LüneHünen wollen Bisons einfangen

Mit einem hoch interessanten Heimspiel starten die LüneHünen ins neue Jahr (Sbd., 20 Uhr): Zu Gast in der Gellersenhalle ist der TV Bühl, der der SVG wieder einmal wie in den Vorjahren eine möglichst gute Ausgangsposition für die Playoffs streitig machen will.
Einen Punkt – aber auch ein Spiel – mehr weisen die Bisons derzeit auf, also gilt es, sie wieder einzufangen.
Der Umbruch vor der Saison war wieder einmal heftig beim TV Bühl, der kürzlich nach 2015 erneut das Pokalfinale erreicht hat. Acht Spieler, darunter auch der zur SVG gekommene Noah Baxpöhler, gingen. Neun Neue wurden verpflichtet, darunter der Luxemburger Chris Zuidberg, der erst den Grundwehrdienst in seiner Heimat ableisten musste und sich nun seit 1. Januar im Badischen einlebt. Bis zum letzten Sommer spielte der Mittelblocker in Tours, gewann mit den Franzosen den CEV-Cup.
Neuer Superstar ist seit dem ersten Tag nach seiner Ankunft der Japaner Masahiro Yanagida. In seiner Heimat genießt der Außenangreifer sogar Kultstatus. Nach seinem Wechsel tauchten japanische Fernsehteams und sich gerade in Deutschland befindende Touristen in Bühl auf.
Der Hype ist seitdem nicht abgeebbt. Die neuen Medien machen es möglich, dass seine Fans Yanagidas Leistungen weiterhin verfolgen können. Der Verein hat zudem reagiert, indem die Homepage nach einer Umgestaltung auch einen Zugang in japanischer Sprache ermöglicht, auf Facebook werden Spiele auch in japanischen Schriftzeichen angekündigt.
Und es gibt viel zu berichten. Yanagida gehört regelmäßig zu Bühls Besten, ist Fünfter unter den Bundesliga-Topscorern, inklusive eines herausragenden Aufschlags (Nummer 2 im Ranking). Da wird stets sein „Dampf-Hammer“ bestaunt.
Als Mittelblocker neben Urgestein Magloire Mayaula (Kongo) hat sich der Schwede David Pettersson etabliert, im Diagonalangriff wechseln sich der junge Albaner Anton Qafarena (20) und der Russe Iurii Kruzhkov ab. Neu ist auch Libero Tomas Ruiz, ein Italiener, der zuletzt in Argentinien – der Heimat von Langzeit-Trainer Ruben Wolochin (seit 2011) – spielte.
Überraschung im Team ist wohl der junge Zuspieler Mario Schmidgall, stattliche 2,06 Meter groß – ungewöhnlich auf dieser Position. Der 19-Jährige wurde bei den YoungStars Friedrichshafen, Talentschuppen des VfB, ausgebildet, bekommt ständig beste Kritiken und hat – zumindest vorerst – sogar dem ukrainischen Nationalspieler Oleksandr Dmytriiev den Rang abgelaufen. Mit Corvin Balster (vom VCO Berlin) hat ein weiterer Youngster schon überzeugt.


„Die haben eine gute Mischung aus jung und älter mit Yanagida als ihrem Motor hinbekommen, haben sich nach etwas holprigem Start gut stabilisiert“, lautet denn auch die Einschätzung von SVG-Trainer Stefan Hübner, der dennoch guter Dinge ist: „Ich hoffe, dass wir den Schwung vom Turnier in Holland und vom guten Training davor und danach mitnehmen können. Und die kurze Pause über Weihnachten hat uns auch gut getan.“

 

Zudem sind alle seine Mannen einsatzfähig, auch der beim letzten Sieg gegen KW-Bestensee kurzfristig verletzt ausgefallene Noah Baxpöhler. Aber der Mittelblocker wurde ja von Youngster Florian Krage bei seinem ersten Bundesliga-Einsatz in der Starting Six ohnehin bestens vertreten.