Cody Kessel und Anton Brehme beim Block gegen Frankfurts Tim Grozer gehörten zu den stärksten Berlinern um Zuspieler und Kapitän Sergey Grankin

Berlin zu stark für gutes Frankfurt

Drei Ex-LüneHünen setzen viele Akzente

Das war die richtige Einstimmung auf die neue, am nächsten Wochenende beginnende Volleyballsaison in der Männer-Bundesliga: Mit einem 3:0 (29:27, 25:22, 25:22)-Erfolg bei den United Volleys Frankfurt sicherten sich die Berlin Volleys den Supercup, unterstrichen bei dieser Titelverteidigung ihren Hunger nach Erfolgen und zeigten gegen einen starken Gegner schon eine frappierende Spielfreude.

Frankfurt machte es dem Favoriten vor nur 369 zahlenden Zuschauern in der Fraport-Arena (1100 wären in Corona-Zeiten erlaubt gewesen) aber keineswegs leicht und machte klar, dass mit dem letztjährigen Zweiten auch in dieser Saison wieder zu rechnen ist, obwohl ja nur zwei Spieler aus dem alten Team noch dabei sind – eigentlich drei, aber Floris van Rekom fällt verletzt dauerhaft aus. Und sein gerade verpflichteter Nachfolger, der Argentinier Rodrigo Quiroga, war noch nicht spielberechtigt. Stattdessen spielte mit dem 18-jährigen Ben Bierwisch ein Talent fast über die komplette Dauer im Außenangriff und machte seine Sache so gut, dass er zum MVP gewählt wurde.

Aber das Match prägten weitgehend drei ehemalige LüneHünen: Cody Kessel lief bei Berlin ausnahmsweise als Diagonalangreifer auf, weil Benjamin Patch mit Knieproblemen geschont wurde und sein brasilianischer Konkurrent Moraes nicht im Kader stand. „Air“ Kessel machte seinem Spitznamen mal wieder alle Ehre, glänzte mit 11 Punkten, darunter 2 Blocks. Im Mittelblock zeigte Anton Brehme, warum er den Vorzug vor dem Brasilianer Michelucci bekommen hatte, steuerte 10 Punkte und vier Blocks bei und lieferte sich manches spektakuläre, direkte Duell gegen die Nationalteam-Kameraden Noah Baxpöhler und Jakob Günthör auf United-Seite. Baxpöhler, der dritte frühere SVG-Spieler, kam auf 6 Punkte.

Cody Kessel glänzt im Diagonalangriff

In den ersten beiden Sätzen startete Frankfurt, am kommenden Sonnabend Gastgeber der SVG im ersten Punktspiel, sehr stark mit zwischenzeitlicher 3-Punkte-Führung, musste jeweils beim 10:10 erstmals den Ausgleich hinnehmen, hielt dann bis zum Satzende dagegen, verpasste aber besonders in Durchgang eins, den Sack zuzumachen. In Abschnitt zwei sorgte Brasiliens Olympiasieger Eder mit einer Aufschlagserie maßgeblich davor, dass Berlin ein 15:18 in ein 21:19 für sich drehte. Der Mittelblocker zeigte aber vor allem mit seinen Angriffen und Blocks, wie sehr sich die Liga auf diesen Könner freuen kann.

In Satz drei ging Berlin dann früh in Führung (5:4) und machte schließlich durch seinen besten Scorer Timothée Carle (18 Punkte) den Deckel drauf. Der 24-jährige Franzose zeigte, warum trotz aller starken Zugänge in der Hauptstadt eigentlich er als Top-Transfer gilt. Und insgesamt bestätigte das Team von der Spree, dass an seiner Ausnahmestellung kaum zu rütteln sein wird. Die Frühform ist beachtlich, die Freude auf dem Feld auffällig, der Spaß zusammen ansteckend. Das wurde auch bei der Siegerehrung deutlich: In einer langen Reihe angetreten, hängte jeder einem Mitspieler feixend die Medaille um (Brehme zum Beispiel Kessel).

Den Pokal überreichte allerdings SVG-Geschäftsführer Andreas Bahlburg in seiner Eigenschaft als Mitglied des VBL-Vorstandes – er natürlich mit Maske – an Kapitän Sergey Grankin.

United Volleys Frankfurt – Berlin Volleys 0:3

(27:29, 22:25, 22:25)

81 Min., 369 Zuschauer

MVP: Bierwisch (Frankfurt)

Scorer: Malescha (17), Günthör (8), Bierwisch (7), Baxpöhler (6), Grozer, Valkiers (je 3) – Carle (18), Kessel (11), Brehme, Tuia (je 10), Eder (9)