Spannende Zeit für Konrad Thole

 

Ein junges und hoffnungsvolles Volleyball-Talent geduldig und gezielt formen und zu einem Bundesligaspieler aufbauen: Auch dafür steht seit jeher die SVG Lüneburg. Im doppelten Wortsinn jüngstes Beispiel für diesen Weg ist Konrad Thole. Der 18-Jährige rückt nach einem „Lehrjahr“ in der zweiten Mannschaft (3. Liga) inklusive regelmäßiger Trainings-Teilnahme beim Erstligateam nun endgültig auf, unterschrieb einen Zwei-Jahres-Vertrag. Der 12-Mann-Kader der LüneHünen für die neue Saison ist damit komplett.

 

Eigentlich müsste der 2,12-Meter-Schlaks sich gerade im Kreis der U20-Nationalmannschaft auf die am Wochenende anstehende Europameisterschaft in Holland und Belgien vorbereiten. Thole gehört zu diesem Talentschuppen der Jahrgänge 1999/2000, die in der Mehrzahl für die Internatsteams VC Olympia Berlin (1. Liga) und VI Frankfurt (2. Liga) spielen, dazu. Doch wieder einmal machten gesundheitliche Probleme einen Strich durch die Rechnung: Er riss sich die Strecksehne des Mittelfingers der linken Hand. Zuvor hatte ihn schon einmal eine Grippe zur Abreise aus dem Trainingslager gezwungen, auch das EM-Qualifikationsturnier musste er wegen Grippe absagen.

 

Pech beim U20-Nationalteam

Thole, der an der Leuphana im zweiten Semester Unternehmens- und Wirtschaftsrecht studiert, nimmt dieses Pech relativ gelassen: „Ich bin bisher zum Glück von größeren Verletzungen verschont geblieben. Und immerhin kann ich zur Zeit ungehindert Krafttraining machen und gehen dann hoffentlich topfit in die neue Saison.“ In deren Verlauf möchte er dann „dauerhaft Anschluss an das Spielniveau der übrigen Mannschaft finden“, so der Youngster, der im September 19 Jahre alt wird.

Mit seinem ersten Jahr in Lüneburg ist der Ex-Spieler vom VC Olympia Hamburg zufrieden: „Das war richtig spannend. Ich bin in beiden Mannschaften super aufgenommen und unterstützt worden und konnte schon viel lernen. Ich wusste, dass ich physisch noch deutlich zulegen musste und noch muss. Parallel haben wir technisch einige Dinge umgestellt. Dieser Weg ist noch nicht zu Ende, ich bin gespannt, was dabei rauskommt. Dass ich nun in das Bundesligateam aufgenommen werde, ist jedenfalls eine tolle Herausforderung.“

Viel Arbeit im Kraftraum

 

Auch für SVG-Chefcoach Stefan Hübner ist Tholes weiterer Weg „eine spannende Geschichte“, die er so umreißt: „Wir haben, als Konrad gekommen ist, einen Drei-Jahres-Plan aufgestellt. In dieser Phase jetzt geht es vor allem darum, dass er sich weiter körperlich entwickelt und stabilisiert. Und da ist er sehr fleißig und wissbegierig, geht viel in den Kraftraum. Mal sehen, wie er das hier steigende Pensum verkraftet.“

Auf dieser Grundlage kommt dann alles Weitere. Der Außenangreifer hat mit 2,12 Metern herausragende Voraussetzungen, um einen Block zu überspringen, „und für seine Größe hat er sehr viel Potenzial in der Annahme“, lobt Hübner. „Es wird spannend, wie seine Entwicklung weitergeht, ob und wann er sich dem Bundesliga-Niveau anpasst.“ Die Atmosphäre kennenlernen – inklusive zwei Kurzeinsätzen – durfte Thole ja schon.