Florian Krage, bei der SVG Lüneburg ausgebildet und seit einem Jahr in Polen aktiv, gehört inzwischen fest zum Nationalteam. Links daneben der Newcomer dieses Sommers, Tobias Brand (Düren). Foto: FIVB

Neues DVV-Team braucht noch Zeit zum Reifen

1:3 zum Abschluss gegen Japan – Gesamtfazit aber positiv

Das dritte und letzte Vorrundenturnier der Nations League brachte noch einmal einkalkulierte drei Punkte ein (aus 4 Spielen), zur Qualifikation für die Endrunde in Bologna ab 20. Juli reichte das ebenso erwartungsgemäß nicht mehr. Mindestens Platz 8 wäre dafür nötig gewesen, dazu fehlten dem Tabellen-12. angesichts von insgesamt 4 Siegen und 8 Niederlagen (10 Punkte gesamt) 7 Zähler.

Zwei Youngster nutzen die Bewährungschance

Beim 1:3 (25:23, 22:25, 20:25, 20:25) gegen Japan zum Abschluss nahm Bundestrainer Michal Winiarski eine Änderung vor. Da Linus Weber und Lukas Maase ausfielen, durfte im Diagonalangriff nun erstmals von Beginn an der junge Max Schulz (19, KW-Bestensee) ran. Im Spiel zuvor hatte Christian Fromm auf der Position ausgeholfen, wechselte aber wieder auf Außen. Ganz draußen blieb der zuvor gegen Australien so starke Moritz Reichert. Und auf der Liberoposition gab es ein Wechselspiel zwischen Julian Zenger und Team-Youngster Leonard Graven – Zenger spielte nur, wenn Japan Aufschlag hatte.

In einem über weite Phasen ausgeglichenen Match probierte Winiarski insgesamt noch einmal viel. Satz 1 gewannen seine Schützlinge, obwohl Schulz noch sehr fehlerhaft agierte, er hatte seine besten Zeit im dritten Durchgang (6 seiner 12 Punkte). Anfangs ging Fromm, der gerade sein 200. Länderspiel absolviert hatte, voran. Auch Tobias Brand punktete wieder durchgängig zuverlässig. In Abschnitt zwei riss der Faden, daran änderten auch einige Personalwechsel nichts mehr, obwohl insbesondere Tim Peter neuen Schwung brachte und auch Zuspieler Leon Dervisaj bei seinem ersten längeren Einsatz gute Bälle servierte. Satz 3 und 4 waren dann beide Teams wieder weitgehend auf Augenhöhe, aber Japan ließ sich im Heimspiel vor 7000 Party machenden Fans nicht mehr aus der Spur bringen.

Für den DVV spielten und punkteten: Brand (12), Schulz (12), Fromm (10), Krick (9), Krage (5), Zimmermann (1), Zenger; eingewechselt: Graven, Peter (7), Dervisaj (1), Reichert.

Fazit der deutschen Auftritte: Aller Neuanfang ist schwer, aber diese Mannschaft hat gezeigt, dass sich da etwas Gutes entwickeln kann – vor allem wenn man bedenkt, dass etablierte Spieler mittleren Alters wie Anton Brehme, Ruben Schott, Moritz Karlitzek und David Sossenheimer ganz fehlten. Im Hintergrund lauern ja auch noch ein paar Talente. Und vielleicht bekommt ja im dünn besetzten Mittelblock Noah Baxpöhler, vom alten Bundestrainer Andrea Giani nicht immer fair behandelt, wieder Lust.

Aller Neuanfang ist eben schwer

Der neue Coach hat einen Kader zusammengestellt, in dem unübersehbar die Chemie stimmt und alle Spaß haben. Und er hat viel ausprobiert, personell und taktisch, und sich einen Überblick mit wichtigen Erkenntnissen verschafft. Winiarski kann man nun nur den Mut wünschen, seine Linie, auf jungen Spieler zu setzen, durchzuziehen. Oder greift er bei der WM in ein paar Wochen doch wieder auf Oldies wie Marcus Böhme, Denys Kaliberda, Simon Hirsch, Lukas Kampa zurück? Georg Grozer hat schon eine Absage bekommen. Zuspieler Kampa ist immer noch der Kapitän, fehlte aber auch schon im vergangenen Sommer verletzt.

Den Rhythmus geben neben Fromm längst andere an. Auch Jan Zimmermann feierte gerade Jubiläum (150. Länderspiel), 100 oder fast so viele Einsätze weisen inzwischen Zenger, Reichert und Krick (sowie Schott) auf. Newcomer wie der bei der SVG Lüneburg geformte Florian Krage und Linus Weber sind längst über jeden Zweifel erhaben, für Neu-LüneHüne Lukas Maase und Tobias Brand gilt seit diesem Sommer das Gleiche. Zumindest für weitere Einsätze empfohlen haben sich Johannes Tille und Tim Peter – und Max Schulz (19 Jahre) und Leonard Graven (18) sind ja schon fast die nächste Generation, die mit Macht nachdrängt.

Weiter spielten, in Osaka: Argentinien – Australien 3:1, Frankreich – Brasilien 3:0, Japan – Kanada 3:1, Frankreich – Argentinien 1:3, Kanada – USA 0:3, USA – Argentinien 3:2, Australien – Frankreich 0:3, Brasilien – Japan 3:0

in Danzig: Bulgarien –Slowenien 1:3, Polen – China 3:0, Bulgarien – Niederlande 3:1, Slowenien – Iran 0:3, Italien – Serbien 3:0, China – Bulgarien 3:1, Iran – Serbien 3:0, Polen – Niederlande 3:0, China – Serbien 1:3, Italien – Niederlande 3:0, Polen – Slowenien 3:1

Die Endrunde bestreiten damit: Italien, Polen, USA, Frankreich, Japan, Brasilien, Iran und überraschend die Niederlande statt Olympia-Bronzemedaillen-Gewinner Argentinien.

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Für die Frauen beginnt die Endrunde an diesem Mittwoch im türkischen Ankara, das deutsche Team hatte diese beim Neuaufbau unter dem neuen Bundestrainer Vital Heynen verpasst. Die Viertelfinals: Brasilien – Japan, USA – Serbien, Italien – China, Türkei – Thailand. Zu sehen sind die Spiele weiterhin nur im kostenpflichtigen Stream – live, on demand oder die Highlights – auf www.volleyballworld.tv

NEWS aus der Liga

Ein Brasilianer wird der Nachfolger des pausierenden Benjamin Patch im Diagonalangriff der Berlin Recycling Volleys. Matheus Krauchuk Esquivel Rodrigues, kurz: Krauchuk, hat für ein Jahr unterschrieben. Der 24-Jährige kommt aus der Türkei vom Erstligisten Bursa, spielte aber auch schon in Südkorea, Italien und Bahrein.

Als Zugang für den Außenangriff melden die WWK Volleys Herrsching den Nationalspieler Estlands, Albert Hurt (23), vom Doublegewinner Bigbank Tartu.

Beach-NEWS

Jeweils das Viertelfinale und damit Platz 5 erreichten Lukas Pfretzschner/Robin Sowa und Karla Borger/Julia Sude auf der „Beach Pro Tour“ beim Turnier der höchsten Kategorie Elite 16 schweizerischen Gstaad. Sandra Ittlinger/Isabel Schneider und

Chantal Laboureur/Sarah Schulz schieden nach den Gruppenspielen aus.

Die WM in Rom ist vor einem Monat gerade gelaufen, die nächsten Titelkämpfe 2023 hat der Weltverband FIVB nach Mexiko vergeben. Sie soll in der zweiten Jahreshälfte an mehreren Orten stattfinden. Einen genauen Termin gibt es noch nicht.

In eigener Sache

Am Donnerstag beginnen in Niedersachsen die Sommerferien – ab Sonnabend, 16. Juli, bleibt die Geschäftsstelle der SVG Lüneburg vorerst geschlossen. Ab dem 8. August sind wir zu den üblichen Zeiten wieder für Euch da.

Eine Pause legt ab dem Wochenende vorerst auch der Newsletter ein.

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