Jacob Kern (l.) machte der SVG im ersten Duell vor allem im Zusammenspiel mit dem eingewechselten 2. Zuspieler Tieme de Jong (rechts neben Kern) mächtig zu schaffen. Hier überwindet er den Block von Jordan Ewert und Pearce Eshenko. Foto: Wölper

SVG will die Europa-Tour noch weiter verlängern

Mit den Fans im Rücken kampfstarkes Groningen bezwingen

Ein absolutes Highlight-Match steht für die Vielspieler der SVG Lüneburg noch an, bevor ein wenig vorweihnachtliche Ruhe einkehrt. Und diese Aufgabe hat es wahrlich in sich. An diesem Mittwoch gibt im Achtelfinal-Rückspiel des CEV Cups um 19 Uhr Lycurgus Groningen seine Visitenkarte in der LKH Arena ab – und im Hinterkopf hat wohl mittlerweile Jeder schon den wahrscheinlichen nächsten Gegner: den italienischen Tabellenzweiten Modena mit Weltstars wie dem brasilianischen Zuspieler Bruno und Frankreichs charismatischem Außenangreifer Earvin Ngapeth. Doch Vorsicht: erst einmal gilt es nun, die Freunde aus dem Nachbarland zu bezwingen.

3:2-Sieg im Hinspiel ist längst kein Ruhekissen

Wie kampfstark Groningen ist, haben die Holländer erst wieder im Hinspiel bewiesen, als sie zwei Sätze lang kein Bein auf den Boden brachten, trotz eines 0:2 aber nie aufgaben und fast noch gewonnen hätten. Erst in der Endphase des Tiebreaks setzte sich die SVG noch etwas glücklich mit 15:12 durch. Und es lohnt sich auch nochmal in Erinnerung zu rufen, wie die Groninger in diese Runde kamen: Nach einem 0:3 bei Calcik Kamnik in Slowenien gewannen sie erst das Rückspiel 3:0 und dann auch den nötigen Golden Set (15:13). Was für ein Behauptungswillen !

So weit wollen es die nachhaltig gewarnten LüneHünen nun keinesfalls kommen lassen. „Das wird nochmal ein intensives, schweres Spiel, und wir müssen gut spielen, das ist klar. Wir wissen ja inzwischen auch aus eigenem Erleben bestens, wie Europapokal funktioniert. Ein Sieg reicht da nicht“, erinnert SVG-Chefcoach Stefan Hübner an die Runde zuvor, als das Hinspiel gegen Bukarest 2:3 verloren ging, im Rückspiel mit einem 3:0 aber noch der Sprung in dieses Achtelfinale gelang. „Wir müssen fokussiert, aggressiv und mit Spaß unsere Qualitäten aufs Feld bringen und wollen für einen guten Abschluss vor dem kurzen Weihnachts-Break sorgen.“

Vielleicht ist auch nochmal die lautstarke Unterstützung von hoffentlich vielen Fans nötig, die sich ja letztlich auch selbst bescheren können durch den nächstes Gegner, ein Gästeteam mit Weltruf, im Januar. Modena gewann sein Hinspiel in Izmir/Türkei 3:0 und wird sich kaum noch die Butter vom Brot nehmen lassen. Ist das alles eigentlich schon Thema bei der SVG? „Das lässt sich gar nicht vermeiden, dass man darüber spricht, die Spieler wissen das natürlich. Und sie sind heiß auf so eine Aufgabe. Aber sie wissen auch, dass zuvor noch ein anderes schweres Spiel wartet“, berichtet Hübner, der auf seinen kompletten Kader zurückgreifen kann und sich freute, wie am Sonntag das Match beim VCO Berlin ohne einige Stammspieler lief: „Die anderen haben das alle gut gemacht.“

Nur ein klarer Sieg verhindert Zitterspiel

Was muss denn passieren, dass es am Mittwoch nicht noch ein Zitterspiel gibt? Hübner: „Einerseits müssen wir den Diagonalen Jacob Kern besser in den Griff bekommen. Und andererseits müssen wir uns im Angriff verbessern. Im Hinspiel hatten ja nur Ewert und Schnitzer einen guten Tag, die anderen waren deutlich unter Niveau.“ Zur Erinnerung: Jordan Ewert war Topscorer mit 28 Punkten, Jordan Schnitzer holte bei einer Quote von 93 Prozent 13 Punkte. Und Groningens Kern, bekannt aus seiner Zeit in Hildesheim, sammelte 21 Zähler.

Und: Nur ein Sieg, egal wie, verhindert Zittern – wobei ja selbst ein erneutes 3:2 alles andere als Nerven schonend wäre. Gewinnt Groningen 3:2, gibt es das Vabanquespiel Golden Set, bei jedem anderen Sieg sind die Gäste weiter. In der „Eredivisie“ gab es für Groningen, das ebenfalls in Bestbesetzung antreten kann, am Wochenende den ersten Rückschlag nach zuvor acht Siegen in Serie. Trotz eines 1:3 im Verfolgerduell beim Orion Doetinchem beträgt aber der Abstand auf Spitzenreiter Limburg nur vier Punkte.

Nochmal zur Klarstellung: Um den Einzug ins Viertelfinale geht es hier noch nicht, obwohl es sich um das Achtelfinal-Rückspiel handelt. Aber der europäische Verband CEV hat – eine Neuerung in dieser Saison – noch eine Playoff-Runde dazwischengeschaltet, in der die acht weitergekommenen Teams vier Sieger ausspielen. Diese spielen erst dann im Viertelfinale gegen die 4 schlechtesten von 5 Tabellendritten der Champions-League-Gruppenphase, die noch in den CEV Cup eingegliedert werden (in der Champions League wiederum kommen die 5 Gruppensieger ins Viertelfinale und die 5 Zweiten spielen mit dem besten Dritten die 3 weiteren Viertelfinalisten aus).

Eine gute Nachricht gibt es für Besucher der LKH Arena schon vorab: Die saftigen Parkplatzgebühren, auf die die SVG zwar keinen Einfluss hatte, für die sie aber dennoch viel kritisiert wurde, sind inzwischen gesenkt worden. Direkt an der Arena (Premium) kostet ein Platz jetzt 4,90 Euro, ein Platz am Ende der Straße „Lüner Rennbahn“ auf dem Firmengelände von Roy Robson (Standard) nun 3,90 Euro. Eintrittskarten gibt es noch an der Abendkasse und online: https://tickets.svg-lueneburg.de/tickets

Bundesliga-Spieltag zusammengefasst 

Die Giesen Grizzlys haben ihre Leistungen stabilisiert und spielen die erhofft gute Rolle – ein 3:1 gegen KW-Bestensee festigte Platz 4. Umso wichtiger war es für die ambitionierten Dürener, im Verfolgerduell gegen das weiterhin ersatzgeschwächte Herrsching, alle drei Punkte zu verbuchen, um den Anschluss zu halten.

Die Spiele im Stenogramm:

VC Olympia Berlin – SVG Lüneburg 0:3

(13:25, 11:25, 16:25)

65 Min., 78 Zuschauer

MVP: Mohwinkel (SVG)

Scorer: Welsch (4), Baumann (3), Kunstmann (2), Nissen, A. Jung, F. Jung (je 1) – Böhme (15), Mohwinkel (13), Ewert (12), Ketrzynski (8), Schnitzer (7)

Berlin Recycling Volleys – TSV Haching München 3:0

(25:14, 25:16, 25:14)

69 Min., 3127 Zuschauer

MVP: Ronkainen (BRV)

Beste Scorer: Ronkainen, Kessel (je 13), Krauchuk (12) – Petrusic (7), Zeller, Heiskanen, Rösler (je 4)

TSV Giesen Grizzlyes – Netzhoppers KW-Bestensee 3:1

(23:25, 25:20, 30:28, 25:19)

109 Min., 1073 Zuschauer

MVP: Seybering (Giesen)

Beste Scorer: Karlitzek (15), Iribarne, Wagner, Seybering (je 11), Baxpöhler (10) – Barsemian (21), Keturakis (9), Goralik, Chamberlain, Timmermann (je 8)

powervolleys Düren – WWK Volleys Herrsching 3:0

(25:19, 25:19, 25:20)

73 Min., 1135 Zuschauer

MVP: Brand (Düren)

Beste Scorer: Brand (16), Gevert (14), Ernastowicz (10) – Kaminski (11), Hurt (10), Ilic (5)

NEWS aus der Liga 

Zuspieler Matt West (USA), von den Giesen Grizzlyes zu Saisonbeginn nachverpflichtet, weil Neuzugang Fedor Ivanov längerfristig ausfiel (Hand-OP), wechselt zu Czarni Radom in die polnische PlusLiga. Außenangreifer Jori Mantha fällt wegen einer Oberschenkelverletzung vorerst aus.

Beim VfB Friedrichshafen fällt der 2. Diagonalangreifer Miguel Martinez mit einer Fußverletzung aus.

NEWS aus der Szene 

Sir Safety Perugia mit Superstar Wilfredo Leon hat die prestige-trächtige Club-Weltmeisterschaft gewonnen. In einem rein italienischen Finale setzte sich Perugia beim Turnier in Betim/Brasilien mit 3:1 (20:25, 25:23, 27:25, 25:19) gegen Trentino Itas durch. Dritter wurde Titelverteidiger Sada Cruzeiro Voleil mit 3:1 in einem brasilianischen Duell gegen Itambé Minas. Perugia, das erstmals gewann, war erst durch den Verzicht von Champions-League-Gewinner Kedzierzyn-Kozle (Polen) nachgerückt.

Im DVV-Pokal steht das Endspiel der Frauen fest: am 26. Februar treffen der SSC Schwerin (3:2 gegen den MTV Stuttgart) und der SC Potsdam (3:0 gegen die Ladies in Black Aachen) aufeinander. Die Männer-Halbfinals finden am 21. Dezember statt. Für die Final-Doppelveranstaltung in Mannheim hat auch der Vorverkauf begonnen: www.dvv-pokal.de/tickets

SVG-NEWS in Kürze 

In der Männer-Regionalliga Nordwest verlor die SVG Lüneburg II auch das Kellerduell gegen den VC Osnabrück in 96 Minuten mit 1:3 (25:17, 22:25, 22:25, 20:25) und bleibt nach der Vorrunde Schlusslicht. MVP wurde Timo Kaufhold, weiter spielten: Etienne Rickert, Cajus Goroncy, Patrick Kruse, Rene Bahlburg, Bosse Dettmar, Noel Langschwager, Falk Bahlmann, Ole Jürges – Libero Peer Sohrweide.

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