Friedrichshafens Diagonalangreifer Linus Weber (r.), der hier den SVG-Block mit Jordan und Michel überspringt, ist der wohl herausragende Spieler der Saison

Neuerlicher Kraftakt ist vonnöten

Haben LüneHünen noch genug Körner gegen die Häfler in den Friedrichshafener Wochen?

Dramatische Fünf-Satz-Matches der LüneHünen sind in der entscheidenden Phase dieser Bundesligasaison Standard geworden. Reichen die Energie-Reserven für einen weiteren Kraftakt? Der wird sicherlich nötig sein, um im Halbfinale ein drittes Duell am kommenden Sonnabend zu erzwingen. Nach der 2:3-Niederlage am Bodensee im ersten Vergleich der Best-of-3-Serie spricht vieles für die von Beginn an ohnehin favorisierten Häfler. Doch so leicht gibt sich die SVG bekanntlich längst nicht mehr geschlagen. Ein Sieg an diesem Donnerstag (19 Uhr, kommentierter Live-Stream auf sporttotal.tv), und alles ist wieder offen – gelingt der nicht, gibt es im Anschluss als Trostpflaster noch die Bronzemedaillen, mit denen stets jeder unterlegene Halbfinalist noch am Abend geehrt wird.

Tiebreaks sind zur Regel geworden

In diesen Playoffs haben die LüneHünen schon eine Menge Körner gelassen. Das erste Halbfinale ging ebenso in den Tiebreak wie die beiden gewonnenen Viertelfinals gegen Herrsching und davor auch schon das letzte Hauptrundenspiel in Friedrichshafen sowie zwei weitere Matches im Februar. In dem Monat war ja der Terminkalender ohnehin dicht gedrängt. Erschwerend kommt hinzu, dass der Kader durch Verletzungspech seit Wochen de facto auf 10 Mann reduziert ist, auch wenn Youngster Theo Mohwinkel und Ex-Kapitän Matthias Pompe mehr oder weniger regelmäßig mittrainieren, Mohwinkel auch schon zwei Kurzeinsätze hatte und Teammanager Pompe am Sonntag in Friedrichshafen mit auf dem Spielberichtsbogen stand und beim Aufwärmen auf dem Feld war.

Noch mehr als die Kraft wird aber in diesem vierten Aufeinandertreffen innerhalb von vier Wochen – Friedrichshafener Wochen sozusagen – erneut entscheidend sein, wie erfolgreich die SVG im Bereich Aufschlag/Annahme dagegenhält, wie gut Block und Blocksicherung funktionieren und nicht zuletzt, ob Friedrichshafens überragender Diagonaler Linus Weber einigermaßen in Schach gehalten werden kann. Der Nationalteam-Youngster ist wohl der überragende Spieler dieser Saison, flankiert von klingenden Namen zuhauf, die die Häfler zum Favoriten auf ihre erste deutsche Meisterschaft seit 2015 gemacht haben. Damals 2015 wie auch nochmal 2019 hieß der Halbfinal-Gegner der Süddeutschen übrigens auch SVG und setzte sich jeweils in einer Best-of-5-Serie in drei Begegnungen durch. Können die LüneHünen ihnen nun mal ein Bein stellen?

„Wir wollen jedenfalls nochmal an unserem Limit spielen wie zuletzt, wieder in den Bereich kommen, dass es eng wird“, blickt Chefcoach Stefan Hübner erst einmal nur auf diesen Donnerstag und lässt seine Gedanken schweifen: „Ich haben einen Riesen-Respekt vor dem, was diese Mannschaft leistet. Das sind schon enorme Belastungen in den letzten Wochen, wir waren ja fast in der gesamten Rückrunde nur zu Zehnt und hatten zum Beispiel nur zwei Mittelblocker. Friedrichshafen hat vier. Ich bin einfach richtig stolz auf diese Truppe.“ Und die wird sich sicher erneut mächtig entgegenstemmen.

Erstmals Video Challenge in der Gellersenhalle

Wie schon in allen Halbfinals dieser Saison, wird auch nun in der Gellersenhalle mit dem Video-Challenge-System gespielt. Wie sehr sich das bewährt hat, zeigte sich ja schon in den verschiedensten strittigen Situationen im ersten Aufeinandertreffen VfB – SVG. Wegen der bekannten Enge der Halle wäre es hier allerdings äußerst schwierig, die zu überprüfenden Szenen für alle sichtbar an einer großen Leinwand zu verfolgen. So wird es in Reppenstedt nur eine Light-Version auf dem Schirm des neutralen Challenge-Schiedsrichters sowie für die Trainer und Spieler auf einem kleinen, zusätzlich aufgestellten TV-Schirm zu sehen geben.

IN EIGENER SACHE

FSJ-ler gesucht

Die SVG Lüneburg bietet in Kooperation mit dem Nordwestdeutschen Volleyball-Verband (NWVV) in der kommenden Saison 2021/2022 eine „mobile FSJ“-Stelle über 12 Monate mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendtraining im Volleyball an, Einsatzorte sind im Raum Lüneburg. Bewerber sollten im August 2021 mindestens 18 Jahre alt sein, einen Führerschein und im Idealfall ein eigenes Auto besitzen, flexibel und absolut zuverlässig sein und sich selbst und die anstehenden Aufgaben gut organisieren und koordinieren können.

Mehr Infos und Bewerbungen: info@svg-lueneburg.de

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