Urgestein sieht Kontinuität

im Team als neue Herausforderung 

Er ist mittlerweile der letzte Aufstiegsheld vom Frühjahr 2014, längst eine Institution bei der SVG Lüneburg – und das wird er bleiben: Michel Schlien hat seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert, geht damit in seine achte Saison, wenn Mitte August das Training wieder startet.
„Langsam brennt es schon wieder in den Fingern“, zieht sich nicht nur für den Mittelblocker die Sommerpause zäh in die Länge, auch die Fans fiebern ja schon den Start entgegen – und viele von ihnen wünschten und hofften, dass Schlien ein LüneHüne bleibt. Das wurde in den vergangenen Wochen bei fast jeder Vertragsverlängerung eines Spielers gepostet.

Nur Ausland wäre mal reizvoll

Noch zu Zweitligazeiten kam der 2,06-Meter-Mann 2011 vom VC Olympia Hamburg, stieg drei Jahre später mit der SVG auf und ist längst ein Gesicht des Vereins geworden – obwohl ein gebürtiger Hamburger und dort weiterhin wohnend. „Zu einem Vereinswechsel hat es nie die Möglichkeit gegeben – aber auch nie die Notwendigkeit“, war der 26-Jährige stets zufrieden, aber auch nicht ernsthaft in der Verlegenheit, über das Angebot eines anderen Clubs nachdenken zu müssen.
Obwohl: „Das Ausland wäre mal was, das reizt immer – privat, sportlich, beruflich“, räumt Schlien ein, dass dieser Status nicht in Stein gemeißelt ist. Hat er deshalb nun im Gegensatz zur Vergangenheit nur für ein Jahr verlängert? „Nein, das bedeutet nicht, dass ich danach weg bin“, beschwichtigt er und fügt mit einem Blick zum Champions-League-Dauergewinner lachend an: „Wenn natürlich ein Angebot von Zenit Kasan kommt….“

Inzwischen ist er nach abgeschlossenem Pharmazie-Studium aber ins Berufsleben eingestiegen, arbeitet, wegen der sportlichen Karriere natürlich mit reduzierter Stundenzahl, als Chemiker im Bereich Entwicklung in einem Betrieb der chemischen Industrie. Stichwort Entwicklung: Wenn jemand die Fortschritte des Projektes SVG fundiert beurteilen kann, dann wohl Urgestein Schlien: „Alles bis auf die Situation mit der Halle hat sich besser entwickelt, als ich gedacht hätte – das ist schon toll. Als ich vor zwei Jahren meinen letzten Vertrag unterschrieben habe, hätte ich aber gedacht, dass wir in diesem Zeitraum in eine neue Halle umziehen würden.“
Nach einem Urlaub in Südeuropa inklusive Abstecher nach Katalonien zur Hochzeit von Ex-Mitspieler Carlos Mora Sabaté mit seiner Ana Mitte Juli hält dann die anstehende Saison eine neue Herausforderung bereit. „Ich bin sehr gespannt. Das Team ist ja nahezu zusammen geblieben, nachdem wir in den Jahren zuvor immer eine ziemliche Fluktuation hatten. Diese Kontinuität finde ich sehr reizvoll – auszuloten, wie sehr und wie weit sich eine Mannschaft mit denselben Leuten weiter entwickeln kann.“

Potenzial noch nicht voll ausgereizt

Schlien selbst kann sich nach Meinung seines Trainers auf jeden Fall noch entwickeln. „Er hat über die Jahre den Qualitätssprung der Mannschaft mitgemacht und sein Potenzial schon ganz gut ausgeschöpft, ist ein cleverer Spieler und spielt zuverlässig und stabil. Aber: Da ist noch mehr draus zu machen, das ist noch nicht voll ausgereizt. Ziel muss es sein, ihn auf ein Niveau zu heben, dass der Bundestrainer nicht mehr daran vorbeikommt, ihn zumindest mal zu einem Lehrgang einzuladen,“ bleibt Trainer Stefan Hübner bei seiner schon öfter geäußerten Meinung, „obwohl das zuletzt sicher nicht seine beste Saison war – aber wir wollen ihn wieder auf Topniveau bringen.“