Das nennt man einen gelungenen Start ins Jahr: Die LüneHünen begeisterten mit einem 3:1 (25:21, 32:30) 21:25, 25:16) gegen den TV Bühl ihre treuen Fans, die die „Gellersenhölle“ wieder einmal zum Brodeln brachten und das Klettern in der Tabelle auf Rang 7 sowie die drei Punkte nach einem hochklassigen Auftritt beider Teams feierten.
Schon allein der zweiten Satz lohnte das Kommen: 35 Minuten lang Dramatik, sieben abgewehrte Satzbälle der SVG, ehe zum Schluss ausgerechnet der Ex-Bühler Noah Baxpöhler erst für das 31:30 sorgte und dann mit seinem Aufschlag zum entscheidenden 32:30 einen Fehler von Masahiro Yanagada erzwang – mit einer 2:0-Satzführung ging es so in die Pause.
„Auswärts hätten wir diesen Satz wohl verloren – dank dieser tollen Atmosphäre hier und der Unterstützung der Fans haben wir ihn gewonnen“, meinte Baxpöhler glücklich, „auch deshalb bin ich hierher gekommen und habe alles richtig gemacht.“
Yanagada hatte gleich zu Beginn angedeutet, was auf die Hausherren an diesem Abend zukommt. Harte und stets konzentrierte Arbeit in der Feldabwehr war nötig, gepaart mit immens hohem Einsatz. Und dennoch waren satte sieben Asse des Außenangreifers, Nummer 1 gleich zum 0:1, nicht zu verhindern. Ansonsten hatte die SVG den Japaner recht gut im Griff – weil sie ihn stets in der Annahme beschäftigte. So kam er nur auf weiteren sieben Punkte.
Bei der SVG war auch im Angriffsspiel von Beginn an wenig auszusetzen. Da glänzte zu Beginn vor allem Cody Kessel. Nur im Service produzierte die SVG über fast die gesamte Spieldauer viele Fehler. Mit 21 (bei 102 Versuchen) zu viele. So gelang es kaum einmal, sich abzusetzen. Erst am Ende des ersten Satzes klärten sich die Fronten, als Michel Schlien zwei vorentscheidende Punkte machte (von 19:17 auf 21:17) und der eingewechselte Ray Szeto den Sack dann zuband.
In Durchgang zwei lief dann Ryan Sclater nach schlechten Start richtig heiß, war auch am Ende bester Scorer mit 20 Punkten vor Matthias Pompe und Schlien (je 15). Als MVP wurde letztlich Zuspieler Adam Kocian gewählt. Es hätte aber auch ebenso gut der starke Libero Tyler Koslowsky werden können, der mit einer Quote von 56% guter und 50% sogar perfekter Annahmen glänzte. Oder Schlien – 15 Punkte als Mittelblocker sind schon ungewöhnlich genug, eine Quote von 91% erfolgreicher Angriffe ist aber nahezu sensationell.
Satz zwei riss dann die Fans mit Volleyball auf höchstem Niveau, mit spektakulären Angriffs- und Abwehraktionen und Spannung zu stehenden Ovationen von den Sitzen. In der Verlängerung hielt die Gäste vor allem Mittelblocker Magloire Mayaula (12 Punkte gesamt) im Spiel, konterte immer wieder mit Schnellangriffen. Sehr stark auch der albanische Diagonalangreifer Anton Qafarena, mit 17 Zählern bester Scorer.
In Abschnitt drei kam jedoch ein Bruch, ruckzuck lagen die Mannen um den hoch emotionalen Kapitän Pompe klar zurück – 3:8 in der ersten technischen Auszeit – und fanden erst spät ihre Linie wieder. Zu spät.
Dafür gelang aber in Satz vier nahezu alles. Szeto blieb nun für Kessel auf dem Feld und punktete noch viermal, vor allem aber war Schlien nicht mehr zu stoppen. Die SVG zog von 9:9 auf 14:9 davon, und als Kocian einen Einer-Monsterblock gegen Yanagida setzte (21:13), waren die Bisons endgültig eingefangen.
Trainer Stefan Hübner resümierte denn auch zufrieden schmunzelnd:
„Das war ein unterhaltsames Spiel mit vielen tollen Ballwechseln, Abwehraktionen und durch die Halle fliegenden Spielern. Ich bin nicht Fan, ich bin Coach, trotzdem gucke ich gerne Volleyball – und das hat heute richtig Spaß gemacht.“
Doch er fügte gleich an: „Wir haben zu viele Aufschlagfehler und auch zu viele Aufschläge ohne Druck gemacht. An dem Verhältnis von guten und schlechten Spiel-Elementen müssen wir weiter arbeiten.“ Am besten schon wirksam bis zu nächsten Spiel in Friedrichshafen.