Der Kanadier Xander Ketrzynski schließt eine plötzlich aufgetretene Lücke im SVG-Kader. Foto: SVG

Noch ein neuer Hüne kommt für den SVG-Mittelblock

Xander Ketrzynski ersetzt den verletzten Dalton Solbrig

Die Personalplanungen waren längst abgeschlossen, der neue Kader stand seit Wochen. Volleyball-Bundesligist SVG Lüneburg konnte in Ruhe und mit Interesse verfolgen, was sich personell bei der Konkurrenz tat. Doch in den vergangenen Tagen war es mit der Ruhe vorbei, musste selbst noch einmal der Transfermarkt sondiert werden. Und kurz vor dem Trainingsbeginn am Montag gibt es nun noch einen Personalwechsel: Für Dalton Solbrig kommt als neuer Mittelblocker Xander Ketrzynski.

US-Boy Solbrig, vor zwei Jahren gekommen und dann nach einer Fuß-Operation monatelang ausgefallen, musste sich in der Heimat erneut einem Eingriff unterziehen. Problemlos verlief für den 25-Jährigen auch die letzte Saison nach seinem Comeback nicht, wenngleich er nur ein Spiel verpasste und auf recht gute statistische Werte kam. So bestand bei allen die Hoffnung auf eine weitere Steigerung, der Vertrag wurde verlängert.

Doch bei der Steigerung des Trainingsprogramms im Sommer meldete sich der Fuß vehement zurück. Solbrig ließ sich nach Besuch eines Spezialisten störendes Narbengewebe entfernen, begann wieder mit Reha und Training, musste aber bald akzeptieren, dass es Geduld braucht – vielleicht bis tief in den Winter (Dezember, Januar) hinein. Das Risiko, so lange nur auf zwei Mittelblocker setzen zu können, war Chefcoach Stefan Hübner zu hoch. Schließlich stehen drei Wettbewerbe und einige englische Wochen an.

Solbrig fällt wohl bis über das Jahresende aus

Also wurde der Vertrag im beiderseitigen Einvernehmen aufgelöst und Hübner sondierte noch einmal den Markt. Was in dieser Phase nicht einfach ist, zumal bei den beschränkten finanziellen Möglichkeiten der SVG. Doch die Lösung lag näher als gedacht: Xander Ketrzynski. Der gehörte zum großen Kreis der Spieler, die ab Anfang April im kanadischen Trainingscenter Gatineau für die verschiedenen Nationalmannschaften des Landes gesichtet wurden. Hübner war dort ja auch ein paar Wochen zur Unterstützung des befreudeten Headcoaches Ben Josephson.

Ketrzynski hat allerdings zuletzt beim österreichischen Vizemeister SK Aich/Dob als Diagonalangreifer gespielt und hatte auch Angebote mehrerer Vereine als zweiter Mann auf dieser Position. Auf der Highschool spielte der 22-Jährige Mitte, eine Zeitlang auch Außen. Nun in Kanadas B-Team ist er wieder Mittelblocker. „Dort liegt auch seine Zukunft, da sehen auch Kanadas Trainer sein größtes Potenzial“, ist Hübner überzeugt – und überzeugte auch den 2,07-m-Hünen. „Er passt zu unserer Spielweise, ist ein Energiebündel, groß, athletisch, ein guter Angreifer, guter Aufschlag und höchst ehrgeizig“, freut sich Hübner schon auf die erneute Zusammenarbeit.

Zunächst einmal wird der Neuzugang ab diesem Sonntag – wie schon im Juli in Mexiko – ein zweites Turnier im NORCECA-Verband (Nord- und Mittelamerika sowie Karibik), den 15. PanAm-Cup, in Kanada spielen. Er stammt übrigens aus einer erfolgreichen Volleyball-Familie. Die jüngeren Zwillingsbrüder spielen ebenfalls auf hohem Niveau: Cole ist auch B-Nationalspieler, Trent ist Beach-Nationalspieler. Und Vater Alexander war als Mittelblocker sogar 1984 Olympia-Teilnehmer (4.).

Ketrzynski noch in Kanadas B-Nationalmannschaft

Xander war übrigens Anfang der vergangenen Saison im Kader von Ribnica Kraljevo. Beim Spiel gegen die SVG im CEV Cup war er aber nicht mit in Lüneburg. Nach gutem Beginn fiel auch er der Hire-and-fire-Mentalität der Serben zum Opfer, die unter anderem noch Libero Nikola Pekovic holten, der drei Monate später nach Friedrichshafen ging. „Angeblich waren die Werte meiner medizinischen Untersuchungen nicht okay“, klärt er auf. Das Gegenteil bewies der Rechtshänder dann beim Wechsel zu Aich/Dob. In Kärnten war er sowohl in Österreichs Liga als auch in der MEVZA, der Mitteleuropäischen Liga mit den besten Teams aus Österreich, Slowenien, der Slowakei und Kroatien, eine Stütze. In dieser Liga wurde Aich/Dob Dritter (von 9).

Fahrt aufgenommen hatte Ketrzynskis Karriere im Collegeteam der Ryerson Rams in seiner Geburtsstadt Toronto. Schon nach zwei Jahren folgte ein erstes Auslands-Engagement bei Al Sadd SC in Doha (Katar). „Da habe ich den Sprung zum Profi gewagt, als wegen Corona die Uni-Saison abgesagt wurde. Danach habe ich mein Studium in Kunst und zeitgenössischen Studien für die Karriere unterbrochen.“ In Lüneburg sieht er nun eine „wunderbare Gelegenheit, mit und gegen hochkarätige Spieler in einer Liga auf hohem Niveau zu spielen“.

Viel Positives von der SVG gehört

Schon vor diesem Wechsel hatte er immer großes Interesse an der Bundesliga, hat in der letzten Saison von Österreich aus viele Spiele gesehen und sich auch im Kreis des Nationalteams bei einigen ehemaligen und aktuellen SVG-Spielern erkundigt. „Alle hatten sehr viele positive Dinge zu erzählen.“ Sein Ziel bei der SVG? „Ich hoffe, dass ich mit meiner Stärke im Angriff helfen kann und will mich in der Blockverteidigung verbessern. Ich will immer gewinnen und mein Team bestmöglich unterstützen.“

Pechvogel Solbrig hätte nur zu gern seine Lüneburg-Zeit fortgesetzt, gerade jetzt, wo mehr denn je ehemalige Mitspieler aus der College-Zeit auf Hawaii versammelt sind. Doch die Verletzung lässt es nicht zu. Er schreibt: „Ich habe mich schweren Herzens entschieden, meinen Vertrag aufzulösen. Ich schätze, der Name „Bad Luck Dalton“ wird noch eine Weile haften bleiben. Ich habe immer noch viele gesundheitliche Probleme, habe mir die letzten beiden Saisons ständig Sorgen um meine Schmerzen gemacht. Ich möchte Volleyball wieder genießen und mit Freude spielen und werde mir jetzt so viel Zeit wie nötig nehmen, um gesund und stärker auf den Court zurückzukehren.“

Und speziell für die SVG-Fans fügt der US-Amerikaner (Foto: Behns) noch an: „An die Fans möchte ich nur VIELEN VIELEN DANK sagen!!! In der professionellen Sportwelt kann es schwierig sein, sich wie eine Familie zu fühlen – bei der SVG fühlte es sich so an mit ständiger Betreuung, mit der Verpflegung, mit Deutschunterricht und mehr. Ich werde immer ein LüneHüne sein und hoffe, dass ich euch alle in Zukunft nochmal treffen werde. Das ist nicht das Ende für mich!“

Und dann fügt er noch auf deutsch an:

Nochmal vielen Dank für alles – auf geht’s, SVG!

SVG-NEWS in Kürze

Vorverkauf von Einzeltickets startet

Am Montag, 8. August, gibt es nun auch die Tickets zu den einzelnen Spielen, der Vorverkauf wird dann auf dem bekannten Portal freigeschaltet (Zugang auch über den Link auf der SVG-Homepage). Ein Sitzplatz kostet 16 Euro (ermäßigt 14), ein Stehplatz 12 Euro (ermäßigt 10). Zudem gibt es Gruppenrabatte: 5-9 Personen 10 % Rabatt, 10-15 Personen 15 % Rabatt.

Auch Dauerkarten sind weiterhin erhältlich: https://www.lueneburgtickets.de/produkte/48037-tickets-svg-lueneburg-dauerkarte-2022-2023-lkh-arena

NEWS aus der Liga

Noch vor den ersten Punktspielen in der Männer-Bundesliga am 8./9. Oktober findet eine Woche zuvor die offizielle Saisoneröffnung mit dem neuen Format BOUNCE HOUSE CUP statt. Vom 30. September bis 2. Oktober richten die Giesen Grizzlys in der Hildesheimer Volksbank-Arena ein dreitägiges Turnier mit acht Bundesligisten (außer VCO Berlin) aus. „Der Erfolg des interaktiven Bounce House-Medienerlebnisses hat uns bestärkt, gleich zum Auftakt wieder auf ein Live-Event zu setzen, bei dem die Fans nicht nur in der Halle, sondern von überall aus hautnah dabei sein können“, erklärt Julia Retzlaff, Geschäftsführerin Sport der VBL.

Von Freitag bis Sonntag werden so fast 40 Stunden Berichterstattung beim Medienpartner Spontent auf Twitch zusammenkommen. Dessen Geschäftsführer Alexander Walkenhorst hatte die Idee zu diesem neuen Format, bei dem alle Teams online oder live vor Ort am Wochenende vor dem Tag der deutschen Einheit täglich einmal zu sehen sein werden (Spielplan und Spielbeginn-Zeiten folgen). Außerdem gibt es speziell für Spontent einen Media Day mit allen Mannschaften, also auch VCO, die dazustoßen.

Karten gibt es sowohl für das ganze Wochenende als auch für einzelne Tage ab diesem Freitag unter https://svglueneburg.aidaform.com/bhc22

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Der frühere LüneHüne Noah Baxpöhler hat nach dem Aus der United Volleys Frankfurt einen neuen Verein gefunden: Der Mittelblocker (28) unterschrieb bei den TSV Giesen Grizzlyes für gleich drei Jahre.

Der tschechische Diagonalangreifer Marek Sotola (22) hat seinen Vertrag bei den Berlin Recycling Volleys vorzeitig um zwei Jahre bis 2025 verlängert.

Der serbische Mittelblocker Djordje Ilic, seit 2019 bei den WWK Volleys Herrsching, hat seinen Vertrag noch einmal um ein Jahr verlängert. Auch der 2. Diagonale Jonas Kaminski bleibt.

Dirk Westphal (36), in der letzten Saison häufig von Schulterproblemen geplagt, hat bei den Netzkoppers KW-Bestensee noch einmal einen Ein-Jahres-Vertrag unterschrieben. Auch Nationalspieler Yannick Goralick bleibt, neben ihm im Mittelblock spielt neu Kyler Presho (USA, 23) vom Universitätsteam von Hawaii. Neuer Diagonalangreifer wird der US-Amerikaner Randy Deweese (24), zuletzt in Griechenland bei OFI Kreta. Libero Kamil Ratajczak (36) dagegen, seit elf Jahren bei KW, hat seine Karriere beendet.

Nach dem Bundesliga-Aus der United Volleys Frankfurt wechselt Zuspieler Leon Dervisaj zu Gwardia Wroclaw in Polens 2. Liga.

Youngster Melf Urban (21, Mittelblock) hat bei den powervolleys Düren um eine Saison verlängert.

NEWS aus der Szene

Der Olympiasieger von 2021 in Tokio, Frankreich, hat seine herausragende Stellung nun auch mit dem Gewinn der Nations League untermauert. Bei der 8er-Endrunde in Bologna gewann das Team von Neu-Coach Andrea Giani (zuvor Bundestrainer) ein hochklassiges und dramatisches Endspiel gegen die USA mit 3:2 (25:16, 25:19, 15:25, 21:25, 15:10). Nachdem die USA einen 0:2-Satzrückstand ausgeglichen hatte, war es besonders der schon zuvor herausragende Earvin Ngapeth, der mal wieder das Ruder herumriss. Der Außenangreifer, mit 22 Punkten bester Scorer, wurde auch als MVP des gesamten Turniers ausgezeichnet.

Die Ergebnisse bis dahin, Viertelfinale: USA – Brasilien 3:1, Italien – Niederlande 3:1, Frankreich – Japan 3:0, Polen – Iran 3:2; Halbfinale: Frankreich – Italien 3:0, USA – Polen 3:0; Spiel um Platz 3: Polen – Italien 3:0.

Für die Nations League 2023 hat sich inzwischen Kuba qualifiziert (für Absteiger Australien), setzte sich im Challenger-Turnier mit 8 Teams im Endspiel gegen die Türkei durch (3:1).

In 7 Gruppen mit insgesamt 25 Teams läuft seit dem 3. August die Qualifikation zur Europameisterschafts-Endrunde 2023. Ebenso wie Titelverteidiger Italien sind 7 weitere Mannschaften der letzten EM, darunter Deutschland (Viertelfinale), automatisch qualifiziert, dazu 4 noch nicht bekannt gegebene Ausrichterländer. 12 weitere Tickets werden nun bis Ende August vergeben.

Nationalteam-Mittelblocker Tobias Krick (23) wechselt innerhalb Italiens SuperLega, geht nach zwei Jahren bei Top Volley Cisterna zu Modena (zuletzt Halbfinalist), dem Club von Ex-Bundestrainer Andrea Giani.

Außenangreifer und Libero Tim Stöhr, in der vergangenen Saison bei der SVG, wechselt nach Italien in die Serie A3 zum Drittligisten Stadium Mirandola 30 km nördlich von Modena.

Nachdem Frankfurt keine Lizenz mehr bekam musste auch der Auftakt im DVV-Pokal teils neu ausgelost werden, weil bei nur noch acht teilnehmenden Bundesligisten alle Regionalpokalsieger laut Statuten Anrecht auf ein Heimspiel gegen einen Erstligisten haben. So entfiel die Knaller-Paarung Friedrichshafen – Berlin. Titelverteidiger Friedrichshafen gastiert nun Anfang November beim Regionalpokalsieger Süd, Berlin beim Sieger Ost und KW-Bestensee beim Sieger Nord. Die Regionalpokalsieger werden am 9. Oktober ermittelt. Für die SVG ändert sich nichts, sie spielt beim Sieger Nordost.

In eigener Sache

Der Newsletter hat sich hiermit zurückgemeldet – am Montag, 8. August, sind wir auch in der Geschäftsstelle zu den üblichen Zeiten wieder für Euch da: Mo, Mi und Fr von 10 bis 12 Uhr in Lüneburg, Neuetorstraße 3, Tel. 04131 – 757 359 13 und natürlich per Email: info@svg-lueneburg.de

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