So sieht Vorfeude aus - Die LüneHünen fiebern der neuen Bundesligasaison entgegen

„Große Freude, dass es losgeht“

Auch für die LüneHünen ist der 1. Spieltag in der Bundesliga aber ein Start ins Ungewisse

Der Supercup am vergangenen Sonntag war mit hochklassigem Volleyball die richtige Einstimmung auf die neue Bundesligasaison – für die SVG Lüneburg aber ließ der starke Auftritt des ersten Gegners United Volleys Frankfurt den Optimismus auf einen guten Start nicht gerade steigen. Die Hessen gehen nach dem nur im Endergebnis deutlichen 0:3 gegen die Berlin Volleys, denen sie 81 Minuten lang hartnäckig Paroli boten, als klarer Favorit aufs Feld der Fraport Arena (Sonnabend, 19.30 Uhr/sportdeutschland.tv).

Während Frankfurt nach durchwachsener Vorbereitung mit zum Beispiel zwei Testspielpleiten bei den Giesen Grizzlys in Hildesheim nun schon das erste Pflichtspiel absolviert hat, wird der Auftritt für die LüneHünen eine Fahrt ins Ungewisse. Und dies nicht nur aus rein sportlicher Sicht. Denn die Mainmetropole gehört derzeit zu den Corona-Hotspots. Deshalb hat man im SVG-Lager auch entschieden, entgegen sonstiger Gepflogenheiten erst am Matchday anzureisen und auf eine Übernachtung zu verzichten, um so schon das Risiko vor Ort zu minimieren.

Anreise ausnahmsweise erst am Matchday

Damit wird es allerdings auch nicht die sonst übliche Trainingseinheit in der Spielhalle, in diesem Fall die Fraport Arena, und damit auch nicht die Umgewöhnung auf die andere Deckenhöhe, geben. „Das sind Dinge, mit denen man in diese Zeiten leben muss“, wischt Chefcoach Stefan Hübner diesen Einwand weg. „Das Spiel bleibt dasselbe, es bleibt Volleyball. Und bei uns ist die Freude groß, dass es jetzt losgeht.“

Dabei wird es auch ein Wiedersehen mit Noah Baxpöhler geben. Der ehemalige SVG-Mittelblocker ging ja 2019 nach Toulouse, kehrte aber nun aus Frankreich in die Bundesliga zurück. Bei United ist der 27-Jährige in einem total umformierten Team nicht nur als sportliche Verstärkung, sondern auch als Führungsspieler eingeplant. Noch keine Verstärkung kann an diesem Wochenende der frisch verpflichtete Argentinier Rodrigo Quiroga sein. Der erfahrene Außenangreifer, für den langzeitverletzten Floris van Rekom gekommen, wurde nach seiner Ankunft positiv auf Corona getestet und ist in Quarantäne.

Statt ihm spielte beim Supercup der 18-jährige Ben Bierwisch. Er ist unter den insgesamt fünf Greenhorns im 15er-Kader aus den Jahrgängen 2001 bis 2003, die auch ein Zweitspielrecht für das Internatsteam Juniors Frankfurt (2. Liga Nord) haben, am weitesten in der Entwicklung. Der Außenangreifer hat in der vergangenen Saison sogar schon in einem Achtelfinal-Match des CEV-Cups auf sich aufmerksam gemacht: da kam er gegen Izmir zum Einsatz und spielte bei 2:3 alle fünf Sätze. Herausragend gegen Berlin war aber der Diagonale Daniel Malescha. Und einen starken Auftritt bescheinigt Hübner auch Libero Satoshi Tsuiki: „Den müssen wir versuchen, aus dem Spiel zu halten.“ Heißt: Aufschläge möglichst nicht in die Zone des Japaners.

Rechtzeitig alle Spieler der SVG wieder an Bord

Allgemein ist Hübner froh, die letzten Übungseinheiten wieder alle Mann zur Verfügung gehabt zu haben: „Wir haben jetzt endlich einige Tage in einem guten Rhythmus trainiert und auch wieder Sechs gegen Sechs spielen können.“ Viktor Lindberg, drei Wochen lang mit einer Zerrung außer Gefecht, ist also auch wieder spielfähig, wenn auch noch nicht wieder bei 100 Prozent. „Insgesamt haben wir aber schon noch viel Arbeit. Ich hoffe, dass wir jetzt das Level erreichen, das wir zur Zeit haben“, ist Hübners recht bescheidene Erwartung vor dem Start.

NEWS AUS DER LIGA

Noch einen Neuzugang präsentieren die powervolleys Düren unmittelbar vor den Saisonstart an diesem Sonnabend mit einem Auswärtsspiel bei den Berlin Volleys: Der kanadische Nationalspieler Lucas van Berkel, bekannt aus seiner Zeit in Frankfurt, wird 14. Spieler im Kader – und der vierte Mittelblocker nach Tim Broshog, Michael Andrei und Neuzugang Jordan Deshane (Kanada).

NEWS AUS DER SZENE

Zum Spitzenreiter Giesen Grizzlys II muss am Sonntag (18 Uhr) in der 3. Liga West die SVG Lüneburg II. Der starke Aufsteiger hat bisher alle vier Spiele gewonnen und holte dabei 10 Punkte, die SVG II sammelte 6 Zähler.

Die nächste Live-Übertragung im Free-TV ist an diesem Wochenende das Match in der Frauen-Bundesliga zwischen dem SC Potsdam und dem SSC Schwerin: Sonntag, 17.30 Uhr.