Sebastian Schwarz: Der Mann für den Unterschied

Das Topspiel der 1. Volleyball Bundesliga in der Hamburger CU Arena zwischen der SVG Lüneburg und den United Volleys endete aus Sicht der LüneHünen mit 1:3 (25:19;22:25;19:25;20:25).

1.600 Zuschauer in der nahezu ausverkauften CU Arena sorgten für einen passenden Rahmen und ein großes Volleyball-Spektakel. Im ersten Satz begann die SVG Lüneburg auch standesgemäß und drückte dem Spiel mit einer phänomenalen Angriffsquote den eigenen Stempel auf. Doch im zweiten Satz brachten die Frankfurter den späteren MVP und Routinier Sebastian Schwarz. Der langjährige Nationalspieler agierte zwar in weiten Teilen unauffällig, gab dem Frankfurter Spiel jedoch Stabilität und Ruhe. Und er sorgte im vierten Satz mit drei hart und stark geschlagenen Aufschlägen beim Stand von 21:20 für die Vorentscheidung. „Er hat das mit einer Routine heute sehr gut gemacht und die Frankfurter Annahme deutlich stabilisiert“, sagt SVG Routinier Matthias Pompe.

 

Kessel spielt trotz Knockout

Die Woche vor dem Spiel gegen die United Volleys stand insgesamt unter keinem guten Stern für die SVG Lüneburg. Jannik Pörner kurierte noch einen Bänderriss aus, war nur bedingt belastungsfähig im Training. Tyler Koslowsky verletzte sich ebenfalls am Fuß und konnte nur eingeschränkt trainieren, ebenso wie Cody Kessel und Matthias Pompe, die an einem Magen-Darm Infekt  laborierten. Und auch Stefan Hübner verpasste auf Grund einer Erkältung einige Trainingseinheiten. „Am Ende hatten wir beim Spiel aber alle Spieler dabei und die Fans haben die Jungs klasse gepusht. Wir haben gegen einen starken Gegner mit großen Ambitionen über weite Strecken ein ausgeglichenes Spiel gesehen. Das Fazit bleibt positiv: Wir können mit dem zweitkleinsten Etat mit den großen der Liga mithalten“, zieht SVG Geschäftsführer Andreas Bahlburg Bilanz.

Einen Schockmoment galt es dann noch am Freitagabend im Abschlusstraining zu verkraften. US-Boy Cody Kessel krachte mit SVG Mitspieler Michel Schlien zusammen und erlitt einen heftigen Schlag in den Nacken. In der Folge probierte Kessel noch fünf Minuten weiter zu trainieren, brach das Training dann aber auf Grund von starkem Schwindel und Kopfschmerzen ab. Verdacht auf leichte Gehirnerschütterung! Ein Check-UP und eine Infusion im Krankenhaus gaben dann teilweise Entwarnung und so ließ es sich Cody Kessel am Samstagabend nicht nehmen zu spielen und am Satzgewinn in Durchgang eins maßgeblich mitzuwirken. „Mein Vater John Kessel (Anmerkung: Trainerlegende vom US Volleyball Verband) und Freundin Grace sind extra für einen Tag für das Spiel angereist. Das wollte ich mir nicht nehmen lassen.“ Mit den beiden begeht Cody Kessel am Sonntag auch seinen Geburtstag, ehe für beide Gäste am Abend der Rückflug ansteht. „Ich war beim Spiel nicht bei 100 Prozent, aber in solchen Situationen hilft es, wenn man weiss, dass die Liebsten in der Arena sind“, sagt Kessel.

 

Schwarze Zahlen beim Gastspiel in Hamburg

 Es war ein großer Aufwand den die SVG Lüneburg mit über 30 Ehrenamtlichen Helfern für den Umzug nach Hamburg betrieben hat. Viele Tonnen Material inklusive des mobilen Bodens, der LED Bande, und einer adäquaten Beschallungsanlage wurden in die CU Arena eingebracht. SVG-Chef Bahlburg selbst fuhr einen 7,5 Tonner noch weit nach 1 Uhr von der CU Arena zur Gellersenhalle, doch dann streikte die Hydraulik beim Abladen. „Das müssen wir nun am Montag nachholen“, sagt Bahlburg.

Das Heimspiel in der CU Arena wurde als Doppelspiel ausgetragen, bei dem zuvor die Zweitliga-Mädels vom VT Hamburg gegen den VFL Oythe (0:3) vor ca. 800 Zuschauern spielten. „So konnten wir die Hallenmiete sparen. 1.600 Zuschauer beim Spiel gegen Frankfurt sind auf Grund der hohen Ticketpreise – es gab nur ein Kombiticket – ein großer Erfolg. Im Februar gegen Berlin kommen wir wieder, dann mit einem günstigeren Preis für ein Einzelspiel“, verspricht SVG Geschäftsführer Andreas Bahlburg. „Wir haben ein tolles Team und ein gutes Produkt, das wollen wir weiter ausbauen“, so Bahlburg. Dementsprechend wird auch beim nächsten Heimspiel am 16. Dezember erstmals eine LED Bande in der Gellersenhalle im Einsatz sein. „Das ganze läuft unter dem Motto Pimp my Gym laufen“, scherzt Bahlburg und meint damit gewiss mit einem lachenden und einem weinenden Auge die Verzögerungen beim Bau der Arena Lüneburger Land. „Wir liefern und entwickeln uns dort, wo wir es können. Es wirft aber auch uns zurück“, so Bahlburg. Und fährt fort: „Mehr können wir in die Gellersenhalle aber nicht mehr einbauen.“ Doch eine gute Nachricht für Boss-Bahlburg: „Das nächste Spiel gegen die Netzhoppers am 16. Dezember ist bis auf einige Gästekarten bereits restlos ausverkauft.

 

Für die LüneHünen, die nun einen starken Rang fünf in der Tabelle belegen, geht es am kommenden Wochenende zu den Alpenvolleys nach Innsbruck. Die Österreicher spielen auf Grund einer Sonderregelung ihre erste Saison in der Volleyball Bundesliga. „Die Skier werden wir zu Hause lassen und die Punkte aus Innsbruck mitnehmen“, gibt sich SVG Kapitän Matthias Pompe bereits wieder gewohnt kämpferisch.