Es ist angerichtet: Das Netz ist schon zwischen den Pfosten befestigt, die Flaggen von Deutschland und Serbien hängen - wie bei internationalen Spielen üblich - für das Match SVG gegen Kraljevo in der LKH Arena. Foto: SVG

Möglichst locker ins historische Match

LüneHünen schlagen beim Europacup-Debüt auch endlich in der neuen LKH Arena auf

Wenn Träume wahr werden – und das gleich im Doppelpack: Immens sind Vorfreude und Euphorie im Lager der SVG Lüneburg vor dem Debüt auf internationaler Ebene, wenn an diesem Mittwoch (19 Uhr) das Hinspiel in der 1. Runde des CEV Cups gegen OK Ribnica Kraljevo ansteht. Ort dieses lang angestrebten Ereignisses ist die noch länger herbei gesehnte neue, für Volleyball wirklich wettkampfgerechte Halle, die LKH Arena.

Wenn das erste Europacup-Match in der Vereinsgeschichte nach vielen Problemen und Verzögerungen nun tatsächlich über die Bühne geht, ist das auch für Lüneburg selbst eine Premiere. Auf dieser Ebene hat ein hiesiges Team in einer Mannschaftssportart noch nie gespielt. Da der Neubau bekanntlich noch nicht ganz fertiggestellt ist und in vielen Bereichen quasi eine Punktlandung hingelegt wurde, mag es vielleicht noch an der einen oder anderen Stelle klemmen. Doch über Kleinigkeiten werden die schon so lange so geduldigen Fans sicher hinwegsehen. Zu groß ist die Spannung auf die neue Spielstätte der LüneHünen und auf den Auftritt auf der europäischen Bühne.

„Erste Trainingseinheiten haben schon total Laune gemacht“

Die Spieler waren zur „Einweihung“ inzwischen in der neuen Heimstatt aktiv. „Sicher ist noch nicht alles optimal. Aber der Einstand hat schon mal total Laune gemacht“, lautete das fast schon euphorische Urteil von SVG-Chefcoach Stefan Hübner nach der ersten Übungseinheit. Und seine Schützlinge sind ohnehin heiß darauf, sich dort und mal gegen einen ganz anderen Gegner zu beweisen. „Man muss jetzt nur eine gewisse Balance finden, dass sie nicht überdrehen, zu viel und alles noch besser machen wollen, als sonst. Das geht dann oft nach hinten los.“

Nun wird Hübner den Spielern sicher nicht einreden können, dass das ein Spiel wie jedes andere ist. Aber aus dem Erfahrungsschatz seiner eigenen, glanzvollen Karriere kann der ehemalige Weltklasse-Mittelblocker sicher einiges weitergeben, wie man in solchen besonderen Momenten die Energie und Euphorie im Zaum hält. „Es geht darum, die Lockerheit zu behalten. Da müssen wir einen Weg finden“, so Hübner. Ein Großteil des Kaders hatte ja auch schon internationale Pflichtspiele, im Europacup und/oder für diverse A-/B- oder Jugend-Nationalmannschaften: Auke van de Kamp, Pearson Eshenko, Tim Stöhr, Joe Worsley, Dalton Solbrig, Tyler Koslowsky, Arthur Nath, Jordan Ewert.

Ganz anders nervlich gestählt sind da aber die Gäste aus Serbien mit ihrem Mix aus Oldies und Talenten, aktuellen und ehemaligen Nationalspielern, früheren Weltenbummlern und Spielern aus dem eigenen Nachwuchs. Wir berichteten darüber schon ausführlich – bei Bedarf noch einmal nachzulesen auf der Homepage. „Das sind alles technisch gut ausgebildete Volleyballer, und sie werden giftig und aggressiv auftreten. Insgesamt eine solide, gute Mannschaft, aber keine, vor der man in Ehrfurcht erstarren muss“, glaubt Hübner.

Kraljevo sucht noch seine Topform

Beim Scouten des Kontrahenten stachen für ihn drei Dinge heraus: Der 40-jährige Außenangreifer und Kapitän Todorovic. „Ein ganz abgezockter Kerl, der gerne mit dem gegnerischen Block spielt.“ Und er spielt immer, ist im Team gesetzt. „Der Mittelblock ist sehr solide“, zählt Hübner weiter auf, und schließlich: „Der neue Diagonale Oksanovic hat einen guten Arm, ist sehr erfahren und weiß, was er macht. Aber er ist nicht vergleichbar mit einem Patch oder Gevert.“

Aber auch Oksanovic kann hoch zweistellig punkten, wenn er richtig auf Touren ist. Wie kürzlich im Pokal-Rückspiel gegen Mladi Radnik mit 29 Zählern beim 3:1. Was jedoch nach dem 0:3 im Hinspiel nicht reichte, um das Pokal-Aus des Titelverteidigers schon in Runde zwei zu verhindern. Ohnehin sind die „Musketiere“ offenbar noch auf der Suche nach ihrer Topform, verloren schon drei von sechs Matches in der Liga (zweimal 2:3, einmal 0:3) sowie im Supercup gegen Meister Novi Sad (1:3).

Wie schätzt Hübner, der wohl alle Mann an Bord haben wird, also die Chancen ein? „Das Niveau insgesamt, vor allem in der Breite, ist in der Bundesliga wohl höher als in der serbischen Liga.“ Also eine lösbare Aufgabe? Hübner: „ Ich will es mal so sagen: Beide Mannschaften rechnen sich was aus.“

Übrigens: Sollte die SVG tatsächlich die Auftaktaufgabe meistern, wäre in Runde zwei wohl Benfica Lissabon der Gegner. Portugals Meister verlor in der dritten und letzten Runde der Qualifikation zur Champions-League-Gruppenphase das Hinspiel gegen Karlovarsko/Tschechien 2:3. Der Gesamtsieger dieser Paarung rückt in die Gruppe D der Königsklasse zu den Berlin Volleys, St. Petersburg und Novi Sad/Serbien. Der Verlierer des genannten Matches darf im CEV Cup weiterspielen.

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