SVG will sich gegen Giesen nicht aus der Bahn werfen lassen

LüneHünen mit Respekt, aber ohne Angst zu den Grizzlys

Die #MissionMannheim ist endgültig beendet, jetzt gilt es für die LüneHünen, alle Kräfte für den Endspurt in der Bundesliga-Hauptrunde zu bündeln, um einen Platz unter den ersten Vier zu verteidigen. Dieses Ziel formulierte der Sportliche Leiter Bernd Schlesinger schon vor einiger Zeit unmissverständlich. Und das soll möglichst früh erreicht werden, um die Planungen zu erleichtern. Da das Restprogramm noch Schwergewichte wie die Berlin Volleys und Friedrichshafen enthält, kommt einem Match wie jetzt bei den TSV Giesen Grizzlys (Sonntag, 16 Uhr/Stream auf sporttotal.tv) umso höhere Bedeutung zu. Denn die Hildesheimer Vorstädter sind zumindest auf dem Papier eher zu schlagen als die beiden Großen – was nicht heißt, das die Aufgabe leicht wird.

 

„Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.“ (Winston Churchill)

Für die SVG stellt sich zunächst einmal die Frage, wie sie das hoch emotionale Erlebnis Pokalfinale mit dem ernüchternden Ausgang verarbeitet hat. Wer hingefallen ist, muss auch wieder aufstehen, hat es auch noch so weh getan. Jetzt sich zu lange damit zu beschäftigen und so vielleicht noch die gute Ausgangslage für die Playoffs zu verspielen, wäre doppelt bitter. „Meine Trainingseindrücke sind gut. Der Fokus ist gut, die Stimmungslage wieder normal. Wir haben uns mit dem Finale abschließend auseinandergesetzt, indem wir noch einmal ausführlich und im Detail über alles gesprochen haben – damit wir nichts mittnehmen in die nächsten Wochen. Das war sehr konstruktiv und hilfreich,“ gibt Chefcoach Stefan Hübner seine Eindrücke wider. Und personell gibt es wohl auch keine Probleme, Magen-Darm-Probleme bei dem ein oder andere Spieler sind bis zum Match wohl vergessen. Zudem tut der eine Tag mehr mit dem Spiel erst Sonntag statt Sonnabend sicher gut.

„Wir sind nach wie vor auf einer wunderbaren Reise“, gab Hübner in einem seiner zahlreichen Statements nach dem Pokalfinale schon bald fast trotzig zu Protokoll und führt das nun weiter aus: „Wir sind weiter in einem Entwicklungsprozess. Dazu gehört auch, diese Pokalgeschichte gut zu verarbeiten und wieder zurückzufinden auf den Weg, den wir vorher gegangen sind. Das wird eine Herausforderung, aber dazu sind die Jungs bereit. Da wird nicht der Kopf in den Sand gesteckt, eher im Gegenteil.“ Und Schlesinger versicherte in einem Interview im Brustton der Überzeugung: „Das war nur ein kleiner Dämpfer, kein großer Rückschlag. Wir haben in dieser Saison noch einiges vor.“ Und dabei ist sicher die besondere Fankultur bei der SVG hilfreich, die Art und Weise, wie bei den Anhängern mit Niederlagen umgegangen wird: aufbauend statt überzogen kritisierend.

 

Ist die Enttäuschung vom Pokalfinale verarbeitet?

Gegner Giesen, der das Konto noch dringend für den Klassenerhalt aufstocken muss, musste übrigens schon an diesem Freitag (19 Uhr) in einem weiteren Heimspiel gegen VCO Berlin an – ein Vergleich, den die Grizzlys bei der Erstauflage erstaunlicherweise klar mit 0:3 verloren hatten. Doch der Aufsteiger ist für jede Überraschung gut und ist inzwischen in der Liga angekommen. In den letzten fünf Spielen ging er nur einmal leer aus, beim 0:3 gegen Friedrichshafen. Dafür gab es aber auch zwei dicke Überraschungen mit einem 3:1 gegen Frankfurt und einer knappen 2:3-Niederlage gegen Spitzenreiter Haching.

Die Leistungen waren aber auch schon vorher sehr oft gut, nur hat sich Giesen nicht mit den entsprechenden Ergebnissen belohnt. Da hat das nach dem Aufstieg völlig neu zusammengestellte Team inzwischen dazugelernt. Herausragend ist der sprungkräftige französische Außenangreifer Jerome Clère, Spitzname „Air France“. Er liegt mit 333 Punkten auf Platz 2 der Bundesliga-Topscorer (hinter Dürens Sebastian Gevert/345). Cody „Air“ Kessel ist in diesem Ranking übrigens Fünfter (249). Beim 3:1-Erfolg im Hinspiel hatte die SVG Clère aber gut im Griff (13 Punkte). Die Statistiken weisen darüber hinaus die Mittelblocker Magloire Mayaula und Antwain Aguillard als herausragende Punktesammler aus. „Und sie haben Stärken im Service, zwei, drei sehr gute Sprungaufschläger“, weiß Hübner.