Brasilien mit Kapitän und Weltklasse-Zuspieler Bruno (Mitte, mit Pokal) gewann im letzten Jahr die Nations League. Foto: FIVB

Neustart in der Nations League

DVV-Männer beginnen gegen Kanada – Feuertaufe für den neuen Bundestrainer Michal Winiarski

Geblieben ist der Name, sonst aber ist es ein Neustart, wenn jetzt die Nations League in ihre erst 4. Auflage geht. Das Format des Wettbewerbs hat sich ebenso verändert wie der Zeitrahmen und die Anzahl der Turniere und Spiele für die einzelnen Mannschaften. Und ein Neustart wird es insbesondere für das deutsche Männerteam, bei dem ein neuer Trainer seine Premiere feiert und ein Generationswechsel stattgefunden hat.

Was 2018 als Nachfolger der World League mit insgesamt 20 Turnieren à 4 Teams und mindestens 15 Spielen pro Mannschaft plus anschließender Endrunde in zwei 4er-Gruppen begann, 2020 dann wegen der Covid-19-Pandemie ausfiel und 2021 Corona bedingt in einer Bubble in Rimini (Italien) vor Geisterkulissen ausgetragen wurde, ist inzwischen gestrafft worden und findet nun folgendermaßen statt: 16 Teilnehmer spielen in zwei 8er-Gruppen, pro Woche unterschiedlich zusammengesetzt, die Top 4 pro Gruppe aus. Diese 8 bestreiten schließlich eine Endrunde mit Viertelfinale, Halbfinale, Finale und Spiel um Platz 3 (20. – 24.7. in Bologna). In der Gruppenphase kommt ein Team also auf 12 Spiele und muss nur noch zweimal reisen statt wie früher um den ganzen Globus zu jetten.

Brasilien Titelverteidiger, Russland nicht dabei

Zwischen den Turnieren ist jeweils eine Woche Pause – in der dann die Frauen ihre Nations League spielen. Das Abschneiden bringt auch Punkte für die Weltrangliste, Deutschland ist aktuell 16. In den Kreis der Teilnehmer kehrt China zurück, das letztes Jahr Corona bedingt absagte – die Niederlande rückten nach. Dieses Mal fehlt Russland, Gesamtsieger 2018 und 2019, wegen des Überfalls auf die Ukraine. 2021 gewann Brasilien. Das DVV-Team spielt in Ottawa, auf den Philippinen und in Osaka. Nun sind auch größere Kader von 25 Spielern erlaubt, pro Turnierwoche dürfen aber aus diesem Aufgebot nur 14 nominiert werden.

Der DVV mit seinem neuen Bundestrainer Michal Winiarski setzt auf nur wenige Routiniers, dafür auf viele Talente. Spieler wie Georg Grozer, Marcus Böhme, Simon Hirsch, Denys Kaliberda oder Noah Baxpöhler fehlen ebenso wie Rekonvaleszent Anton Brehme, der im DVV-Team erst im nächsten Jahr zurückerwartet wird und sich zunächst ganz auf sein Comeback in Berlin konzentrieren soll. Der Start erfolgt in Ottawa bei Gastgeber Kanada, bei dem ja SVG-Chefcoach Stefan Hübner seit Vorbereitungsbeginn Assistent des neuen Coaches Ben Josephson ist, nach dem Turnier in Ottawa aber die Heimreise antritt. Auch SVG-Mittelblocker Pearson Eshenko wird zu sehen sein.

Ein Testspiel in Luxemburg gegen Italien ein paar Tage vor dem Abfliug nach Kanada verlor das DVV-Team knapp mit 2:3 (25:23, 25:16, 17:25, 25:27, 17:19) gegen Europameister Italien. Dabei gaben Tobias Brand (Düren, Außen) und Libero Leonard Graven (bisher Haching, künftig Herrsching) ihr Debüt.

Die Spiele des DVV-Teams (alle Angaben in deutscher Zeit):

– in Ottawa/Kanada:

7. Juni (01.30 Uhr): gegen Kanada

9. Juni (17.00): gegen Argentinien

10. Juni (22.30): gegen Bulgarien

11. Juni (19.00): gegen Serbien

– in Quezon City/Philippinen:

22. Juni (13.00): gegen Italien

23. Juni (09.00): gegen China

24. Juni (05.00): gegen Niederlande

26. Juni (05.00): gegen Frankreich

– in Osaka/Japan:

5. Juli (08.00): gegen USA

6. Juli (08.40): gegen Brasilien

7. Juli (08.00): gegen Australien

9. Juli (12.10): gegen Japan

Weiterhin dabei sind Polen, Slowenien und der Iran.

Zu sehen sind die Spiele nur im Stream – live, on demand oder die Highlights – auf www.volleyballworld.tv  für 7,99€ im Monat. Auf diesem Portal sind auch alle anderen Matches, auch der Frauen (im Preis enthalten), zu sehen und sind dort detailliert aufgelistet. Das aus Lüneburger Sicht höchst interessante Match gegen Kanada mitten in der Nacht deutscher Zeit ist dann auch in der Wiederholung in voller Länge abrufbar.

SVG-NEWS

Richard Peemüller zieht es ins Ausland

Diagonalangreifer verlässt SVG Lüneburg nach zwei Jahren

Das erste Jahr war recht verheißungsvoll, Jahr zwei umso enttäuschender – nun sucht sich Richard Peemüller eine neue Herausforderung. Der Diagonalangreifer hat seine Zelte bei der SVG Lüneburg abgebrochen.

23 von 25 möglichen Pflichtspielen machte „Richy“ im Jahr nach dem Wechsel von den Heitec Volleys Eltmann zur SVG und heimste bei den MVP-Ehrungen je drei goldene und silberne Plaketten ein. In der abgelaufenen Serie zog sich der 24-Jährige nach gutem Beginn früh eine Sprunggelenkverletzung zu, mit der er lange zu tun hatte, und fand danach nie seine Form wieder, obwohl Chefcoach Stefan Hübner die Trainingsleistungen oft lobte. 21 Pflichtspiele, dabei zu einem großen Teil nur Kurzeinsätze, standen am Ende zu Buche.

„Es war eine spannende Zeit, ich habe sehr viel gelernt und es hat mir bei der SVG in dieser familiären Atmosphäre sehr gefallen“, zieht der gebürtige Dresdner Bilanz. „In der ersten Saison habe ich mehr gespielt, als alle, auch ich, erwartet haben. Im zweiten Jahr konnte ich dem Verein leider nicht mehr die Konstanz bieten, die er gebraucht hätte, um eine Hilfe zu sein.“

Jetzt hat Peemüller die Verletzung komplett überwunden und will bei einem neuen Verein wieder durchstarten. „Einer im Ausland, so viel kann ich schon verraten.“

NEWS aus der Liga

Jung-Nationalspieler Johannes Tille bekommt bei den Berlin Recycling Volleys einen der beiden frei gewordenen Posten als Zuspieler. Der 25-jährige frühere Herrschinger, der vom französischen Zweitliga-Aufsteiger Saint Nazaire kommt, unterschreibt für zwei Jahre.

Die zweite Zuspieler-Stelle bei den United Volleys Frankfurt ist wieder besetzt: Der australische Nationalspieler Nicholas Butler, zuletzt beim französischen Erstligisten Tourcoing Lille, unterschrieb einen Ein-Jahres-Vertrag.

Urgestein Theo Timmermann (Außenangriff), seit 2013 im Kader der Netzhoppers KW-Bestensee, und der 2021 gekommene Mittelblocker Max Chamberlain (USA) haben ihre Verträge jeweils um ein Jahr verlängert.

Der junge Außenangreifer Ben-Simon Bonin (19) vom VfB Friedrichshafen geht zum finnischen Erstligisten VaLePa Sastamala. Auch der zweite Zuspieler Stefan Thiel geht – mit noch unbekanntem Ziel.

Zuspieler Eric Paduretu, im Frühjahr vom TSV Haching München zum SK Aich/Dob in Österreich ausgeliehen, hat seinen Vertrag bei den Bayern verlängert.

NEWS aus der Szene

Jetzt steht der neue Verein von Ex-LüneHüne Arthur Nath fest und der Brasilianer bleibt wie gewünscht in Europa – in der neuen Saison spielt der Außenangreifer bei Hypo Tirol Innsbruck in der österreichischen Liga.

Polens Superstar Wilfredo Leon hat für die Nations League abgesagt und wird wahrscheinlich auch die WM (ab 26. August) verpassen. Der gebürtige Kubaner muss an der Patellasehne operiert werden.

Von Kioene Padava in Italiens 1. Liga wechselt Jan Zimmermann, Zuspieler der deutschen Nationalmannschaft, in die polnische PlusLiga zu Aufsteiger BBTS Bielsko-Biala.

Der Argentinier Ruben Wolochin, bis 2019 langjähriger Coach der Volleyball Bisons Bühl, wird neuer Nationaltrainer von Marokko.

Mit Niederlagen gegen den Weltranglisten-2. Brasilien sowie Japan (trotz 2:0-Führung) begann für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft mit dem neuen Bundestrainer Vital Heynen in Shreveport/US-Bundesstaat Louisiana die Nations League:

– Brasilien 1:3 (27:29, 25:23, 25:27, 21:25)

– Japan 2:3 (27:25, 25:23, 20:25, 22:25, 12:15)

Beach-NEWS

Fünf deutsche Teams bei der WM

Für die Elite im Beachvolleyball steht das erste Highlight der Saison an: die Weltmeisterschaft in Rom. Auch fünf deutsche Mannschaften gehen dabei vom 10. bis 19. Juni an den Start, vier Frauen-Paarungen und ein Männer-Duo.

Die ersten Auftritte auf der World Tour, die jetzt „Beach Pro Tour“ heißt, brachten trotz der Zusammenstellung neuer Teams schon erste Platzierungen auf dem Treppchen. So wurde Clemens Wickler mit neuem Nebenmann Nils Ehlers (statt Julius Thole) Dritte in Kusadasi/Türkei und zudem 5. in Doha/Katar auf Challenge-Turnieren, der zweithöchsten Kategorie – ein verheißungsvoller Anfang auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2024.

Sogar einen ersten Platz verbuchten Cinja Tillmann/Svenja Müller beim Elite-16-Turnier in Ostrava/Tschechien, der die vorangegangenen 5. Plätze in Doha und Kusadasi bestätigte. Chantal Laboureur/Sarah Schulz brachten immerhin schon einen 2. Platz vom Challenge-Turnier in Doha mit, Vierte wurden Sandra Ittlinger/Isabel Schneider in Kusadasi. Die besten Aussichten auf ein gutes Abschneiden bei der WM haben aber Karla Borger/Julia Sude. Die Weltranglisten-6. schlossen nahtlos an ihre Erfolge zum Ausklang des letzten Jahres mit u.a. dem Gewinn des World Tour Finals 2021, an, wurden 4. im brasilianischen Itapema (Challenge) und 5. in Doha (Challenge).

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