Vorbereitung läuft weiter

Guter Test, aber noch Luft nach oben

LüneHünen 1:3 beim Meister mit guter Angriffsleistung

Auf dem Papier stand am Ende zwar die erwartete Niederlage, dennoch hat sich für die LüneHünen der Abstecher in die Hauptstadt gelohnt. 1:3 (19:25, 31:29, 20:25, 22:25) verlor die SVG ein Testspiel beim Meister Berlin Volleys im Sportforum Hohenschönhausen.

Beste Scorer Ewert, Solbrig – und Kessel

„Das war absolut zufriedenstellend. Die Sätze waren eng, und das, womit wir uns in den letzten Trainingseinheiten viel beschäftigt haben, hat gut funktioniert“, wertete Trainer Stefan Hübner das zweite Testspiel nach dem 4:0 gegen Zweitligist USC Braunschweig positiv. „In den Bereichen Aufschlag – Annahme und Block – Feldverteidigung ist dagegen noch Luft nach oben“, zeigte er auf, woran in der restlichen Zeit bis zum ersten Punktspiel am 6. Oktober in Friedrichshafen noch zu arbeiten ist.

Neben Libero Tyler Koslowsky ließ Hübner auch die Außen Jordan Ewert und Auke van der Kamp sowie Mittelblocker Dalton Solbrig durchspielen. Auf Diagonal waren Richard Peemüller und Jannik Pörner je zwei Sätze im Einsatz, die zweite Position im Mittelblock teilten sich Michel Schlien und Pearson Eshenko je zwei Sätze, im Zuspiel war Joe Worsley drei Sätze auf dem Feld, ehe er für Hannes Gerken Platz machte. Bei den Berlinern fehlten die Nationalspieler Nehemiah Mote (Australien), Anton Brehme und Ruben Schott sowie der angeschlagene Franzose Timothee Carle, ansonsten waren alle Stars dabei.

Die SVG gefiel mit einer Angriffsquote von 46 Prozent. Beim 1. Angriff nach guter Annahme standen am Ende sogar 61 Prozent zu Buche, bei Angriffen aus der Abwehr 52 Prozent – starke Werte. Beste Scorer waren Ewert (20 Punkte) und Solbrig (16), der 71 Prozent seiner Angriffe verwandelte und auch drei direkte Blockpunkte verbuchte. Der Verletzungs-Pechvogel der letzten Saison kommt immer besser in Schwung. Bei den Gastgebern war der Ex-LüneHüne Cody Kessel am auffälligsten (19 Punkte).

Banges Warten auf Arthur Nath hat ein Ende

Seit Sonnabend ist nun auch der Brasilianer Arthur Nath in Lüneburg – nach insgesamt 21 Stunden Reisezeit und drei Flugzeug-Wechseln „Ich hatte aber einen guten Flug und es ist wirklich schön, endlich hier zu sein“, fielen ihm nach der wochenlangen Ungewissheit und Wartezeit wegen der Corona-Beschränkungen gleich mehrere Steine vom Herzen. Müde und erschöpft war er zwar, doch eine Stärkung am Abend musste noch sein – sie gab es in Kirchgellersen im Restaurant „Alexander der Große“ beim SVG-Stammgriechen Stelios Breskas. Und nun trainiert Nath mit und ist endgültig ein LüneHüne.

Europameisterschaft

Titel geht an Italiens Youngster

Hart umkämpfter 5-Satz-Triumph gegen Slowenien

Nach den Olympischen Spielen mit Sensationssieger Frankreich endete auch die Europameisterschaft mit einer Überraschung. Gold holte sich Italien mit einer ganz jungen Mannschaft durch ein 3:2 (22:25, 25:20, 20:25, 25:20, 15:11) gegen Slowenien – der erste Titel seit dem EM-Gewinn 2005 für eine der Volleyball-Hochburgen. Bronze gewann Polen mit 3:0 (25:22, 25:16, 25:22) gegen Serbien.

Das Endspiel hielt, was zwei hochklassige Halbfinals am Tag zuvor versprochen hatten. Vor 7000 Zuschauern in Kattowitz schenkten sich beide Teams nichts, zeigte in 144 Minuten Netto-Spielzeit viele sensationelle Ballwechsel und Rettungstaten. Zwar kam bei Italien Jungstar Alessandro Michieletto (Trentino) nicht wie gewohnt zum Zuge, entschied aber im Tiebreak mit 7 Punkten, darunter eine Aufschlagserie inklusive drei Assen, doch das Match.

Der 20-jährige Außenangreifer kam auf insgesamt 17 Punkte bei einer Quote von mäßigen 38%. Bester Scorer war Daniele Lavia (ebenfalls Trentino) mit 21 Zählern. Bemerkenswert auch: Der erst im Verlauf des 4. Satzes eingewechselte Diagonale Yuri Romano sammelte noch 11 Punkte bei einer Quote von 90%. Die Slowenen, denen am Ende zum dritten Mal nur die Silbermedaille blieb, hatten in Mittelblocker Alen Pajenk ihren herausragenden Spieler und besten Scorer (16/65%). Ihr Angriffsspiel war insgesamt zu fehlerhaft.

Das nächste böse Erwachen für Polen

Italien hatte im Halbfinale Titelverteidiger Serbien verdient mit 3:1 (29:27, 25:22, 23:25, 25:18) ausgeschaltet, kam dabei auf 15 Blockpunkte – da konnte auf der Gegenseite nur der herausragende Marko Podrascanin mit 5 Blocks bei seinen 13 Punkten mithalten. Bester Scorer war Außenangreifer Uros Kovacevic (16). Beim Sieger setzte der erst in diesem Sommer groß herausgekommene Michieletto die Akzente (23). Und einmal mehr überragte Zuspieler Simone Giannelli (7 eigene Punkte) als variabler und präziser Strippenzieher. Er wurde auch zum MVP des EM-Turniers gewählt.

Favorit Polen erlebte im eigenen Land die zweite herbe Enttäuschung nach dem Verpassen einer olympischen Medaille. Der Sieger der letzten beiden Weltmeisterschaften wurde von Slowenien entzaubert, verlor vor 10.153 Fans in Kattowitz 1:3 (25:17, 30:32, 16:25, 35:37). In einem epischen Schlagabtausch über 157 Minuten jubelten die Slowenen schließlich nach ihrem zehnten Matchball zum 37:35, nachdem allein der vierte Satz 57 Minuten gedauert hatte. Diagonalangreifer Toncek Stern (20), den Außen Klemen Cebulj (17) und Tine Urnaut (15) und Mittelblocker Jan Kozamernik (13, davon 5 Blocks) sammelten zweistellig Punkte. Polen konnten selbst ein herausragender Wilfredo Leon (20) und ein starkes Blockspiel mit Jakub Kochanowski (12, 100% Angriffsquote !) und Piotr Nowakowski (8) in der Mitte – jeder mit vier Blockpunkten – nicht helfen.

NEWS aus der Szene

Endrunde knapp verpasst – so lautete das Fazit für die SVG Lüneburg II im Nordwestdeutschen Pokal. Beim Turnier in Lintorf gewann die SVG knapp mit 2:1 (25:23, 17:25, 15:13) gegen die Gastgeber, unterlag dann aber ebenso knapp mit 1:2 (19:25, 25:22, 13:15) der VSG Ammerland (zuvor 2:0-Sieger gegen USC Braunschweig II). Das Parallel-Turnier in Ibbenbühren mit Gastgeber VC Tecklenburger Land, mit den Giesen Grizzlys II, VC Osnabrück und DJK Northeim gewann Giesen und ist damit wie Ammerland für die Endrunde am 10. Oktober mit den Zweitligisten TV Baden und FC Schüttorf qualifiziert.

Bei der in Chiba/Japan ausgetragenen 21. asiatischen Meisterschaft (AVC) hat der Iran seinen vor zwei Jahren gewonnenen Titel durch ein 3:0 (27:25, 25:22, 31:29) gegen Gastgeber Japan verteidigt. Beide sind damit für die WM 2022 in Russland qualifiziert. Dritter wurde China (3:0 gegen Taiwan).

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