Das DVV-Team am Boden- Diese Szene aus dem Match gegen Polen ist geradezu ein symbolisches Bild nach einer Woche ohne Punkt- und Satzgewinn

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Nullrunde in Turnierwoche 4

DVV-Team zahlt Lehrgeld gegen Japan, Kanada, Polen

Die Nations League hatte für die Männer-Nationalmannschaft mit sechs Punkten in drei Spielen so verheißungsvoll begonnen, doch inzwischen ist Ernüchterung eingekehrt. Turnierwoche vier wurde im italienischen Rimini zur Nullrunde: Kein Punkt in drei Matches, nicht einmal zu einem Satzgewinn reichte es. Dabei schienen die ersten beiden Gegner Japan und Kanada ihrer bisherigen Ausbeute nach auf gleichem Niveau, tummeln sich wie Deutschland in der zweiten Tabellenhälfte.

In diesem Turnier-Abschnitt setzte Bundestrainer Andrea Giani vermehrt auf seine Youngster, Spieler wie Christian Fromm, Simon Hirsch und Marcus Böhme kamen im Gegensatz zu Denys Kaliberda in den ersten beiden Matches kaum noch zum Einsatz. Beim 0:3 (18:25, 22:25, 20:25) gegen Japan unterliefen dem Team zu viele Aufschlagfehler (17), selbst dem ansonsten starken Linus Weber (6). Der Diagonalangreifer war mit 15 Punkten wieder einmal bester Scorer. Wie er hatte auch der eingewechselte Moritz Reichert (10 Punkte) eine starke Angriffsquote.

Kanada mit einigen Bundesligaspielern

Beim 0:3 (17:25, 24:26, 21:25) gegen Kanada tags darauf mit exakt gleicher Startformation war Weber erneut Topscorer (16), dieses Mal auch stark von der Aufschlaglinie (3 Asse). Nach verkorkstem ersten Satz mit schnellem, hohen Rückstand fing sich die Mannschaft, nachdem sie auch im zweiten Durchgang klar zurücklag (3:8). Gegen die Kanadier mit einigen aktuellen und ehemaligen Bundesligaspielern, ja sogar zwei ehemaligen LüneHünen (Ryan Sclater, Steven Marshall), lag sogar ein Satzgewinn in der Luft – wie lange auch in Abschnitt drei (15:16). Doch dann wurden zwei Angriffe geblockt, 15:18, die Vorentscheidung. Zumal der bullige, sprung- und schlagstarke Diagonalangreifer Sharone Vernon-Evans (Perugia) nicht zu stoppen war (16 Punkte). Sein Konkurrent Sclater trumpfte dann im nächsten Match auf, kam beim 3:0 gegen Japan auf 16 Zähler.

Drittes, schier aussichtsloses Match der Woche war die Aufgabe gegen Weltmeister Polen, bei dem der Bundestrainer fast komplett durchwechselte und wieder auf die Routiniers setzte. Fromm, Böhme und Hirsch kehrten in die Starting Six zurück, dazu auch mal wieder Noah Baxpöhler im Mittelblock, während Florian Krage erstmals nicht dabei war. Zu einem der Besten wurde beim 0:3 (22:25, 19:25, 20:25) aber David Sossenheimer als finten-reicher Außen, stark auch in der Annahme und Feldabwehr. Seine 9 Punkte übertraf noch der gut aufgelegte Kapitän Fromm (11). So hielt das DVV-Team das Geschehen jeweils bis zur zweiten technischen Auszeit offen, hatte aber letztlich auch wegen nur zwei Blockpunkten keine Chance gegen Weltstars wie Wilfredo Leon (13) und Bartosz Kurek (16).

Dass die Bilanz nun zum Abschluss noch aufgehübscht werden kann, ist schwer vorstellbar: In Turnierwoche 5 geht es gegen den Tabellenvierten Russland (Montag, 21 Uhr), Spitzenreiter Brasilien (Dienstag, 19.30 Uhr) und Italien (Mittwoch, 19.30 Uhr), eine weitere Volleyball-Weltmacht, die allerdings ohne einige Stars am Turnier teilnimmt und derzeit nur Neunter ist.

NEWS AUS DER LIGA

Zweiter Diagonalangreifer bei den Berlin Volleys hinter Ben Patch wird der Tscheche Marek Sotola, der für zwei Jahre unterschrieb. Obwohl erst 21 Jahre alt, bringt Sotola, zuletzt beim französischen Erstligisten Stade Poitiers, schon jede Menge Erfahrung mit, wurde mit České Budějovice zweimal Meister und einmal Pokalsieger und spielte regelmäßig in der Champions League.

Das argentinische Talent Luciano Vincentin (21) hat beim VfB Friedrichshafen einen Ein-Jahres-Vertrag unterschrieben. Der Außenangreifer spielte zuletzt bei BBTS Bielsko-Biala in der 2. polnischen Liga, wo auch der neue Trainer Mark Lebedew arbeitete und den 1,99-m-Mann daher gut kennt.

Seinen zweiten Neuzugang meldet der TSV Unterhaching in Mittelblocker Lennart Eckel vom Zweitligisten YoungStars Friedrichshafen. Er gilt als eines der größten Talente des Jahrgangs 2002, nahm Mitte April in Kienbaum an der ersten Lehrgangswoche der Nationalmannschaft und U23/B-Nationalspieler teil. Seinen Vertrag verlängert hat zudem Mittelblocker Paul Gehringer, während Routinier Roy Friedrich seine Karriere beendet.

NEWS AUS DER SZENE

Der bisherige LüneHünen-Zuspieler Gijs van Solkema wechselt nach Tschechien zum oftmaligen Europacupstarter Kladno Volejbal, zuletzt Playoff-Viertelfinalist im Nachbarland. Der 23-Jährige unterschrieb in Kladno, 25 km nordwestlich von Prag, einen Ein-Jahres-Vertrag als Nachfolger seines Landsmannes Dan van Haarlem.

Die DVV-Frauen starteten schlecht in die 4. Woche der Nations League, gönnten Thailand beim 1:3 (26:24, 21:25, 21:25, 16:25) den ersten Sieg im 10. Anlauf. Dem folgte ein 1:3 (25:22, 17:25, 21:25, 22:25) gegen Brasilien und ein versöhnliches 3:0 (25:23, 25:20, 25:23) gegen Polen. Woche 5 begann mit einem 3:0 (25:23, 25:16, 25:21)-Sieg gegen Serbien, es folgen noch Matches gegen Japan (Sonnabend,13 Uhr) und gegen die Dominikanische Republik (Sonntag, 10 Uhr).

Neunte wurden die für die SVG Lüneburg startenden Beachvolleyballer Manuel Harms/Richard Peemüller beim ersten Turnier der „Qualifiers Timmendorfer Strand“ in Düsseldorf. Sie gewannen eins ihrer zwei Gruppenspiele, schieden dann aber im Achtelfinale knapp mit 0:2 (18:21, 19:21) gegen Jonathan Erdmann/Theo Timmermann (Netzhoppers KW-Bestensee) aus. Turnier 2 dieser Serie läuft an gleicher Stelle an diesem Wochenende, das Streaming-Portal Trops4 überträgt wieder live.

Drei Plätze für das olympische Turnier im Beachvolleyball haben sich deutsche Duos über die Weltrangliste gesichert, die drei Teams wurden jetzt vom Verband auch fest nominiert: Julius Thole/Clemens Wickler, Margareta Kozuch/Laura Ludwig und Karla Borger/Julia Sude werden nach Tokio entsandt. Jede Nation darf aber theoretisch zwei Teams pro Geschlecht schicken, der DVV hat also bei den Männern noch eine Chance über die Endrunde des Continental Cups, der vom 23. bis 26. Juni in Den Haag/Niederlande stattfindet. Da starten in der nächsten Woche Nils Ehlers/Lars Flüggen als derzeit zweibestes DVV-Duo zusammen mit Alexander Walkenhorst/Sven Winter – nur die Sieger-Nation bekommt noch ein Ticket nach Tokio.

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