Viktor Lindberg versucht Linus Weber und den VfB Friedrichshafen dieses mal zu stoppen

Wiedersehen macht den LüneHünen durchaus Freude

Bangemachen gilt nicht gegen Friedrichshafen

Sieben Drei-Punkte-Siege in Folge, die letzten fünf sogar ohne jeden Satzverlust: Mit dieser beeindruckenden Erfolgsserie stellt sich der VfB Friedrichshafen am Sonnabend (19 Uhr) erneut in der Gellersenhalle vor, nachdem er dort erst vor dreieinhalb Wochen ins Pokal-Halbfinale eingezogen ist. Genau dieses Match aber kann der SVG Lüneburg als Mutmacher dienen, denn die damalige Niederlage fiel knapp aus. Mehr als zwei Sätze lang forderten die mit einer klasse Leistung aufwartenden LüneHünen die Häfler damals, ehe sie sich 26:28, 24:26, 19:25 geschlagen gaben. Dieses Mal darf es ruhig noch ein wenig mehr sein…

Spitzenreiter kommt mitten in seiner Terminhatz

Bangemachen gilt also nicht zum Abschluss der Hinrunde, zumal SVG-Chefcoach Stefan Hübner nicht nur an dieses Match gute Erinnerungen hat, sondern ergänzt: „Auch unser letztes Spiel gegen Giesen war in Teilen sehr gut.“ Zwar gab es dort nur einen Punkt beim 2:3, es war aber mehr drin – freilich ein oft wiederkehrendes Übel in der ersten Hälfte dieser Bundesliga-Hauptrunde. Einige Punkte hat die SVG schon liegen gelassen, im letzten Heimspiel gegen die Berlin Volleys gab es dagegen keine Chance (0:3). Insgesamt bleibt festzuhalten: Die Fortentwicklung der neuen Mannschaft hält länger an als in den Vorjahren, in der Corona-Saison mit all ihren Unwägbarkeiten aber nicht verwunderlich.

Nach dem Match am Sonnabend ist dann auch erst einmal Zeit, weiter am Zusammenspiel und an konstanten Auftritten zu feilen, dann ist auch der neue Zuspieler da, dann sind vier Wochen Spiel- aber keineswegs Trainingspause. Denn: Das letzte Heimspiel der SVG in 2020 gegen Frankfurt ist auf Wunsch beider Vereine ins neue Jahr verlegt worden, findet nun statt am 27. Dezember erst am 10. Februar, einem Mittwoch, um 19 Uhr in der Gellersenhalle statt.

Also gilt es nun, noch einmal alles in das Match gegen Friedrichshafen zu legen. Und da spielt den LüneHünen vielleicht in die Karten, dass die Süddeutschen derzeit eine Terminhatz absolvieren, die nicht nur kräftemäßig sondern auch mental hoch anspruchsvoll ist. Das Spiel jetzt ist das dritte in dieser Woche (Montag VCO, Mittwoch Bühl), seit dem Pokalmatch am 25. November in der Gellersenhalle haben sich sogar acht Spiele in 22 Tagen angesammelt. Darunter war auch das herausragende 3:0 gegen Russlands Meister Novosibirsk beim dreitägigen Champions-League-Turnier im italienischen Trient.

Darunter war aber auch der K.o. im Pokal-Halbfinale mit einem 2:3 gegen Frankfurt. Unschlagbar sind die Häfler also nicht, wenn auch bärenstark. Aber die vielen Aufgaben haben Spuren hinterlassen. Außenangreifer Nicolas Marechal fehlte jüngst verletzt, Mittelblocker Fiel spielte trotz Rückenbeschwerden und Lukas Maase, zweiter Diagonalangreifer hinter dem überragenden Linus Weber, fällt schon länger aus. Doch bisher hat der VfB das ganz gut kompensiert. Dauer-Spieler Weber zeigt eine überragende Vorstellung nach der anderen, statt Marechal spielt nun Rares Balean und überzeugt voll, nachdem er bis dahin kaum berücksichtigt wurde. Und im Mittelblock besteht neben Fiel angesichts der weiteren Namen Marcus Böhme, Nehemiah Mote und Arno van de Velde ohnehin ein Luxusproblem. Zuletzt bekam der belgische Nationalspieler van de Velde viel Einsatzzeit, nachdem er in der ersten Saisonphase oft zuschauen musste.

SVG will Häfler noch ein wenig mehr ärgern

Bei der SVG haben sich die Verletzungssorgen weitgehend erledigt. Nur ein paar Wehwehchen gibt es noch, neu eine Prellung des kleinen Fingers bei Dalton Solbrig, nichts aber, was einen Einsatz verhindern würde. So gibt es mittlerweile eine neue personelle Situation, wie Hübner nach dem Spiel gegen Giesen erfreut berichtete: “Wenn alle gut drauf sind, entscheidet das Bauchgefühl, wer anfängt. Wir haben uns aber vorgenommen, dann schneller zu wechseln, wenn er sich schwer tut.” In Hildesheim gab es den schnellen Wechsel von Jannik Pörner zu Richard Peemüller, später dann von Florian Krage zu Solbrig.

Ähnliche Optionen sind wohl auch jetzt wieder möglich, denn der Coach vermeldet: “Wir hatten bisher eine gute Trainingswoche, es gibt keine größeren Probleme. Und auch die Atmosphäre im Training ist gut.” Es geht also voran, das müsste sich jetzt nur noch auf dem Punktekonto bemerkbar machen – vielleicht mal mit einem überraschenden Ergebnis? Eine Antwort gibt es im kommentierten Stream auf sporttotal.tv

NEWS AUS DER LIGA

Das Sonntag-Spiel Herrsching gegen die Berlin Volleys war ursprünglich geplant als verspätete Premiere des Teams vom Ammersee im nahen München im Audi Dome, eine Premiere, die eigentlich schon am 1. April im Playoff-Viertelfinale der alten, abgebrochenen Saison dort steigen sollte. In dieser Spielzeit sollten in Bayerns Landeshauptstadt drei der zehn Heimspiele stattfinden, die anhaltende Corona-Krise hat die Pläne zunichte gemacht. Für das Berlin-Match hatte Herrsching noch auf eine Übertragung im Free-TV gehofft, als auch dieser Traum platzte, wurde auch dieses Geisterspiel zurückverlegt in die heimische Nikolaushalle.

Zwei Bundesligaspiele standen auch schon am Mittwoch auf dem Programm, dabei gab es keine Überraschungen:

Berlin Volleys – Netzh. KW-Bestensee 3:1
(25:17, 25:20, 22:25, 25:18)
100 Min., 0 Zuschauer
MVP: Eder – Allik
beste Scorer: Patch (20), Carle (19), Eder (14) – Allik (12), Jackson (10), Keturakis, Kovac (je 5)

VfB Friedrichshafen – Bisons Bühl 3:0
(25:23, 25:21, 25:22)
78 Min., 0 Zuschauer
MVP: Weber – Jurkovics
beste Scorer: Weber (16), Balean (11), Juhkami (10) – Vaskelis (17), Lopez (15), Kronthaler (10)

NEWS AUS DER SZENE

Der Nordwestdeutsche Volleyballverband (Niedersachsen und Bremen) hat beschlossen, wegen der Corona-Krise den Spielbetrieb dieser Saison auf Landesebene auszusetzen. Von der Oberliga abwärts gibt es damit keine Wertung der schon ausgetragenen oder eventuell noch stattfindenden Spiele, keinen Auf- und Abstieg. Eine Entscheidung, wie in den Regionalligen und 3. Ligen weiter verfahren wird, soll Ende Januar 2021 fallen.

Nationalmannschafts-Kapitän Lukas Kampa (Zuspieler), seit Jahren in der PlusLiga von Weltmeister Polen spielend, und die in Shanghai/China spielende Diagonalangreiferin Louisa Lippmann wurden von den Lesern der Fachzeitschrift “Volleyball Magazin” sowie den Usern des Portals “volleyball.de” zu den Volleyballern des Jahres gewählt – beide bereits zum 4. Mal.

In eigener Sache

Weihnachtsferien: Die Geschäftsstelle der SVG bleibt vom 21. Dezember 2020 bis zum 3. Januar 2021 geschlossen. Ab Montag, dem 4. Januar 2021 sind wir dann wieder für Euch da – allerdings wegen des Lockdowns nur telefonisch und per Mail zu erreichen.