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Zuspieler Simone Gianelli, Mittelblocker Srecko Lisinac und Außenangreifer Ricardo Lucarelli spielen bei Trentino

Volleyball Champions League

Herkulesaufgabe für Berlin Volleys

Hohe Hürde Trentino türmt sich im Viertelfinale auf

Die internationalen Klub-Wettbewerbe im Volleyball gehen in die heiße Phase. Während im CEV-Cup und im Challenge-Cup in dieser Woche schon die Halbfinal-Hinspiele anstehen (Rückspiele kommende Woche), startet die Champions League mit den Viertelfinal-Hinspielen in die K.o.-Phase. Und mit dabei sind noch die Berlin Volleys.

Das Team von Trainer Cedric Enard erwartet an diesem Donnerstag Trentino Itas in der Max-Schmeling-Halle (19.30 Uhr, nur im kostenpflichtigen Live-Stream zu sehen). Die italienische Topmannschaft mit reichlich Titelgewinnen, mehrmals Club-Weltmeister (zuletzt 2018) und auch drei Triumphen in der Königsklasse (2009 – 2011), schloss in der Heimat gerade die Hauptrunde als Dritter ab.

Welche hohe Hürde sich da auftürmt, zeigt ein Blick in den Kader der Gäste. Zuspieler Simone Gianelli führt auch im italienischen Nationalteam, einem der besten der Welt, Regie. Der brasilianische Außenangreifer Ricardo Lucarelli wurde mit Berlins Eder zusammen 2016 Olympiasieger. Diagonalangreifer Nimir Abdel-Aziz aus den Niederlanden ist derzeit Topscorer der Königsklasse und mit Abstand bester Aufschläger (28 Asse). Im Mittelblock türmt sich Srecko Lisinac auf, u.a. 2019 Europameister mit Serbien. In der Saison 2013/14 spielte er in Berlin.

Kein Wunder, dass Berlins Außenangreifer Samuel Tuia nach der Auslosung sagte: „Wir brauchen zwei perfekte Tage.“ Immerhin haben die Mannen um Kapitän Sergey Grankin, selbst lange Zeit im großen Verletztenlager, ihre Personalprobleme weitgehend überwunden und zeigen ansteigende Form – und wieder mehr Selbstvertrauen. Das drückt Tuia nun so aus: „Wir glauben an unsere Chance in diesem Match.“ Das Rückspiel steigt dann am 4. März.

Inner-italienisches Duell mit deutscher Beteiligung

Aus deutscher Sicht ist auch das inner-italienische Duell zwischen Modena und Perugia von besonderem Interesse. In Perugia, das die Hauptrunde als 1. abschloss, spielen außer dem wohl weltbesten Volleyballer Wilfredo Leon (Außen) auch die deutschen Nationalspieler Jan Zimmermann (Zuspiel) und David Sossenheimer (Außen). Trainiert wird das Team von Vital Heynen, wobei es Gerüchte gibt, dass der Ex-Friedrichshafener und Ex-Bundestrainer am Saisonende nach zwei Jahren wieder geht. In Modena, das mit Jenia Grebennikov (Frankreich) über einen der weltbesten Liberos verfügt, ist Nationalspieler Moritz Karlitzek unter Vertrag. Zudem gibt es Gerüchte, das der deutsche Kapitän Lukas Kampa (Wegiel/Polen) zur neuen Saison dorthin wechselt und US-Zuspieler Nummer 1, Micah Christenson, ablöst.

In den weiteren Viertelfinals erwartet Cucine Lube Civitanova, der italienische Königsklassen-Gewinner 2019, den aktuellen polnischen Spitzenreiter Kedzierzyn-Kozle. Zenit Kazan (Russland), der mehrfache Champions-League-Triumphator des vergangenen Jahrzehnts, gastiert im polnischen Belchatow.

Von Berlins Erfolg hängt deutscher Halbfinal-Modus ab

Vom Abschneiden der Berliner hängt übrigens dann auch ab, wie die entscheidende Phase in den Bundesliga-Playoffs gespielt wird. Kommen die Hauptstädter in der Königsklasse weiter, wird das Playoff-Halbfinale nur im Modus „best of 3“ gespielt, ansonsten „best of 5“.

Zunächst aber steht ja ab 10. März das Viertelfinale („best of 3“) an – und das wegen der anhaltenden Corona-Pandemie in etwas modifiziertem Ablauf. Um die Reisen quer durch Deutschland etwas einzudämmen, genießen die schlechter platzierten Teams der Hauptrunde, also 5. bis 8., zunächst Heimrecht. Spiel zwei findet dann am 13. März bei den besser Platzierten, also 1. bis 4., statt und schon einen Tag später bringt ebenfalls dort ein eventuell nötiges drittes Spiel die Entscheidung. Ab Halbfinale, geplant ab dem Wochenende 20./21. März, das dann auch zeitlich länger gestreckt ist, hat – wie früher – jeweils der besser Platzierte zum Auftakt Heimrecht.

BUNDESLIGASPIELE ZUSAMMENGEFASST

Als viertes Team nach Friedrichshafen, Düren und Berlin haben jetzt auch die WWK Volleys Herrsching die Playoff-Teilnahme so gut wie sicher. Acht Punkte Vorsprung auf Rang 9 bei drei noch ausstehenden Matches, darunter daheim gegen eben den Neunten Giesen, sorgen für klare Verhältnisse – aber die Bayern würden nur zu gern ihren 4. Rang verteidigen. Ob dieses Ziel realistisch ist, zeigt sich schon am Mittwoch, wenn die Aufgabe in Düren ansteht. Die Dürener wollen Platz 2 von Berlin zurückerobern.

Am Donnerstag kann dann auch die SVG schon mit einem Punkt in Bühl das Ticket buchen, wenn gleichzeitig Giesen in Friedrichshafen leer ausgeht.

Alle Begegnungen des Wochenendes:

SVG Lüneburg – TSV Giesen Grizzlys 3:2
(16:25, 25:22, 25:18, 21:25, 15:12)
126 Min., 0 Zuschauer
MVP: Peemüller – Eshenko
Scorer: Ewert (21), Peemüller (16), Lindberg (13), Schlien (11), Krage (5), van Solkema (4), Pörner (2), Craft (1) – Wagner (22), van Tilburg (20), Menner (9), Eshenko (7), Mayaula, Seybering (je 6), Röling (5), Kern (3), Schippmann (1)

powervolleys Düren – Bisons Bühl 3:0
(25:18, 25:20, 25:22)
75 Min., 0 Zuschauer
MVP: Burggräf – Thiel
beste Scorer: Brand (14), Ernastowicz (13), Gevert (11) – Gallas (10), Jurkovics (9), Vaskelis, Lopez (je 8)

Netzh. KW-Bestensee – Berlin Volleys 1:3
(29:31, 22:25, 25:21, 11:25)
109 Min., 0 Zuschauer
MVP: Allik – Patch
beste Scorer: Allik (15), Weir (11), Goralik, Mönnich (je 9) – Patch (16), Carle (14), Brehme (13)

WWK Volleys Herrsching – TSV Unterhaching 3:0
(25:20, 25:22, 25:22)
71 Min., 0 Zuschauer
MVP: J. Tille – Suck
beste Scorer: Wieczorek (14), Kaminski (11), van der Ent, Ferch (je 7) – J. Sagstetter (10), Zahar, Topuzliev (je 7)

NEWS AUS DER SZENE

Der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) hat jetzt nach reiflicher Überlegung beschlossen, den Spielbetrieb in den 3. Ligen und Regionalligen wegen der anhaltenden Corona-Pandemie einzustellen, zumal viele Hallen auch zu Impfzentren umfunktioniert wurden. Damit kann auch die SVG Lüneburg II in der 3. Liga West nicht mehr ans Netz. Meister, Auf- und Absteiger wird es nicht geben, jede Mannschaft kann für die neue Saison wieder in der Klasse melden, in der sie zuletzt beheimatet war. Der Nordwestdeutsche Volleyballverband NWVV (Niedersachsen und Bremen) hatte schon Mitte Dezember beschlossen, den Spielbetrieb von der Oberliga abwärts für diese Saison auszusetzen.

Die Deutschen Meisterschaften im Beachvolleyball finden auch weiterhin in Timmendorfer Strand statt. Der Ende 2020 ausgelaufene Vertrag über die Ausrichtung wurde jetzt um drei Jahre verlängert. Das Turnier für dieses Jahr ist vom 2. bis 5. September geplant.