Die vierte große Tour innerhalb weniger Wochen steht den LüneHünen am Wochenende bevor, nach Herrsching (Punktspiel), Dachau (Pokal) und Friedrichshafen (Pokal) geht es nun sogar ins Ausland: nach Innsbruck zu den Alpenvolleys Haching, die seit dieser Saison per Wildcard in der Bundesliga mitmischen. Lizenznehmer ist dabei der Ex-Erstligist TSV Unterhaching, im Frühjahr von der 3. in die 2. Liga aufgestiegen und mit Österreichs Serienmeister Hypo Tirol Innsbruck nach einer deutsch-österreichischen Kooperation nun also in der Bundesliga.
Aus beiden Ländern gehört aber nur je ein Spieler dem Multi-Kulti-Aufgebot an, alle Akteure leben und trainieren in Innsbruck, die Mehrzahl der Heimspiele der Alpenvolleys findet in Innsbruck statt. Das ganze Konstrukt ist ein durchaus zweischneidiges Schwert, sicher ist aber, dass das Team sportlich die Liga durchaus bereichert. Drei Siege in sechs Spielen (acht Punkte) gab es in der Eingewöhnungsphase dieser Saison.
Allein vier Brasilianer geben dem Team eine spezielle spielerische Note, zudem stehen mit Stefan Chrtiansky jun., Peter Mlynarccik (beide Slowakei) und Marek Beer (Tschechien) Spieler auf dem Feld, die in diesem Sommer bei der EM aufschlugen. Aus seiner Zeit in Düren ist der Diagonale Rudy Verhoeff (Kanada) bestens bekannt.
Seit dieser Woche gehört nun noch Neuzugang Daniel Koncal dazu. Der 35-jährige Zuspieler übernimmt den Platz des Bulgaren Georgi Topalov, der mit Unterhaching aufgestiegen war, als zweiter Zuspieler hinter Danilo Gelinski (Brasilien) aber nicht überzeugte. Der slowakische Nationalspieler Koncal, ebenfalls im Sommer bei der EM, war früher schon in Innsbruck, spielte u.a. auch in Finnland, Paris, Prag und Bratislava und ist Champions League erfahren.
„Ein guter Mann“, weiß SVG-Trainer Stefan Hübner noch aus seiner Aktivenzeit mit Länderspielen gegen die Slowakei. Dass damit ein SVG-Gegner – wie kürzlich schon Berlin mit dem französischen Top-Zuspieler Pierre Pujol – einen „Überraschungsgast“ präsentiert, macht der Coach nicht groß zu Thema. „Wir müssen auf uns schauen. Wie ein Spiel läuft, liegt an uns. Wir legen unser Haupt-Augenmerk darauf, das eigene Spiel zu verbessern.“ Da nennt er als derzeitige Ansatzpunkte die Crunchtime und die Aufschläge.
In der Crunchtime, also der entscheidenden Phase eines Satzes, zeigte sich die SVG zuletzt anfällig, verlor gegen United RheinMain zum Beispiel den vierten Satz nach Gleichstand bis zum 20:20 noch 20:25. „Da müssen wir der Drucksituation besser standhalten“, so Hübner.
Und dann war da wieder einmal das Problemfeld Service offensichtlich, wobei der Coach das nicht allein an Ryan Sclater festgemacht haben will. Der versemmelte zwar 7 von 13 Aufschlägen. „Aber er hat auch schon gezeigt, dass er Fehlerquoten von unter zehn Prozent kann. Er ist eigentlich ein sehr guter Aufschläger. Aber gerade bei diesem Element spielt sich sehr viel im Kopf ab, da suchen wir bei ihm jetzt nach der richtigen Balance. Es geht ja weniger um Asse, vielmehr um insgesamt druckvolle Aufschläge und immer um das Thema Aufschläge mit Wirkung, bei allen Spielern. Auf die gesamte Mannschaft bezogen ist die Bilanz noch nicht dramatisch, aber es geht jetzt um die Mischung aus Sprung- und Flatter-Aufschlägen.“
Bis auf Rekonvaleszent Jannik Pörner sind alle wieder fit. Der Reisetross macht sich Freitag früh per Zug auf die lange Reise, ab München geht es dann in Kleinbussen weiter. Hübner: „Dann reicht es aber auch erstmal mit weiten Fahrten. Die vielen Stunden sind nicht zu unterschätzen, das belastet mehr als die Spiele. So sind wir froh, wenn wir über Weihnachten auftanken können.“
Vorher steht dann noch das Heimspiel gegen die Netzhoppers KW-Bestensee an (16. Dezember, 20 Uhr), bei dem es in der Gellersenhölle nochmal richtig heiß werden soll.