englischen Woche in kurzem Abstand. Nummer eins hatte gerade 7 Punkte aus dem Spielen gegen Frankfurt, KW-Bestensee und VCO Berlin gebracht. Doch nun stehen nach kurzem Durchschnaufen andere Kaliber auf dem Programm. Dabei sind die Alpenvolleys die wohl mit Abstand schwerste Aufgabe. Sie sind bisher erst einmal bezwungen worden (0:3 in Frankfurt), zudem knöpften ihnen Friedrichshafen und Bühl bei ihren 2:3-Niederlagen jeweils einen Punkt ab. Das brachte konstant Platz 1 seit dem 27. Oktober. Und so ist die deutsch-österreichische Kooperation aus TSV Unterhaching und Hypo Tirol Innsbruck ein ernsthafter Titelanwärter geworden.

„Sie haben mit ihrer starken brasilianischen Achse ein großes Potenzial, haben sich nach dem frühen Pokal-Aus im Achtelfinale dann mit jedem Sieg mehr Selbstvertrauen geholt, haben gut und konstant gespielt und werden jetzt eine echte Herausforderung für uns“, blickt SVG-Trainer Stefan Hübner auf die rasante Entwicklung der Gäste (5. im Vorjahr) zurück. „Sportlich sind sie ohne Frage eine Bereicherung für die Liga.“ Ein Gegner, der jetzt durch einen Spät-Zugang noch ein Stück gefährlicher geworden ist.

 

Brasilianische Achse und Aufschlagstärke

 

Nach der Verletzung des zweiten Diagonalangreifers Thomas Hodges (Australien, Schulter-Operation) kam mit dem Argentinier German Johansen aus der 1. italienischen Liga nicht nur ein Ersatz, sondern auch ein noch stärkerer Konkurrent für den baumlangen Russen Kirill Klets (2,10 m). Und dann gibt es da einen Mittelblock, der von der Größe her mit den LüneHünen konkurrieren kann: Matthew Pollock (2,07 m/USA), Pedro Frances (2,08 m) und Douglas Duarte Souza da Silva (2,03 m/beide Brasilien). Überhaupt die Spieler aus dem Land des Samba: Topscorer ist Hugo de Leon Guimaraes da Silva (Außen), und der sie alle mustergültig einsetzende Zuspieler heißt Danilo Gelinski. Die beiden Letzteren überragten im Hinspiel. Guimaraes da Silva kam auf 20 Punkte, darunter 5 Asse, Zuspieler Gelinski drosch 7 Asse über das Netz (gesamt 9 Punkte).

Das Service der Alpenvolleys war beim Spiel in Unterhaching ohnehin herausragend, nicht nur wegen der Zahl der Asse (insgesamt 17), sondern auch wegen der Aufschläge mit Wirkung. „Damals haben wir aber auch einige verrückte Sachen in der Annahme gemacht“, blickt Hübner zurück, ohne konkret zu werden. Und er ergänzt: „Wir haben daraus gelernt, haben seitdem fleißig an unserer Annahme gearbeitet und uns in diesem Bereich stark verbessert. Ich glaube nicht, dass uns so etwas noch einmal passiert. Allerdings wird es in unserer niedrigen Halle natürlich nicht leichter mit der Annahme. Wir werden in jeden Fall ordentlich gefordert und werden unser Topniveau erreichen müssen, um bestehen zu können.“

 

Aus verrückten Sachen gelernt

 

Der Coach hat dabei wieder die Qual der Wahl. Zuspieler Adam Schriemer, zweimal wegen Rückenbeschwerden von Gijs van Solkema vertreten, ist wieder in den Übungsbetrieb eingestiegen und kann eingeplant werden. Jannik Pörner trainiert nach ein paar Tagen, in denen er kürzer treten musste, auch wieder. Der Diagonale war bei seinem guten 15-Punkte-Einsatz beim 3:0 gegen VCO Berlin umgeknickt. Der 25-Jährige drückt für das anstehende Spiel das Selbstbewusstsein der LüneHünen aus. Gefragt, wie die Chancen gegen den Tabellenführer stehen, antwortete er ohne eine Miene zu verziehen: „Natürlich gewinnen wir – wir spielen doch zu Hause in unserer kuscheligen Halle.“ Die die Fans sicher wieder zur Hölle machen, sei angefügt.

Dreier geholt, den nächsten im Sinn

Spieltag wie gemalt für SVG

Drei Punkte gegen Netzhoppers und Konkurrenz patzt

Diese drei Punkte waren fest eingeplant, am Ende wurden es gefühlt sogar noch mehr – weil die Konkurrenten in der dicht gedrängten Spitzengruppe fleißig patzten, während die LüneHünen ihr Heimspiel gegen die Netzhoppers KW-Bestensee mit 3:0 (29:27, 25:20, 25:20) gewannen. Wiederholt sich das am Wochenende, wenn gleich sieben Spiele auf dem Bundesliga-Programm stehen? Die SVG jedenfalls steht am Sonnabend (16 Uhr/Stream auf sporttotal.tv) beim VC Olympia Berlin vor der nächsten Aufgabe, bei der es nur ein Ziel geben kann: 3 Punkte.

 

Nächste Aufgabe wartet schon

Im Match gegen die Brandenburger gaben sich die LüneHünen zwar letztlich keine Blöße, taten sich aber eingangs enorm schwer. „Wir haben da ein bisschen zu viele Fehler gemacht, besonders im Aufschlag. Sonst wäre das Ergebnis wohl noch deutlicher ausgefallen“, war Chefcoach Stefan Hübner insgesamt zufrieden. Zumal er kurzfristig noch auf Zuspieler Adam Schriemer (Rückenbeschwerden) verzichten musste.

Doch dessen Vertreter Gijs van Solkema hat oft genug bewiesen, dass jederzeit auf ihn gebaut werden kann und unterstrich das erneut. Der Holländer streute seine Zuspiele sehr variabel, arbeitete auch viel mit dem ersten Tempo, was besonders Michel Schlien im Spielverlauf immer häufiger nutzte. Das SVG-Urgestein war am Ende bester Scorer mit 12 Punkten, darunter 5 direkte Blockpunkte. Auf deren 4 kam sein Nebenmann Noah Baxpöhler – ein schier unüberwindlicher Mittelblock also.

Im ersten Satz allerdings standen noch satte 7 Aktionen in der Statistik, bei denen der Block den Ball nur ins Aus lenken konnte, dreimal vom Kopf Schliens oder Baxpöhlers – auch dieses Pech ein Grund für den engen Verlauf bis in die Verlängerung, bevor dann der dritte Satzball die Führung brachte. Ein Satz auch, in dem Ryan Sclater und Casey Schouten, der Diagonale auf der Gegenseite, um die Wette schmetterten.

 

Wenn der Block zur Mauer wird…

Schouten war dann am Ende auch bester Scorer bei KW (15 Punkte), fast jeder Angriff lief über ihn, seine Fehlerquote – auch bei seinen variablen Aufschlägen – wuchs allerdings auch immer mehr an. Bei der SVG dagegen stabilisierten sich alle Elemente zusehends, im zweiten Durchgang wurde so aus einem 5:8 bei der ersten technischen Auszeit wurde so ein 10:8 und 15:12. Doch die Gäste glichen beim 18:18 noch einmal aus, ehe Schouten zwei Fehler produzierte. Ein Monsterblock von Schlien, ein Spike von Cody Kessel (zum MVP gewählt) und ein Ass von van Solkema machten dann das 2:0 sicher.

Im dritten Satz hatten die Gäste nicht mehr viel zu bestellen, spätestens bei der zweiten technischen Auszeit war die Vorentscheidung gefallen (16:10). Der SVG gelang nun nahezu alles. Ray Szeto streute sogar eine Annahme per Brust bei einem Aufschlag ein. Trainer Hübner hatte sein Team „mit einer Ansprache wie vor dem Pokal-Halbfinale“ aufs Feld geschickt, wollte so unterstreichen, „dass wir jedes Spiel gleich angehen, egal, gegen wen es geht“.

 

Auch VCO Berlin wird nicht unterschätzt

Und so werden die LüneHünen sicher auch den nächsten Gegner nicht unterschätzen. Schließlich stehen im Talentschuppen von VCO Berlin vier Spieler, die schon im Kreis der A-Nationalmannschaft auf der Liste stehen, zuvorderst Angreifer Linus Weber und Mittelblocker Anton Brehme, die von Bundestrainer Andrea Giani auch schon eingesetzt wurden. Und Weber – das Zweitspielrecht macht es möglich – spielt auch schon immer mal wieder für die Berlin Volleys, selbst in der Champions League. In der Bundesliga-Scorerliste wird er geführt zwischen Größen wie Sauss (Düren), Protopsaltis, Sossenheimer (beide Friedrichshafen) und Schwarz (Frankfurt).

Ob bis zum Sonnabend Schriemer wieder fit ist oder ob Hannes Gerken aus der zweiten Mannschaft noch einmal als Backup zu van Solkema aushilft, wird sich erst kurzfristig entscheiden.

Heimpremiere 2019

Mittendrin in einer Punktehatz

LüneHünen mit sechs Spielen in 23 Tagen

Sechs Spiele innerhalb von 23 Tagen, zwei englische Wochen in diesem Zeitraum – für die LüneHünen geht es in der Bundesliga noch einmal richtig zur Sache im Vorfeld des immer näher rückenden Saison-Highlights Pokalfinale. Derzeit stecken die Mannen um Kapitän Matthias Pompe mitten in der ersten englischen Woche, die mit dem 2:3 in Frankfurt begonnen hat. Die Fortsetzung folgt an diesem Mittwoch (19 Uhr) mit dem Gastspiel der Netzhoppers KW-Bestensee in der Gellersenhalle – Karten sind noch an der Abendkasse erhältlich.

 

Gegen KW-Bestensee klarer Favorit

Mit insgesamt drei Punkten aus zwei extrem schweren Auswärtsspielen in Friedrichshafen (3:2) und eben Frankfurt hat das neue Jahr verheißungsvoll begonnen – eine Ausbeute, mit der die LüneHünen ihre Position in der dicht gedrängten Spitzengruppe behaupten konnten. Von Platz zwei ging es zwar wieder runter auf Rang vier, aber nur drei Punkte zurück hinter Spitzenreiter Haching. Den und den Sechsten Düren trennen gerade einmal sechs Zähler. Da ist bis zum Ende der Hauptrunde noch alles möglich.

Ein Playoff-Platz – also unter den ersten 8 – ist der SVG aber wohl schon sicher, die Leistungen sind zu stabil, um da noch Zweifel aufkommen zu lassen. Schließlich gab es erst ein Match, das keinen Ertrag für das Punktekonto brachte (1:3 in Unterhaching). Makellos ist sogar die Bilanz in der Gellersenhalle: fünf Spiele, fünf Dreier. Daran gilt es nun gegen die Netzhoppers anzuschließen – ohne Patzer. Der wäre gegen einen Underdog doppelt bitter und könnte dann im Kampf um die beste Ausgangsposition nach der Hauptrunde noch besonders weh tun.

 

Heimbilanz soll blütenrein bleiben

Die Brandenburger sind allerdings nie zu unterschätzen. Die Bilanz von bisher drei Siegen und acht Punkten blieb auch deshalb mager, weil die Gäste einiges Verletzungspech hatten. So riss sich im Hinspiel der starke Außenangreifer Theo Timmermann früh die Bänder im Knöchel und feierte gerade erst am Sonnabend (1:3 in Haching) ein Comeback. Zweimal zuvor hatte er zwar Kurzeinsätze, aber nur in der Annahme, springen war noch zu riskant. Auch 2,06-Meter-Mittelblocker Iven Ferch war zuvor schon länger ausgefallen.

Und schließlich erwischte es noch Sascha Kaleck, zweiter Zuspieler hinter dem Kanadier Luke Herr, mit Kreuzbandriss. Für ihn sucht KW nun noch bis Ende der Transferfrist (31. Januar) verzweifelt einen Ersatz. Heißer Kandidat, der auch schon zwei Tage mittrainiert hat, ist Martin Krüger, beim VfB Friedrichshafen vom zweiten zum dritten Mann auf dieser Position degradiert, seit die Häfler zum Jahreswechsel noch Routinier Rafael Redwitz verpflichteten. Möglich, dass Krüger nun beim KW-Auftritt in der Gellersenhalle schon dabei ist.

 

Kanadischer Abend – 4 auf jeder Seite

Dort kommt es nun zu einem kanadischen Abend – wie die SVG haben auch die Brandenburger vier Kanadier im Team. Neben Zuspieler Luke Herr sind dies die Mittelblocker Kenneth Rooney und Arran Chambers sowie Diagonalangreifer Casey Schouten. Letzterer wird derzeit als zweitbester Scorer der Liga (191 Punkte) vor LüneHüne Ryan Sclater (185) gelistet. Sechster ist Cody Kessel (165), Zehnter Ray Szeto. Herausragend bei den Gästen aber auch Außenangreifer Dirk Westphal, Bronzemedaillengewinner bei der WM 2014, auf Rang 13.

Trotz vieler guter statistischen Werte und dem überaus positiven Gesamteindruck in dieser Saison musste die SVG zuletzt etwas Federn lassen, musste dreimal in den letzten vier Spielen in den Tiebreak und verlor dabei zweimal – dies alles jedoch gegen die drei deutschen Champions-League-Starter Berlin (2:3), Friedrichshafen (3:2) und Frankfurt (2:3), Jammerei auf hohem Niveau also. Aber, und auch das zeichnet die Mannschaft aus: Die LüneHünen waren selbst nicht zufrieden, wie Trainer Stefan Hübner berichtete – nicht mit dem Auftritt in Frankfurt und auch nicht mit dem am Bodensee, trotz des ersten Siegs dort überhaupt.

Auswärtspunkt verbucht

SVG kämpft sich beim 2:3 in Frankfurt eindrucksvoll zurück

Nach 0:2-Satzrückstand wieder ins Spiel gefunden

Aufgeben ist keine Option für diese SVG, da kann die Lage noch so schwierig sein. Und die Lage schien sogar aussichtslos im siebten Auswärtsspiel der Saison bei den United Volleys Frankfurt. 0:2 lagen die Lüneburger nach zwei Sätzen zurück, in denen sie nicht zur überragenden Form der letzten Wochen fanden – doch so leicht sind die LüneHünen dann doch nicht in die Knie zu zwingen. Sie kämpften sich zurück und erzwangen den Tiebreak, um sich dann doch nach einem neuerlichen Mammut-Match geschlagen geben zu müssen. 2:3 (23:25, 21:25, 25:20, 25:21, 14:16) hieß es schließlich nach 2:12 Stunden, und immerhin noch mit einem Punkt ging es auf die Heimreise. Die zwei hohen Auswärtshürden zum Jahresbeginn 2019 (Friedrichshafen, Frankfurt) sind so mit drei Punkten ohne Straucheln genommen worden.

 

Lange Sand im Angriffs-Getriebe

Das sah anfangs in der Fraport-Arena aber noch ganz anders aus. Die Hessen um den herausragenden Jung-Nationalspieler Moritz Karlitzek legten fulminant los, 8:3 stand es bei der ersten technischen Auszeit und die erste Aufholjagd der SVG (9:8) beantworteten sie mit guten Blocks und Assen, zogen erneut davon. Beim Team von Trainer Stefan Hübner war einiger Sand im Getriebe, nur das blinde Verständnis zwischen Ryan Sclater und Adam Schriemer hielt die Gäste im Spiel. Ansonsten aber wurden Schriemers Zuspiele oft gelesen und die Angreifer geblockt.

Als beim 19:19 dann doch endlich mühsam der Gleichstand hergestellt war, blieb das eine Momentaufnahme. Wieder zog United weg, gekrönt von einem Aufschlag-Ass des in dieser Phase starken Ex-Lüneburger Zuspielers Adam Kocian zum 22:19. Es blieb zwar eng, doch Neuzugang Andreas Fragkos machte trotz Dreier-Blocks mit dem 25:23 den Deckel drauf.

Satz zwei begann gleich mal mit zwei krachenden Blocks gegen Sclater und Ray Szeto. Dieses 0:2 drehte die SVG auf die erste Führung überhaupt im Match (7:6), schien auch – nun mit Gijs van Solkema im Zuspiel – langsam einen Rhythmus zu finden, doch kam bei der ersten Zwei-Punkte-Führung (17:15) wieder ein Bruch. United stellte mit vier Punkten in Folge auf 19:17 und gab diesen Vorteil nicht mehr her.

 

Neubesinnung in der 10-Minuten-Pause

Die folgende 10-Minuten-Pause tat der SVG gut. Nun wieder mit Schriemer und neu mit Florian Krage im Mttelblock lief es im dritten Satz besser – wenn auch weiter holprig. Bezeichnend: Beim 3:1 gingen drei Spieler zum Ball, keiner nahm ihn, nur noch 3:2 statt 4:1 und kurz darauf sogar 4:3 für den Gegner. Aber die Gäste fighteten und holten sich so auch das Glück auf ihre Seite. Bälle gingen nun plötzlich nicht mehr vom Block ins Aus, sondern ins gegnerische Feld, lange Rallyes endeten nun zugunsten der SVG. Und Asse stellten sich ein, zwei von Szeto (zum 10:9 und 12:9), eins von Krage (17:15). Schon vor der Crunchtime wuchs der Vorsprung auf fünf Punkte (21:16), die Vorentscheidung.

In Durchgang vier legten die Gäste mit einem 3:0 los, immer häufiger punkteten nun Michel Schlien und Cody Kessel aus einer guten Annahme heraus um den starken Libero Tyler Koslowsky, der später auch MVP wurde. Kessel wurde noch bester Scorer (20) vor Sclater (19), Szeto (14) und Schlien (10), der bei seinen Angriffen auf eine hundertprozentige Quote kam (5) und zudem vier direkte Blockpunkte buchte – 12 davon insgesamt holte die SVG gegenüber 10 von United.

 

Statistiken sorgen für gemischte Gefühle

Die Statistiken wiesen am Ende generell viele bessere Werte für die LüneHünen auf, so die Angriffs-Effektivität (44% gegenüber 40%) und die Angriffe aus der Abwehr (42% gegenüber 30%), sogar die insgesamt geholten Ballpunkte (108:107). Aber die Leistungen blieben zu schwankend, um noch den Sieg einzufahren. Im Tiebreak zogen die Hessen schnell auf 6:2 weg, mussten zum Seitenwechsel wieder bangen (8:6), bauten den Vorsprung wieder aus (12:9), kassierten den Ausgleich (13:13), vergaben auch den ersten Matchball, um dann mit dem 16:14 den zweiten Punkt aufs Konto zu buchen und etwas näher an die SVG heranzurücken.

„Es bleiben gemischte Gefühle. Wir haben nicht das Level erreicht wie sonst, besonders im Angriff ist es nicht so recht rund gelaufen. Aber gefallen hat mir, wie die Mannschaft gekämpft hat, sich in langen Rallyes mit tollen Abwehraktionen Punkte hart erkämpft hat und insgesamt wie sie einen Weg gefunden hat, überhaupt im Spiel zu bleiben“, bilanzierte Trainer Stefan Hübner. Kampfgeist und Moral stimmen, an spielerischen Verbesserungen gilt es nun, weiter zu arbeiten.

Schon am Mittwoch steht der nächste komplette Spieltag an, die SVG erwartet dann KW-Bestensee zum ersten Heimspiel 2019 in der Gellersenhalle (19 Uhr). Dafür gibt es auch noch Tickets.

In Frankfurt spielte die SVG mit: Schlien, Baxpöhler, Schriemer, Sclater, Kessel, Szeto, Koslowsky; eingewechselt: Pompe, van Solkema, Krage.

Frankfurt mit Neuzugang

Sind aller guten Dinge drei?

LüneHünen wollen Platz 2 im Verfolgerduell verteidigen

Vor gut einem Vierteljahr begann der Höhenflug der LüneHünen bis auf Platz zwei mit einem 3:1-Premierenerfolg gegen die United Volleys Frankfurt. Gegen den gleichen Gegner legten sie wenige Wochen später sogar auswärts den Grundstein zum späteren Einzug ins Pokalfinale. Sind nun aller guten Dinge drei, wenn es zum Rückrundenauftakt in der Bundesliga-Hauptrunde in die hessische Metropole geht? Frankfurt gegen SVG – das ist das absolute Topspiel dieses Wochenendes am Sonnabend (16 Uhr/Stream auf sporttotal.tv).

Die Frankfurter (6.), hoch ambitioniert in die Saison gegangen, wollen also nach diesen ersten frühen Rückschlägen noch etwas geraderücken. Wenn sie nun einen Dreier holen, ziehen sie nämlich nach Punkten gleich und überflügeln die SVG – bei noch einem ausgetragenen Match weniger.

 

Dämpfer in der Champions League

Anfang dieser Woche gab es allerdings erst einmal einen Stimmungsdämpfer: eine 2:3 (20:25, 17:25, 25:21, 25:21, 8:15)-Heimniederlage in der Campions League gegen Belgiens Vizemeister Knack Roeselare. Zudem nahmen die Außenangreifer Sebastian Schwarz und Moritz Karlitzek Blessuren aus diesem Match mit.

Aber: Blitz-Neuzugang Andreas Fragkos, Ende des zweiten Satzes eingewechselt, feierte ein starkes Debüt und riss die Mannschaft noch einmal mit. Der griechische Außenangreifer, erst drei Tage zuvor von Olympiakos Piräus gekommen, wurde mit 12 Punkten noch zweitbester Scorer und brachte seine ganze Routine ein. Der 29-jährige Zwei-Meter-Mann spielte schon in Italien, Frankreich, Südkorea und im Iran und ist vielfacher Nationalspieler. Er dürfte nun auch gegen die LüneHünen zum Einsatz kommen. Anderen Gegnern zuvor haben jedoch kurzfristig Neuverpflichtungen in Duellen gegen die SVG wenig genutzt…

Neu im Vergleich zu den beiden vorherigen Vergleichen ist auch der serbische Zuspieler Maksim Buculjevic, der versucht, dem Ex-LüneHünen Adam Kocian den Platz streitig zu machen und auch immer mehr Spielanteile bekommt. Weiter auf der Verletztenliste stehen der frühere Stamm-Zuspieler Patrick Steuerwald und Mittelblocker Tobias Krick, Kollege von Noah Baxpöhler im Nationalteam.

 

Die SVG beeindruckt mit ihrem längsten Match

Die SVG-Mannen um Kapitän Matze Pompe werden inzwischen als Team der Stunde, ja sogar als ernsthafter Meisterschaftskonkurrent der großen Zwei, Berlin und Friedrichshafen, gepriesen – spätestens seit dem 3:2-Triumph am Bodensee, dem mit 147 Minuten längsten Match, das die SVG seit dem Bundesliga-Aufstieg je absolviert hat (inklusive Playoffs und Pokal). Die LüneHünen beeindrucken die Konkurrenz insbesondere immer wieder mit ihrer Stärke im Block, zuletzt in Friedrichshafen speziell auch im Angriff. Da machten Baxpöhler und Michael Schlien zusammen 16 Punkte. So hat United für dieses Duell als Motto ausgegeben: „Build that wall!“ (frei übersetzt: „Baut eine Mauer“).

Zu sehen gibt es das Match im Public Viewing in der Grill-Taverne „Alexander der Große“ bei Stelios in Kirchgellersen.

Das nächste Heimspiel findet dann am kommenden Mittwoch, 23. Januar (19 Uhr), gegen die Netzhoppers KW-Bestensee statt – Tickets in allen Kategorien sind noch verfügbar, weil das Gäste-Kontingent zurückgegeben wurde

Erstmals Punkte am Bodensee

SVG merzt den nächsten schwarzen Fleck aus

Ray Szeto beim 3:2-Triumph wie aufgedreht

Die LüneHünen haben gleich im ersten Match des neuen Jahres wieder gezeigt, wie stark sie in dieser Saison sind und haben da weitergemacht, wo sie 2018 aufgehört haben. Nach der knapp zweiwöchigen Pause landeten sie beim Rekordmeister VfB Friedrichshafen ihren achten Sieg im elften Spiel und kletterten zum Hinrundenabschluss der Hauptrunde mit einem 3:2 (25:22, 19:25, 29:27, 22:25, 15:13)-Erfolg auf Platz zwei.

Vom Bodensee hatte die SVG nie zuvor auch nur einen Punkt entführt, wieder ist ein schwarzer Fleck ausgemerzt – ein Zeichen auch an die Häfler: In sechs Wochen beim Pokalfinale in Mannheim bekommt Ihr nichts geschenkt. Dafür gibt es übrigens noch bis zum 25. Januar Tickets, eine gemeinsame Busfahrt und Fan-Utensilien (Trikot, Schal) zu ordern. Ein Bestellformular findet sich auch der Homepage.

 

VfB-Trainer Heynen muss viele harte Nüsse knacken

Die weiteste und beschwerlichste Anreise in der Bundesliga – zumal bei winterlichen, schwierigen Wetterverhältnissen im Süden – hat sich für die SVG und ihre etwa 30 Fans gelohnt. Wieder einmal lieferte das Team um den überragenden Raymond Szeto eine große Leistung ab. „Raimund“ war nie zu kontrollieren, punktete als bester Scorer 25-mal und wurde nicht zuletzt auch deshalb verdient MVP, weil er viele der ganz wichtigen Punkte machte.

Er, aber auch alle anderen LüneHünen, gaben VfB-Weltmeister-Trainer Vital Heynen (mit Polen) viele harte Nüsse zu knacken. Heynen reagierte früh mit den ersten Wechseln, brachte im Verlauf des langen Abends (Spielzeit: 2:26 Std.) insgesamt 13 Spieler zum Einsatz und konnte so doch nicht verhindern, dass die Häfler nur einen Punkt in der ZF Arena behielten und von der SVG in der Tabelle überholt wurden. Dennoch bilanzierte er: „Ich bin mit dem Spiel zufrieden, aber nicht so sehr mit dem Ergebnis. Aber angesichts unserer Verletzungsprobleme war unsere Leistung gut.“ Einige seiner Spieler waren nach Blessuren noch nicht wieder fit, Libero Markus Steuerwald musste nach dem ersten Satz raus (Schulter), seine Position übernahm der sonstige Außenangreifer David Sossenheimer. In der Starting Six stand auch der neue Zuspieler Rafael Redwitz.

 

Glänzender Start gibt SVG Selbstvertrauen

Den besseren Start erwischte die SVG, zeigte gleich, dass sie wild entschlossen war, auch vom Bodensee endlich mal etwas Zählbares mitzunehmen. Sie führten bei der ersten technischen Auszeit 8:3 und bauten den Vorsprung bis auf 16:9 aus. Die defensive Blockarbeit und die Feldabwehr um den wieder einmal starken Libero Tyler Koslowsky (61% positive Annahmen, 39% perfekt) waren in dieser Phase einfach vorzüglich. Doch der Abstand schmolz wieder zusammen (16:14), der VfB glich sogar aus (18:18). Aber die SVG schlug zurück (21:18) und machte den Satz mit zwei Szeto-Schmetterbällen zu.

In Abschnitt zwei kamen die Hausherren mit stark verbesserter Feldabwehr und effektiverem Blockspiel besser zum Zug, führten bei der ersten technischen Auszeit 8:5 und drehten einen zwischenzeitlichen Rückstand (9:10) umgehend. Denn die SVG machte zu viele Fehler im Aufschlag, ließ im Angriff gute Chancen liegen und ließ sich einige Male von der Cleverness des VfB düpieren: Insbesondere Athanasios Protopsaltis, Wirbelwind im Außenangriff, schlug immer wieder geschickt den Block so an, dass der Ball ins Aus abprallte – 25:19, Satzausgleich.

Heynen wechselte weiter munter durch. So blieb Mittelblocker Jakob Günthör, der das Duell gegen seinen Nationalmannschaftskollegen Noah Baxpöhler klar verlor, auf der Bank. Und Satz drei wurde dramatisch. Friedrichshafen drehte ein 7:9 in ein 12:9 um und zog auf 16:11 davon, doch spätestens nach dem 18:18 war alles wieder offen. Die SVG legte dann mehrfach vor, der VfB glich immer wieder aus – und schien beim 23:22 das Glück auf seine Seite zu ziehen. Aber so leicht sind die LüneHünen nicht umzustoßen. Vier Satzbälle wehrten sie ab und verwandelten schließlich selbst ihren ersten durch Ryan Sclater zum 29:27. Der frisch gebackene Vater war nach seinem Fehlen im letzten Spiel gleich wieder zweitbester Punktesammler (15), aber nicht so effektiv wie sonst. Aber der erste, von der SVG so ersehnte Punkt war nun gebucht.

 

Alle drei Punkte sogar möglich

Und es lag in der Luft, dass noch wesentlich mehr möglich war. Satz vier brachte dank der aufdrehenden Noah Baxpöhler (13 Punkte) und Michel Schlien (11) über weite Strecken eine Führung (8:7, 12:10, 15:14, 20:18). Beide blockten hervorragend und verwandelten ihre Schnellangriffe traumwandlerisch sicher. Doch beim Gegner punktete Protopsaltis aus nahezu jeder Position und mit jeder Schlagvariante (18). Und Außen Michal Petras sowie der Diagonale Bartlomiej Boladz wurden immer besser. Boladz war schließlich bester VfB-Scorer (20 Punkte) vor Silber-MVP Protopsaltis (18). Der Slowake Petras, im Saisonverlauf noch nicht herausragend, kam noch auf 17 Punkte, obwohl er erst im dritten Satz eingewechselt wurde. So glich der VfB zum 20:20 aus und sorgte schließlich mit einem 25:22 für den Gleichstand und Tiebreak.

Da führten die LüneHünen schnell 5:2 und speziell Szeto war nun nicht mehr zu bremsen, nachdem der VfB wieder herangekommen war (5:4). Vor allem er und Baxpöhler bauten den Vorsprung wieder aus (11:6), der VfB kämpfte sich erneut heran (12:10), doch Sclater und Baxpöhler stellten auf 14:10. Aber erst der vierte Matchball brachte die Entscheidung, als Boladz seinen Aufschlag ins Netz setzte.

3:2 – was für ein Statement der LüneHünen vor dem nahenden Pokalfinale! Urteile wie gerade vom „Volleyball Magazin“ wird es nun wohl öfter geben: „Der Favoritenschreck hat wieder zugeschlagen! Die SVG Lüneburg gewinnt knapp in einem hart umkämpften Match gegen den VfB Friedrichshafen – und zeigt, dass man sie im DVV-Pokalfinale in Mannheim auf jeden Fall auf dem Zettel haben sollte!“

 

Häfler sind vor dem Pokalfinale gewarnt

Chefcoach Stefan Hübner strahlte schon während des Matches große Ruhe und Zuversicht aus, blieb aber nach dem Triumph trotz aller Freude kritisch: „Vieles war gut, zum Beispiel die Block-Abwehr und auch die Angriffe über die Mitte. Es gab aber auch Phasen mit zu vielen Fehlern, in denen wir uns das Leben selbst schwer gemacht haben. Dann wieder haben wir von deren Fehlern profitiert. Und man darf nicht vergessen, dass sie einige Verletzungsprobleme hatten. Davon haben wir sicher auch profitiert.“ So schärft man die Sinne seiner Mannen, sich nicht zufrieden zurückzulegen, sondern weiter konzentriert an Verbesserungen für die nächsten Schritte zu arbeiten. Am kommenden Wochenende geht es erst einmal zum schweren Spiel nach Frankfurt.

Die SVG spielte mit: Szeto, Schriemer, Schlien, Baxpöhler, Sclater, Kessel, Koslowsky; eingewechselt: Pörner, van Solkema, Pompe.

Erstes Beschnuppern vor dem Finale

LüneHünen haben in Friedrichshafen noch nie Punkt entführt

 

Hoch zufrieden beendeten die LüneHünen das alte Jahr, mit ungebrochenem Ehrgeiz wollen sie nun ihren Erfolgsweg fortsetzen – möglichst schon im ersten Match des Jahres 2019, obwohl sich da eine extrem hohe Hürde entgegenstellt: Die Reise geht an den Bodensee zum Rekordmeister VfB Friedrichshafen, bei dem es für die SVG noch nie etwas zu holen gab. Doch jede Serie reißt einmal, diese vielleicht schon am Sonnabend (19.30 Uhr/Stream auf sporttotal.tv).

 

Was Mut macht, ist einerseits die verloren gegangene Souveränität der Häfler, die sie insbesondere in der vergangenen Saison auszeichnete, und andererseits die Überzeugung, mit der die SVG inzwischen ihre Aufgaben angeht, sich offenbar durch nichts aus der Bahn werfen lässt. Wie zuletzt beim 3:0 gegen Herrsching ohne gelernten Diagonalangreifer. Ryan Sclater, immerhin ja auch Vierter im Ranking der Topscorer, wurde Vater. Sein Vertreter Jannik Pörner war verletzt, sodass Ray Szeto auf die für ihn ungewohnte Position rückte.

 

Mannschaft macht bisher einen super Job

 

Kein Wunder, dass der Sportliche Leiter Bernd Schlesinger zum Jahresausklang ein überaus positives Fazit zog. „Man kann nur zufrieden sein, die Mannschaft macht einen super Job. Wir gehen erstmals mit einem Punkteschnitt ins neue Jahr, der eine 2 vor dem Komma ausweist“, stellte er glänzende 23 Punkte nach 10 Spielen heraus. Und auf dem Weg dahin gab es ja einige Premieren wie den ersten Sieg überhaupt gegen Frankfurt. Und nicht zuletzt auch den Einzug ins Pokalfinale – gegen Friedrichshafen. Womit es nun also zu einem ersten Kräftemessen sechs Wochen vorab kommt.

 

Sclater hat sich inzwischen nach der Geburt seiner Tochter an den neuen Lebens-Rhythmus gewöhnt, Pörner steht wieder voll im Training. So kann Chefcoach Stefan Hübner personell wieder aus dem Vollen schöpfen. Aber: „Der Rhythmus war unterbrochen, mal sehen, ob wir gleich wieder auf das alte Level kommen. Wir hatten mit der Weihnachtszeit insgesamt zehn Tage, die ein bisschen anders waren,“ so Hübner. Nach dem letzten Match am 29. Dezember waren vier Tage komplett frei, einige Spieler waren auf Sightseeing-Tour in Europa. Danach folgte ein sanfter Wiedereinstieg ins Training. „Seit Montag haben wir wieder die alten Abläufe und ich bin sehr zufrieden“, ist Hübner guter Dinge.

 

Dem VfB nach Punkten noch nie so nahe gewesen

 

Die Bundesligatabelle zeigt, wie ausgeglichen es selbst in der Spitze geworden ist, den Ersten trennen nur sechs Punkte vom Sechsten. Von Friedrichshafen, Zweiter mit nur einem Zähler mehr als die SVG, hat Hübner aber eine unverändert hohe Meinung: „Ihre Saison verläuft ein wenig holpriger, unrunder als die letzte – aber wir sind gerade erst bei der Hälfte der Hauptrunde. Das ist schon nach wie vor ein sehr starker Gegner. Zweifellos fehlt ihnen aber Simon Tischer auf der Schlüsselposition Zuspieler.“ Der abgetretene Ex-Nationalspieler spielte zuletzt eine überragende Saison.

 

Da er noch nicht vollwertig ersetzt werden konnte, holten sich die Häfler gerade noch einen weiteren, dritten Zuspieler nach den Tschechen Jakub Janouch und seinem Vertreter Martin Krüger (aus Herrsching). Nun kam noch Rafael Redwitz, ein in Brasilien gebürtiger Franzose. Der 38-Jährige absolvierte Länderspiele für beide Nationen und sammelte viele Titel in Frankreich und Polens PlusLiga. Redwitz gab zum Jahresausklang beim 3:1 in Bestensee noch ein Kurzdebüt, nun könnte er gegen die SVG – als Überraschungseffekt – schon länger zum Einsatz kommen. Doch Hübner kennt ihn noch aus seiner eigenen aktiven Zeit.

 

Karriereende von Tischer hat eine Lücke gerissen

 

Überhaupt sind die Häfler, die oft in ihre Spiele schwer reinkommen und den ersten Satz abgeben, so ein wenig eine Wundertüte. So spielt der zweite Libero Thilo Späth-Westerholt auffällig oft im Außenangriff und punktet ordentlich. Im Mittelblock und Außen wird kräftig rotiert, diagonal hatte Nationalspieler Daniel Malescha nach einer Seuchensaison mit vielen gesundheitlichen Problemen zwischendurch den Polen Bartlomiej Boladz verdrängt. Eine überragende Saison spielte aber bisher David Sossenheimer in Annahme und Außenangriff. Zuletzt pausierte er mit einer Knöchelverletzung.

 

Zu sehen gibt es das Match im Public Viewing in der Grill-Taverne „Alexander der Große“ bei Stelios in Kirchgellersen!

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