Dieses Gebirge war zu hoch, beim Trip in die verschneiten Alpen schlidderte die SVG Lüneburg in die vierte Saisonniederlage.
Mit einem 0:3 (20:25, 21:25, 20:25) unterlag unsere SVG bei den Hypo Tirol Alpenvolleys Haching im österreichischen Innsbruck und wurde vom Neuling auf Platz 7 verdrängt.
Vor 700 Zuschauern in der nur knapp halb gefüllten Uni-Sporthalle hatten die Norddeutschen anfangs ziemlich verwachst. Trainer Stefan Hübner bot eine auf nur einer Position veränderte Anfangs-Sechs gegenüber dem letzten Match gegen RheinMain auf, schickte Ray Szeto statt Cody Kessel aufs Feld.
Doch sein Team fand schwer ins Spiel. Der Gegner zog bis zur ersten technischen Auszeit auf 8:4 davon und baute den Vorsprung kontinuierlich über 16:9 bis auf neun Punkte beim 21:12 aus. Kampfgeist verringerte den Abstand wieder auf drei Zähler (22:19), der Satz war aber verloren.
Immerhin: Die SVG hatte einen Rhythmus gefunden, war im zweiten Durchgang gleichwertig und schien sogar auf Wende-Kurs. Aus einen 7:8 bei der ersten Pause machten die Gäste ein 16:12 bei der zweiten technischen Auszeit und weniger später sogar eine 18:12-Führung.
In dieser Phase zeigten sich die Spieler um Kapitän Matthias Pompe auch im Service, zuletzt einem Problemfeld, verbessert. Auch „Sorgenkind“ Ryan Sclater fand zur Sicherheit zurück, verschlug nur zwei von zwölf (bei einem Ass). Insgesamt gab es in diesem Bereich nur sieben Fehler bei 63 Aufschlägen. Doch die Alpenvolleys machten noch weniger (4 bei 73).
Und sie wirkten auch sonst stabiler und selbstbewusster, holten so den Rückstand ab einem 16:20 wieder auf, drehten ihn sogar mit einem 7-Punkte-Lauf auf 23:20. Die immer wieder gut eingesetzten Angreifer verwandelten die Bälle traumwandlerisch sicher. Gleich ein Quartett hatte am Ende zweistellig gepunktet, angeführt vom besten Scorer Stefan Chrtiansky jun. (16 Punkte). Die SVG ließ in dieser Phase mit vielen langen Ballwechseln aber auch zu viele Chancen aus, schien oftmals an einer enorm starken Feldabwehr des Gegners zu verzweifeln. Eine Angriffsquote von am Ende nur 33 Prozent (Alpenvolleys 48) macht deutlich, wo an diesem Abend das Hauptproblem lag. Der Gegner war aber auch in vielen anderen Bereichen besser. Eine Ausnahme: die Annahme. Die stimmte bei der SVG um Libero Tyler Koslowsky.
Nach umkämpften 28 Minuten war also auch Satz zwei verloren, in Abschnitt drei, inzwischen mit Kessel für Szeto, blieb die SVG aber lange dran, wenn auch von Beginn an aus einem Rückstand (teils drei Punkte) heraus. Zur zweiten technischen Auszeit war eine Führung hart erarbeitet (16:15), doch wieder hatten die Gastgeber die besseren Antworten, machten daraus ein 20:17 und danach dann den Sack zu.
Ihr brasilianischer Zuspieler Danilo Gelinski wurde MVP, bei der SVG fiel die Wahl auf Sclater als bestem Scorer (14) vor Pompe (10).