Der Lüneburgder Block gegen Friedrichshafens David Sossenheimer

„Gewissheit, dass wir gegenhalten können“

LüneHünen lassen nach dem 0:3 zum Auftakt in Friedrichshafen den Kopf nicht hängen

Vor dem Spiel ist nach dem Spiel. Diese Sportler-Weisheit gilt in englischen Wochen erst recht – und Spiele alle drei Tage sind im Volleyball jetzt in der entscheidenden Saisonphase mit den Playoffs der Normalfall. Nach dem ersten Halbfinale am Mittwochabend am Bodensee steht am Sonnabend um 20 Uhr in der Hamburger CU Arena Match zwei gegen den VfB Friedrichshafen an. Und mit Unterstützung der lautstarken Fans im Rücken hoffen die LüneHünen, die Auftaktniederlage ausgleichen zu können. Karten sind noch im Vorverkauf oder am Sonnabend an der Abendkasse ab 18.30 Uhr erhältlich.

 

Fans im Rücken sind ein Faustpfand

Der 0:3-Start sieht nur auf den ersten Blick wie ein Fehlstart aus. In den ersten beiden Sätzen präsentierte sich die SVG lange auf Augenhöhe, bis in der Crunchtime jeweils der Favorit seine Klasse ausspielen konnte. Hauptsächlich dafür verantwortlich war der polnische Nationalspieler Bartlomiej Boladz, der bei seinen Aufschlägen einen Sahnetag erwischte. In der Hauptrunde mit dieser Stärke nicht herausragend aufgefallen, schickte allein er am Mittwoch sieben Asse übers Netz und dazu viele, viele Aufschläge aus der Kategorie „mit Wirkung“.

„Gegen ihn haben wir keine Lösung gefunden, gegen ihn haben wir die meisten Breaks kassierte. Und dann ist er richtig in einen Rhythmus gekommen und hat seine Asse produziert. Letztlich war das das einzige, was nicht gepasst hat. Alles andere war völlig okay. Das waren zwei Sätze auf sehr anständigem Niveau. Und im dritten Satz war es anfangs auch noch gut, bis durch das gute Service auch bei anderen Friedrichshafenern die Moral angeknackst war“, blickt Chefcoach Stefan Hübner zurück.

 

Lösung gegen VfB-Power im Aufschlag gefragt

Das Argument, die unterschiedliche Belastung beider Teams habe sich negativ ausgewirkt, lässt der Coach nur bedingt gelten: „Klar hatten die eine längere Pause zwischen den Spielen, wir aber dafür vielleicht den besseren Rhythmus. Keine Frage ist auch die Reiserei im Bus belastend. Aber das alles kann man auch leicht als Ausrede benutzen, das darf gar nicht erst in die Köpfe. Es sind eben Playoffs, da gehört das eben dazu.“ Dennoch: Gleichstand ist vor dem Spiel jetzt auch nur bedingt hergestellt – Friedrichshafen sitzt nicht 12 Stunden im Bus, sondern fliegt nach Hamburg…

Wo also gilt es für die SVG vor dem zweiten Duell anzusetzen? „Wir müssen uns natürlich etwas gegen die Aufschläge einfallen lassen – und dann an die ersten beiden Sätze anschließen. Aus denen nehmen wir die Gewissheit mit, dass wir gegenhalten können“, sieht Hübner keinen Grund, vor dem neuerlichen Duell David gegen Goliath in Ehrfurcht zu erstarren.