Kategorie: Bundesliga-Team

FSJ´ler gesucht!

SVG sucht FSJ´ler

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SVG Lüneburg

Die Weichen in die Zukunft sind gestellt

Vorzeitige Vetragsverlängerung bis 2023- Bernd Schlesinger schließt sich an

Was für ein Zeichen weit über die Region hinaus, ein Zeichen an die Bundesliga-Konkurrenz und auch international: Volleyball-Erstligist SVG Lüneburg und Cheftrainer Stefan Hübner dehnen ihre Zusammenarbeit vorzeitig bis 2023 aus. Der noch eine Saison laufende aktuelle Kontrakt wurde jetzt langfristig verlängert. Längst hatte die noch junge, aber schon erfolgreiche Trainerkarriere nämlich Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen geweckt, bekam der 42-Jährige immer wieder Anfragen.
Auch der Sportliche Leiter Bernd Schlesinger band sich prompt ebenso lange an die SVG. Der 59-Jährige, auch Co-Trainer, ist bereits seit Januar 2011 im Verein. Seit Hübners Einstieg 2014 arbeiten beide als ein Duo zusammen, zwischen das kein Blatt Papier passt. Zudem gibt es erstmals nach einer Saison keinerlei Änderungen im Staff, der bleibt komplett zusammen.
„Das ist hier ein perfektes Umfeld für mich, und wir sind noch längst nicht am Ende“, begründete Hübner die dauerhafte Weichenstellung, „deshalb musste ich auch gar nicht lange nachdenken. Mich reizt nach wie vor das Gesamtpaket, und ich spüre bei allen den Drive, noch mehr erreichen zu wollen. Dazu braucht man auch Geduld – besonders gute Sachen brauchen etwas länger. Dabei ist jeder Baustein in der SVG-Familie wichtig, das ist es, was die SVG ausmacht. Und das ist mir wichtig“, verwies er darauf, dass es keinerlei Abnutzungserscheinungen in der Zusammenarbeit gibt, weder beim Trainer selbst, noch zur Mannschaft, zum Team ums Team herum oder zu SVG-Macher Andreas Bahlburg.
So war nur die familiäre Komponente noch zu klären. Da auch Hübners Frau Angelina wie auch die beiden kleinen Söhne längst in Lüneburg heimisch geworden sind, war er sich mit Bahlburg „ziemlich schnell einig, auch wenn es immer wieder – durchaus auch interessante – Anfragen gab“. Schließlich wird es für die Hübners wohl auch Zeit, sesshaft zu werden. Denn sie sind in ihren Karrieren viel in der Welt herumgekommen. Er spielte unter anderem neun Jahre in Italien, sie war – unter ihrem Mädchennamen Grün – zum Beispiel in Italien, der Türkei, Russland und Aserbeidschan zehn Jahre lang aktiv.
Auch für Schlesinger „war es ein Leichtes zu sagen, dass es noch lange weiter geht“. Er freut sich auf die nächsten Jahre, „nachdem die Zeit bis jetzt im Rückblick schon eine tolle Sache ist“. Und Bahlburg strahlte: „Ich bin stolz wie Bolle, stolz, dass die Beiden das Projekt weiter mit gestalten wollen. Das ist ein klares Bekenntnis auch an andere Vereine: Ihr braucht es bei den Beiden gar nicht zu versuchen.“
Hübners neuer Vertrag enthält auch die Klausel, dass er jeweils in der Sommerpause – wenn die Bundesliga pausiert – eine Nebentätigkeit ausüben darf, sofern sie sein Arbeitsverhältnis bei der SVG nicht beeinträchtigt. Im Sommer 2017 weilte er schon einmal für vier Wochen als Spezialcoach für die Mittelblocker im Trainingslager der australischen Nationalmannschaft, als die sich in Polen auf die WM-Qualifikation vorbereitete. Ähnliche, begrenzte Engagements könnte er sich auch künftig vorstellen – eine reine Formalie. Etwas Konkretes gibt es derzeit nicht.
Bei Ende des jetzigen Kontraktes 2023 gehört Hübner dann nach neun Jahren zur Gilde der Langzeit-Trainer. Im Volleyball ist das nichts Ungewöhnliches. Beispiele aus der Bundesliga sind Ruben Wolochin (Bühl seit 2011), Mirko Culic (KW-Bestensee seit 2008), Max Hauser (Herrsching seit 2008) und Hans Peter Müller-Angstenberger (Rottenburg seit 2002) – ganz zu schweigen von Stelian Moculesecu, der von 1997 bis 2016 den VfB Friedrichshafen prägte.
Zu gesamten an Bord bleibenden SVG-Staff zählen neben dem 1. Co-Trainer Eugenio Dolfo sowie Scout, Statistiker und Co-Trainer Malte Stolley das Physiotherapeuten-Duo Thomas Kuke und Michaela Möller sowie die Ärzte Dr. Thomas Buller und Dr. Andreas Luedtke, von denen laut Vorschrift bei Heimspielen immer einer anwesend sein muss. Bei Auswärtsspielen stehen zudem bei Bedarf Sönke Hinz als Co-Trainer sowie die Physios Hans Joseph Groth und Ulf Nitschke zur Verfügung.

Szeto bleibt LüneHüne

In seiner ersten Saison bei den LüneHünen hat er sich schnell in die Herzen der Fans gespielt. Die können sich nun freuen, dass er auch weiterhin das Trikot der SVG Lüneburg trägt: Außenangreifer Raymond Szeto hat seinen Vertrag um ein Jahr verlängert.
„Ray hat sich über das Jahr hier gut entwickelt, und da steckt noch mehr drin“, ist Chefcoach Stefan Hübner überzeugt, dass der 26-Jährige noch ein höheres Level erreicht. „In einigen Bereichen hat er sich schon verbessert, und wir haben ja auch seinen Aufschlag verändert. Besser werden kann er zum Beispiel noch in der Annahme, obwohl er da nicht so viele direkte Fehler macht. Aber es geht noch besser.“
Die erste Saison des Kanadiers war insgesamt gut: In der Bundesliga-Scorerliste landete er auf Platz 17 noch vor Größen wie dem Friedrichshafener Diagonalen Bartlomiej Boladz (18.), dem Dürener Romans Sauss (21.) oder Berlins Robert Kromm (22.).
Szeto war 2017 aus Saint Nazaire/Westfrankreich zur SVG gekommen, hatte dort mit seinem Team den Aufstieg in die 1. Liga verpasst und war auch nicht glücklich geworden, weil er nicht zur Stamm-Sechs gehörte. In seiner Heimat hatte er für das College-Team in York (Ontario) bei Toronto gespielt, während er Psychologie studierte.
Bei der SVG fand er nach einer kurzen Anlaufzeit ins neue Team und zu seiner Bestform, übernahm bei wichtigen Punkten immer wieder Verantwortung, feierte gute Aktionen überschwänglich und riss das Team mit – ein wahres Powerpaket. Und so eroberte Raymond, der den Spitznamen „Raimund“ bekam, auch die Herzen der Fans. Unter denen gibt es inzwischen sogar einen kleinen Raimund-Fanklub.
„Ich bin sehr glücklich, dass ich ein neues Vertragsangebot bekommen habe und bleiben kann. Ich mag meine Mitspieler sehr, Stefan ist ein guter Coach und mir gefällt Lüneburg mit seinen vielen Möglichkeiten für gutes Essen im Stadtzentrum“, hat sich Szeto bestens eingelebt. Und: „Die lauten Fans haben mich zu besseren Leistungen gepusht“, gefiel ihm die Unterstützung, die er weiter genießen möchte.
Nicht zuletzt hat ihm die gute medizinische Betreuung bei der SVG imponiert. Ausgerechnet kurz vor den Playoffs zog sich Szeto ja eine Fußverletzung zu, war aber durch eine quasi Rundum-Betreuung schnell wieder spielfähig. „Die Physios Thomas Kuke und Michaela Möller sind einfach großartig und haben mir oft geholfen“, war er schon im Zuge der Playoffs gegen Berlin begeistert.
„Ray hat viel Energie, die er außer auf die Mitspieler auch auf die Fans ausstrahlt. Seine aggressive Spielweise tut gut. Aber wir werden jetzt daran arbeiten, dass er auch andere Lösungen parat hat. Er muss noch den richtigen Mix finden, ist manchmal zu ungestüm“, will Hübner weiter an Verbesserungen bei seiner Nummer 11 feilen.

Pompe ist längst ein Lüneburger – und bleibt es

Routinier führt SVG in die neue Saison

Er gilt als Spezialist in der Annahme, ist auch immer noch wertvoll im Angriff und effektiv beim Aufschlag, ist neben Außenangreifer auch Kapitän und Teammanager der LüneHünen – Matthias „Matze“ Pompe bleibt auch in der neuen Saison 2018/19 ein wichtiger Baustein des Projektes SVG Lüneburg. Der 34-Jährige hat seinen Vertrag beim Volleyball-Bundesligisten um ein Jahr verlängert.
„Meine Familie und ich fühlen uns super wohl in Lüneburg und haben schon vor zwei Jahren gesagt, dass wir gekommen sind, um zu bleiben. Wir sehen unsere Zukunft hier. Und ich möchte alles geben, auf und neben dem Feld, dass der Verein wächst und eine Topp-Adresse wird“, musste Pompe vor der Verlängerung nicht lange überlegen. Und er ergänzt: „Ich hab noch Bock zu spielen, der Körper hält, und die vergangene Saison in diesem Team hat so viel Spaß gemacht, dass mir diese Entscheidung leicht gefallen ist.“
Pompe, der gerade in der Türkei weilt und in verschiedenen Clubs Beachvolleyball-Trainingseinheiten ausrichtet – er war auch ein guter Beacher : Vize-Europameister der U23 im Jahr 2006 – stieß 2016 aus Düren zur SVG und wurde zunächst wegen seines schon gesetzten Alters etwas skeptisch beäugt. Doch der Routinier bewies schnell seinen Wert auf dem Feld , tat sich zudem mit seiner emotionalen Spielweise als Motivator hervor und gab sich außerhalb stets volksnah und ist deshalb sehr beliebt bei den Fans.
„Es ist gut, bei all den jungen Spielern auch noch so einen Routinier in der Mannschaft zu haben. Und Matze ist ja auch weit über seinen Status als Spieler hinaus wichtig“, freut sich Chefcoach Stefan Hübner, dass er weiter auf Pompe setzen kann und meint damit auch dessen Funktion als Teammanager. Da ist er eng in die Organisation eingebunden, fungiert als Bindeglied zwischen Mannschaft, Trainerteam und Führungsebene der SVG.
„Mir macht auch dieser Job Spaß, weil man da etwas bewegen kann. Wir haben hier ja ohnehin gute Voraussetzungen: einen Volleyball verrückten Manager, unglaubliche Fans, die uns überall hin folgen und bei Auswärtsspielen sogar bekochen, plus so viele Ehrenamtliche, ohne die das alles nicht möglich wäre. Wenn jetzt noch die neue Arena kommt, wird das ganz, ganz groß“, schwärmt Pompe geradezu, obwohl er in seiner Karriere viel erlebt hat. Der gebürtige Leipziger, der in Stuttgart aufwuchs, spielte in der Bundesliga außer für die SVG und Düren (3 Jahre) auch für Bühl (1 Jahr) und Rottenburg (6 Jahre) sowie eine Saison in der französischen Liga für Ajaccio auf Korsika. Zudem stehen 11 Länderspiele in seiner Vita – mit dem Höhepunkt Goldmedaillengewinn bei den European Games 2015 in Baku/Aserbeidschan

Die SVG macht Kasse für die Fundskerle Aktion

SVG-Volleyballer und Edeka Bergmann kassieren für die Fundskerle

Aktion für das Projekt „Bewegung, ganz einfach“

Am Freitag, 13. April 2018, unterstützen die Bundesliga-Volleyballer der SVG Lüneburg und Meike Bergmann, Inhaberin der Lüneburger Edeka-Märkte Saline und Loewe-Center, das Fundskerle-Projekt „Bewegung, ganz einfach – Ein Bewegungsparcours im Park der Psychiatrischen Klinik Lüneburg“ mit einer besonderen Aktion: Von 16 bis 17 Uhr, sitzt in beiden Supermärkte jeweils ein SVG-Profi an der Kasse. Die gesamten Einnahmen dieser Stunde an den beiden Kassen spendet Edeka Bergmann direkt für das Projekt. Im Anschluss stehen die Volleyballer von 17 bis 18 Uhr für Autogramme und Fragen zur Verfügung.

Die SVG-Volleyballer waren schon am Projektstart im November 2017 beteiligt, spielten mit Patienten der Psychiatrischen Klinik Volleyball und vermittelten Grundtechniken. „Damals konnten wir unmittelbar erleben, wie viel Spaß die Patienten am Sport und der Bewegung haben“; sagt SVG-Geschäftsführer Andreas Bahlburg. „Deshalb unterstützen wir das Projekt gerne weiter und hoffen, dass viele Lüneburgerinnen und Lüneburger ihren Wochenend-Einkauf am kommenden Freitag an den Kassen unserer Jungs bezahlen.“

Weitere Informationen zum Projekt unter www.fundskerle.org.

LüneHünen raus, aber Saison noch nicht vorbei

Der Traum vom Halbfinale blieb unerfüllt, die Bundesliga ist für die LüneHünen vorbei. 23:25, 20:25, 22:25 hieß es nach dem 3. Playoff-Viertelfinale gegen die Berlin Volleys in der Max-Schmeling-Halle, der Titelverteidiger war noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Denn vor mehr als 3500 Zuschauern im Volleyball-Tempel, darunter nahezu eine Hundertschaft aus Lüneburg, machte die SVG dem Favoriten das Leben noch einmal schwer.

„Beide Seiten haben wenig Fehler gemacht – wir leider im Angriff ein paar zu viel. Berlin hat viel Druck im Aufschlag gemacht, wir haben aber mit viel Herz gefightet und können erhobenen Hauptes aus der Saison gehen. Und die Chancen waren da, es noch ein bisschen spannender zu machen“, lautete das Fazit von Trainer Stefan Hübner.

Der schickte bis auf eine Ausnahme die Formation aufs Feld, die beim 3:1 an Ostern so famous aufgetrumpft hatte – statt Matthias Pompe begann Ray Szeto. Doch die LüneHünen erwischten gegen die Hauptstadt-Riesen einen eklatanten Fehlstart, lagen über 4:8 und 8:16 bei den technischen Auszeiten schon fast demoralisierend 11:21 zurück. Aber nur fast – das große Aufbäumen hätte um ein Haar noch zur Wende im ersten Satz geführt. Bis auf 23:24 kam die SVG heran, eine starke Aufschlagserie von Adam Kocian ließ den Meister zittern, selbst zwei Auszeiten von Coach Stelian Moculsecu direkt hintereinander schien das Unheil nicht aufhalten zu können. In der Halle wurde es immer stiller, Pfiffe, ungläubiges Staunen – bis Adam White doch noch den Deckel drauf machte.

In Durchgang zwei war Kocian, der die SVG nach drei Jahren verlassen wird, gleich wieder als Erster am Service und setzte seine Serie fort. 8:6 stand es bei der ersten technischen Auszeit. Beim 10:9 führte erstmals Berlin, doch es blieb  eng bis in die Crunchtime, als dann die Hausherren von 19:16 vorentscheidend auf 21:17 stellten. Vor allem Paul Carroll, mit 19 Punkten bester Scorer, war immer wieder zur Stelle, auch Robert Kromm zeigte alte Klasse, servierte hervorragend und war auch sicher in der Annahme. Ein mehrtägiges Trainingslager in Kienbaum hatte offensichtlich seine Wirkung nicht verfehlt – alle Berliner wirkten höchst konzentriert und fokussiert.

Immer häufiger gewann der Favorit die langen Ballwechsel, während sich bei der SVG die leichten Fehler häuften. Dennoch: Auch noch in Satz drei keimte lange die Hoffnung. Die LüneHünen führten 11:7, steckten den Ausgleich weg, führten wieder 16:13, doch der neuerliche Ausgleich war dann nicht mehr zu verdauen. Zumal zwar viele Elemente stimmten, nicht aber die Angriffsquote. Cody Kessel als bester Scorer (13), Ray Szeto und Ryan Sclater punkteten zwar zweistellig, doch ihre Angriffsquoten (37, 44 und 28 Prozent) waren zu fehlerhaft, um bestehen zu können. Zu stark war Berlin an diesem Tag, zog vom 17:17 auf 21:17 davon und verwandelte schließlich nach 80 Minuten Netto-Spielzeit seinen ersten Matchball.

 

Nun folgen nach die Aufarbeitung der Saison im Kreis des Trainerteams und zusammen mit den Spielern sowie verschiedene andere Veranstaltungen und Termine, bevor die ausländischen Spieler in ihre Heimatländer fliegen.

Machts noch einmal LüneHünen !

Können die LüneHünen Euphorie und Leistungsniveau vom Ostersonnabend mit in die Max-Schmeling-Halle nehmen, wenn sie am Sonntag (16 Uhr) zum Viertelfinal-Showdown bei den Berlin Volleys antreten? Nach einem 1:1-Zwischenstand in der Best-of-3-Serie liegt die Sensation zumindest in der Luft, dass die SVG den amtierenden Meister rauskegelt.
Seit es die Playoffs gibt (Saison 2005/06), konnte noch nie ein Siebter der Hauptrunde (SVG) den Zweiten (Berlin) rauswerfen – oder ein Sechster (Herrsching) den Dritten (RheinMain) rauswerfen, was ja an diesem Wochenende auch möglich ist. „Wichtig ist, nicht so sehr an das Ergebnis zu denken, sondern den Fokus auf die Leistung zu legen – die muss stimmen, um eine Chance zu haben“, sah sich Hübner nach dem 3:1 zuletzt in der CU Arena einmal mehr in seiner Grundeinstellung bestätigt. Und nach zwei freien Ostertagen hat er seit Dienstag festgestellt: „Alle sind fit, alle sind heiß, das Trainings-Niveau ist gut.“
Und die Berliner sind nach einer für sich ohnehin unbefriedigend verlaufenden Saison zumindest verunsichert, droht doch das frühe Aus. So führte Trainer-Ikone Stelian Moculescu auch viele Einzel- und Teamgespräche bei den Charlottenburgern mit dem Fazit: „Ich glaube, das hat uns gut getan.“ Der SVG bescheinigte er zwar ein gutes zweites Spiel, aber: „Wir haben gar nicht so viel falsch gemacht, nur war Lüneburg wahrscheinlich den Tick entschlossener. Es waren im zweiten Match nur Kleinigkeiten, die uns zuvor im Heimspiel besser gelungen sind und hoffentlich am Sonntag auch wieder gelingen werden.“
Ungewöhnlich jedenfalls ist es, dass man sich im Lager des Meisters überhaupt so viele Gedanken über den Außenseiter macht. Selbstvertrauen war schließlich mal ein Baustein des Hauptstadtclubs, der in den vergangenen Jahren mit fünf Titeln in sechs Jahren seit 2012 die Bundesliga prägte. Und selbst auf europäischer Ebene schrieb er dicke Schlagzeilen, als er 2016 nach einem Scheitern in der Champions League im CEV-Cup weiterspielte und den dann noch gewann. Als Ausrichter des Final4-Turniers der Königsklasse im März 2015 mussten sich die Berliner für das Topturnier nicht qualifizieren, wurden dann im Endklassement Dritte.
Von dieser Dominanz ist in dieser Saison wenig geblieben. Im Supercup verloren gegen Friedrichshafen, Pokal-Niederlage im Viertelfinale daheim gegen Herrsching, Champions-League-K.o. im Playoff-12 mit zwei Niederlagen gegen Friedrichshafen, insgesamt fünf Pleiten in der Liga plus nun die im Viertelfinale von Hamburg. Das belegt, dass sich da eine große Ära dem Ende zuneigt – endgültig am Sonntag?

„Wir wollen weiter zusammen Spaß haben“, betonten schon vor Wochenfrist Topscorer Ryan Sclater und viele andere Spieler. Und sollte der Coup tatsächlich gelingen, ginge für die Fans der Spaß weiter gegen Friedrichshafen, das als einziger Viertelfinalist schon nach zwei Spielen weiter war. Der Modus sieht nämlich für die Zusammensetzung der Paarungen vor: 1. gegen 4. und 2. gegen 3. – und in einem Ranking der vier verbleibenden Teams wären die LüneHünen als Hauptrunden-7. dann eben leider Vierter.

Wer keine Gelegenheit hat, das Match in Berlin zu genießen, dem bietet sich in größerer Runde vor Ort eine Gelegenheit zu emotionaler Anteilnahme: In der Kirchgellerser Grill-Taverne „Alexander der Große“ (Stelios) gibt es ein Public Viewing.

SVG kratzt am Ego von Berlin

In einer packenden und absolut hochklassigen Partie schlägt die SVG Lüneburg den deutschen Meister Berlin Recycling Volleys verdient mit 3:1. SVG-Coach Stefan Hübner sprach im Anschluss von einer intensiven Begegnung: „Heute haben wir hier absolut attraktives Männer-Volleyball gesehen, wo wir uns für eine sehr gute Leistung auch belohnt haben.“

Mit Startschwierigkeiten der Gäste aus Berlin ging es in den ersten Durchgang, Lüneburg führt schnell 3:0. Dass die Ambitionen des deutschen Meisters aber andere sind, offenbarte sich rasch. Zur ersten technischen Auszeit lagen sie vorne (8:5) und schienen die LüneHünen überrollen zu wollen, die zunehmend den Anschluss verloren (6:11). Immer wieder wehrte Berlin die Angriffe der SVG ab und fand umgekehrt die Lücken in der Lüneburger Defensive, um selbst zu punkten. Aber das Team von Stefan Hübner gab nicht auf, kämpfte sich Stück für Stück heran und schaffte zum 17:18 wieder den Anschluss. Und mit dem Wechseln von Gijs van Solkemar und Jannik Pörner für Adam Kocian und Ryan Sclater (18:20) führte Stefan Hübner die Wende im ersten Satz herbei. Mit der 23:21-Führung erwachte die Gellersenhölle im „fernen Hamburg“ und die SVG brachte den ersten Satz mit 25:22 nach Hause.

Zum Sinnbild des Berliner Widerstands wurde im zweiten Durchgang der silberne MVP und Libero Luke Perry, der gleich dreimal bis in die Bande verteidigte und dabei sogar einmal mit einem großen Satz über den Scouting-Tisch von Lüneburgs Malte Stolley einen Ball spektakulär rettete. Das half zunächst aber nichts und ein sichtbar erzürnter Stelian Moculescu bat zur ersten Auszeit nachdem Lüneburg das 6:4 machte. Ein Wachrüttler mit Erfolg. Mit 9:10 gehen die Hauptstädter erstmals in Führung und setzten sich langsam ab (11:14; 12:16). Bis zum Satzende hielt die Dominanz der Gäste, die Lüneburg nicht mehr heran kommen ließen und den Ausgleich zum 1:1 (22:25) machten.

Zu Beginn des dritten Satzes war die SVG Lüneburg weiterhin hellwach. Eine Torhüterreifer Einlage von Noah Baxpöhler, spektakuläre Rallyes und umstrittene Schiedsrichterentscheidung prägten den Durchgang. Hübner nahm die Referees nach dem Spiel etwas in Schutz: „ Sie haben es auch nicht einfach. Deutschland ist die einzige Liga, in der mit nur zwei Linienrichtern gepfiffen wird.“ Ständig wechselnde Führungen (3:5; 10:9) erhöhten die Spannung für das Publikum und vor allem die Anspannung beim deutschen Meister. Es dauerte bis zum 22:19 bis sich die SVG erstmals, aber dann den Satz entscheidend absetze. Beim 25:21 konnte sich auch Stefan Hübner ein Lächeln nicht verkneifen.

Auch in Durchgang vier hatte man zunächst den Eindruck, dass Berlin jetzt aufdreht (4:8), doch Lüneburg fightete zurück, gab sich niemals auf oder Bälle verloren. Trainer Hübner: „Das war es was wir wollten, wir wollten uns wehren, alles reinhauen und viele Bälle berühren. Sich in der Zehn-Minuten-Pause in die Augen sehen zu können und zu wissen, dass wir alles geben.“ Und dieses „alles geben“ sah man vor allen Dingen im vierten Durchgang. Nach einer starken Aufschlagserie von Cody Kessel zur 13:11 Führung kochte es in der Hamburger CU-Arena. Die rund 1050 Zuschauer heizten ein, denn schon jetzt spürten alle, dass sich das Berliner Schicksal bei der SVG einmal mehr wiederholen könnte. MVP Ryan Sclater punktete ein ums andere Mal  und lobte nach dem Spiel dem Teamgeist: „Wir waren alle fokussiert, jeder hat sein Bestes gegeben und somit seinen Teil zu diesem großartigen Erfolg beigetragen. Ich freue mich, dass wir noch mindesten ein weiteres Spiel haben. Zwar lagen die orangefarbenen Mannen fast ständig in Führung, doch mit drei Aufschlagfehlern als es um Satz- oder Matchball ging, zeigten sie ihre gestiegene Nervosität. Den ersten Matchball konnten Sie noch abwehren, der zweite zum 3:1 (27:25) brachte die Entscheidung.

LüneHünen wollen ein drittes Spiel erzwingen

Noch ist nichts verloren – aber nun liegt der Druck des Gewinnenmüssens bei den LüneHünen. Und die sind wild entschlossen, im zweiten Playoff-Viertelfinale nach der Auftaktniederlage bei den Berlin Volleys noch ein drittes Match zu erzwingen, wenn an diesem Sonnabend (20 Uhr) in der CU Arena in Hamburg-Neugraben Teil 2 der best-of-3-Serie ansteht.

Vor mehr als 4500 Fans im Volleyball-Tempel Max-Schmeling-Halle setzten die Berliner zunächst mal ein Zeichen und nordeten die SVG nach deren 3:0-Triumph im Februar wieder ein. Der danach gekommene neue Trainer Stelian Moculescu hatte vor den K.o.-Spielen noch einmal die Sinne gschärft („Wir wollen ins Finale“), Manager Kaweh Niroomand den Druck erhöht: „Wir müssen die verbleibenden Wochen nutzen, um ins Endspiel zu kommen und vielleicht unser wichtigstes Ziel, nämlich die Deutsche Meisterschaft, zu erreichen.“ Und dazu sei es wichtig, das erste Spiel gegen die SVG klar zu gewinnen fügte er an, mit der Betonung auf „klar“.

Der noch amtierende Meister ließ diesen Forderungen Taten folgen, trat zielstrebig und stets konzentriert auf und stellte im ersten Abschnitt ab der zweiten technischen Auszeit die Weichen auf Satzführung (von 16:14 auf 20:14. Da stieg die SVG-Fehlerquote – bezeichnend der Übertritt beim Aufschlag von Ryan Sclater ausgerechnet beim ersten Berliner Satzball.

Dabei hatte die SVG, mit Zuspieler Gijs van Solkema und Jannik Pörner diagonal (Sclater dafür Außen) sowie mir Ray Szeto nach seiner Verletzungspause, stark begonnen.  Bei  Szeto reichte es aber noch nicht für ein ganzes Match. Pörner und van Solkema überzeugten dagegen, Pörner war schließlich sogar bester Scorer (12 Punkte) und MVP.

So sah es dann auch im zweiten Durchgang lange sehr gut für die Gäste aus, die ein 7:4 vorlegte und den Berliner alles abverlangte. Die drehten das auf 11:9, die SVG konterte (12:14), ständig wechselte nun nach oft langen Ballwechseln die Führung – bis in der Crunchtime Paul Carroll, Berlins Routinier auf Diagonal, seine ganze Klasse abrief: Er machte die Punkte 21 bis 25 für sein Team.

Zum Satzball war übrigens der Reisebus des LüneBlocks endlich eingetroffen – die Fans saßen wegen eines Mega-Staus auf dem Berliner Ring mit stundenlanger Vollsperrung der Autobahn 10 fest. Was sie dann noch sahen, war ein Satz zum Vergessen. Ihre Lieblinge ergaben sich nach einem schnellen Rückstand (1:4, 4:8) in ihr Schicksal, über 5:12, 9:18 und 12:22 wurden sie vom Feld geschossen.

„Da sind wir leider auseinandergebrochen, im ersten Satz haben wir es aber lange gut gemacht, im zweiten noch besser“, beurteilte Trainer Stefan Hübner den Auftritt als „über das ganze Spiel gesehen okay“, denn: „Berlin war sehr stark, hat viel Druck und wenig Fehler gemacht. Wenn wir diesem Druck im zweiten Spiel besser standhalten können und noch weniger Eigenfehler machen, ist beim Spiel in Hamburg der Ausgleich drin – und dann schauen wir mal…“

Auch Bernd Schlesinger, Sportlicher Leiter der SVG, machte den hoffentlich zahlreich in der CU Arena erscheinenden Fans Mut:  „Ich bin mir sicher, wir werden im zweiten Match besser spielen und den einen oder anderen Satz gewinnen.“

Selbst  Trainer-Ikone Moculescu ist bewusst, dass er mit den Berlinern das Halbfinale noch nicht gebucht hat: „Wir müssen am Samstag eine ähnliche Leistung abliefern – oder sogar noch ein bisschen besser.“

Berlin hat Respekt vor den LüneHünen

„Berlin ist ja unbedingt eine Mannschaft, die uns liegt“, blickte Bernd Schlesinger, Co-Trainer der SVG, schon am Sonnabend verschmitzt und voller Vorfreude auf die Playoffs.
Und nun wollen die LüneHünen erneut ihre immer wieder gern eingenommene Rolle spielen und einen Favoriten ärgern, wenn sie an diesem Mittwoch (19.30 Uhr/Stream auf sportdeutschland.tv) zum ersten von maximal drei Viertelfinals bei den Berlin Volleys in der Max-Schmeling-Halle antreten.
Nur drei Tage später, am Ostersonnabend, gastieren die Hauptstädter dann in der CU Arena in Hamburg-Neugraben. Für dieses „Heimspiel“ will die SVG in der Serie „best of 3“ möglichst gleich zum Auftakt ein Zeichen zu setzen – mit einer guten Leistung, mit einem verheißungsvollen Ergebnis oder idealerweise sogar mit einem Sieg gegen den noch amtierenden Meister, der oft seine liebe Mühe und Not mit uns hat.
„Die sind heiß wie Frittenfett – wir aber auch“, weiß Kapitän Matthias Pompe, dass die Berliner nach dem letzten Vergleich auf Revanche sinnen.
Da verloren sie vor sechs Wochen in der CU Arena glatt und verdient mit 0:3. Ein sportliches Erdbeben an der Spree inklusive Trainerwechsel folgte. Titelsammler Stelian Moculescu, der Altmeister an der Seitenlinie, soll nun die Saison noch retten, nachdem die BR Volleys ihre ersten beiden Ziele schon verfehlt haben, im Pokal im Viertelfinale rausflogen und in der Champions League nicht die angepeilten Playoff-6 erreichten.
Die LüneHünen träumen nun davon, dem Favoriten das nächste Bein zu stellen. Denn der hat angesichts der Bilanz in der Vergangenheit auch eine gehörige Portion Respekt und erinnert in der Vorberichterstattung an die engen Duelle vor zwei Jahren im Playoff-Halbfinale. Da verpasste die SVG durch zwei 2:3-Niederlagen die Endspielserie und eine Riesen-Sensation – mit 106:107 Ballpunkten in Berlin (118:122 in der Gellersenhalle). Das zeigt: Auch im Volleyballtempel Max-Schmeling-Halle geht durchaus etwas. Die Umgewöhnung an die größere, höhere Halle hat die SVG mit einer ersten Trainingseinheit in der CU Arena am Montag schon eingeleitet.
Eine größere Aufgabe als diese Umstellung und die übliche Video-Analyse des Gegners ist aber derzeit wohl der psychologische Aspekt nach in den letzten Wochen immer wiederkehrenden Negativerlebnissen mit plötzlichen, enormen Leistungsschwankungen und letztlich überflüssig verschenkten Punkten. „Diese sich ständig wiederholenden Situationen nagen an den Spielern. Das müssen wir wieder rauskriegen aus den Köpfen, am besten, indem wir in den Playoffs die Fehler wieder minimieren“, räumte auch Schlesinger nach dem Spiel zuletzt gegen Friedrichshafen ein.
Wir dürfen denen keine leichten Punkte ermöglichen und müssen Stabilität reinbringen, sonst wird es nicht reichen“, lässt Chefcoach Stefan Hübner trotz aller verheißungsvollen Statistik aus der Vergangenheit keinen Zweifel daran, wer als Favorit in dieses Viertelfinale geht. Doch wenn die SVG mal wieder das Niveau, das sie erreichen kann, konstant aufs Feld bringen kann, ist auch eine neuerliche Überraschung möglich wie im letzten Vergleich oder wie zu Saisonbeginn beim 3:0 gegen Düren. „In diesen beiden Spielen waren wir konstant gut“, wünscht sich Hübner eine Wiederholung.
Inwieweit der am großen Zeh lädierte und zuletzt pausierende Ray Szeto dabei helfen kann, bleibt offen. „Wir schauen von Tag zu Tag. Die Sache entwickelt sich weiter gut, er trainiert schon wieder“, lässt sich Hübner nicht in die Karten schauen. Bei Berlin hatten zuletzt der Diagonale Paul Carroll und Mittelblocker Aleksandar Okolic mit Knieproblemen zu kämpfen, Okolic zudem mit einem gebrochenen kleinen Finger der linken Hand.
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